Brtstge Pl. ‘Wege vom Bräutigam zur heimlichen Braut’, werden in der Pfingstnacht mit Häcksel bestreut, 2: Brauch-wAltm 58 (GA-Ro, CALV-Zo).
Berkls m. 1. ‘vermummte Gestalt, die in der Vorweihnachtszeit oder am Weihnachtsabend umhergeht’,  Wnachtsmann, vgl. Klsber, 2: vereinz. s SA, verbr. sw Altm., verstr. nw STE, vereinz. mittleres STE, 3: GA-Wie – Brauch: Der B. wie auch der  Klsber erscheinen erst nach dem 6. Dezember, bes. aber in der Woche vor Weihnachten. Mit einer kleinen Glocke in der Hand zieht er in den Abendstunden durch den Ort und besucht jedes Haus, in dem Kinder wohnen. Am Weihnachtsabend wird er vom Weihnachtsmann oder dem Christkind begleitet. Mit einem Vers heißt man ihn willkommen:Swart Broud,
swart Snut,
back’n Bearn
mag d’ Burkloas gearn.
Matthies 1912,14.
Anschließend werden die Kinder befragt, ob sie artig gewesen sind und aufgefordert, Sprüche, Liedverse oder Gebete vorzutragen. Als Belohnung verteilen Weihnachtsmann oder Christkind Äpfel, Nüsse, Backobst oder kleine Geschenke, die Bestrafung nimmt der B. vor, indem er Schläge mit einem Aschebeutel austeilt. vgl. u.a. Wb-Altm 103, Vk-Altm 216 ff., Blicke-Drömling 2,53, BrauchwAltm 4 ff. Der B. war urspr. eine Schrecken erregende Gestalt, die einen Mantel aus Erbsstroh und eine Strohmütze (Vk-Altm 217, Brauch-wAltm 4 – SA-De) trug und deren Gesicht geschwärzt war. (a.a.O. 7, Bewohner-Altm 2,236 – GA-Mie). Im 20. Jh. veränderten sich Aussehen und Funktion: Das Christkind trat nicht mehr auf, die Figur wurde auch äußerlich freundlicher. Träger dieses Brauchtums sind die jungen Burschen, die dabei bes. mit den Mädchen derbe Späße treiben. Der B. – mit Larve, langem Bart und Fellmütze ausgestattet – steht an der Spitze eines Umzugs, ihm folgen weitere vermummte Gestalten, auch weibl. (den Burklaos sine Fru). Vk-Altm 217, Brauch-wAltm 4 und 8. Beim Erscheinen des B. rufen die größeren Jungen ihm Spottverse zu:wenn Buurklass kümmt,
denn töw ick nich,
denn spring ick äwer Hecken,
denn kann er mei nich recken,
denn nehm ick en Steen
un smiet en Been,
o wie kann de Buurklaas schreen
STE-Klä.
– 2. ‘sonderbarer, verschrobener, auch dummer Mann’ 2: GA-Et, STE-Stei.
Lautf.: Buerkla(o)s, [bkls] SA-Kal Vie, vereinz. ö GA w/mittleres STE; [b-] GA-Le; sonst: Bu(u)rkla(o)s.
Bullenfest n. ‘Fest, das beim Schlachten des Gemeindebullen gefeiert wird’, veralt. – Brauch: Am frühen Morgen finden sich die Bauern im Wirtshaus ein. Nach dem Schlachten wird ein großer Teil des Fleisches sogleich zubereitet und von den Anwesenden verspeist. 2: Blicke-Drömling 2,50 f., Brauch-wAltm 83 (Drömling).
