Klippslgen n. Kinderspiel, ausf. vgl. 2Klipp, 2: Hausfr-Altm 1933,48 (SA-Meh), OST-Gen.
Lautf.: Klippschlagen.
1Klse ‘Holzkugel’, vereinz. auch ‘Brummkreisel’,  Brummksel, 2: Hausfr-Altm 1933,48 (SA-Meh), Hochzeit-Altm 55f. (JE2-Sa), Firmenich 1854,119 (JE2-Kam) – Brauch: Eine Woche vor Ostern werden unter Gesang vor den Häusern Neuvermählter von den Mädchen der  Brtball und den Jungen die K. erbeten. Anschließend wird mit der K. gespielt. Hochzeit-Altm 55f. (JE2-Sa).  Klsen.
Klocke f. 1a. ‘Glocke’, bes. die Kirchenglocke, verbr. – Der Klang der K. ist in zahlreichen Reimsprüchen nachempfunden: Bim, bam, bohler, Kost nen halben Daoler GA-Ga; Kümmt all to Kerk! Kümmt all to Kerk! OST-Sa; bimm baum, bälaumWE-Ve; Rätsel: Gät un schlät int Holt, Dag in, Dag ut: Un kümmt doch nich rut! Volksspr-Altm 93 (SA-Vi); Rda.: an de grte Klocke schlahn ‘etw. überall herumerzählen, aufbauschen’ CA-Fö; De hät de Klock lü’n hürt, weet äöwer nich wo’s’ hangen. ‘Er weiß nicht genau Bescheid.’ Bewohner-Altm 1,344; Nu weet ick, wo de Klocken hangen. a.a.O. 344; nu wettste, wat de Klocke eschlahn hat CA-Fö. – Brauch: Die K. wurde nicht nur zum Kirchgang geläutet, u.a. erinnerte das Läuten an bestimmten Tagen die Dorfbewohner an deren Ablieferungspflicht: Eier für den Pastor, Schütten (Abliefern) des Zehntgetreides, die Schüttenden bekamen Schnaps und Tabak. Brauch-Anhalt 92ff. (KÖ-Wa, DE-Ro). Am Michaelstag (29. September) läuten die Glocken Zinsen, Pachte, Swinegeld (OSCH-Krop). – Volksgl.: Die K. gilt vielfach als Vorzeichen des Todes: Vom Klang der Kirchenglocken heißt es, wenn sie singen, stirbt bald jmd. (GA-Ro). Klingt bei einer Beerdigung eine Glocke nach oder haben beim Leichenzug die Glocken einen traurigen Klang, so folgt bald ein weiterer Todesfall. Vk-Anhalta 174 (BE-Pei, KÖ-Kö Ost). Schlägt beim Trauergeläut die große Glocke zuerst an, ist das nächste Todesopfer ein Mann, bei der mittleren Glocke eine Frau, bei der kleinen ein Kind. a.a.O. 174 (BE-Pei). – 1b. ‘ Klingel an der Haustür’ 1: SA-Ah, 2: verstr. n/mittlere Altm., CALV-Calv, verstr. JE2, JE1-Mö, ZE-Wö Ze, 3: JE1-Pre, Wb-Nharz 100, BA-Rie, BE-He, 4: QUE-Frie, BA-Neu, DE-Grie Wö. – 1c. ‘kleine Glocke’, bes. für weidende Kühe und Schafe, auch am Schlitten, 2: SA-Sta, 3: Wb-Nharz 100. – 2a. ‘Uhr’, bes. die Turmuhr, 1: SA-Dä, 3: WO-Gu, Wb-Holzl 121, CA-Fö, 4: Wb-Ak 91 – uns Klock gaet to l aot ‘die Uhr geht nach’ SA-Dä. – Volksgl.: Das Schlagen der Uhren kann den nahenden Tod ankündigen: Schlägt die Turmuhr (Glocke) dem Geistlichen ins Vaterunser oder ins