knpen Vb. 1a. ‘jmdn. kneifen, zwicken’ 2: Wb-Altm 110, Bewohner-Altm 1,343, Brauch-wAltm 59, STE-Wa, JE2-Scho, verbr. JE1, verstr. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – Dabie kneep hei sei in de nakigen Arme … Rauch 1929,49; Awer sienen Vader siene Jachthunne kwälen, datt kunne mesterlich, hai kneepse in’n Schwanz oder hitzese hinder de Lie här oder oppet Vaih. Firmenich 1854,159 (WA-Ost); Rda.: de hat sau veel Gefühl als wenn’n Ossen in’t Höörn knippt HA-No; du bist woll nich recht in de Nse kneppen! ‘du bist wohl nicht recht gescheit’ HA-Oh. – Brauch: Im ö Teil des Kreises Salzwedel war es an den Pfingsttagen üblich, dass sich die Mädchen und Burschen gegenseitig in den Arm kniffen oder mit Nadeln stachen. Am ersten Pfingsttag kniffen die Jungen die Mädchen in den Arm, am zweiten Pfingsttag war es umgekehrt, wobei die Mädchen zu den Jungen ‘Bräutigam’ sagten. BrauchwAltm 59 (SA-Sal Vie). – 1b. ‘beißen’ – de hunt knipt dek. 3: Wb-Nharz 102. – 2a. ‘kneifen, drücken, weh tun’ 2: Wb-Altm 110, ZE-Kö, 3: HA-Oh, Wb-Nharz 102, 4: Mda-Fuhne 90 – de schau knipt. Wb-Nharz 102; m kniptet in de Kaldn’n ‘ich habe Bauchschmerzen’ ZE-Kö. – 2b. in der Verbdg.: et knpt ‘es ist recht kalt, es friert’ 2: Wb-Altm 110, 3: Mda-Weg 102. – 3. ‘jmdn. hart bedrängen, bestrafen’ 2: Wb-Altm 110, 3: Sprw-Börde, Wb-Nharz 102 – se hebben ne jehörig ekneppen Sprw-Börde. – 4a. ‘etw. knapp wiegen, messen’ 4: CA-Ak. – 4b. ‘etw. für sich abzweigen’ – de Bäcker hat ekneppen der Bäcker hat von dem zum Backen gebrachten Teig etw. für sich zurück behalten, 3: Id-Eilsa 73. – 5. in der Verbdg.: knpen gn – a. ‘heimlich weglaufen’ 2: Wb-Altm 110, 3: Wb-We 70. – b. ‘sterben’,  starwen, 3: a.a.O. 70, Wb-Nharz 102.
Lautf., Gram.: kni(e)pen, knpen Bewohner-Altm 1,343, STE-Wa, vereinz. elbostf.; kniep’n, knp’n Wb-Altm 110, HA-Bee, Mda-Sti 162; knpm verstr. JE1 ZE ö CA, QUE-Di, Wb-Be; knp’m Wb-Ak 93, [knp] JE2-Scho, Id-Eilsa 73; [gnb] Mda-Fuhne 90; [gnaib] a.a.O. 90; knip(p)t 3. Sg. Präs. ZE-Kö, HA-No; kneep 3. Sg. Prät. Rauch 1929,49, Firmenich 1854,159 (WA-Ost); Part. Prät.: geknieptVk-Anhalta 81; [j-knpm] Dialekt-Ma 9 (CA-We); ekneppen Sprw-Börde; [knepm] Dialekt-Ma 9 (verstr. JE1, ZE-Göd, vereinz. ö CA); [knapm] a.a.O. 9 (verstr. JE1, ZE-Göd).
Knochengalgen m. ‘eine mit Knochen behängte, zuvor zurechtgestutzte Tanne’ 2: Gebräuche-Altm 88f., Bewohner-Altm 2,65, Brauch-wAltm 54 – Brauch: Am Karfreitag oder Ostermontag zogen die Jungen des Dorfes aus, um die Pfingstweide auszustecken.  Hgegraststken. Diejenigen, die zum ersten Mal Pferde hüten sollten oder die neu in den Ort gekommen waren, mussten Knochen heranschaffen. Die anderen holten eine Tanne, deren Äste gekürzt wurden. Der älteste und stärkste Junge wählte einen Hügel in der Nähe der Pfingstweide, stellte dort die Tanne auf und schmückte sie mit den gesammelten Knochen. Die Spitze des K. zierte ein Pferdeschädel. Gebräuche-Altm 88f.
