äppeln Vb. 1. ‘Kot absondern’, vom Pferd, 4: Wb-Be. – 2. ‘necken,  foppen, verspotten’ 3: Vk-Ask 155.
Lautf.: eppln, [epln].
Arpelknken m. ‘krummbeiniger Mensch’ 3: Vk-Ask 155.
Lautf.: rplknkn.
Bäcker m. wie Standardspr., 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., JE2-Scho, Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze), 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – De dicke Bäcker word kriedewittschen um de Neese rum ... Lindaub o.J. 7; Dans, j mütt’n dät Brt met nn Becka n’m! JE2-Scho; Rda.: de Bäcker hat ekneppen ‘der Bäcker hat von dem zum Backen gebrachten Teig etw. für sich zurückbehalten’ Id-Eilsa 73; de Mäkens gt af w de warmen Semmeln bn Bäkker ‘die Mädchen sind zum Heiraten sehr begehrt’ Wb-We 125; Datt iss ass bi’n Becker de Semmel ‘hierfür gibt es einen festen Preis’ Wb-Altm 276; d hat der Becker seine Fraue durchjejocht von einem löcherigen Brot gesagt, Wb-Ak 33; Sprw.: Wo de Brauer waohnt, kann de Bäcker nich waohnen. ‘Trinker essen wenig.’ Bewohner-Altm 1,321; Reim: dr beckr unn dr millr, sinn schwestr-, braudr-kinnr. von der angeblichen Unehrlichkeit beider gesagt, Vk-Ask 159; Kinderreim:Backe, backe Kauk’n,
Där Bäck’r het jeraup’m,
Het jeraup’m de ganze Nacht,
N.N. het kain’n Daich jebracht,
Kricht ook kain’n Kauk’n.
Lieder-Ma Nr. 105 (WA-Eg);
Neckvers:Der Bäcker ist ein Schweinehund,
Der klaut von jedem Brot ein Pfund.
Vk-Anhaltc 140 (DE-Ho);
De Bäcker het siene Fru eschlahn
Met en Schiewer op et Lief.
Oh, wie schreich dat areme Wief!
Vk-Harz 3,69.
backen 1., Brt 1., Kken 1.  Kkenbäcker; scherzh., abw.: Backebeck Bäckerknst Backeweich Dgpe Kleisterpansch Klunsterbäcker Klunz Klunzbäcker Klunzfritze Klunzkonditor Kneter 1Knp Knper Knst Kringeldreier Krpelbäcker Luffe Luffenbäcker Luffenmker Mlhse Mlsack Mlworm Prillekenbäcker Prillekenhingst Schrippenarchitekt Semmelfoss Semmelhengst Semmelschrippe Semmeltechniker Teighengst Teigmops.
Lautf., Gram.: Bäcker, -kk-, Bäck’r; außerdem: Becker Wb-Altm 276, Wb-Altm* 72, vereinz. w elbostf., Wb-Ak 33, beckr Vk-Ask 159; [beka] JE2-Scho; [bek] SA-Gä; [pekr] Wb-Be; packer Mda-Sti 13.
balbren Vb. 1. ‘rasieren’ 1: Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die), SA-Rist, 2: Wb-Altm 10, Francke 1904,31, Mda-Ma 65/Mda-nwJe1a 43/Mda-sJe1 11 (JE2-HSe, verstr. JE1), vereinz. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – ... ehr Mann was Muskant west, ... un barbierte süs de Lü för fif Pennig. Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die); Neckreim: Kumm mit n Kr’n (ON Kühren), de Oksen balwr’n. Wb-Ak 88. – 2. vorw. in Rda. ‘betrügen, täuschen, übervorteilen’,  bedrgen, 2: Wb-Altm 10, 3: verstr. w elbostf., vereinz. ö elbostf. – Rda.: öhne hett se schöne balbiert HA-Bee; iwwer de lawwe balwret Vk-Ask 146; einen ewern leppel balbren Wb-Nharz 20.
Lautf., Gram.: balbier(e)n, balbr(e)n, [balbrn] SA-Rist, Mda-Ma 65/Mda-nwJe1a 43/Mda-sJe1 11 (JE2-HSe, verstr. JE1, ZE-Dor Göd), verstr. elbostf.; balbirt Part. Prät. Francke 1904,31; balberen HA-Oh; balwiern, balwr’n ZE-Roß, Wb-Ak 31 und 88; balwret Part. Prät. Vk-Ask 146; palwieren KÖ-GrPa; [palwrn] Wb-Be; balber(e)n, balbr(e)n Wb-Altm 10, vereinz. sw elbostf.; plwrn Mda-Sti 44; [barbrn] Mda-nwJe1a 43 (JE1-Scha); barbierte 3. Sg. Prät. Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die).