Amen, stirbt ein Kirchgänger. Vk-Anhalta 174 (KÖ-Ar, DE-Go). Gleiches tritt ein, wenn die Uhren vom Rathaus und vom Kirchturm gleichzeitig schlagen. a.a.O. 174 (DE-Je). Steht eine Wanduhr plötzlich still, stirbt am anderen Tag zur gleichen Stunde ein Verwandter. a.a.O. 174 (KÖ-Thu). – 2b. ‘Uhrzeit’ 2: Wb-Altm 106, Hausfr-Altm 1927,45 (STE-Ber), JE2-Scho Schön, verstr. ZE, 3: Rauch 1929,13, vereinz. HA OSCH, Wb-Nharz 100, Wb-We 67, 4: Wb-Ak 91, Wäschke 41920,8 – W hk is denn de Klocke? ‘Wie spät ist es?’ Wb-Ak 91; so umme half Klocke veiere rum OSCH-Wu; Ik ha äin Morr’n van Klock dree bet Klock nä’n Gras mäht … Hausfr-Altm 1927,45 (STE-Ber); Klocke fünwe is et doch all düster HA-Bo; … von Klockener viere bes Klockener achte …’ungefähr von 4 bis 8 Uhr’ Wäschke 41920,8. – 3a. ‘glockenförmiges, unten geschliffenes Gerät aus Metall zum Enthaaren gebrühter Schweine’ 1: SA-Roh, 3: HA-Oh, Wb-Holzl 121 (HA-Wo), QUE-Hau, 4: Wb-Ak 91. – 3b. ‘Glasglocke’, zum Abdecken von Nahrungsmitteln, 4: Wb-Be.
Lautf., Gram.: Klocke, [klok] Sg.; Klock(e)n, [klok] Pl.; außerdem: Klock SA-Ah Dä, verbr. Altm., JE2-Kam; Klöcke JE2-Schön; Glocke Sg., Glocken Pl., [glok] Pl. SA-Roh, STE-Grie, CALV-Calv, JE2-Scho, ZE-Wö, OSCH-Eils, QUE-Frie, BA-Neu, DE-Grie; Glock OST-Bre Na, GA-Jä; Jlocke, [jlok] JE1-Pre, Mda-Ze (ZE-Roß), Ldk-Anhalt 2,64 (ZE-Kö), CA-Ak, Wb-Be; Klockener Wäschke 41920,8: zur Angabe der ungefähren Zeit, Bildg. mit -er: ist ein abgeschwächtes der, ausf. vgl. der 5. Zuss.: zu 1b.: Hs-, Klinge(l)-, Klinger-; zu 3.: Kse-, Lampenglocke; sonstiges: ster-.
knapp Adj., Adv. 1a. ‘in so geringen Mengen vorhanden, dass es bald verbraucht ist, kaum ausreichend’ 1: SA-Dä, 2: verstr. nbrdb., Heimatkalender-Ma 1932,47 (JE2-Vie), 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 161, Wb-Be, Wäschke 41919,36 – Et Jeld is knappe. Gorges 1938,56; et is knappe op de Tt HA-Oh; weil det Fudder fört Veh man ümmer knappe wor, wort met’te Vehwirtschaft janz erbärmlich. JE2-Gü; Rda.: is knapp, giw aw Ausdeutung des Krächzens der Krähen, OST-Möl. – 1b. ‘gerade ausreichend’ 1: Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die), 2: Wb-Altm 109, ZE-Roß, 3: Wb-Holzl 122, HA-Oh, Wb-We 69, Wb-Nharz 101, QUE-Di, 4: Mda-Sti 161, Wb-Be, Wäschke 41919,31 – Sin Voder sin Möll in de Heid hadd ok ehrn Oekelnam’ (Spitzname) davon krä’n, dätt dat Woter in’ Sommer so weinig was, dät et knapp tom Möhlen langte Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die); et is knappe mt (gemessen) HA-Oh. – 2. ‘kärglich’ 2: ZE-Roß, 3: Wb-Nharz 101 – knappe