Brett n. ‘aus einem Baum geschnittenes, flaches Holzstück’, auch ‘aus einem Brett oder mehreren Brettern hergestellter Gegenstand’, z.B. von Regalen, verbr. – das Brd is dse schml DE-Ca; Das Brät schunkelte je an Heppchen, wemmer drewwer loff ... Wäschke 41919,74; Rda.: Datt is ja wie sau’n Brät sau hart ... Klaus 1936,57; De was sou moager as ’n Brett ... Matthies 1903,28; en Bredd vrn Koppe hebben ‘begriffsstutzig sein’ Wb-We 22; der jeht in de Brett (in den Sarg) ‘er wird sterben’ CA-Brei.
Lautf., Gram.: Sg.: Brett, Bredd, [bret], [bred] verbr. nwaltm. nbrdb., Mda-Ze (verstr. ZE), vereinz. HA, Wb-We 22, Id-Quea 142; Brätt Spr-Anhalt 165; Brt HA-Oh, QUE-Di; Brät, Bräd, [brt], [brd] ZE-Kö Roß, verbr. mittleres/s elbostf. omd.; [prt] Wb-Be; prt Mda-Sti 29; Pl.: Bredder Id-Eilsa 54; Bretter, [bretr] Heimatkalender-Ma 1932,47 (JE2-Vie), Dialekt-Ma 4 (verbr. JE1, ZE-Dor Göd), Krause 1964,135; pretter Mda-Sti 29; Brett, [bret] Dialekt-Ma 4 (verbr. JE1, ZE-Dor Göd), CA-Brei, KÖ-Pö; Breder, brder Wb-Holzl 70, Mda-War 12; Brer HA-Oh; [brr] Mda-War 12; Bree, Br Wb-Holzl 70, HA-Oh; Brder, brëder, [brdr] Wb-Altm 256, vereinz. n elbostf., Wb-Nharz 33, Dialekt-Ma 4 (vereinz. nö CA); [brd] WO-Zie; [brd] verstr. s Altm.; Brd, Brät Wb-Altm 256, Wb-Ak 40, Wäschke 61915,58; Brä, [br] verbr. nwaltm. w/mittlere Altm. (außer s), Wb-Holzl 70; Bräter CA-Kü; Brser Wb-Ak 40; [brj] WO-Zi; [bräi] vereinz. n nwaltm.; [bri] OST-Ko; [bri] OST-Dü, verbr. STE; prder Mda-Sti 29.
bringen Vb. allg. 1a. ‘etw. an einen best. Ort schaffen, befördern’ – de tolle Hagen hat de Schwiene na Schlanstidde brocht OSCH-Wu; w brengng k Tüffeln in Tüffellock JE2-Scho; Rda.: bei Siet bringen ‘stehlen, entwenden’ STE-Ga; was ewwern Jordn brengen ‘etw. verderben’ Wb-Ak 79. – 1b. ‘etw. zu jmdm. befördern und übergeben’ – ... ne halwe Semmel müßte hä doch för öähre kranke Wiese (Luise) met na Huse breng’n ... Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie); d musd de Schg noch bain Schsdor brengng DE-Ca; D’ Stork hät di’n kleinen Broder brocht. Pohlmann 1905,30; ... ich were Eich doch keen Unjlicke nich brengen! Wäschke 61915,18; Sprw.: Wer’t Klein nich acht, wärd’t Grod nich bracht’. Bewohner-Altm 1,344. – 2. ‘jmdn. an einen best. Ort begleiten’ – ... brachte awwer doch noche, wie sichs jeheert, das Mächen zu Hause. Heese 21919,45. – 3. ‘verursachen’, auch ‘mit etw. einhergehen, mit sich bringen’ – de wint brinkt rn Wb-Nharz 33; Der Winter hat Schnee un Ais jebracht. Spr-Asch 28; ... Mul- un Klauensüke, Rotlauf, Schwinsüke usw., de recht völe Sorr’nn un Not up’n Hof breng’n künn’n. Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi); Bauernregel: De April mag sien wie e will, aber Loof un Gras bringet e doch. Chr-Em 427; kolln Ma bringkt Strou un Hou (Heu) SA-Rist; Sprw.: Höner bringen Fndschopp (weil sie im Garten des Nachbarn Schaden anrichten) Wb-Altm 278. – 4. ‘etw., jmdn. in eine best. Lage, in einen best. Zustand versetzen’ – op’n Swunk bringen ‘jmdn. antreiben’ HA-Oh; hei brochte mek rscht wedder drop ‘er erinnerte mich daran’ Wb-Nharz 33; Ick will de Sache woll tau Schick (zum richtigen Ergebnis) bringen ... Lindauc o.J. 23. – 5. in Verbdg. mit um ‘dafür sorgen, dass jmd. einen Verlust, Schaden erleidet’ –Dat se hat dän Schnied’r
Um sien bettjen Jeld ebracht
. 3: Lieder-Ma 979 (WO-Ol).
– 6. ‘erbringen, einbringen, Gewinn bringen’ – dat bringet vl HA-Oh. – 7. ‘aufgrund eigenen Strebens eine best. Position, Reichtum, Ansehen erreichen’ – hei het et wd ebrocht BLA-Brau; Da sall ’t dä Minsche tau wat bringen! Klaus 1936,18. – 8. in Verbdg. mit Subst. zur Umschreibung eines Verbalbegriffs – dat Heu op de Wiesche opn Hupen bringen WA-KlWa.