bunt Adj. 1. ‘mehrfarbig (helle, leuchtende Farben)’, auch ‘eine helle, leuchtende Farbe aufweisend’ verbr. – ... de ersten bunten Bottervöggels ... Rauch 1929,54; mit bunte Bändersch ZE-KlLei; dät Kld is bun(t) JE2-Scho; ... unn der Erdbodden sahk janz bunt aus von alle die Blumen ... Richter o.J. 31; subst.: ’s Bunte ‘die nicht weiße Wäsche’ Wb-Ak 42; Rda.: He is bekannt as’n bunten Hund. ‘Er ist sehr bekannt.’ Spr-Altm 82; Sprw.: et jift j mr bunte keue w eine Zurückweisung einer unberechtigten Forderung gegenüber jmdm., der glaubt, eine verlorene Sache wiederzuerkennen,Wb-Nharz 35. – Brauch: Beim ersten Austrieb der Rinder zu Pfingsten wurde der Kuh ein Kranz umgehängt, die als letzte (z.T. auch als erste) auf der Weide erschien, sie wurde als bunte Kuh heimgetrieben. Brauch-wAltm 83. – 2. ‘wirr, durcheinander’, auch ‘toll, zu arg’ vereinz. – Rda.: ne bunte Re mken ‘eine aus Männern und Frauen bestehende gemischte Reihe bilden’ HA-Oh; Awwer schließ- lich wurre ses doch zu bunt. Heese 21919,13; Sprw.: det gaet bunt häe ub de Weat (Welt), aewer nänich bunder as mang de Lüh SA-El.  2Junge, K.
Lautf., Gram.: bunt; außerdem: punt Mda-Sti 7, Wb-Be; [bun] JE2-Scho; in flektierten Formen: bunt(e)-; außerdem: bund(e)- vereinz. nwaltm., GA-Da.
Dmenball m. ‘Ball, den die Mädchen des Ortes von dem Geld veranstalten, das sie von frisch verheirateten Brautpaaren erheischten’, fand in der Zeit nach der Ernte statt, 2: Brauch-wAltm 52.
d(r) I. Adv. verbr. – 1. räumlich – a. ‘an dieser Stelle, dort’ – ’t wass väöl Minschheit dao Wb-Altm 137; Doa sitt’n groten swatten Koater. Bewohner-Altm 2,159; d fld anne Hornsge BE-GrWi; Äppel un Walnötte, Eierplumen un Beerenbratjen, Honnigkauken un Zuckerkannig – ick fund da immer wat te präpeln (essen)! Lindauc o.J. 43; De jreeßte Anßiehunk waar imm’r daa, wo de Fähre vorjefiehrt wurr’n ... Heimatkalender-Ze 1962,91 (ZE-Ze); Rda.: da liet der Hund bejraben ‘das ist der entscheidende Punkt’ Sprw-Börde; da lät der Kamm uff de Butter ‘da herrscht große Unordnung’ ZE-Roß; Sprw.: wu hackt ward, da fallt ook Späne HA-No; Reim:Hinner uns Hus, dao geiht to Kehr,
as wenn Hochtiet un Kinndöp wär.
SA-NFe;
in Verbdg. mit Lokaladverbien: d jänt ‘dort drüben’ STE-Schi; ... ne Nachtigall, da boben in’n Beerboom! Rauch 1929,55; Da draußen sinn nuh de Jungens in de Ferien oh mah jewäst ... Heese 21919,7; in Verbdg. mit einem Relativ- oder Demonstrativpron.: d d nischt hebn, dat sint grde de schlimsten Wb-Nharz 36; düsse d sünt et e’ west HA-Oh. – b. ‘hier’ – de Fder is all d HA-Oh; Un Max was ümmer noa ’n nich doa. Matthies 1903,42; De andern waren mit’n Kutschwa’n da, ... Wedde 1938,32; in Ausrufen oder Aufforderungen, z.T. verbunden mit einer Geste des Anbietens oder Überreichens, dann häufig mit Kurzvokal: da hastet Id-Eilsa 97; da, nimm hen! HA-Oh; ta, da lie’t et HA-Bee; da, et rnt Wb-Nharz 36; D, knippere m, ich kre’s Pakt nich uf! Wb-Ak 93; Rda.: t hastn Kitt Ausruf der Verärgerung, Wb-Be. – c. in Verbdg. mit sn ‘anwesend, vorhanden, zur Stelle sein’ – et is naug da, et langt hen CA-Fö; denn sinn se alle d gewest ZE-KlLei; “Na”, jriente dor Harr Amtsrichter, “wänn die Harrschaften da sinn, kann ick je de Sitzung areffnen.” Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze); ... weil nich ville Gras doa woar ... Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie); Von düsser Kaste waren ... noch twei utgewussene Exemplare da. Klaus 1936,7; Sprw.: Wenn Öäl up de Lamp’ is, is wä’rr keen Dächt (Docht) dao. Bewohner-Altm 1,348. – 2. zeitlich – a. ‘zu diesem Zeitpunkt, in diesem Augenblick’ – Ertüffeln hem’se jo do kaum all ekennt JE2-Gü; Middewoche nh Pingesten d worrn Eier un Kuke un alles denn so desammegeholt. ZE-KlLei; umme sesse d kimmete noch nich Wb-Nharz 36; Awer vorr fufzig, sechzig Jahern, da war de Fastelabend jo doch noch en betchen anderscht nah oelder Mode feuert. Vk-Harz 8,30; Verbdg.: Hei jung noch hier un da (ab und zu) in’n Buernhoff tau sine olen Schulfrünne ... Lindauc o.J. 19; als fester Bestandteil in Sagwörtern: Aller Anfang is swar, seggt de Dew, da slep’r ’n Möhlensteen weg. dass., Spr-Altm 88; Dat kost nix, sä de Bur, do prügelt he sin Jung. Heimatland-Ga 1930 Nr. 10; Dat gift Luft, sä de ole Müldersche, da leit se ’n Pup Sprw-Harzvorld 399; hier herrscht Ordnung, sä de Fru, da lag de Kamm op de Botter QUE-Nei. – b. ‘plötzlich’ – Da – op en Male sejjt et: “Stop”! Gorges 1938,76. – c. ‘dann, darauf(hin)’ – h het mik antickt un d heff ik an Schreck krgng JE2-Scho; Da lachtnse denn alle, o Finzel, – awwer Vetter Wewer arjerte sich heemlinge. Wäschke 61920,153; de Schape harren awer kaum ’n paar Snuten enohmen, da waren all dee Hunne rann unn harren se an de Hinderbeine. Hbl-Ohre 1927 Nr. 28/ Wöhlbier (HA-Eim). – 3. modal ‘in solchem Fall, in dieser Hinsicht, unter diesen Umständen’ – “Dar häst du recht”, sä’ Hinnerk, ... Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die); Da hadden mor je denn oh jelei n Richtijen derwischt. Heese 21919,11; Da kann de Minsche wedder spüren, Wudrop de Müse spekelieren ... Gorges 1938,61; Da brauch mor sich jarnich anzuschtrengn. Krause 1964,23; d bin ek j noch ristiger Wb-Nharz 36; Rda.: da kann et eime angest un bange wern CA-Fö; da kamm’er je de Kränke kreienAusruf des Unmuts, Spr-Anhalt 169; Sprw.: köp Nahwers Rind un frie Nahwers Kind, da warst du selten bedragen WO-Gu; Volksgl.: mich krawweltet so in de linke Hand, da werick woll noch Jeld krien ZE-Roß. – 4a. satzeinleitend, ohne eigentliche Bedeutung, wie ‘es’ – Da is mal ... en Bure west, dei’n grotes Anwesen harre. Rauch 1929,77; Da wurrn denn n Amnt inne Pfarrküche de Amntbusuche ummer kortscher ... Wäschke 61915,4; Rda.: dao hat all wedder ener n Löppel weggelegt ‘da ist wieder jmd. gestorben’ JE1-HWa. – 4b. verstärkend – Dä hat unsch da eine int Hus rinesett ... Klaus 1936,26; d het d nischt te gn Wb-Nharz 72. – 5. als Teil eines Pronominaladverbs in getrennter Stellung, oft abgeschwächt zu (de)r - an ( dran): de Pahl is awwe, da mott ’ne Anschrah an! HA-Bee; de Minsche woll’er ok nich ran Wb-Holzl 73; ... ann deen groten Garen ... da grenzen twei grote Burhöwwe an. Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim); b ( drb): da willt wie lustig un fröhlich bie sien HA-Bee; fr ( drfr): ek kan der nischt fr Wb-Nharz 37; hinder ( drhinder): ek will er woll hinner komen Wb-We 35; in ( drin): Brahpannen, wer se kriejen kann, Da sall de Bäcker t’ Fleisch in braan. Gorges 1938,40; mit ( drmit): da is kein Spßen midde HA-Oh; Reim:De Blomen hebben wi vör uns geplückt,
do hebben wi uns met uutgeschmückt.