Knst m. 1a. ‘Anfangs- und Endstück des Brotes’,  Kant(en), 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-Ki, JE1-Kö, ZE-Dor Hu, 3: verbr. elbostf., 4: verstr. omd. – wer an besten bten kann, kricht’n Knust HA-Oh; Rda.: Oll Knst hölt Hs ‘altes Brot hält länger vor als frisch gebackenes’ Wb-Altm 278; De hat en grötsten Knust ejetten ‘er hat die längste Zeit gelebt’ Sprw-Harzvorld374. – Brauch: Vor dem Eintritt ins Haus schickt die Braut der ärmsten Familie des Ortes ein Brot, von dem sie vorher den K. abgeschnitten hat. Diesen hebt sie auf, um nie Mangel am täglichen Brot erleiden zu müssen. Hochzeit-Altm 36. – 1b. ‘großes Stück’ vom Brot, auch ‘dicke Brotscheibe’ 2: Wb-Altm 261, Beiträge-Altm 1,345, 3: Nd-Börde § 40 (WO-Schn), Id-Queb 5, BE-Gü, 4: Mda-Sti 163, Wb-Ak 94, DE-Thu – D haste dich awwer an Knst abjeswelt! Wb-Ak 94; Sprw.: ‘n groff (grober) Knst iss bät’r ass’n leddig Fst. Wb-Altm 261. – 1c. ‘Abschnitt einer mehrteiligen Semmel’ 2: Wb-Altm 111, Brauch-wAltm 54, SA-Kal, OST-Ar, vereinz. ö Altm., Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie), JE1-Ro, 3: JE1-Ca, 4: Wäschke 31909,106 – … brach sich o noch an Knust vonne Semmel ab … Wäschke 31909,106. – 2. Pl. ‘gebackene Kartoffeln’ 3: Rezepte-Harz 2, BLA-Be. – 3. ‘Apfelrest, Kerngehäuse des Apfels’,  Appelknst, 2: GA-Ack, JE2-Ma, verstr. mittleres JE1 ZE, 3: vereinz. elbostf. – 4a. dass. wie  Knurzel 1a., 2: ZE-Dor, 3: vereinz. s elbostf., 4: vereinz. w omd. – 4b. ‘Baumast’ 4: BE-Ge. – 4c. ‘Hebebaum am Wippbrunnen’, nur im Rätsel:uns Knecht Kns
hät’n Ding as’n Fst;
weiert de Wind,
bummelt äm dt Ding.
1: SA-Ab.
– 5. ‘klumpenförmige Geschwulst oder Verhärtung am Körper’ 3: Wb-Nharz 103. – 6. ‘Haarknoten am Hinterkopf der Frau’ 2: Wb-Altm* 60, STE-Wa. – 7a. in der Verbdg.: Dät is’n groffen Knust. ‘Das ist ein grober, schwerfälliger, ungehobelter Mensch.’, im Anschluss an 1a.,  Klotz, 2: Beiträge-Altm 1,345. – 7b. ‘ Bäcker’, scherzh., 3: ADVk Nr. 238b (HA-Sü). – 7c. ‘kleiner Mensch’,  Knirps – Heischevers:ick bin n klnr kns,
unn wenn ji mick nischt jewwn wollt,
denn scht ick ji int hs.
3: Vk-Ask 137 (QUE-Scha).
– 7d. ‘ Kleinknecht’ 2: JE2-Ro.
Lautf., Gram.: Knu(u)st, Knst, Knuhst, [knsd]; außerdem: [gnsd] verstr. BE, DE-Thu; [knstn] Pl. OST-Kru, STE-Ro Schi; [gnsdn] BE-Ad; Knste Pl. JE1-Ro; [knst] Pl. SA-Kal; Knstk’n Dim. Wb-Altm 111; Knieste Pl. Rezepte-Harz 2, BLA-Be; Knistchen Dim. BLA-Sti; [kniust] verstr. nwaltm.; Knaust JE1-Schor Walt, verstr. ZE; Knoust WE-Ho Rho; Gnaust QUE-Scha Wed, [gnausd] BE-Dro Sa; Jnaust QUE-Frie Su; Kns SA-Ab, Lieder-Ma Nr. 476 (JE1-Ran), JE1-Schor, OSCH-KlQue, WE-El, Vk-Ask 137, KÖ-Grö Wer; Knaus HA-War; Knauht ZE-Wa. Zuss.: zu 1a.: Knurr-, Kuss-, Lache-; zu 2.: lknster; zu 3.: Hunk-; zu 4.: Holt-, wen-.