lben a.a.O. 101. – 3a. ‘eng, fest anliegend’, von Kleidung, 3: Id-Eilsa 73, Wb-We 69, Wb-Nharz 101 – dei Stebbel is tau knappe Wb-We 69. – 3b. ‘nicht ganz’ 2: Heimatkalender-Je 1924,62 (JE2-Vie), Mda-Ze (verstr. ZE), 3: Lindauc o.J. 118, Wb-Nharz 101- De Wiesche – et war man ne smale Striepe von knappe anderthalf Morgen … Lindauc o.J. 118; et is knappe feire ‘es ist nicht ganz vier Uhr’ Wb-Nharz 101. – 4a. ‘fast gar nicht’ 3: Id-Eilsa 73, Id-Queb 4, 4: Mda-Sti 49. – 4b. ‘fast niemand, kaum jmd.’ 3: Wb-We 69, Wb-Nharz 101 – under hunderten is knappe einder a.a.O. 101. – 4c. ‘mit Mühe, mit knapper Not, gerade noch’ 2: Wb-Altm 108, 3: HA-Bee Oh, OSCH-Di, Wb-Nharz 101, QUE-Di – gah man langsamer! Ick kann ja knappe middekom’m! HA-Bee; hei kam knappe mit’n Zuch HA-Oh; Rda.: t’ geit man knapp ‘ich habe gerade noch mein Auskommen’ Wb-Altm 108. – 5. ‘gerade, in dem Moment (als)’ – Knapp was de nu buten un ruter ut d’ Dör, Dao sett’t sei ehr Emmern up d’ Stä’ daol up d’ Er’… 2: Pohlmann 1905,66.
Lautf.: knap(p) vereinz. Altm., Elbschifferspr. 394f. und 438 (JE2-Mi Pa), Heimatkalender-Ma 1932,47 (JE2-Vie), verstr. ZE, OSCH-Di, Wäschke 41919,31 und 36; [knab] Elbschifferspr. 394f. und 438 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa); knappe JE2-Gü, verstr. elbostf.; knppe Mda-Sti 49 und 161.
Khrdentasche f. ‘Tasche des Kuhhirten’ 2: Hausfr-Altm 1933,51 (SA-Meh).
Lautf.: Kortasch.
kken Vb. 1. ‘kochen’ verstr. – … in’t Asch wodd’n Tüffeln (Kartoffeln) kokt … Hausfr-Altm 1927,44 (STE-Ber); jo, Mudda, diu kaok man ast an Tass Kawwe SA-Dä; … kochte Mus dervon … Wäschke 31919,152; Sprw.: Wenn et kaakt, kaakt et in alle Pötte Hbl-Ohre 1926 Nr. 6/ohne Verf. (CALV-Zo); et wart nich sau heit e’jetten, wi’t ekket wart HA-Oh. – 2. ‘zornig, wütend sein’ – Ich hawwe jekocht, we mich das sre (sagte). 4: Wb-Ak 94.
Lautf., Gram.: kken, koken SA-Sta, verstr. w/sw elbostf.; kok’n HA-Bee; [kk] SA-Rist; [kkn] CALV-Je Uth Zo, koaken JE2-Schön, Wb-Holzl 124 (HA-Wo); kaok’n Wb-Altm 97; [kk] verstr. nwaltm. Altm.; [kekn] Id-Eilsa 73; [kaok] verstr. nw nwaltm., [kaok] SA-Gie; kokt Part. Prät. Hausfr-Altm 1927,44 (STE-Ber), JE2-Scho; [kaokt] 3. Sg. Präs. SA-Dä; kochen, [kon] Mda-nwJe1a 49 (JE2-HSe, verstr. w/mittleres JE1), Beiträge-Nd 75 (WO-HWa), Wb-Ak 94, [kon] WO-Col Zie, Mda-Ze (verstr. ZE), Wb-Be; kocht Imp. Pl. ZE-Nu; kochte 3. Sg. Prät. Wäschke 31919,152; [k] Brugge 1944,51 (HA-AHa); kuoken OSCH-Di; kaakt 3. Sg. Präs. Hbl-Ohre 1926 Nr. 6/ohne Verf. (CALV-Zo); [kk] Brugge 1944,51 (GA-Miest). Zuss.: zu 1.: in-, wer-.