Lautf., Gram.: bring(e)n, bringng, [bri], bring’ Inf.; bring(e)t 3. Sg. Präs.; bring Imp. Sg.: verbr. nwaltm., verstr. w Altm., vereinz. nö GA nw STE, verbr. s JE1 ZE elbostf., Heimatkalender-Börde 1925,62 (CA-Sa), verstr. w BE; [prin] Wb-Be; breng(e)n, brengng, [bre], breng’ Inf.; brengt 3. Sg. Präs.; breng Imp. Sg.: SA-Die, vereinz. w SA w GA, sonst verbr. nbrdb. n/mittleres mbrdb., BLA-Bö, BA-Ha, verbr. anhalt.; bräng(e)n, bräng’ Inf.; brängt 3. Sg. Präs.: SA-Bre, vereinz. nbrdb., JE1-Ma; prëngen Mda-Sti 5; 1./3. Sg. Prät.: -a-, -o-; außerdem: -u- JE1-Ziep; -ö- SA-GrGe Kön, OST-Werb; -e- SA-Sa, OST-KlBeu; -ä- SA-Kri; Part. Prät.: -a-, -o-; außerdem: -ö- Wb-Altm 25, WA-See.
brken Vb. 1. verbr. – a. ‘nötig haben, benötigen’ – ek brke’n doktor Id-Quea 146; Doch Drefot (dreifüßiges Gestell für Kochtöpfe) brukt Nich völ Platz. Kredel 1927,74; Wenn eener in’n Dörp Geld bruken dä, kloppt he bie’n Möller an. Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.); Rda.: watte nich brukst, letste ‘was du nicht brauchst, musst du nicht kaufen’ Sprw-Börde; Sprw.: Ole Schtewwel bruket veel Schmär. Vk-Harz 3,58. – b. ‘benutzen, verwenden, gebrauchen’ – dann Emma (Eimer) mütt ik briukng SA-Dä; dat is noch te brken HA-Oh; Ich hawwe hr noch anne neie Hse, ... kannste d brauchen? Wb-Ak 40; Wer keinen Garen hat ..., dä kann doch sau’n Ding gar nich bruken. Klaus 1936,35. – c. in Funktion eines modalen Hilfsverbs mit Inf. ‘müssen’ – ek brke dat nich te daun Wb-Nharz 34; Denn brukste dick nich te schenieren ... Gorges 1938,17; ... da brauchst De nich jlei so laute zu lachen ... Richter o.J. 105; Rda.: Se bruken bloß de Näs nach gahn, denn i’st blot noch’n Hunnblaff wiet! Bewohner-Altm 2,123; Sprw.: Hinderpoorten open, brukst du nich tum Doktor lopen WO-Gu. – 2. ‘mit der Streichkelle gegen das Wasser drücken’, Schifferspr., vgl. brken 3., 4: Wb-Ak 41.
Lautf., Gram.: bruken, [brkn], [brk] vereinz. ö nwaltm., verbr. brdb. (außer s ZE) elbostf., Wb-Ak 41 (2.); bru(u)kst 2. Sg. Präs., bru(u)kt 3. Sg. Präs. verbr. Altm., JE2-Scho, verbr. elbostf.; brukest 2. Sg. Präs. verstr. w elbostf.; prchen Mda-Sti 19; bruckst, [brukst] 2. Sg. Präs., bruckt, [brukt] 3. Sg. Präs. JE2-Gü, verbr. mbrdb., Mda-Ro; bruckte 3. Sg. Prät. Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie); brk’n Wb-Altm 25; [briuk] verbr. nwaltm.; brauchen, [brauxn] vereinz. s ZE, QUE-GrSchie, verbr. anhalt.; brauchste 2. Sg. Präs. mit Enklise des Personalpron. Richter o.J. 105; [prauxn] Wb-Be; braucht’n 1. Pl. Prät. Heimatkalender-Ze 1962,89 (ZE-Ze).
brn Adj. ‘braun’, Farbbezeichnung, verbr. – ... un bunte Bänder in de brunen Zöppe bunnen ... Lindaub o.J. 37; Da stund sin Puffer, brun un fett ... Klaus 1936,20; ... dät hei är’n schön’n brun’n (irdenen) Henkelpott twei’eschmät’n harr ... Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi); ... also der hadde drei braune Fähre ... Richter o.J. 7; subst.: de Brne ‘braunes Pferd’ HA-Oh; Rda.: den schla’k brun un blau Sprw-Börde; subst.: Sall ick mit’n Brn (Stock) kaom? Androhung von Schlägen, Wb-Altm 25.
Lautf., Gram.: bru(u)n, [brn] vereinz. ö nwaltm., verbr. brdb. (außer s ZE) elbostf.; brun’n m. Akk. Sg. Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi); brunen m. Akk. Pl. Lindaub o.J. 37; prne Mda-Sti 19; [briun] verbr. nwaltm.; braun verstr. s ZE, Spr-Asch 17, verbr. anhalt.; braune n. Akk. Pl. Richter o.J. 7; [praun] Wb-Be.
dllpen Vb. ‘hinunterlaufen’ 2: JE2-Scho, 3: vereinz. n/mittleres elbostf. – ... dä Swet leip wie saun Bek an Liewe dal ... Klaus 1936,56.
Lautf., Gram.: löppet dahl 3. Sg. Präs. Wedde 1938,27; leip dal 3. Sg. Prät. Klaus 1936,56; leipen dal 3. Pl. Prät. Rauch 1929,119; [dl löpt] 3. Sg. Präs. JE2-Scho.