K f. 1a. TiN ‘weibl. Rind’ verbr. – hei mott Keue ob de Wische (Wiese) heu’n (hüten) GA-Lock; … denn hammer so vill Jeld, dassemer uns Kiehe un Färe koofen kenn’n. Wäschke 41920,41; Rda. mit Bezug auf Viehhaltung und wirtschaftliche Bedeutung: De gaude Koh melkt man dörchs Mul. ‘Bei guter Fütterung gibt die Kuh viel Milch.’ Spr-Altm 82; Een Koh deckt’n Disch. a.a.O. 82; Oll Kö’ gew’n Melk, jung Hünner gew’n Eier. Bewohner-Altm 1,345; hat de Deuwel de Kauh ehalt, kann hei dat Kalw ok noch halen HA-Eil; Rda. mit Bezug auf den Menschen und sein Verhalten: Wem de Kauh jehört, fate se bin Schwanz ‘wen eine Sache etw. angeht, der kümmere sich darum’ Sprw-Börde; Watt helpt n’n K, wenn s ‘n Emmer vull melkt un sleit’n in’n Dreck ‘Hab und Gut nützen nichts, wenn es vergeudet wird’ Wb-Altm 205; man wart sau olt wie ne Kau un lehrt ümmer noch dertau Sprw-Eils 39; et jift mr bunte keu w eine Zurückweisung einer unberechtigten Forderung gegenüber jmdm., der glaubt, eine verlorene Sache wieder zu erkennen, Wb-Nharz 94; wenn eine Kauh schitt, böert dä andere den Swanz hoch OSCH-Ba; hei kukkt et an w de Kau de ne Dr ‘er ist verwundert’ Wb-We 64; sau old wrd keine Kau WE-Be; Rätsel: et jing in’n Wald un leiht Tellderken fall’n, wat is dat? – de Kauh WO-Schn;Eine Kauh un’n Kalf
Un’n half Kalf half
Un’n Hirsch un’n Reh,
Wuur vell Beine harr’n dee?
Lieder-Ma Nr. 474 (HA-Um);
Kinderreim:Muh, muh, muh!
Raupt uns unse Kuh.
Wai jeeb’m eer det Futter,
Sai jeeft uns Melk un Bodder
Un raupt man immer: Muh!
a.a.O. Nr. 78 (WA-Eg);
Abzählreim:Ich un d, Mil’lersch K,
Mil’lersch sel, das bis d.
Wb-Ak 99.
Wiegenlied:Slap, Kinneken, slap.
Vorn Holte geiht en Schap,
Vorn Holte geiht ne bunte Kauh,
Kummet usen Kinneken tau.
Vk-Harz 3,87 (WE-Schau).
Brauch: In vielen Altmarkdörfern war es üblich, beim ersten Austrieb zu Pfingsten das Vieh zu bekränzen. Dies war häufig mit einem Wettstreit der Hütejungen und Kuhmägde verbunden. Der besten K. der Herde, die zuerst ausgetrieben war, wurde ein von einem Mädchen gebundener Kranz umgehängt. Brauch-wAltm 72f. (SA-Zier, vereinz. GA). Hatte eine Kuhmagd ihre Herde als letzte ausgetrieben, hatte sie allerlei Witze und Neckereien über sich ergehen zu lassen. Gegen Abend suchten die Burschen aus der Herde dieses Mädchens eine K. heraus, die sie schmückten, indem u.a. eine aus Stroh und anderen Materialien gefertigte Puppe auf das Tier gesetzt und befestigt wurde. Diese bunte K. wurde losgelassen und lief unter dem Jubel der Bewohner so lange durch das Dorf, bis die Puppe heruntergefallen oder zerstört war. Erst dann wurde das Tier wieder auf den Hof gelassen. SA-Ch. – 1b. TiN in der Verbdg.: bunte/blinde Kuh ‘Marienkäfer’,  Marenkwer, 2: JE2-Pap, JE1-Bü – blinne Kue JE2-Pap. – 2. ‘alte oder dicke Frau’, Schimpfwort,  Pummel, 2: ZE-Roß. – 3. in der Verbdg.: sitt wie dot up de Koh ‘bittet unablässig um etw.’,  beddeln, 2: STE-Bir.
