Fischenmeier m. dass. wie  Fisch(er)meier, 2: Brauch-wAltm 62 (vereinz. sw SA).
Fischgemeier m. dass. wie  Fisch(er)meier, 2: Brauch-wAltm 62 (Drömling), 3: vereinz. s GA.
Fst(en)meier m. ‘in Laub gehüllte, verkleidete Gestalt im Pfingstumzug’,  Pingsten, 2: Wb-Altm* 53, verbr. mittlere/s Altm. (außer WO, nur WO-San), 3: verstr. s GA. – Brauch: Der Junge, der als F. zusammen mit anderen Gestalten im Pfingstumzug auftritt (ausf.  Pingsten), wird mit Stricken umwickelt und dann vollständig in Maiengrün eingehüllt, so dass er nicht mehr zu erkennen ist (GA-Da). Als Verkleidung dient auch eine mit Grün und Blumen behängte Kiepe, die dem F. übergestülpt wird. (SA-GrGe). Im s Teil von GA setzt man ihm außerdem eine Blumenkrone mit langen Bändern auf den Kopf. Brauch-wAltm 62; Heischevers:Fiestmeier,
Schock Eier!
Geft uns kene fulen Eier!
Bo’m in de Höste
hangt de langen Wöste ...
Brauch-wAltm 116 (CALV-Zo).
Lautf.: Fi(e)stmeier verstr. GA, STE-Bad, vereinz. CALV; Pfi(e)st- vereinz. s Altm. (außer n WO); Fi(e)s- vereinz. s Altm. s GA; Fi(e)ste- vereinz. GA, CALV-Lö, STE-Wi; Pfi(e)ste- GA-Beh So, vereinz. STE; Fi(e)sten- Wb-Altm* 53, verstr. mittlere/s Altm. (außer n WO); Pfiesten- GA-Kä, STE-Kö Kre; mit Dim. des 1. Gliedes: Fies-chen- GA-Dö; Füstjen- Brauch-wAltm 115 (GA-Dö). – Etym.: 1. Glied wohl zu Fst ‘Darmwind’ ( fsten 1.), vgl. Brauch-wAltm 63 f.
Fleddert m. ‘Tee aus den Blüten des Holunders’ 2: Brauch-wAltm 90, 4: CA-Ak, BE-Am.
Lautf.: Fliddertee Brauch-wAltm 90; [fldrd] BE-Am; [flrr-] CA-Ak.
Frosch m. 1. TiN wie Standardspr., 1: vereinz. s nwaltm., 2: SA-La Ra, verstr. nö GA, verbr. ö/s Altm. (außer nö und sw), vereinz. JE2, verstr. JE1 ZE, 3: vereinz. nw elbostf., verstr. nö/mittleres/sw elbostf., verbr. sö elbostf., 4: verbr. omd. – Was is denn man das bloß for Wetter? ... Keen Frosch traut sich mehr uff de Letter. Krause 1964,109; Rda.: wie ein aufgeblasener Frosch ‘anmaßend, überheblich’ Vk-Anhalta 269; De Kärche is kan Frosch niche, de wechhuppt ... Ausrede säumiger Kirchgänger, Spr-Asch 42; Wetterregel: Froasch kwgd – giffd Rng GA-Da. – Volksgl.: Sieht man den ersten F. im Jahr auf dem Land sitzen, so wird das Jahr Gück bringen, befindet er sich im Wasser, wird das Jahr trä- nenreich (ZE-Li). Anders hingegen in Zuchau: hier hat man viel Trauer zu erwarten, begegnet man dem ersten F. auf dem Trockenen. Vk-Anhalta 334.  Amilork Froschkrte Grnling Hopsekrte Hopsepadde Huckepadde Huddelpadde Humpelpadde Hüppup Hupsepadde Jako 2Kartsche Kecker Kecks Kolkpadde Lauber (Laubfrosch) Loddeks Lffrosch (Laubfosch) Lorkatsch 1Lork(e) 1Lorks Lorksche Lwark Macko 2Marks Markser Marrekse Moorkecker Moorkecks Nattrs 1Padde Paddeks(e) Paddfrosch Paddig Paddlork(e) Padducke Padduckse Pogge Plpadde Rle lekenvadder Unke tsche tschenlork Wasserkantor Wupsepadde. – 2. in der Verbdg.: Frösche smieten ‘flache Steine so auf eine Wasserfläche werfen, dass sie mehrmals springen’,  Botterstulle, 3: WE-Wa. – 3. ‘Wassergeist als Schreckgestalt für Kinder’ 4: Vk-Anhaltb 46 (KÖ-Thu, DE-Re). – 4. Feuerwerkskörper, 2: Brauch-wAltm 41.
