Bache f. ‘Mutterschwein’, bes. vom Wildschwein, 3: Wb-Nharz 19, BLA-Brau, 4: Mda-Sti 126, Spr-Anhalt 170 – Rda.: er leeft jede Bache nah ‘er stellt jedem Mädchen nach’ a.a.O. 170; d wr k ne bache worren ‘sie war auch korpulent geworden’ Wb-Nharz 19.
Lautf.: Bache, b-; außerdem: pche Mda-Sti 126.
1Backe f. 1a. ‘fleischiger Teil des Gesichtes zu beiden Seiten der Nase, Wange’, auch ‘fleischiger Teil von Früchten’ 1: SA-Dä, 2: vereinz. nbrdb., Heimatkalender-Je 1927,120 (JE2-Vie), ZE-Roß, Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze), 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. – de Trnen lpt ’ne wer de Backen HA-Oh; Ich hawwe anne dicke Backe. Wb-Ak 30; d het sick Kamelle uppepackt uppe Backe JE2-Scho; Rda.: d krichst wat ande backe ‘du bekommst eine Ohrfeige’ Spr-Mab 382 (WO-Ol); dat Muul un bai’e Backen full hem’m Wb-Holzl 58; der Wind pustet durch die Backen von einem dünnen Menschen gesagt, Vk-Anhaltc 92; Se hat en paar Backen wie en Leggeheunecken. ‘Sie hat eine gesunde Gesichtsfarbe.’ Chr-Em 430; dat Mäken hat de Kerkhofsblaumen all up’n Backen ‘sie ist vom Tode gezeichnet’ WE-Be; Sprw.: Kees’ un Brod mokt de Backen rod. Bewohner-Altm 1,343; Neckreim:Wer seck in Osterwieck will redlich nehren,
Mott veel flicken un wennig vorteeren,
Mott dragen kaputte Jacken un smale Backen.
Vk-Harz 3,75.
– 1b. in der Verbdg.: nen Honnig/Rotz/Srop up d Backe smren ‘jmdm. nach dem Mund  rden’, auch ‘sich einschmeicheln’ 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf., 4: Vk-Anhaltc 110, Spr-Anhalt 170. – 2. Pl. – a. ‘Seitenhölzer, auf denen der Sägebock ruht’ 3: Wb-Nharz 19. – b. ‘zu beiden Seiten des Spurlochs eingesetzte Pfosten’, sollen ein seitliches Ausweichen der Maste beim Legen und Richten verhindern, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 196 (WO-Ro).
Lautf., Gram.: Backe, -kk-, [bak] Sg.; -(e)n, [-n] Pl.; außerdem: [bak] Pl. SA-Dä; Back vereinz. Altm.; [pake] Wb-Be; pcke Mda-Sti 2.
Backeweich m. dass. wie  Bäcker, scherzh., 2: ZE-Roß, 4: Spr-Anhalt 172, Wb-Be.
Lautf.: Backeweech; außerdem: [pakew] Wb-Be.
balgen Vb. 1. refl. ‘sich raufen, ringend am Boden wälzen’ 1/2/3: verbr. nd. (außer ZE, dort vereinz.), 4: vereinz. omd. – de Kram’m, de baljen sick denn janzen Dach HA-Sa; Rda.: wenn seck de Essels ballijet, ränet es scherzh., WE-Rho.  Der Bedeutungsumfang bei den Benennnungen reicht vom leichten spielerischen Ringen bis zum ernsthaften Prügeln (berührt sich mit Zentrale  verhauen): baldwern bändigen bgeln bullen dlkrgen dalwern dammeln delgen dolzen dörschen dweln ften gampfen hampeln harken hauen hrkrgen kabbeln kalwern kampeln 1känzeln katzbalgen klen kloppen kobolzen kgeln kreitern pauken 1pelzen plängen prgeln ramenten rammeln rampeln rangen rinkeflen rumbalgen rumhrbalgen rumdalwern rumkampeln ruppen schuppen slgen smten spalken spalkern strweln targen tarren twingen wichsen wörteln wrangeln wrangen wringen. – 2a. refl. ‘sich mühen, anstrengen’ 3: Sprw-Börde, 4: Vk-Anhaltc 109, Spr-Anhalt 169 – Rda.: er baljet sich von einem fleißigen Menschen gesagt, a.a.O. 169; hat sich tesamme baljet ‘er/sie hat sich körperlich überanstrengt, übernommen’ Sprw-Börde. – 2b. (refl.) ‘schwer heben’,  bren, 4: vereinz. w omd. – pallije (tich) toch nich s! Wb-Be; Balleje doch nich dn schwr’n Sack allne! Wb-Ak 31.
Lautf.: balg(e)n, balj(e)n Inf., balgt, balcht 3. Sg. Präs.; außerdem: balget, baljet 3. Sg. Präs. JE1-Gü, Vk-Anhaltc 109, Spr-Anhalt 169; balget, baljet 3. Pl. Präs. verstr. w elbostf.; balget, baljet Part. Prät. HA-Sie, Sprw-Börde; bal’ngn SA-Ta; balli(eh)n verstr. s STE JE2; ballied 3. Sg. Präs. STE-Bin; balleen JE2-Zo; ballegen, ballejen, [baljn] ZE-Ser, verstr. w elbostf., WA-West, Wb-Ak 31; pallejen BLA-Sti; bal(l)igen, ballijen, [balijn] ZE-Wei, vereinz. s elbostf., BA-Ha, CA-Ak; ballijet 3. Pl. Präs. WE-Rho; [palijn] Wb-Be; ba(a)g(e)n verstr. nwaltm., SA-Im Stei; plejen Mda-Sti 53; bo-ang SA-Wa; bälgen SA-Die.