kmen Vb. 1. verbr. – a. ‘sich einem Ort nähern, sich auf etw. zu bewegen’, wobei die Bewegung vorw. vom Ziel aus gesehen wird – … da kummt Zophiechen … Klaus 1936,17; De Hunne kamten ahnelopen …Vk-Harz 3,25 (BLA-Be). – b. ‘einen Ort erreichen, eintreffen’ – wenne doch mand gm Mda-Fuhne* § 44; ik keme glks HA-Oh; d k’m se met ne Fre Jeträide JE2-Scho; Sprw.: De erst kümmt, de moahlt toerst. Spr-Altm 76; kümmst ht nich kümmst morgen Wb-Altm 97; As du kömmst, so geihst du. ‘Wie gewonnen, so zerronnen.’ Bewohner-Altm 1,345. – c. ‘an etw. teilnehmen, jmdn. besuchen’ – kimmste haite? DE-Els; Rda.: wr nich kummet, brket nich wedder wech te gn. Wb-We* 221. – 2. ‘irgendwohin geführt, gebracht werden’ 3: HA-Oh, Wb-We 82, Wb-Nharz 104, QUE-Que, 4: Wb-Ak 107 – Du kimmest ins Loch (Gefängnis). a.a.O. 107. – 3. ‘etw. erlangen, bekommen, erreichen’ 2: Matthies 1903,28, 3: HA-Oh, Sprw-Harzvorlg 264 – tau nist komen ‘keine Zeit haben, um etw. zu erledigen’ a.a.O. 264; Rda.: Jelt kummt tau Jelt HA-Oh. – 4. nur im Imp. – a. ‘jmdn. zu etw. veranlassen’ verstr. – kumm w d’n baie Kabolt JE2-Scho; Lied:Mäk’n, wasch dick, kämm dick, putz dick scheen!
Kumm, wai woll’ moal noan Danzsaal jehn.
Lieder-Ma Nr.
990 (WA-Eg).
– b. ‘vorwärts’, Zuruf an Pferde,  j, 1: SA-Han Schm, 3: QUE-Hau, CA-Atz. – 5. ‘sich jmdm. gegenüber in bestimmter Weise verhalten’ 2: vereinz. Altm., Heimatkalender-Ma 1932,47 (JE2-Vie), 3: HA-Oh, Wb-We 71, Wb-Nharz 104, 4: BA-Ha – alen (alten) lüen mott man mit der limpe (Nachsicht) komen Heimatland-Ga 1930 Nr. 10; Rda.: kummst de mek sau km ek dek sau Wb-We 71; einen op’t fel kommen ‘jmdn. zurechtweisen’ Wb-Nharz 104. – 6a. ‘plötzlich auftauchen, in Erscheinung treten, geschehen’ 2: vereinz. Altm., JE2-Scho, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – et kimmt ne grte husche (Schauer) Id-Quea 159; Rda.: wennt’t kummet, kummet et mit’n Male Sprw-Eils 39; Sprw.: Sönn oll Krankheiten kaom’n in Kutschen un Kareten un gaohn met’n Krückstock wädder af. Bewohner-Altm 1,347. – 6b. ‘langsam herankommen, sich verändern’ 2: Wb-Altm* 61, Hausfr-Altm 1925,55, Spr-Altm 77, 3: Chr-Em 427, Id-Quea 159 – Mett de Tiet kamm’t noch ännerst! Hausfr-Altm 1925,55. – 6c. ‘von etw. herrühren, herkommen’ 2: Bewohner-Altm 1,345, 3: Sprw-Börde, Wb-Nharz 130, Id-Quea 144 – Rda.: Dät kömmt jo nich van ungefähr, dät kömmt van ganz wat änners her. Bewohner-Altm 1,345. – 7. ‘in einen bestimmten Zustand, in eine bestimmte Lage geraten’ 3: WO-Dru NiDo, HA-Oh, Wedde 1938,14 – se keim’n ut’n Aten WO-Dru. – 8. ‘auf einen Gedanken, hinter etw. kommen’ 2: Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie), ZE-Roß, 3: HA-Oh, Sprw-Börde, Wb-Nharz 104 – Doa kamm ick up den klueken Infall … Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie). – 9. ‘zu etw., an etw. gehören’, bes. bei Lebensmitteln, 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., 3: WO-HWa – an dn Salaot kümmt Tsucker WO-Zie. – 10. zum Ausdruck des Beginns eines Vorgangs, 2: Elbschifferspr. 301 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 3: HA-Oh, 4: Elbschifferspr. 301 (CA-Ak), Wb-Ak 95 – r kimmt! Ausruf, wenn der Kahn in Fahrt kommt, a.a.O. 95. – 11. ‘einen bestimmten Preis haben’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 104 – dat is mik te der e’kemen HA-Oh. – 12. ‘ejakulieren’ 2: ZE-Roß.