Lautf.: Frosch, [fro]; außerdem: [fr] GA-Da.
Gaffeldrger m. ‘Bursche, der im Fastnachtsumzug eine lange Holzgabel ( Gaffel 2a.) trägt, an die die gesammelten Würste gehängt werden’, ausf.  Fastel- wend, 2: Brauch-wAltm 25.
Lautf.: Gäffeldräger.
Grne m. 1. ‘Polizist’ (nach der Farbe der Uniform), scherzh.,  Gendarm, 2: ADVk Nr. 239b (SA-Sta, verstr. JE2, vereinz. JE1), 3: a.a.O. Nr. 239b (JE1-Ra, WE-Heu, QUE-Wi), 4: Spr-Anhalt 172, Krause 1964,68. – 2. ‘verkleidete, mit Schellen versehene Gestalt beim Sammeln des Holzes für das Osterfeuer’ 3: Brauch-wAltm 41 (GA-Dö).
Lautf.: Greune ADVk Nr. 239b (QUE-Wi); Jriene Krause 1964,68; sonst: Grüne.
Grner Donnersdag m. ‘der Donnerstag vor Ostern, Gründonnerstag’ verstr. – Gröndunnersdag namm heht sick vör, Woo’t Wäder grad so schlecht nich wer ... Francke 1904,57. – Brauch, Volksgl.: Zu Mittag wurde ein grünes Gericht auf den Tisch gebracht. Dabei konnte es sich um Grünkohl oder um die ersten sprießenden Pflanzen des Jahres handeln, wobei bes. frische Kräuter vor Krankheiten schützen sollten. verstr. Gebacken wurden Brezeln (Brauch-wAltm 34 – GA-Wal) oder Kringel, die die Kinder im Nharz. von ihren Verwandten erhielten (Vk-Harz 8,40, BLA-Hü). Als Schutz vor Blitzschlag bringt man in die Wohnräume einen Strauß Weidenkätzchen (Bewohner-Altm 2,248) oder Hartheu und Eisenhart (Vk-Anhalta 222). Trotz der Verbote der Karwoche ( Krfrdag, Karwoche) ist dieser Tag für bestimmte Handlungen segensreich. Das gilt in erster Linie für das Säen und Pflanzen, bes. von Kohl, Flachs, Bohnen, Erbsen oder Kartoffeln, denn was an diesem Tag in den Boden gebracht wird, wächst gut und erfriert nicht. verstr. Außerdem sind diese Gewächse vor Erdflöhen geschützt und wenn das Pflanzen unter Geläut passiert auch vor Raupen. Bewohner-Altm 2,248. Günstig ist dieser Termin auch für das Umtopfen von Blumen bzw. das Einpflanzen von Ablegern. a.a.O. 2,248. Hühner, die aus Eiern schlüpfen, die am G. gelegt wurden, erhalten ein buntes Gefieder, dessen Farbe wechselt. vereinz. Altm., Brauch-Ma 260 (WO-Ir, HA-Sü), Vk-Anhalta 222 (KÖ-Wu). Hexen kann man erkennen, wenn man mit einem Gründonnerstagsei nach dem 1. Mai in die Kirche geht. Abergl-Ma 242 (GA-Mie, HA-Alv). In Halberstadt wurden am G. alle während der Fastenzeit ausgestoßenen Sünder wieder in die Gemeinschaft aufgenommen. Vk-Harz 8,40.