Lautf., Gram.: K, Koh, Koo SA-Ku Rist Zie, verbr. Altm., JE2-HGö Schö Zo, JE1-Grä Gü Ra Ran; Kouh OST-Thie, ku Mda-Sti 40; Kau(h), [kau], [kao] verbr. nwaltm. elbostf.; Keuseken Dim. Mda-Weg 101; K, Kuh WO-Zi, JE1-Bü Kü, ZE-Roß, HA-Alv, Lieder-Ma Nr. 78 (WA-Eg), a.a.O. Nr. 613 (WO-Ol), a.a.O. Nr. 615 (GA-Se), Vk-Harz 3,94 (QUE-Que), Wb-Be, BLA-All, Vk-Anhalta 32; [g] DE-Ca; Kue, [ku] JE2-Pap, JE1-HLo Stei, verstr. ZE; Kua ZE-Mü; Pl.: [k] JE2-Scho, JE1-Gra HZi Wö; [kö]GA-Bo, CALV-Je Uth Zo; Köh, K, Kö’, [k] SA-Rist Zie, Bewohner-Altm 1,345, verstr. n/mittlere Altm., GA-Da Le Schw, JE2-Gü, Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie), verstr. nw/mittleres JE1; Ke, [k] Dialekt-Ma 12 (verstr. JE1, ZE-Dor), QUE-Su, Kehe BA-Op; Keh, K Dialekt-Ma 12 (JE1-Güt Schor Walt), verstr. ZE; [kj] Dialekt-Ma 7 (verstr. w JE1, CA-El); kwe Mda-Sti 40; [kje] WO-Col Zi Zie; [ki] SA-Ku, [ki] STE-Bö Je Steg; [köi] SA-Pü Zie, GA-Da Ku, [köi] STE-Bad; [kui] verstr. nwaltm.; Kuü SA-Die; Küehe Heimatkalender-Je 1929,XII (JE2-Vie); Koie, [koi], Käu(h)e, Keu(h)e, [koe] verstr. n/w elbostf.; [koi] SA-Ah GrGe Jü, Keu HA-Oh, Id-Eilsa 70, Wb-Nharz 94; Keuj QUE-Di; Kei(h)e, keie, [kae], [kaie], [kai] WO-Eb Mei, HA-Neu Va, Wb-Nharz 94 (WE-De), vereinz. n CA; Kiehe Wäschke 41920,41, Richter o.J. 7; [g] DE-Ca. Zuss.: zu 1a.: Harz-, Hirsch-, Kalwe-, Kerken-, Lnigen-, Melke-, Melk-, Mtsche-, M-, Ossen-; zu 1b.: Himmelskühchen, Mtsche-, M-; sonstiges: Maikken.
Kkenbrt n. ‘Weißbrot aus gesüßtem Teig (mit Rosinen)’, auch ‘süße Semmel oder Zwieback’ 2: BrauchwAltm 36 (SA-Kö, GA-Qua See, CALV-Zo), 3: HA-Oh – Brauch: Zu Ostern bekamen die Kinder von ihren Paten Eier und K. (Zwieback oder Semmeln) geschenkt. Brauch-wAltm 36 (SA-Kö, GA-Qua See, CALV-Zo).
Lautf.: Kaukenbret HA-Oh.
Koltschle f. 1. ‘kalt servierte (süße) Suppe’, bes. ‘Bier- und Branntweinkaltschale’,  Brkoltschle, 1: SA-Han, 2: vereinz. Altm., JE2-Alt Mi, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Be. – Bier (STE-Ho, Id-Eilsa 74, Wb-Nharz 105), Branntwein (Hochzeit-Altm 42, Anmerkung – BLA-Be) oder Milch (Id-Eilsa 74) waren die jeweiligen Hauptbestandteile der K., in die vorw. Brot eingebrockt wurde. Mitunter enthielt die K. auch Bier und Branntwein zusammen sowie Honigkuchen. Hochzeit-Altm 42 (n Altm.). Die mit Alkohol versetzten K. sind wohl hauptsächlich zu bestimmten Anlässen, z.B. bei einer Hochzeitsfeier (Hochzeit-Altm 42) oder zu Weihnachten (Brauch-wAltm 14; Hochzeit-Altm 42, Anmerkung – BLA-Be), gereicht worden. Brauch: Zum Neujahrsfest fanden sich in altm. Orten die Bauern im Gasthaus ein, wo ihnen der Wirt eine K. spendierte. Brauch-wAltm 14 (SA-Dre Han). – 2. ‘saubere, schöne Geschichte’, iron., 2: Wb-Altm 96.
