hshch Adj. ‘sehr hoch’ 3: HA-Oh, Klaus 1936,3 – eck bin mal hushoch runefallen Klaus 1936,3.
Lautf.: hushoch Klaus 1936,3; hshech HA-Oh.
inklemmen Vb. ‘etw. zwischen zwei Gegenstände oder Teile zwängen, so dass es dort festgehalten (und beschädigt, verletzt) wird’ 3: HA-Oh, Klaus 1936,41, 4: Wb-Be – sik ‘n Finger inklemmen HA-Oh.
Lautf., Gram.: inklemmen HA-Oh; -eklemmt Part. Prät. Klaus 1936,41; [inkle] Wb-Be.
irgendw Adv. ‘an einem beliebigen, nicht näher bestimmten Ort’ 2: ZE-Roß, 3: HA-Oh, Lindaua o.J. 144, Klaus 1936,42, 4: CA-Ak – irjentw mott’e doch sin! HA-Oh.
Lautf.: irgendwu Lindaua o.J. 144, Klaus 1936,42, irjentw HA-Oh; orjentwo ZE-Roß; [arndw] veralt. CA-Ak.
skeller m. ‘mit Eisblöcken gekühlter Keller’ 3: HA-Bee Oh, Klaus 1936,56, 4: Wb-Be.
Lautf.: skelder HA-Bee Oh, Iskellder Klaus 1936,56; [aisker] Wb-Be.
j Pt. verbr. 1a. zustimmende Antwort – Kimmeste mit n ewwer Ellewe? – Ja! Wb-Ak 74; Is dei Hofstidde grot? – O ja, sau wie unse, dat’r bequem veir Päre veirspännig op umme wenn’n könn’n. Rauch 1925,36; hei secht nich j datau HA-Oh; j, j, et is w d sechst Wb-Nharz 88. – 1b. ärgerlich zustimmende Antwort – kommst de denn nu met? – jodoche! ZE-Roß; “Jaddoche,” – sase Fritze arjerlich – … Wäschke 61920,5. – 1c. Antwort auf eine negativ gestellte Frage – Haste mei’n Vter nich jesn? – J. Wb-Ak 79. – 2. iron. in verneinenden, abweisenden Antworten – Ja! Hunneschite! Wb-We 57; Ja, morgen wenn de Bökke lammet! Wb-We 57; ja wol, dat wil ek daun Wb-Nharz 88. – 3. nachgestellt bei Fragen mit erwarteter Zustimmung – hei sieht meck hellsch knackschälig (kränklich, blass) ut, ja? BA-Op; wollmer na Dessau fahrn, je? ZE-Roß; Wilt’n dat ma daun, ja? BA-Op. – 4. bekräftigend mit Bezug auf etw. Bekanntes – Dat is jo nu all lange her. Gorges 1938,34; dat wärt ja widder jut Spr-Asch 18; Ich hre je schn. Wb-Ak 76; das gansde je dn DE-Ca. – 5. emotionale Äußerungen verstärkend – a. Überraschung, Erstaunen – Das schmeckt je jallebitter. Wb-Ak 76; dat is ja Hagel Spr-Asch 18; du geist jo so hump’lig Wb-Altm 86; sau! dat is jo recht hipsch! Sprw-Börde; nee, awwer sauwat ok, ja ja BA-Op. – b. Empörung – dat is jo tum katolsch wärn STE-Schi; dat is jo balle gar nich mehr taun uthooln OSCH-Grö; dat geiht jo ok alles nich HA-Bo. – c. Bedauern, Enttäuschung – dat is j schlim Wb-Nharz 90. – 6. verstärkend in Aufforderungen – Daß de das j nich vorjißt. Wb-Ak 79; man j nich! HA-Oh; dat due man ja Spr-Asch 18. – 7. eine Äu- ßerung einleitend und eine kurze Besinnung oder Verzögerung andeutend – Tja, min leiwe Hermann! Klaus 1936,3; ja, dat is saune sache Wb-Nharz 88; jao, dat is jo nu all lang her OST-Schön.