Lautf., Gram.: Inf.: ko(o)men, kmen Rda-Altm 296, Heimatland-Ga 1930 Nr. 10, vereinz. w elbostf.; kohm’m, [k:] Siedler-Je § 137h, Hbl-Ohre 1935/Becker (HA-Bee); kohm GA-Lin; kaom(e)n, koam(e)n vereinz. nwaltm., OST-Bö Na, Lautdenkmal 1937 (OST-Schön), JE2-Pap, Heimatkalender-Ma 1932,47 (JE2-Vie), JE1-GrLüb; ka Dialekt-Ma 9 (verstr. JE1, ZE-Göd, CA-Gli), [ka] ZE-Kö; kao(h)m, koa(h)m SA-Brie, Wb-Altm 97, verstr. ö Altm.; [k] Mda-Ar 31, JE2-Scho; kemen HA-Oh; [ke] Id-Eilsa 73; kommen Wb-Holzl 124 (WA-KlWa), Spr-Asch 32, Wb-Nharz 104, [khomn] Mda-War 68; ko, kom(m)’m Dialekt-Ma 9 (verstr. w JE1, ZE-Dor, vereinz. nö CA), ZE-Roß, QUE-Di, Wb-Ak 95, Wb-Be; kuomen OSCH-Di; kummen Richter o.J. 64; 1. Sg. Präs.: kome, kme Wb-Holzl 124, HA-Oh, Hbl-Ohre 1939,10 (HA-Sie), OSCH-Har; km Wb-We 71; [kam] Mda-Ze (vereinz. ZE); kaom Wb-Altm 276, Bewohner-Altm 1,345; komme, [kom] Mda-Ze (ZE-Roß), OSCH-Di, Wb-Nharz 104, Wb-Ak 95; komm Matthies 1903,28; 2. Sg. Präs.: kommst, [komst] Dialekt-Ma 8 (verstr. JE1, ZE-Dor Göd, CA-Gli), ZE-Roß; kömmst Bewohner-Altm 1,345, Heimatkalender-Ma 1932,47 (JE2-Vie); kum(m)est vereinz. sw elbostf., WA-Un; kummst Wb-We 71; kümmst, [kümst] SA-Dä, Wb-Altm 97 und 276, Spr-Altm 76, Wb-Holzl 124, HA-Bee Ost; kim(m)est, [kimst] QUE-Di, Mda-Sti 5, Wb-Ak 95 und 107, Wäschke 41919,90; kim(m)st, [kimst()] mit Enklise des nachfolgenden Personalpron. Dialekt-Ma 8 (verstr. w JE1, vereinz. ö CA), Wb-Nharz 104, QUE-Di, DE-Els; [gimsd()] mit Enklise des nachfolgenden Personalpron. DE-Ca; [kemst] Dialekt-Ma 8 (verstr. JE1, ZE-Dor Göd, CA-Gli); 3. Sg. Präs.: koamt SA-NFe; [komt] Dialekt-Ma 8 (verstr. JE1, ZE-Dor Göd, CA-Gli), ZE-Kö; kömmt, [kömt] Bewohner-Altm 1,342 und 345, vereinz. STE; [kömd] Elbschifferspr. 301 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa); [kömp] STE-Buch, JE2-Scho; kum(m)et HA-Oh, verstr. sw elbostf.; kummt verstr. sw elbostf., WA-Un; kümmet Wb-Holzl 124 (HA-Wo und sw Holzl.); küm(m)t, [kümt] verstr. nwaltm. w Altm., vereinz. ö Altm., verstr. n elbostf., ADVk Nr. 49 (OSCH-Wu, WE-Re), Id-Quea 144; [kümp] OST-Kru Wal, STE-Ro; kim(m)et Wb-Nharz 104, Vk-Harz 3,24 (BLA-Be), Spr-Asch 49, Mda-Sti 5, BA-Ha; kimmt, [kimt] SA-Win, vereinz. WO, Dialekt-Ma 8 (verstr. w JE1, vereinz. nö CA), JE1-Ca, Sprw-Börde, vereinz. s elbostf., Wb-Ak 95, Wb-Be, Wäschke 61920,38; [kimd] Elbschifferspr. 