Lautf., Gram.: Kollschoal SA-Vi; Kolleschoale JE2-Mi, -schl QUE-Di; [kll] OSCH-He; Koscha(h)le, -schle, [kl] vereinz. s elbostf.; Kalschale WA-We; [-le] Wb-Be; Kascha(a)le Wb-Holzl 116, HA-Bee Eil; -schl Hochzeit-Altm 42; -schol GA-KloNeu; -schoale, -schle, [-l] Brauch-wAltm 14, Beiträge-Nd 64 (WO-HWa), JE2-Alt; -schaol, -schoal Wb-Altm 96, OST-Sto, STE-Ho; -scha SA-Han; kschle Mda-Weg 104; kuschln Pl. Vk-Ask 223.
Knig m. 1. ‘in vielen Monarchien Titel des höchsten Herrschers oder Repräsentanten’ 2: Albrecht 21822 3,142, 3: vereinz. s elbostf., 4: vereinz. omd. – Kinderlied:Kleinder, kleinder Könnek,
Giff meck nich sau wennek,
Eck stah op einen Steine,
Meck friert in miene Beine,
Laat meck nich sau lange stahn,
Eck will hüte noch wieder gahn.
Firmenich 1854,139 (BA-
Ba).
– 2a. ‘Schützenkönig’ 3: Brauch-wAltm 88 (GA-Oeb), HA-Oh, 4: Wb-Ak 86 – hei is op’n Frscheiten (Freischießen) Knich eworrn HA-Oh. – 2b. ‘Sieger beim Wettrennen der Jugend zu Ostern oder Pfingsten’, vgl. Knigsjgen, -lp, 2: Brauch-wAltm 54 (Kalbescher Werder), 3: a.a.O. 65 (GA-Bel). – 2c. ‘von Knaben dargestellte Gestalt im Pfingstumzug’,  Pingsten, 2: Brauch-wAltm 65 (CALV-Je), 3: a.a.O. 65, 67, 76 und 112ff. (verstr. s GA) – Brauch: Der K. trägt auf dem Kopf einen Zylinder und darüber eine Blumenkrone mit lang herabfallenden Bändern. Brauch-wAltm 65 (GA-Eick). Der K. wird entweder einen Tag vor dem Umzug, vorw. am 1. Pfingsttag, im Wettlaufen (a.a.O. 65 – GA-Bel) oder nach dem Alter (a.a.O. 65 – CALV-Je) bestimmt. – 3. ‘Anführer der Treidelmannschaft, der der erste an der Leine war und den Takt angab’, in dieser Funktion zugleich Vorgesetzter der Mannschaft, Schifferspr., 4: Elbschifferspr. 286, Wb-Ak 86 (ältere Generation). – 4. TiN ‘Maikäfer mit rotbraunem Rückenschild’,  Maikwer, 3: HA-Oh, Mda-Weg 107, 4: Vk-Anhaltb 65.  Hillige dr Knige.
Lautf., Gram.: König Brauch-wAltm 65, 67, 76, 88 und 114f. (verstr. s GA, CALV-Je), HA-Oh, Wedde 1938,35, Lindaua o.J. 82, WE-Be, Vk-Anhaltb 65, Knich HA-Oh; Könige Pl. Mda-Weg 107; Könnek Firmenich 1854,139 (BA-Ba); Könning Albrecht 21822 3,142; Künnig Brauch-wAltm 112f. (vereinz. s GA); Keenig, knig Mda-Sti 42, Wäschke 31919,9; Knich, [kni] Wb-Ak 86, Wb-Be; [gni] Mda-Fuhne 17 (DE-Ca); Kenich, Kenich Mda-Weg 101, QUE-Di; ken(n)ich Wb-Nharz 95, Mda-Sti 53. Zuss.: zu 2b.: Hnen-; zu 2c.: Mai-; sonstiges: Hoppen-, sknige, Mkens-, Mutten-, Nadel-, Neunaugen-.
Knigslp m. ‘Wettrennen der Jugend zu Ostern’ 2: Brauch-wAltm 54 (Kalbescher Werder), GA-Da. – Brauch: Zum K. treten zwei Parteien gegeneinander an, wobei die eine den Läufer, die andere den Esser stellt. Während der Läufer zu einem gesteckten Ziel läuft, versucht der Esser, eine ganze Semmel zu verzehren. Gelingt ihm dies, hat seine Partei gewonnen. GA-Da. Der K. fand am Karfreitag oder am ersten Ostertag statt und diente in einigen Orten der Einweihung der Pfingstweide.  Hgegraststken. Die Hütejungen errichteten den  Knochengalgen, zu dem der Lauf unternommen wurde. Der erste am Ziel wurde  Knig 2b. Brauch-wAltm 54 (Kalbescher Werder).