Brauch-wAltm 73;
n ( drn): Rda.: ... da steiht dick de Lecker na ‘darauf hast du Appetit’ Chr-Em 430; Dao krei’t wädder Hund noch Haohn noa. ‘Das ist völlig unwichtig.’ Bewohner-Altm 1,340; t ( drt): ile Brot und da nist tau WE-Velt; Rda.: d hat hei keine Oren tau ‘das will er nicht hören’ Wb-We 96; up ( drup): dao sall use Fritze oppe danzen goan. GA-Eick; t ( drt): un dat kann’n dat nich anseihn, wat da mal ute makt wern sall! Rauch 1929,91; von ( drvon): ik heww’er (habe da) doch nist fonn Wb-Holzl 73; Rda.: Datt iss’n Hochtd dao de Katt hinnern Fürhrd nicks van wt ‘eine kleine Hochzeit’ Wb-Altm** 46. – II. Konj. vereinz. – 1. kausal ‘weil’ – d sei fon Tlen schprken: ek sal sei säin, dat ... Wb-Nharz 36. – 2. zeitlich ‘als’ – d ek d sau schtunt, sach ek ... a.a.O. 36.
Lautf.: betont: dar, dr Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die), vereinz. elbostf.; daor Wb-Altm 32; unbetont oder als Teil eines Pronominaladverbs in getrennter Stellung (I.5.): der verstr. elbostf.; dor, [dor] Winter-Altm 74, CA-Ak; ’er oder ’r verstr. elbostf.; betont: da(a), [d] vereinz. ZE, verbr. elbostf., verstr. anhalt.; dao, doa, [d], [d] verbr. ö/s nwaltm. nbrdb., ZE-KlLei Roß, vereinz. elbostf., verstr. s CA BE, DE-Ca; [t] Wb-Be; do, [d] SA-Die, vereinz. Altm., JE2-Gü, vereinz. nthür., CA-Löd; doa, [da], [da] verstr. mbrdb.; [dao] verstr. n/w nwaltm.; in Ausrufen oder Aufforderungen (I.1b.): da, [da] vereinz. elbostf., CA-Ak; ta, [ta] verstr. w elbostf.; [t] Wb-Be. – Etym.: es wurden hier versch. Wörter zusammengefasst, die sich lautlich und semantisch überschneiden: mnd. sind dr und dre bereits vielfach nicht geschieden und haben sowohl räumliche (‘da, dort, dorthin’) als auch zeitliche (‘als, damals als’) Bed. Daneben steht zeitliches mnd. d mit den Bed. ‘da, damals, damals als, wenn’, vgl. HWb-Mnd 1,396 f. und 1,435.
Dauslper m. ‘Kuh, die beim ersten Austrieb zu Pfingsten zuerst auf der Weide erscheint’, wird mit einem Kranz aus grünen Zweigen geschmückt’, z.T. wird auch die hütende Person so genannt, veralt., 1: vereinz. nwaltm., 2: Brauch-wAltm 72 f.; im Wb-Altm 155 bezieht sich D. dagegen auf das Viehmädchen der zuletzt erschienenen Kuh.
Lautf.: Dauslp’r Wb-Altm 32, 155 und 257 (nwaltm.); -slepper Brauch-wAltm 72.