Dme f. 1. ‘sozial höher gestellte Frau’, auch ‘sich vornehm gebende Frau’, auch iron., 2: Matthies 1912,31 (STE-Hü), Francke 1904,11, Heimatkalender-Je 1927,118 (JE2-Vie), 3: Klaus 1936,28, Vk-Ask 158, 4: vereinz. anhalt. – ... där jejen junke Damens immer sehre heeflich war ... Heese 21919,43; Reim:so frn de daom,
so rdn de harrn,
so schtuckrt dr br
taun dre nt.
Vk-Ask 158.
– 2. Brettspiel, 4: Wb-Ak 44. – 3. ‘Ober’, Spielkarte, 2: vereinz. Altm., 3: HA-Vo.
Lautf., Gram.: Dame, Dme HA-Vo, vereinz. anhalt.; Daome Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa); Da(o)m vereinz. Altm.; Pl.: Damen Klaus 1936,28; Doam(e)n Matthies 1912,31 (STE-Hü), Francke 1904,11; daom Vk-Ask 158; -s Dat./Akk. Heimatkalender-Je 1927,118 (JE2-Vie), Heese 21919,43.
d(r) I. Adv. verbr. – 1. räumlich – a. ‘an dieser Stelle, dort’ – ’t wass väöl Minschheit dao Wb-Altm 137; Doa sitt’n groten swatten Koater. Bewohner-Altm 2,159; d fld anne Hornsge BE-GrWi; Äppel un Walnötte, Eierplumen un Beerenbratjen, Honnigkauken un Zuckerkannig – ick fund da immer wat te präpeln (essen)! Lindauc o.J. 43; De jreeßte Anßiehunk waar imm’r daa, wo de Fähre vorjefiehrt wurr’n ... Heimatkalender-Ze 1962,91 (ZE-Ze); Rda.: da liet der Hund bejraben ‘das ist der entscheidende Punkt’ Sprw-Börde; da lät der Kamm uff de Butter ‘da herrscht große Unordnung’ ZE-Roß; Sprw.: wu hackt ward, da fallt ook Späne HA-No; Reim:Hinner uns Hus, dao geiht to Kehr,
as wenn Hochtiet un Kinndöp wär.
SA-NFe;
in Verbdg. mit Lokaladverbien: d jänt ‘dort drüben’ STE-Schi; ... ne Nachtigall, da boben in’n Beerboom! Rauch 1929,55; Da draußen sinn nuh de Jungens in de Ferien oh mah jewäst ... Heese 21919,7; in Verbdg. mit einem Relativ- oder Demonstrativpron.: d d nischt hebn, dat sint grde de schlimsten Wb-Nharz 36; düsse d sünt et e’ west HA-Oh. – b. ‘hier’ – de Fder is all d HA-Oh; Un Max was ümmer noa ’n nich doa. Matthies 1903,42; De andern waren mit’n Kutschwa’n da, ... Wedde 1938,32; in Ausrufen oder Aufforderungen, z.T. verbunden mit einer Geste des Anbietens oder Überreichens, dann häufig mit Kurzvokal: da hastet Id-Eilsa 97; da, nimm hen! HA-Oh; ta, da lie’t et HA-Bee; da, et rnt Wb-Nharz 36; D, knippere m, ich kre’s Pakt nich uf! Wb-Ak 93; Rda.: t hastn Kitt Ausruf der Verärgerung, Wb-Be. – c. in Verbdg. mit sn ‘anwesend, vorhanden, zur Stelle sein’ – et is naug da, et langt hen CA-Fö; denn sinn se alle d gewest ZE-KlLei; “Na”, jriente dor Harr Amtsrichter, “wänn die Harrschaften da sinn, kann ick je de Sitzung areffnen.” Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze); ... weil nich ville Gras doa woar ... Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie); Von düsser Kaste waren ... noch twei utgewussene Exemplare da. Klaus 1936,7; Sprw.: Wenn Öäl up de Lamp’ is, is wä’rr keen Dächt (Docht) dao. Bewohner-Altm 1,348. – 2. zeitlich – a. ‘zu diesem Zeitpunkt, in diesem Augenblick’ – Ertüffeln hem’se jo do kaum all ekennt JE2-Gü; Middewoche nh Pingesten d worrn Eier un Kuke un alles denn so desammegeholt. ZE-KlLei; umme sesse d kimmete noch nich Wb-Nharz 36; Awer vorr fufzig, sechzig Jahern, da war de Fastelabend jo doch noch en betchen anderscht nah oelder Mode feuert. Vk-Harz 8,30; Verbdg.: Hei jung noch hier un da (ab und zu) in’n Buernhoff tau sine olen Schulfrünne ... Lindauc o.J. 19; als fester Bestandteil in Sagwörtern: Aller Anfang is swar, seggt de Dew, da slep’r ’n Möhlensteen weg. dass., Spr-Altm 88; Dat kost nix, sä de Bur, do prügelt he sin Jung. Heimatland-Ga 1930 Nr. 10; Dat gift Luft, sä de ole Müldersche, da leit se ’n Pup Sprw-Harzvorld 399; hier herrscht Ordnung, sä de Fru, da lag de Kamm op de Botter QUE-Nei. – b. ‘plötzlich’ – Da – op en Male sejjt et: “Stop”! Gorges 1938,76. – c. ‘dann, darauf(hin)’ – h het mik antickt un d heff ik an Schreck krgng JE2-Scho; Da lachtnse denn alle, o Finzel, – awwer Vetter Wewer arjerte sich heemlinge. Wäschke 61920,153; de Schape harren awer kaum ’n paar Snuten enohmen, da waren all dee Hunne rann unn harren se an de Hinderbeine. Hbl-Ohre 1927 Nr. 28/ Wöhlbier (HA-Eim). – 3. modal ‘in solchem Fall, in dieser Hinsicht, unter diesen Umständen’ – “Dar häst du recht”, sä’ Hinnerk, ... Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die); Da hadden mor je denn oh jelei n Richtijen derwischt. Heese 21919,11; Da kann de Minsche wedder spüren, Wudrop de Müse spekelieren ... Gorges 1938,61; Da brauch mor sich jarnich anzuschtrengn. Krause 1964,23; d bin ek j noch ristiger Wb-Nharz 36; Rda.: da kann et eime angest un bange wern CA-Fö; da kamm’er je de Kränke kreienAusruf des Unmuts, Spr-Anhalt 169; Sprw.: köp Nahwers Rind un frie Nahwers Kind, da warst du selten bedragen WO-Gu; Volksgl.: mich krawweltet so in de linke Hand, da werick woll noch Jeld krien ZE-Roß. – 4a. satzeinleitend, ohne eigentliche Bedeutung, wie ‘es’ – Da is mal ... en Bure west, dei’n grotes Anwesen harre. Rauch 1929,77; Da wurrn denn n Amnt inne Pfarrküche de Amntbusuche ummer kortscher ... Wäschke 61915,4; Rda.: dao hat all wedder ener n Löppel weggelegt ‘da ist wieder jmd. gestorben’ JE1-HWa. – 4b. verstärkend – Dä hat unsch da eine int Hus rinesett ... Klaus 1936,26; d het d nischt te gn Wb-Nharz 72. – 5. als Teil eines Pronominaladverbs in getrennter Stellung, oft abgeschwächt zu (de)r - an ( dran): de Pahl is awwe, da mott ’ne Anschrah an! HA-Bee; de Minsche woll’er ok nich ran Wb-Holzl 73; ... ann deen groten Garen ... da grenzen twei grote Burhöwwe an. Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim); b ( drb): da willt wie lustig un fröhlich bie sien HA-Bee; fr ( drfr): ek kan der nischt fr Wb-Nharz 37; hinder ( drhinder): ek will er woll hinner komen Wb-We 35; in ( drin): Brahpannen, wer se kriejen kann, Da sall de Bäcker t’ Fleisch in braan. Gorges 1938,40; mit ( drmit): da is kein Spßen midde HA-Oh; Reim:De Blomen hebben wi vör uns geplückt,
do hebben wi uns met uutgeschmückt.
Brauch-wAltm 73;
n ( drn): Rda.: ... da steiht dick de Lecker na ‘darauf hast du Appetit’ Chr-Em 430; Dao krei’t wädder Hund noch Haohn noa. ‘Das ist völlig unwichtig.’ Bewohner-Altm 1,340; t ( drt): ile Brot und da nist tau WE-Velt; Rda.: d hat hei keine Oren tau ‘das will er nicht hören’ Wb-We 96; up ( drup): dao sall use Fritze oppe danzen goan. GA-Eick; t ( drt): un dat kann’n dat nich anseihn, wat da mal ute makt wern sall! Rauch 1929,91; von ( drvon): ik heww’er (habe da) doch nist fonn Wb-Holzl 73; Rda.: Datt iss’n Hochtd dao de Katt hinnern Fürhrd nicks van wt ‘eine kleine Hochzeit’ Wb-Altm** 46. – II. Konj. vereinz. – 1. kausal ‘weil’ – d sei fon Tlen schprken: ek sal sei säin, dat ... Wb-Nharz 36. – 2. zeitlich ‘als’ – d ek d sau schtunt, sach ek ... a.a.O. 36.
Lautf.: betont: dar, dr Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die), vereinz. elbostf.; daor Wb-Altm 32; unbetont oder als Teil eines Pronominaladverbs in getrennter Stellung (I.5.): der verstr. elbostf.; dor, [dor] Winter-Altm 74, CA-Ak; ’er oder ’r verstr. elbostf.; betont: da(a), [d] vereinz. ZE, verbr. elbostf., verstr. anhalt.; dao, doa, [d], [d] verbr. ö/s nwaltm. nbrdb., ZE-KlLei Roß, vereinz. elbostf., verstr. s CA BE, DE-Ca; [t] Wb-Be; do, [d] SA-Die, vereinz. Altm., JE2-Gü, vereinz. nthür., CA-Löd; doa, [da], [da] verstr. mbrdb.; [dao] verstr. n/w nwaltm.; in Ausrufen oder Aufforderungen (I.1b.): da, [da] vereinz. elbostf., CA-Ak; ta, [ta] verstr. w elbostf.; [t] Wb-Be. – Etym.: es wurden hier versch. Wörter zusammengefasst, die sich lautlich und semantisch überschneiden: mnd. sind dr und dre bereits vielfach nicht geschieden und haben sowohl räumliche (‘da, dort, dorthin’) als auch zeitliche (‘als, damals als’) Bed. Daneben steht zeitliches mnd. d mit den Bed. ‘da, damals, damals als, wenn’, vgl. HWb-Mnd 1,396 f. und 1,435.