301 (CA-Ak); [kemt] Dialekt-Ma 8 (verstr. JE1, ZE-Dor, CA-Gli); 1./3. Pl. Präs.: kom(e)t, kmt Wb-Holzl 124, OSCH-Har, Wedde 1938,14, WE-Oster; kemet HA-Oh; [km] vereinz. s Altm., WO-HWa; kaomen Bewohner-Altm 1,347; [km] SA-Die Pe, verstr. n Altm., kaom, koam, [kaom] vereinz. n SA, Sprw-Altmb 121; kamt Lieder-Ma Nr. 413 (WO-Ol, HA-Alv); komm(e)n SA-Im, ZE-Ra, Wb-Holzl 124; komm’m QUE-Di, [ko] OST-Krum, STE-Sa; 3. Sg. Prät.: kom JE2-Gü; [km] SA-Chei Kal, GA-Fau, vereinz. WO; ka(a)m, [km] verstr. ö Altm., GA-Bo Schw, vereinz. elbostf.; [gm] Mda-Fuhne* § 227,4 (verstr. mittleres/s KÖ); kamp Wäschke 71913,12; [km] QUE-Di, km Wb-Ak 95; [gm] Mda-Fuhne* § 227,4 (verstr. anhalt.); [gmb] BE-Sa (veralt.); [km] Wb-Altm 97, verstr. SA w OST, OST-Hi, vereinz. s Altm.; [kim] SA-Die, [käim] verstr. nwaltm.; keim Wb-Nharz 104 (WE-Oster); kamm, [kam] vereinz. Altm., Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie), Rauch 1929,70, Chr-Em 438, Wb-Holzl 124 (HA-Erx); 1./3. Pl. Prät.: km’n Tiedge 1954,39 (HA-Ost); [k] JE2-Scho; kemen Lautdenkmal 1937 (OST-Schön); [k] JE2-Scho; [khaimn] Mda-War 68, keim(e)n Rauch 1929,82, WO-Dru, Wb-Holzl 104 (WE-Oster); kmen, kamen a.a.O. 124, Wb-We 90, Mda-Sti 16; kamten Vk-Harz 3,25 (BLA-Be); Part. Prät.: ekomen, ekmen Wb-Holzl 124, Hbl-Ohre 1928 Nr. 9/Wöhlbier (HA-Eim), OSCH-Har, Wb-Nharz 104 (BLA-Ben); e’kem’n HA-Oh; jeka ZE-Kö, [jka] Mda-Ze (vereinz. ZE); [ka] Dialekt-Ma 9 (verstr. JE1, ZE-Göd, CA-Gli); kaom’m Wb-Altm 97; kaom SA-Bon; jekomm’n Alt-Cöthen 8; jekom’m, [jko] Mda-Ze (ZE-Roß), Wb-Ak 95 und 115; ekommen Wb-Nharz 104; [ko] Dialekt-Ma 9 (verstr. w JE1, ZE-Dor, vereinz. ö CA), ’kom’m QUE-Di; 3. Sg. Konjunk. Prät.: kme WE-Wa; [gm] Mda-Fuhne* § 44 (DE-Ca); kaime verstr. w elbostf., WA-KlWa Un, keime Wb-Nharz 104; Imp. Sg.: km OSCH-Har; [km] SA-Ku; komm SA-Han Schm, JE2-HGö, JE1-Flö Ho, vereinz. ZE, CA-Gli; komp ZE-Roß; kumm, [kum] verstr. nwaltm. Altm., JE2-Neu Scho, ZE-Brä, Dialekt-Ma 8 (verstr. JE1, ZE-Dor Göd, vereinz. nö CA), verstr. elbostf. s CA, Richter o.J. 64; [gum] BE-Ad KlSchie, DE-Ca (veralt.); Imp. Pl.: komet Wedde 1938,20; kommet, [komt] Wb-Nharz 104, QUE-Di; [komt] Dialekt-Ma 8 (verstr. JE1, ZE-Dor Göd, vereinz. nö CA), Wb-Nharz 104; kummt, [kumt] Dialekt-Ma 8 (verstr. JE1, ZE-Dor Göd, CA-Gli), Wb-Holzl 124; kümmt, [kümt] SA-Dä, OST-Sa. Zuss.: zu 1.: hen-, hr-, hch-, in-, ls-, mit-, n-,wern-,wer- , werweg-; zu 3.: ls-; zu 6.: hr-, wer-; zu 7.: in-, nedder-, wer-; zu 10.: hr-; sonstiges: hen-.