Lautf.: Neben regional variierende Belege (ja, j, j, j) treten mitunter semantisch und positionell bedingte Differenzierungen (z.B. je in unbetonter Stellung).
Kaffbne f. 1. ‘Kaffeebohne’ 3: HA-Oh, Klaus 1936,39, 4: Wb-Be – Rätsel von der K.:Ick komme her von heiten Lanne
Un were hier noch mehr verbranne.
Man rädert mick ganz fürchterlich
un jütt heit Woater öwer mick.
Lieder-Ma Nr. 397.
– 2. ‘Knolle der Knollen-Platterbse’ 3: Wb-Nharz 52 (WE-Elb).
Lautf., Gram.: Kaffeebohnen Pl. Klaus 1936,39, kaffbnen Pl. Wb-Nharz 52 (WE-Elb); Káffbenen Pl. HA-Oh; [káfp-ne] Wb-Be.
kalwen Vb. ‘ein Kalb werfen’ verbr. – se Kau hat e’kalwet HA-Oh; Schult hät kalwt eigentlich ‘die Kuh des Schulzen hat gekalbt’ Wb-Altm 264; fäat Km’m münn dai Kui wat droich schtaon ‘vor dem K. müssen die Kühe trocken (d.h. ohne Milch zu geben) stehen’ SA-Dä; … un uträke, weneehr dat sine rohe Harzkau kalben moßte Klaus 1936,7. – Volksgl.: Vor dem K. muss die Kuh zum letzten Mal an einem Sonnabend gemolken werden, damit sie nicht nachts kalbt. An dem Tag, an dem eine Kuh kalbt, darf nichts vom Hof verborgt werden (KÖ-Wö), nach dem K. dürfen neun Tage keine Fremden auf den Hof (ZE-Bra). Man verkauft in dieser Zeit auch keine Milch bzw. verborgt nichts (DE-Go). Die Dauer dieser Verbote kann auch drei Tage betragen (DE-GrKü). Vk-Anhalta 24.
Lautf.: kalwen HA-Oh, kalw’n Wb-Altm 264; kalben Klaus 1936,7, OSCH-He, Wb-Nharz 91, DE-Vo, [kalb] Id-Eilsa 70, kalb’m Wb-We* 217; [kal] GA-Da, ZE-Roß, Wb-Be; kalleben OSCH-Di; kalle’m Wb-Ak 83; [k], km, ka(h)m’ verstr. SA. Zus.: n-.
Kerkgang m. 1. ‘Besuch des Gottesdienstes’ 3: HA-Oh, Klaus 1936,25. – 2. ‘Weg zur Kirche’ 3: HA-Oh. – 3. ‘der erste Gang zur Kirche, den die Mutter nach der Geburt mit dem Neugeborenen unternimmt’ 2: Bewohner-Altm 2,143, 3: Abergl-Ma 228 (WO-Ol), 4: Wb-Be – Wänne Sächswöcherin oer’n Kürchank hailt, dänn sünte Vadd’rn unnoch mr Frens mittegaon naode Kürche un hämmebt (haben gebetet). Dat hämmse recht hailiche holl’n. Abergl-Ma 228 (WO-Ol); Ouk is eyndrechtliken gewilkord bii eyner marck, dat eynes yowelken borgers frouwe to orem kinde, wen sie godt beraden hefft, noch to orem kerckgange nicht mehr frouwen schall bidden laten wen veir unde twintich frouwen … Willkür-Calbe 65.
Lautf.: Kirchgang HA-Oh; [korjak] Wb-Be; Kürchank Abergl-Ma 228; Kerchengang Klaus 1936,25.
Klimperkasten m. ‘altes Klavier’ 3: HA-Oh, Klaus 1936,26, 4: Wb-Be.
Klockenslag m. ‘Glockenschlag’ 3: HA-Oh, Klaus 1936,44 – Bett henn taun letzten Klockenslag … a.a.O. 44.
Lautf.: Klockenslag Klaus 1936,44; -slach HA-Oh.