Lautf.: de gräune Donderschdag Vk-Harz 8,40; greun’ Dönnersdag WE-Oster; greunen denderstch Mda-Weg 116; gräun’n Dönderdag HA-Erx; greun’ Dönderdch HA-Oh; Gröndunnersdag Francke 1904,57; sonstige Formen in der Standardspr.
grt Adj. verbr. 1. ‘von vergleichsweise beträchtlicher Ausdehnung, beträchtlichem Umfang’ – En Pott vull Futter, grot un swaar ... Gorges 1938,12; ... en groot Stück Speck ... Brauch-wAltm 70 (GA-Ber); ... ’s war viel jreeßer ... Richter o.J. 5; d hest wa ne jrte Fratte (Warze) anne Hand JE2-Scho; ... de een dat was’n hell’schen groten Kerl ... Pohlmann 1905 ff.,124 (OST-GrRo); schwaere Per ... trecken dann grauten Woagen SA-Bee; ... un schmeet’nt up’n groten Hup. Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie); Verbdg.: sich grot maken ‘sich auf Zehenspitzen stellen, um größer zu werden’ WA-See; Rda.: ... jroß wie de Kuchnteller ... Krause 1964,17; hält grote Schticken op ne ‘hält sehr viel von ihm’ Sprw-Börde; grte grosnen in’n sakke hebben ‘große, illusorische Pläne hegen’ Wb-Nharz 65; Sprw.: Een grod Minsch is’n klein Ledder in’t Hus. Bewohner-Altm 1,350; der dümmste Buer het de grötsten Tüffeln JE2-Bö; jrte Wunne jefft jrte Nrwen JE2-Scho. – 2a. ‘eine höhere Anzahl an Lebensjahren aufweisend, älter’ – de merschten harrn jröttere Kinder to hus JE2-Gü. – 2b. ‘für die älteren Schüler zuständig’ – de grte schaule Wb-Nharz 65; de grete Kanter HA-Oh. – 2c. ‘(fast) erwachsen’ – Un wenn Kinner grot wän ... Hausfr-Altm 1928,94 (Kredel); Sei sülben wören alle to hope bi Kohlzupp grot worren ... Essen-nwAltm 91 (SA-Han); dat is’n greten Bengel HA-Oh; ... de janzen Paschlewwer Leite, jroß un kleen ... Wäschke 61915,5. – 3. ‘erheblich, beträchtlich, von hoher Intensität’, auch ‘eine beträchtliche Menge darstellend’ – jrßes Wasser ‘Hochwasser’ Wb-Ak 81; b dui greot Hitt döst ’n bannich SA-Dä; ... de grötste Prahlenbarg in ganz Sleddenstidde. Wedde 1938,23; ... hadden se immer jroßen Arfolch bei de Zarbstor. Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze); ... umme dat de Not nich gar te groot sien solle ... Wille 1927,XV (BLA-Be); Sprw.: Je grötter (zu 1.) et Stücke, je grötter et Glücke. Sprw-Harzvorld 399. – 4. ‘sehr, überaus, stark, viel’,  bannig, in Verbdg. mit einer Negation: ‘nicht viel, wenig, kaum’ – groot nödich hem’m Wb-Holzl 98; D is nich jrß was zu arre’m (erben). Wb-Ak 81. – 5. ‘sehr aufwändig, großartig, wirkungsvoll, auf große Wirkung zielend’ – dai Kinndoip wd greot fat (gefeiert) SA-Dä; Rda.: ’s jrße Wort fr’n ‘tonangebend sein’ Wb-Ak 81; Sprw.: in de Br (Börde) hemm’se grete Wr (Worte) HA-Oh. – 6a. ‘bedeutend, gewichtig’ – ... weile in Große Paschlemn die jretzte Sähnswurrigkeet harre, nämlich anne Inschrift. Wäschke 61915,13; Rda.: dat is keine grete Sache nich ‘das ist leicht zu bewerkstelligen’ HA-Oh. – 6b. ‘sozial höher gestellt, angesehen, vornehm, wohlhabend, mächtig’ – grte lde Wb-Nharz 65; grote Buern Sprw-Börde; ... un behannele öhm als’n groten Harrn. Rauch 1929,87. – 7. ‘wesentlich, hauptsächlich’ – Verbdg.: in greten Ganzen HA-Oh.