Disch m. ‘Tisch’ verbr. – unse Disch is mette Klappe JE2-Scho; de Snieder neiht op’n Dische HA-Bee; kipple nich an Dische Id-Queb 3; ..., sette sek in de Gaststuwe an’n Disch ... Wedde 1938,22; ... smet 25 Pennig up n Disch ... Hausfr-Altm 1929,23 (STE-KlMö); ... un denn stunden an jeden Tisch noch en paar klowige Holzstihle ... Heese 21919,101; Rda.: se springet wer Disch un Bänke HA-Oh; Stich deine Bne rscht m un’ner an’ner Leite Tisch, wennste hr was sn wist. ‘Lerne erst die Welt kennen, ehe du hier mitsprechen kannst.’ Wb-Ak 170; Rennlichkeit is’t hälf’t Lew’n, sä jenn Frau, un wischt dänn Disch met de Hand af, up dänn d’ oll Hünner säten harn. Bewohner-Altm 1,333. – In den großen Bauernwirtschaften versammelte man sich zum Essen an großen, massiven D., an denen nicht nur die gesamte Familie des Bauern, sondern auch Knechte und Mägde ihre festgelegten Plätze einnahmen. verstr. Häufig waren die Beine dieser D. an der Längsseite miteinander verbunden. Bewohner-Altm 2,93, Vk-Unterharza 86. An einigen Orten fanden sich auch an der Wand befestigte Klapptische. Vk-Anhalta 11 (ZE). Die Tischplatten waren meist farblos und blank gescheuert (Bewohner-Altm 2,93, Vk-Anhalta 11), im Unterharz auch braun (Vk-Unterharza 86). Sie besaßen eine große Tischschublade, in der Bestecke verwahrt wurden. a.a.O. 86, Vk-Anhalta 11. – Brauch: D. werden zu Orakelspielen benutzt: Beim Um-nen-Disch-ghn werden alle 4 Ecken des D. mit Gegenständen belegt, die jeweils bestimmte Aussagen über die Zukunft zulassen. Mit verbundenen Augen werden die Mädchen um den D. geführt und müssen einen Gegenstand greifen. Brauch-wAltm 22 f. (GA-Lo). Beim Tischdecken stehen auf einem Tisch in der Kammer eines Mädchens ein mit Wasser und ein mit Wein gefülltes Glas. Greift der zukünftige Liebhaber das Weinglas, dann ist er reich, vgl. Andreasnacht, Hochzeit-Altm 9. – Volksgl.: Kommt die junge Frau zuerst in das Haus des Mannes, legt sie Brot und ein Gesangbuch auf den D. Vk-Anhalta 12. Wer an einer Tischecke zu sitzen kommt, erhält eine böse Schwiegermutter. a.a.O. 12. Wackelt der D., bestimmt die Frau im Haus. Brauch-Anhalt 331 (KÖ-Zehm). Stellt man Schuhe auf den D., wird man arm. CA-Ak.
Lautf.: Disch, [di] verbr. nd.; Tisch ([di]) verbr. omd.; wirklich Langvokal?: Dsch, Dsk Wb-Altm 35.
Drhäckseldag m. ‘Dreikönigstag (6. Januar)’, an diesem Tag sollte zwar das Dreschen unterbleiben, aber das Schneiden von Häcksel war erlaubt,  Drknigsdag, 2: Brauch-wAltm 18 (GA-KlEn).
Drknigsdag m. ‘Dreikönigstag (6. Januar)’ 2: vereinz. Altm., 3: Vk-Harz 8,24 ff. (verstr. Nharz.). – Brauch, Volksgl.: Der D. bildet den Abschluss der zwölf Nächte ( Twölften) und galt als kleiner Festtag. vereinz. Altm. Deshalb sollten Arbeiten wie Spinnen oder Dreschen unterbleiben, vgl. Drhäckseldag, Brauch-wAltm 18. Im Nordostharz wurden Gemeindebeamte, Hirten und Nachtwächter am D. in ihr Amt eingeführt, woran sich ein gemeinsames Essen anschloss, bei dem u.a. Rotwurst und Schafskäse verspeist wurden.Vk-Harz 8,26. Das Umsingen der als heilige drei Könige verkleideten Kinder, die einen vergoldeten Stern mitführen (Sternsinger), war bereits zu Beginn des 20. Jh. nicht mehr so häufig, noch vereinz. Altm. Nharz.; Lied:Lobt Gott, Ihr Christen allzugleich,
Mien Vater rookt Towak,
Schmiet mek en half Schock Äppel ruht,
Eck schtecke se in Sack!
Vk-Harz 8,25.