d I. best. Art. allg. – 1. m. Sg. – de Paster STE-Go; de Mane is all upejn Mda-nwJe1a 46; de Schreck hat mick ganz owernommen WO-Dru; Dä Bengel harre würklich Glücke. Klaus 1936,24; dei grote Krischan ‘große Zehe’ WE-Velt; der Damper hat all jetutt. Wb-Ak 108; där Kneppenstorch bringt dia Kinger ut den Diek ZE-Mü; dor Emmor is in’n Born jefal’l DE-Ca; Rda.: da steit dee Läpel ok nich stramm inn von dünnem Kaffee, OST-Neu; öhne steiht dä Hals wiet open ‘er bekommt nie genug’ OSCH-Ba; Genus abweichend von der Standardspr.: richtig, da saß der Brill ... Wäschke 61915,109; dor Gabsel is rungorjefal’l DE-Ca; vor subst. Adj.: de Bs ‘der Teufel’ Wb-Altm 256; hei is de Letzte (der Schlechteste) in de Schaule HA-Oh; Dat. (wie auch nachfolgend Bezug auf Standardspr., ausf. s. Formenteil): den Jungen sien Fader Umschreibung des Gen., Wb-Holzl 75; Op den groten Grasplatze vor de Brueri ... Lindauc o.J. 14; wat wisst de denn met dän olln Krachel (Gerümpel) noch machen? ZE-Roß; de Koh naon Bulln brängn STE-Ri; ... was bloß in’n Winter zu machen jeht ... Heese 21919,73; Dat war nich schöne von dem Mann, ... Klaus 1936,20; Akk.: uff den Kopp stellen DE-Pri; Wes (sei) män getreu bet an den Dod! Pohlmann 1905,79; Eck will deck den Arsch versohlen. Vk-Harz 3,67; an dn Salaot kümmt Tsucker WO-Zie; d müsst dänn Drt bin JE2-Scho; trecken dann grauten Woagen full Hau SA-Bee; Rda.: hei lachet, asse wenn he den Lork (die Kröte) an’n Strikk herre ‘er lacht ausgelassen, heftig’ Wb-We 77; Sprw.: Ihrenamt un de Kägelbaohn lihren dänn Burn naon Krog gaohn. Bewohner-Altm 1,325. – 2. f. Sg. – de Asche jliet DE-Or; de Worscht is heeß ZE-Dü; d Mt (Magd) kunn en ... nich en’m häm’m ... Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa); de Beere is innewechten molig GA-Rä; dä Fru HA-Bee; Denkst du, wenn seck dä Möhle dreiht, Eck kann meck op dä Siete leggen? Klaus 1936,21; dei Tewe (Hund) bellt WE-Kö; Dei Hochtid was in’n April, ... Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die); Rda.: wat vorsteiht de Kreie von’n Sönndag? Bemerkung über jmds. Unwissenheit, WO-Schn; Wetterregel: So lang as de Lrk vör Lichtmess’n singt, so lang singt sei nhäer. SA-Han; Genus abweichend von der Standardspr.: de Ginne ‘das Kinn’ DE-Ca; vor subst. Adj.: de Lewst ‘die Geliebte’ Wb-Altm 125; Dat.: t d Tt, wo ... Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa); hei mott Keue ob de Wische (Wiese) heu’n (hüten) GA-Lock; et is noch en Happen in de Schöttel eblebbn WE-Re; Mit de Schule war’s dazumah ooch andersch ... Richter o.J. 7; ... naoh d’ Stadt ... Pohlmann 1905,11; mich sinn von die olle kolle Witterung noch de Hänne janz klamm ZE-Roß; aus der Pulle anen kulkern Spr-Asch 21; op der schtrte is et modderich Wb-Nharz 128; Rda.: op der Strte lijjen ‘sich herumtreiben’, auch ‘erwerbslos sein’ HA-Oh; Akk.: der Voader nemmt de Seiße JE1-Wol; füll doch d Schtippe in in’n Napp JE2-Scho; Hei sette de Mütze op ... Wedde 1938,24; ... war ... uf de Bullenjagd gegangen ... Wäschke 61915,34; sett dick bi mick opp dä Bank GA-Wa; jeff mal die Borneschtange he, ik will Wasser rup langen ZE-Brä; Rda.: mor kreien noch was uff de Mitze ‘es wird bald regnen’ Vk-Anhalta 68. – 3. m., f., n. Pl. – m.: koal sind de Böhm OST-Lo; De Häscher ... mit öhre Blauthunne ... Rauch 1929,93; Dä Strümpe vull Water ... Klaus 1936,52; ... die beeden Kunden ... Heese21919,79; f.: de Jense bröjen WO-Ucht; In’t Leederschur lagen de langen Füerleedern ... Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie); de Gren gom’m, es ward Windor BE-GrWi; ... dä Kaldüneken schmecken sau schtumpe, ... Spr-Harzb 57; n.: de Kinner spöeln in Grass SA-Bee; de Hnor sinn in Hnorschdall BE-Gü; dei Kindere luntchen (lehnen) seek ahn WE-Elb; Plt.: de ohlen Liete wern sich noch genau uf Juln siene Lache besinnen kennen BA-Ha; Dat. (alle Genera): Mit de Arme slenkere hei in de Luft rumtumme ... Lindaua o.J. 69; der hat’s mit de Niern ‘er ist nierenkrank’ CA-Sta; ... un up de Fellers (Feldern) nicks as brunen Kohl. Essen-nwAltm 91 (SA-Han); Van d’ Böm fall’n rod un gäl de Bläder ... Pohlmann 1905,54; Rda.: Das jt de Menschen w de Leite. ‘Das geht allen so.’ Wb-Ak 112; Akk. (alle Genera): ..., denn maakten se seek wedder langsam op de Schtrimpe. Vk-Harz 8,31; mischele m de Grd’n DE-Ca; lött de Hünder leggen JE1-Wo. – II. Demonstrativpron. allg. – 1. mit Bezug zu einem Substantiv – a. m. ‘dieser’ – Sau word dä orme Minsche den ganzen Dag bilehrt ... Klaus 1936,51; Dat.: f dn Bm wagsen Gndschlinge BE-GrWi; Rda.: An denn Minsch’n is kn Beraod ‘er ignoriert gut gemeinte Ratschläge’ Wb-Altm* 49. – b. f. ‘diese’ – Un dei arme Frue schtund immer noch hie ... Vk-Harz 3,23 (BLA-Be); d Jans had awwor a gl’n Mren DE-Ca; Dat.: b dai greot Hitt döst (durstet es) ’n bannich SA-Dä; Zu die Zeit wurrn noch de rohen Lehmschtene zus Bauen benutzt un ins Fachwark injemauert. Alt-Cöthen 70; Akk.: upp d Aort Wb-Altm 34. – c. Pl. ‘diese’ – dee paar Kröten (das bisschen Geld) dee ik hebbe OSCH-Ott; Dat.: De Mutter is nah dee Geschichten In ümmer andert Tüg te seihn ... Gorges 1938,74. – 2. in subst. Funktion – a. m. – d kimt n mek Wb-Nharz 130; No dei ward jo woll nich wedder ekomm sien. Wille 1927,XV (BLA-Be); wat söckt dänn dr d JE2-Scho; Rda.: dee is sau lang wi Lewerenzen sien Junge Wb-Holzl 36; de is jo nich alleen ‘er ist geistig beschränkt’ OST-Möl; de lett bloß Möllensteine un gluh Isen liggen ‘er stiehlt sehr viel’ HA-No; der het’ Morgenbrot verschlopen ‘er ist gestorben’ JE2-HBe; dor sd aus w Braunbor mid Schpugge ‘er ist ganz blass’ BE-Scha; generalisierend in Sprw.: de eimol lickt, de wett wi’t smeckt, de lickt den ganzen Kübel weg GA-Ge; wökern’t Kittel nich paßt, de treckten sik nich an STE-Bad; Dat.: däne sine Pläne zur Umschreibung des Gen., WE-Velt; mit den is kein henkommen Sprw-Börde; Lß dich von dn nich besawwel’l! Wb-Ak 34; mnen Fder, dne geit et gt HA-Oh; Dän müßte ick doch min’n ersten Hoasen wiesen (zeigen). Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie); mit dne is nischt ls Wb-Nharz 119; Rda.: den lacht de Deuwel utn Hals ‘er lächelt heimlich und schadenfroh’ OST-Gla; Mit dene is kein gut Kerscheneten. ‘Er ist ein unverträglicher, gefährlicher Mensch.’ Hbl-Nharz 1929 Nr. 11; Akk.: Rda.: den wird der Nielebock holen ‘er wird sterben’ CA-Sta; um dn machd mor lwor a Bren ‘meidet ihn lieber’ DE-Ca. – b. f. – ... Spritze ... De word vorrkofft. Lindauc o.J. 33; Dä kann Deck nich koken, nich flicken, nich stoppen ... Klaus 1936,26; Die hadde’s Mopsen eejentlich jar nich neetich jehatt, ... Heese 21919,68; Dat.: Rda.: där kunkelt mit die ‘er hat ein Verhältnis mit ihr’ CA-Sta. – c. Pl. – de han son bunt Röck an SA-Jee; de hem en ganzes Mandel Kinner CA-Fö; d wollen’t jelt met leddich gn fordeinen Wb-Nharz 116; Wat hämn dänn die man bloß tu lachen? Heimatkalender-Je 1927,120 (JE2-Vie); Die waren orntlich buleidicht ... Heese 21919,39; Rda.: De denken, Kees’ und Brod regn’t van’n Himmel. wird von jungen Leuten gesagt, die ohne finanzielle Absicherung heiraten, Bewohner-Altm 1,343; Dat.: ... s Jejnteel von die ... Krause 1964,122; Rda.: da is wat mank bei di ‘bei denen ist etwas los’ ZE-Roß. – III. Relativpron. verstr. – 1. m. – ... Buer Slus, de geärn watt öäwer eannern foppt. Matthies 1903,1; ... Seelschen See, d k tau Arxlä hör’n dai Tiedge 1954,39 (HA-Ost); Sien Sohne, dei Bure op’n Hof war ... Rauch 1929,59; En Dokter, der dort sehre ofte de Abende verkehrte ... Richter o.J. 16. – 2. f. – ’n Fr, de dat Kind söcht Wb-Altm 34; ... de grote Dörplinne, die gewiß all ahr dausend Joahre olt is. Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie); ... Schade um die ville scheene Zeit, die e da tacktäjelich vorrloofen tede ... Heese 21919,61. – 3. Pl. – Wecke Buern, de saun hundert Morgen oder mehr harren ... Wedde 1938,46; ... de Paschlewwer Jungens, die um sechse frieh inne Friehschule jehn ... Wäschke 61915,60; Sprw.: Böm’, de oft knack’n, bräk’n nich licht. ‘Alte Menschen, die viel klagen, erreichen ein hohes Alter.’ Spr-Altm 76.