Balke(n) m. 1. ‘vierkantiges, massives, langes Stück (Bau-)Holz’, bes. zum Stützen und Tragen, 2: vereinz. Altm., JE2-Bö, Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie), verstr. ZE, 3: Spr-Mab 385 (WO-Ol), verstr. w elbostf., 4: vereinz. omd. – ..., denn brauchter drei Balken vorschs Dach, ... Wäschke 61915,54; Rda.: de Snute an’ Balken hängen ‘hungern’ OSCH-Schw; hei lücht, dat sek de Balken böet Id-Eilsa 53; n’ Balken op beide Schuldern drn ‘es jedem recht machen wollen’ HA-Oh, Sprw.: Wter hat keine Balken a.a.O.; Wetterregel: Im März ... “nimmt Moses de Balkens ünner’t Ies weg.” vom Abtauen und Dünnerwerden des Eises auf Gewässern gesagt, Winter-Altm 74; de hus beveden, de fenster cleperden, und in der Borde (Börde) etlikerwegen velen de honre van den balken, ... über ein Erdbeben, 1409, Schöppenchr-Ma 327. – 2. Teil an Geräten oder Vorrichtungen: – a. ‘Hebebaum am Wippbrunnen’,  Wippe, 2: SA-Kä, STE-Bis. – b. ‘Verbindung zwischen hinterem Pflugteil und Vorderpflug, Pflugbaum’ 4: vereinz. anhalt. (außer KÖ). – c. ‘Querholz am Fuhrwerk zur Befestigung der Zugstränge’ 1: SA-Die. – d. ‘das Querholz der Harke, an dem die Zinken sitzen’,  Harkenhft, 1: SA-Ho, 2: WO-Me, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. w omd. – e. ‘das Querholz der Egge, an dem die Zinken sitzen’ 3: Vk-Ask 198, 4: CA-Ak. – f. ‘Schaft des Ankers’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 236 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-Pa). – 3. ‘oberer Abschluss eines Raumes, (Zimmer-)Decke’ 2: Brauch-Anhalt 42 (ZE-Bor), ZE-Roß, 3: vereinz. w/s elbostf., 4: verstr. s CA, Brauch-Anhalt 42 (DE-Ra) – ’n Balleken weisen (weißen) Wb-Ak 31; bis n’n Balleken QUE-Di; Rda.: Dene ligget de Balken op’n Koppe ‘er langweilt sich zu Hause und geht deshalb ins Wirtshaus’ Sprw-Harzvorld 382. – 4. ‘Bodenraum über der Scheunentenne oder über Ställen’, auch ‘Raum der Scheune, in dem die Garben verpackt werden’,  Banse, 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm. (außer n WO), 3: HA-NHa – ’n ganzen Balken vull Weiten Wb-Altm* 49. – 5a. ‘schmaler, unbebauter Streifen zwischen Ackerstücken’, z.T. mit Buschwerk o.ä. bestanden, auch als FlN, 2: Wb-Altm 10, 3: Burghardt 1967,178. – 5b. ‘Spargelbeet’ 3: HA-Ost. – 6. Pl. ‘harte Erdschollen’, werden bei schwerem, trockenem Boden abgepflügt, 2: OST-Sta.
Lautf., Gram.: Balk(e)n, [balk()n], [balk] (anhalt.: [balgn]) Sg. und Pl.; außerdem: balkens Pl. Spr-Mab 385 (WO-Ol); Balkens Akk. Pl. Winter-Altm 74; [balk] verstr. Altm. (außer CALV n WO); Balke, b-, [balk] Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie), ZE-Göd Kö, Wb-Holzl 58, Wb-Nharz 20; Balle(c)k(e)n, [balk()n] ZE-Roß, HA-Oh, vereinz. s elbostf., verstr. s CA; [palkn] Wb-Be; [balk] Mda-Ze (vereinz. ZE); [bkn] SA-Die; [bk] verstr. nwaltm.; [blkn] BA-Ha; pleken Mda-Sti 2.
ballern Vb. 2: vereinz. nbrdb., 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. 1. ‘knallende, krachende Geräusche hören lassen’ – , unse Kachlun (-ofen) ballat wa JE2-Scho; et baldert, wenn hei kleppet (mit der Peitsche schlägt) HA-Oh. –2. ‘knallende, krachende Geräusche verursachen’ –a. ‘(anhaltend) laut schießen, knallen’ – d han de janze Nachd jeballord DE-Ca. – b. ‘mit der Peitsche knallen’ – mit de Pietsche baldern Sprw-Börde. – c. ‘eine Tür fest zuschlagen’ – de dr baldern Wb-Nharz 20. – d. ‘gegen etw. schlagen, hämmern’ – ..., hei make en Mordspitakel in siene Bucht un baldere hellsch jejen de Dör. Wedde 1938,54. – e. ‘schlagen, ohrfeigen’,  verhauenwarte, wenn eck dick ne baldere Vk-Ask 376.