Lautf., Gram.: gro(o)t, j-, [grt], [jrt] verstr. ö/s nwaltm., SA-Kal, vereinz. s GA (n der Ohre), verbr. mittlere/ö Altm. n/mittleres JE2 mbrdb. elbostf.; groß, j-, [grs], [jrs] vereinz. s ZE, BE-Gü, verbr. omd.; gret, grt HA-Oh, WE-Wa; groat SA-Kun, vereinz. nw OST ö GA (n der Ohre); grout, [grout] OST-Meß Schön, vereinz. sw GA (n der Ohre), STE-Ho, Matthies 1912,30 (STE-Que), CALV-Uth Zo; groaut SA-Ra, vereinz. mittleres/s GA (n der Ohre); graut, j-, [graut], [jraut] verbr. w Altm. (nach S hin abnehmend); [raut] vereinz. mittleres SA; gruot OSCH-Di; gruet, j- WE-Rok, Mda-Ro; [jrs] Mda-Fuhne 20 und 79 (vereinz. sw KÖ, KÖ-Me, DE-Ca Que – ältere Generation); [greot] verbr. nwaltm.; Kompar.:gröter Matthies 1912,29 und 30 (SA-NFe, OST-GrRo); jreeßer, [jrsr] Mda-Ze (ZE-Roß), Richter o.J. 5; grötter-, j- Bewohner-Altm 1,332, JE2-Gü, verstr. n/w elbostf.; gretter, j-, [jretr] verstr. ZE mittleres/ö/s elbostf.; jresser, jreszer, [jresr] ZE-Roß, Mda-Sti 37, Wb-Ak 81; Superl.: jreeßt-, [jrst-] Mda-Ze (ZE-Roß), Heimatkalender-Ze 1962,89 (ZE-Ze); gröt(t)st-, j-, [grötst-] SA-Dä, vereinz. nbrdb., verstr. n/w elbostf.; gröttest- vereinz. mittleres/sw elbostf.; gret(t)st-, gretzt-, j-, [jretst-] verstr. ZE, Sprw-Börde, Wb-Nharz 65, Mda-Sti 37, Wb-Ak 81, Wäschke 61915,13; jrest- Wb-Ak 81.
Grtspänner m. ‘erster (Pferde-)Knecht, Großknecht’, war für das Gespann verantwortlich, 2: Brauch-wAltm 46, JE2-Mü, Heimatkalender-Je 1924,61 (JE2-Vie), 3: verbr. elbostf. – Der Schulte met sinen Grotspänder ... Heimatkalender-Je 1924,61 (JE2-Vie). – Der G. galt unter den Knechten als Autorität, dessen Anweisungen man Folge zu leisten hatte. Wurden die Kleinknechte z.B. vom G. dabei ertappt, wie sie das Ausgehverbot nach 21.00 Uhr brachen, musste er nur vielsagend mit der Peitsche knallen, dann zogen es die untergebenen Knechte vor, auf den Hof zurückzukehren. Brauch-wAltm 46.
Lautf.: Gro(o)tspänner Brauch-wAltm 46, JE2-Mü, GA-Ev, Vk-Unterharza 41; -spänder, Grt- Heimatkalender-Je 1924,61 (JE2-Vie), vereinz. w elbostf. (außer sw); -spenner, jrtschpennr HA-Som, vereinz. s elbostf.; Grotspender, -schpender, Grt- verstr. elbostf.; Gretspender HA-Oh.