Kompliment n. 1. ‘an jmdn. gerichtete lobende, schmeichelhafte Äußerung’ 2: Wb-Altm 120, 3: Rauch 1929,169, HA-Oh, Id-Eilsa 75, Wb-Nharz 110 – H iss vuller Kumpelmenten Wb-Altm 120. – 2. ‘Empfehlung, Gruß’ 2: Hausfr-Altm 1927,50, 3: Id-Eilsa 75, Wb-Nharz 110, 4: Wb-Be, Wäschke 31909,105 – puschtelle mant tse Hause an schn Kompelment Wb-Be. – 3. in der Verbdg.: nicht vl Komplimente mken ‘nicht viele Umstände machen’,  Hack, 3: Sprw-Börde, Sprw-Harzvorld 374, Wb-Nharz 110.
Lautf., Gram.: [komplment] Wb-Be; Kumpelment Wb-Altm 120, Hausfr-Altm 1927,50, HA-Oh, Wb-Nharz 110; Kumpelmen(n)te Pl. Rauch 1929,169, Sprw-Börde, Id-Eilsa 75, Sprw-Harzvorld 374, Wäschke 31909,105.
können Vb. 1. Modalverb, verbr. – a. ‘imstande, fä- hig zu etw. sein, etw. wissen, beherrschen’ – Kinne ok, wat hebb ick mei dunn freut, dätt kunn ick keen’ seng’! Hausfr-Altm 1925,54; d Hs kann bannich lp’m JE2-Scho; Rda.: dor gann nich rwden, dor hat dsworl Henne ‘er ist ungeschickt’ BE-Al; Sprw.: wer nich hören kann, mot fäulen WO-Gu. – b. ‘die Möglichkeit haben, möglich sein’ – fan d Wulle kannst d Hansch’n (Handschuhe) schtrickng JE2-Scho; … konne man lichte tau’n paar Matten Koorn komen … (beim Graben nach Hamsterbauen) Hbl-Ohre 1928 Nr. 22/Wöhlbier (HA-Eim); Ob wi wat te eten krie’n können? Lindaua o.J. 5; haide gann ich nich gom’m DE-Ca; wai könn de Kui noch nich anschpann SA-Dä; Rda.: man kann Holt op ene hacken ‘er ist geduldig, lässt alles mit sich geschehen’ Wb-We 44; Sprw.: wat nich is, kann noch wern HA-Oh. – c. nur im Konjunk. ‘möglicherweise geschehen’ – ik könne glks blitz! sejjen HA-Oh; Rda.: man künne katoolsch (verrückt) wern JE2-HSe. – d. ‘dürfen’ – De groten Jungens wörr’n stolz, wenn se bi’t Opbu’en taurecken und handlangern konnen … Wedde 1938,81. – e. ‘sollen, müssen’ – du kannst mi moal dein Hot lieh’n STE-Ste; dat kannste scheene laten CA-Fö. – f. in der Verbdg.: dafür können ‘für etw. verantwortlich sein’ – ick kann der nist forr Wb-Holzl 125. – 2. Vollverb ‘imstande, fähig zu etw. sein’, verstr. – ick kann! Ausspruch eines Knaben, der glaubt, sich etw. eingeprägt zu haben, Wb-Altm 113; Wat bin ick froh, dat ick’n Handwark kann. Lieder-Ma Nr. 800 (WO-Ol); Was? mei Mann soll nischt könn’n? Wäschke 61920,139.