Bne f. 1. verbr. (omd. nur wenige Belege) – a. ‘(freier) Weg, Strecke, Spur’ – Rda.: dorch den Schnei is all Bane Wb-We 12; mache reene Bahne ‘iss alles auf’ Spr-Anhalt 168; reine bne mken ‘gründlich aufräumen’ Wb-Nharz 20; Doch mot hier op de Stidde reine Bahne twischen uns beie makt wer’n. Rauch 1925,56. – Wenn die Elbe fest zugefroren ist, jßen de Frleite Bne: über die unebene Eisfläche wird Wasser gegossen, um einen glatten Weg für den Verkehr über den zugefrorenen Fluss zu bekommen. Wb-Ak 31. – b. bes. in versch. Verbdg.: Ruf an Umstehende beim Schlittern und Rodeln, den Weg frei zu machen – Bne! JE2-Scho; freie Bahne! CA-We; Bauhn frei! SA-Fa; Bahn blank! WA-Et; Bahne frei, Kartoffelbrei! QUE-Fr; freie Bahne, fürn Sechser Sahne! CA-Eick; Bahne, wer nich wechjeiht is drahne! OSCH-Krop; Bahne latute, gift wecke ob de Schnute! WO-Eb. –2. ‘Stoffbahn’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 20, 4: Wb-Ak 31 – wfle bnen mot ek taun kl (Kleid) hebben? Wb-Nharz 20. – 3. ‘Scheitel’ 4: Wb-Ak 31. – 4. ‘durch herablaufendes oder herabtropfendes Wasser an einem Gegenstand hinterlassene Spur’ 4: a.a.O. 31. – 5a. ‘breite Schlagfläche des Hammers’ 4: Wb-Be. – 5b. ‘Schneide der Sense’ 4: BE-Grö, DE-Wa. – 6. ‘Eisenbahn’ 2: ZE-Roß, Heimatkalender-Ze 1962,89 (ZE-Ze), 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – n de Bne jn ‘zum Bahnhof gehen’ Wb-Ak 31; ... bracht’n de Hän’l’r ihr Viehseich met de Bahne odd’r ße Fuß uff de Landschtraaße inne Schtadt rinn ... Heimatkalender-Ze 1962,89 (ZE-Ze).
Lautf.: Ba(h)ne, Bne, b-, [bn]; außerdem: Bahn vereinz. s JE2 JE1, verstr. mittleres/sw elbostf.; pne Mda-Sti 14; Ba(o)hne, boane, Bohne, B(h)ne, [bn] vereinz. Altm. (1b.) n/mittleres JE2, JE1-Wall, verstr. elbostf., vereinz. s CA, DE-Wa; Baon, B(o)a(h)n, Bo(h)n, [bn] vereinz. nwaltm., verstr. Altm., vereinz. n/mittleres JE2, JE1-Ge, WO-Ba; [pne] Wb-Be; Bauhn SA-Fa; [ban] Mda-sJe1 7 (verstr. s JE1), [ban] Mda-Ze (verstr. ZE).
Brtkratzer m. ‘Frisör’, scherzh.,  Balbr, 2: Wb-Altm 14, ADVk Nr. 238c (vereinz. w Altm., JE2-Schön), 3: HA-Oh, ADVk Nr. 238c (WE-Hor), 4: Spr-Anhalt 174, Wb-Be.
Lautf.: Bartkratzer HA-Oh, ADVk Nr. 238c (WE-Hor), Spr-Anhalt 174; Ba(o)rt- Wb-Altm 14, ADVk Nr. 238c (vereinz. w Altm., JE2-Schön); [prtkratsr] Wb-Be.
Bartschaber m. dass. wie  Brtkratzer, 4: Spr-Anhalt 174, Wb-Be.
Lautf.: Bartschaber Vk-Anhalt 174; [prtwr] Wb-Be.
Bartschinder m. dass. wie  Brtkratzer, 4: Spr-Anhalt 174.
Barttechniker m. dass. wie  Brtkratzer, 4: Spr-Anhalt 174.
Beddelmann m. 1. dass wie  Beddeler, 2: vereinz. Altm., 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Rda.: Er scheiet sich vor de Arbeet wie der Bettelmann vorsch Achtjroschenschtikke. Spr-Anhalt 176; hei het et n’n Griffe, wie der Bettelmann de Lus BA-Re; Sprw.: wenn de Baddelmann nüscht hebben sall, fallt ne dat Brd t den Sacke. Wb-We 11; im Kinderspiel: Gaisor, Gnich, delmann, Brjor, Bauor, Beddelmann ... BE-Wa; Kinderreim:Hannotter du Langbn,
steit upp’n roden Sandstn,
geit as’n Eddelmann,
steit as’n Beddelmann
. Wb-Altm* 55.
– 2. Pl. ‘Körner, die sich im frisch gebrühten Kaffee noch nicht abgesetzt haben’ – t wim’m je te Pettelmen’ner traffe rum 4: Wb-Be.
Lautf.: Bed(d)(e)lmann; außerdem: Bettel- vereinz. s elbostf., Spr-Anhalt 176; [petlman] Wb-Be; Bäddelmann STE-Wa; Nbf.: Baddelmann, baddelman Wb-We 11, Wb-Nharz 19 (BLA-Neu).