Lautf., Gram.: best. Art.: in unbetonter Stellung findet sich häufig Kürze (z.B. [d] m., f., [d(o)r] m.), die Formen mit Länge oder Diphthong haben z.T. bereits demonstrativen Charakter; m. Nom. Sg.: im Nwaltm., Nbrdb. und im n/mittleren Elbostf. dominieren klar die r-losen Formen: de(e), [d], unbetont [d] verstr. nwaltm., verbr. nbrdb., verstr. s JE2 JE1, verbr. n/mittleres elbostf., verstr. sw elbostf., vereinz. sö elbostf.; GA-Wer, vereinz. mittleres JE2 nw JE1, verstr. nw elbostf., vereinz. OSCH, WA-ABra, verstr. sw elbostf.; dei verstr. nwaltm., vereinz. n elbostf., verstr. sw elbostf.; [däi] verstr. nwaltm.; die md., auf -r auslautenden Formen dominieren innerhalb des Nd. das Gebiet östlich der Elbe (JE2 JE1 ZE, allerdings nach Norden zu in abnehmender Intensität), im sö Elbostf. sind sie schon recht häufig: der, [dr] vereinz. n WO n/mittleres JE2, verstr. s JE2, verbr. JE1 ZE, vereinz. s WO OSCH, verstr. WA, vereinz. sw elbostf., verbr. sö elbostf. omd.; där, [dr] WO-Zi, verstr. mittleres/s JE2 ZE, vereinz. anhalt.; [d] STE-Je, WO-Zie; [dr] verbr. anhalt.; [dr] Mda-Sti 28; in unbetonter Stellung: dor(r) verstr. s ZE, vereinz. sö elbostf., verbr. anhalt.; dr verstr. ZE sö elbostf. omd.; m. Dat./Akk.: Dat. und Akk. der Standardspr. sind formal auf der Grundlage des Akk. zusammengefallen (nur 2 elbostf. Belege mit dem Klaus 1936,20, Lieder-Ma Nr. 733 (WA-Eg)): den SA-Bre, Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die), vereinz. OST, GA-KloNeu, verstr. mittleres/s JE2 JE1 ZE, verbr. elbostf., verstr. anhalt.; dän, [dn] SA-Rist, verstr. s Altm., vereinz. mittleres/s JE2, verstr. ZE, OSCH-Grö, Firmenich o.J. 160 (WA-Ost), verstr. anhalt.; däen JE2-Schön; dn Mda-Sti 28; denn Wb-Altm 33, vereinz. SA, JE2-Neu Wa; dänn, [dän] Bewohner-Altm 1,325, verbr. SA OST STE, GA-Fau Trü, vereinz. n JE2; deänn OST-Ga; dann, [dan] vereinz. nwaltm. w Altm. mittleres OST, STE-Ga, JE2-Kam; dean’n Matthies 1903,49; in unbetonter Stellung und nach einer Präp. häufig verkürzt zu ’n; Reste des Dat. liegen in einz. Wendungen und Verbdg. mit Präp. vor, z.B. ‘zum’ (tum Dokter WO-Gu; taum Danze OSCH-Weg); f. Nom. Sg.: de(e), [d], unbetont [d] (auch bei betonter Form die) verstr. nwaltm., verbr. nbrdb., verstr. mbrdb., verbr. elbostf. omd.; die räumliche Verteilung von dä, dei und däi entspricht der des best. Art. m. Nom. (s. oben); die vereinz. mittleres/s JE2, verstr. JE1 ZE, vereinz. sö elbostf. s CA; di’e, [d] verstr. mbrdb.; f. Akk. Sg. entspricht dem Nom. (de(e), dä, dei, die) bei Vorherrschen der unbetonten Form [d]; f. Dat. Sg.: im gesamten nd. und anhalt. Gebiet sind Dat. und Akk. auf der Grundlage des Akk. zusammengefallen, im Nthür. werden sie dagegen geschieden, in unbetonter Stellung und nach einer Präp. häufig verkürzt: im e-Apokope-Gebiet (Nwaltm., Nordbrdb.) oft zu d’ (z.B. in’d, int Schl ‘in der Schule‘), sonst zu ’e (z.B. inne Schle); daneben existiert die Dativform: der vereinz. JE2 JE1 HA OSCH, verstr. sw elbostf., verbr. nthür., CA-Lö Me; dr BLA-Brau; dr Mda-Sti 28; in unbetonter Stellung und nach einer Präp. häufig verkürzt zu dr, ’r JE1-Kä La Mo, WE-Oster, vereinz. QUE n BA, verstr. nthür.; einige Orte im sw Elbostf. gebrauchen beim Art. m. Nom. de, dei, beim Art. f. Dat. dagegen der; m., f., n. Pl.: im Nom. Verteilung der Formen weitgehend wie beim best. Art. f. Nom. Sg.; darüber hinaus: dia ZE-Mü; im gesamten nd. und anhalt. Gebiet sind Dat. und Akk. auf der Grundlage des Akk. (wie Nom. bei Vorherrschen der unbetonten Form [d]) zusammengefallen; im Nthür. wie auch verstr. im sw Elbostf. entspricht die Form des Dat. formal der Form des best. Art. m. Akk. Sg. (den/dän); Demonstrativpron./Relativpron.: die Formen entsprechen weitgehend denen der betonten Varianten des Art.; m. Nom. Sg.: über die beim best. Art. angegebene Verbr. hinaus belegt: [dai] Dialekt-Ma 3 (vereinz. nö CA); der/där vereinz. GA, verstr. STE n WO, vereinz. HA; im Anhalt. dominiert [dr]; m. Dat./Akk. Sg.: über die beim best. Art. angegebene Verbr. hinaus belegt: in subst. Funktion: dene verstr. w elbostf.; däne, dëne verstr. sw elbostf.; f. Nom. Sg.: vgl. die betonten Formen des best. Art.; die unbetonte Form des Art. [d] wird im Mbrdb. und Anhalt. durch i-Formen ersetzt: die, [d] verstr. mbrdb., allg. anhalt.; [d] verstr. mbrdb.; f. Dat./Akk.: Akk. wie Nom.; zu den Dativformen sowie zum Zusammenfall von Dat. und Akk. in der Form des Akk. vgl. best. Art.; m., f., n. Pl.: Verteilung der Formen weitgehend wie beim Demonstrativpron. f. Nom. Sg.; zu den Dativformen sowie zum Zusammenfall von Dat. und Akk. in der Form des Akk. vgl. best. Art.