Lautf., Gram.: ballern, [balrn] OST-Sta, vereinz. w/sw elbostf.; ballert 3. Sg. Präs. Gaede 1962,146; [palrn] Wb-Be; [balrn] DE-Ca; [balan] JE2-Scho; bal’lern Wb-Ak 31; bald(e)rn verstr. elbostf.; baldere 1. Sg. Präs. Vk-Ask 376; baldere 3. Sg. Prät. Wedde 1938,54.
Br m. 1a. TiN wie Standardspr., 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., JE2-Fie, 3: Spr-Mab 383 (WO-Ol), verstr. w elbostf., Sprw-Börde, 4: vereinz. omd. – dai Baia danst SA-Dä; de groote Bäre Sternbild, HA-Bee; Rda.: schlpen w en br Wb-Nharz 25; brummet wie so’n Bär Vk-Harz 3,46; ... hackschig (plump, ungeschickt) as en Bär Bornemann 41827,118; He hatt Hänn’ as’n Baor ‘Er hat plumpe Hände’ Wb-Altm 13; ’n Bhren anbinnen ‘Schulden machen’ Id-Altm; Lischen, du wutt uns woll’n orntlichen Bären oppbinnen? Heimat-Ohre 1924/Wöhlbier (HA-Eim); dick hat woll de Bäre luset? zu jmdm. gesagt, der ein verdrießliches Gesicht macht, HA-Ro; hei denkt, hei hat’n Bär’n an’n Schtricke (hat besonderes Glück) Sprw-Börde; Dat is grade as wenn de Bäre Bohnen polkt. ‘Es ist nutzlos.’ Chr-Em 431; Sprw.: en ollen Bärn et Danzen leern, hält hart Sprw-Börde; for Jeld kann man en Bärn danzen seihen un sick Zucker in’n Hinderschten blasen laten a.a.O. – Bis in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg ließen Bärenführer zu den Klängen eines Tamburins ihren B. gegen Entgelt auf der Straße tanzen. Wb-Ak 31 f. – 1b. Pl. NeckN für die Bewohner von Schadeleben, 3: Vk-Ask 167. – 2. ‘verkleidete Gestalt im Pfingstumzug’,  Pingsten, 2: GA-Schw, 4: Ackerbau-Anhalt 316 (KÖ-Dro). – 3. Haschespiel, in den Verbdg.: – a. schwarzer Bär – Der Fänger hüpft beim Haschen auf einem Bein, wobei er das Knie des anderen Beins umfasst. 2: Vk-Anhalta 268 (ZE-Dee). – b. Br-Br – Der Fänger (der B.) kommt mit dem Ruf Br, Br, der le jt aus aus seiner Höhle und versucht, Mitspieler zu haschen. Die Opfer müssen sich an den B. hängen, so dass er mit immer länger werdendem Schwanz auf neuen Raub ausgeht. 4: Wb-Ak 32.
Lautf., Gram.: Bär, Br, baer, bër Bornemann 41827,118, GA-Schw, Vk-Anhalta 268 (ZE-Dee), Spr-Mab 383 (WO-Ol), vereinz. sw elbostf., Wb-Ak 31, KÖ-Kö; Bäre vereinz. w elbostf.; Bäre Pl. Richter o.J. 63; Bär(e)n Akk. Sg. Heimat-Ohre 1924/ Wöhlbier (HA-Eim), Sprw-Harzvorle 143, Sprw-Börde; [pr] Wb-Be; Bere, Bere HA-Oh; brn Pl. Vk-Ask 167; pr Mda-Sti 28; Baor, Bhr Id-Altm, Wb-Altm 13; Boar’n Pl. Albrecht 21822 1,13; Boare JE2-Fie; [bai] SA-Dä.
Bärenschießer Pl. NeckN für die Bewohner von Aschersleben, veralt., 3: Vk-Ask 167.
Baschlik m. 1. ‘Mütze für den Winter, die Ohren, Hals und Teile des Gesichtes schützt’ 2: Elbschifferspr. 400 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Pa), 3: vereinz. nö QUE, 4: Elbschifferspr. 400 (CA-Ak), Wb-Ak 32. – 2. ‘(mützenartige) Kopfbedeckung der (jüngeren) Frauen’ 3: Vk-Ask 75, 4: Wb-Be.
Lautf.: Baschlik, b-, [balik] vereinz. nö QUE, Vk-Ask 75, Elbschifferspr. 400 (CA-Ak), Wb-Ak 32; sonst: [palik]. – Etym.: urspr. ein Kopftuch der Türkinnen, Wort ist um 1800 und nochmals um 1870 mit der Mode entlehnt worden, zum Ende des 19. Jh. u.a. im Harz Übertragung der Bezeichnung auf eine (Knaben-)Mütze (1.), vgl. Foltin 1963,160.
Becken n. ‘Waschbecken’ 3: HA-Oh, Vk-Ask 71.