1Koppel f., (m., n.) 1. ‘größere Anzahl, Menge’, von Dingen, 1: SA-Dä Rist, 2: Wb-Altm 113, Schwerin 1859,49, 3: Mda-sJe1 30 (JE1-Ran Wa) – en ganzen Koppel scheef Pött Schwerin 1859,49; dat oft (Obst) inkaokng in Somma is an Kobb rbait SA-Dä. – 2. ‘größere Anzahl zusammengehöriger Tiere, Viehherde’ 1: vereinz. nwaltm., 2: Wb-Altm 113, vereinz. nö Altm., GA-Da KloNeu, JE2-De, Mda-nwJe1b 75 (JE2-HSe), verstr. nw JE1, JE1-Ka, ZE-Hu, 3: Mda-nwJe1b 75 (verstr. w JE1) – bt’n up Schtrt löppt en gangs Koppo Gs SA-Ku. – 3a. ‘Schar, größere Anzahl von Personen’,  Korps, 1: SA-Bre Han Le, 2: vereinz. Altm., JE2-De, Mda-nwJe1b 75 (JE2-HSe), verstr. nw JE1, JE1-Ka, ZE-Hu, 3: Mda-nwJe1b 75 (verstr. w JE1) – Rda.: Sick to’n grod Koppel holl’n. ‘sich nach der Mehrheit der Leute richten’ Bewohner-Altm 1,346. – 3b. ‘Gruppe der Feldarbeiter’ 3: vereinz. elbostf. – 3c. ‘dörfliche Gemeinschaft’, auch ‘regelmäßige Zusammenkunft miteinander befreundeter Personen, Besuch’ 2: Brauch-wAltm 3f. und 46ff., STE-Wa, GA-Da Miest. – Brauch: Die K. bildeten in den Dörfern der Altm. Gemeinschaften, in denen sich vorw. die unverheiratete Jugend, differenziert nach Alter und z.T. getrennt nach Burschen und Mädchen (vgl. 3d.), zusammenfand. Brauch-wAltm 3f. und 46f. Die Burschen und ihre K. waren Träger des dörflichen Brauchtums. Dabei spielten die verheirateten Männer keine Rolle, obwohl diese urspr. auch einen festen Zusammenschluss unter Führung des Schulzen gebildet hatten. a.a.O. 47f. – 3d. ‘Spinnstubengemeinschaft’,  Spinnstwe, 2: verstr. Altm. s JE2 nö JE1. – 4. ‘Gürtel’ – t’ Koppel ummebinn’n 3: HA-Oh.
Lautf., Gram.: Kopp(e)l, [kop()l]; außerdem: [kop] JE2-Schön; Koppels Pl. Albrecht 21822 2,48; Kobbel SA-La, STE-Wa; Koppelle QUE-Di; Koppeln Pl. JE1-Stei; Koppe SA-Le; Koppa SA-GrGe Han; Koppo SA-Ku; [kob] SA-Dä; [kob] GA-Da; [kpl] JE2-KlWu; Köppel Brauch-wAltm 47; [köpl]GA-Da, CALV-Uth Zo; Köbbelken Dim. GA-Miest. – Etym.: mnd. koppel(e), köppel(e), kpeln. f. ‘Band, Verbindung, Strick, Riemen (zur Befestigung des Zugtieres), Hetzriemen der Jagdhunde, zusammen gebundene Tiere (bes. Hunde)’, daher auch ‘Schar, Haufen’, vgl. Pfeifer 1989,911. Zus.: zu 4.: Hals-.
Koppelslg m. Ballspiel – Das Spiel wurde in der w Altm. während der Osterfeiertage gespielt. Zwei Parteien standen sich gegenüber. Der Ball wurde mit einem geraden Holzstab in Richtung der Gegenpartei geschlagen, die ihn auffangen und wieder zurückschlagen musste. 2: Brauch-wAltm 49.
Etym.: auf jeder der Seiten spielten die Burschen wie in der Gemeinschaft einer  1Koppel 3c. zusammen, vgl. BrauchwAltm 49.