denken Vb. verbr. 1. ‘mit dem Verstand arbeiten, überlegen’ – De Mutter denkt mit sluen Kopp ... Gorges 1938,25; Täuw (warte), du Veihschinner, dick hewwe ick wat te denken in e’gewen. Rauch 1929,99; Sprw.: Wäi Minschen denken un Gott lenkt. Bewohner-Altm 1,350. – 2a. ‘eine bestimmte Gesinnung haben’ – Sprw.: as ick denk und dau, trau ick annern tau SA-Hen. – 2b. ‘eine bestimmte Meinung haben’ – So denkn de Meestn. Krause 1964,43; Rda.: sn Deil denken ‘eine Meinung, die man über etw. hat, nicht aussprechen’ Wb-We 27. – 3. ‘annehmen, glauben, vermuten’ – wr harren sauwat denken soln! Mda-Weg 106; wat der sich so denkt (einbildet), der Affe ZE-Roß; Du moßt nich denken, dat ek alle dat glöwe ... Wedde 1938,43; Rda.: ek denke, mek hat de Affe luset Ausruf der Verwunderung, Wb-We 2; wenn sich jmd. mit ich dachte entschuldigen will, wird erwidert Dachte (Dochte) sin kne Lichte Wb-Ak 44; Sprw.: Denken un Meinen bedrüggt (betrügt) mannigeinen WE-Oster; Denk’n drüggt (trügt), seggt de Foss. Wb-Altm 258; et kummet oftmls anders w’n denket HA-Oh. – 4. ‘bedenken, seine Gedanken auf etw. richten’ – Eck hewwe ok nich dran edacht! (bedacht, etw. zu tun) Klaus 1936,47; Un daderbei dachtese dran wie scheene ’s doch injericht is, dassemer so flink na Halle kommen kunne. Heimatkalender-Be 1936,154. – 5. ‘sich erinnern, gedenken’ – Mien Leew denk eck aan dit Kunzart, ... Firmenich 1854,140 (BA-Ba); ... da mot ick wedder an eine Sache denken ... Gesch-Un 42. – 6. vorw. refl. ‘sich vorstellen’ – “Denkt eich doch mann, uffn Frauendorschen (FlN) ist nich jeheier, da schpukt’s.” Heimatkalender-Ze 1961,89 (ZE-Ze); Rda.: denke ml n Ausdruck der Verwunderung, Wb-Nharz 40; dat denkst’e dik sau HA-Oh.
Lautf., Gram.: Inf.: denken, [dekn]; außerdem: [tekn] Wb-Be; [dk] Mda-Ar 43; im Prät. und Part. Prät. wie in der Standardspr. Wechsel -nk- > -ch-; tchte 1. Sg. Prät. Mda-Sti 36; im nwaltm. und nbrdb. e-Apokopegebiet 1. Sg. Präs. denk; 1./3. Sg. Prät. dacht.
dp Adj. 1. verbr. – a. ‘von vergleichsweise beträchtlicher Ausdehnung senkrecht nach unten’ – dat Waoda is daip SA-Dä; der Bach is breet un tief DE-Vo; Schacht’t dä deipen Löckere wedder ut ... Klaus 1936,8; de Fer (Furche) is to daip SA-Die; In ’n deeb’n Sneei woat’t he bi düstrer Nacht ... Matthies 1903,3; du most woll ümmer dorch den deipsten Drecke dorch? HA-Bee; Rda.: hat to deep in’t Glas keken ‘ist betrunken’ OST-Kau; Sprw.: Wer hoch stiggt, fällt deip. Vk-Harz 3,58. – b. ‘eine bestimmte Ausdehnung senkrecht nach unten aufweisend’, einer Maßangabe nachgestellt – mr w hunner Faut daip Tiedge 1954,39 (HA-Ost). – c. ‘vertieft, nicht flach’ – n’ deipen Tellder HA-Oh. – 2. ‘sich in geringer Höhe befindend, niedrig’,  nedderig, 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. w elbostf. – dai Fogg flücht daip SA-Dä. – 3. ‘weit innen’ vereinz. – ..., darumme fung se öhr Nachtgebet ok ut deipen Harten an: ... Rauch 1929,97. – 4. ‘intensiv, stark vorhanden’ vereinz. – hat’n deipen Schlap Sprw-Börde; Mitten deipen Süfzer puste se öhre Lampe ut, ... Rauch 1929,97.
Lautf., Gram.: deep, [dp] vereinz. ö nwaltm., verbr. nbrdb. wJE1, Vk-Ask 373; deeb’n sw. m. Dat. Sg. Matthies 1903,3; tf Mda-Sti 34; [däip] verbr. nwaltm.; deip, daip, [daep], [daip] vereinz. nwaltm., verbr. elbostf. (außer w JE1); deipen st. n. Dat. Sg./sw. m. Dat. Sg. Rauch 1929,97; deipen gem. Dekl. m. Akk. Sg. Sprw-Börde; deipen sw. n. Akk. Pl. Klaus 1936,8; deipsten Superl. sw. m.Akk. Sg. HA-Bee; teip BA-Op; [dp] QUE-Di; [dp] Mda-Ma 63 (ZE-Dor); [dp] verbr. mbrdb.; dief, [df] Mda-Ze (ZE-Roß), verstr. anhalt.; tief, [tf] QUE-GrSchie, vereinz. anhalt.