Lautf., Gram.: könn(e)n vereinz. mittleres elbostf., Wäschke 61920,139; kö SA-Dä, könn’ Wb-Altm 113; kennen Wb-Nharz 95, BA-Ha; ken’n, [ke] ZE-Roß, Wb-Ak 86, Wb-Be; [ka] Mda-Ze (verstr. Ze); kinnen Richter o.J. 86; 1./3. Sg. Präs.: kann, [kan] SA-Dä, verstr. Altm., JE2-Scho, Mda-Ze (verstr. ZE), verstr. elbostf., Wb-Ak 86 und 96, Wb-Be, BE-KlMü; [gan] BE-Al Il, DE-Ca; 2. Sg. Präs.: kannst, [kanst] verstr. nwaltm. Altm., JE2-Scho, Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie), JE1-Wol, Mda-Ze (verstr. ZE), verstr. elbostf.; [kanst] SA-Ku Pü, [kast] vereinz. w SA; [knst] GA-Ku; [knst] SA-Jü, vereinz. mittlere Altm., [kst] SA-Lüg Sal; [k(n)st] SA-Rie; [kst] GA-Le; 1./3. Pl. Präs.: könn’ Bewohner-Altm 1,338, [kö] SA-Dä; könn’n Matthies 1903,2; künn Brauch-wAltm 112 (GA-Nie); ken’n Wb-Nharz 95; gen’n BE-Il; 1./3. Sg. Prät.: konne verstr. w elbostf., CA-Löb; konn’ Lindau 1929,67; konnt HA-Bad; konnte Wb-Nharz 95, [kont] Mda-Ze (ZE-Roß); kunne, [kun] JE2-Gü, Mda-Ze (verstr. ZE), vereinz. anhalt.; kunn Wb-Altm 113, Spr-Altm 78, Hausfr-Altm 1925,54, Matthies 1903,49, HA-AHa; [kint] Mda-Ze (vereinz. ZE); 2. Sg. Prät.: konnst Wb-Holzl 125; [gunsd] DE-Ca; 1./3. Pl. Prät.: konnen Wb-Holzl 125, Wedde 1938,81; ku(n)n’n Pohlmann 1905ff.,124 (OST-GrRo), JE2-Gü; 1./3. Sg. Konjunk. Prät.: könne Wb-Holzl 35 und 125, HA-No Oh, Lindaua o.J. 4; könnt Wb-We 74; künnte JE1-Gü; künne JE2-HSe, Wb-Holzl 125; kunn Bewohner-Altm 2,173, Spr-Altm 78; kenne Wb-Nharz 95; kinnte JE1-Ca, [kint] Mda-Ze (verstr. ZE); kinne, [kin] a.a.O. (verstr. ZE), Wb-Ak 86, Richter o.J. 91; 1./3. Pl. Konjunk. Prät.: könnt Lindauc o.J. 16; kinnten Richter o.J. 87; Part. Prät.: jekonnt Wb-Ak 86, Wb-Be; ekon(n)t Wb-Holzl 125, HA-Oh, Wb-Nharz 95; kunt Wb-Altm 113; [jkint] Mda-Ze (verstr. ZE). Zus.: zu 2.: hch-.
kort Adj. verbr. 1. räumlich ‘von vergleichsweise geringer räumlicher Ausdehnung in einer Richtung’ – … un nahm sine korte Pipe uten Mule … Lindaua o.J. 2; ‘n kl. Kn kort anbin’n ‘den Beikahn in kurzem Abstand hinter dem Kahn schwimmen lassen’ Elbschifferspr. 392 (STE-Tan); Rda.: kort annebun’n sien ‘barsch, abweisend sein’ Wb-Holzl 125 (vgl. 3a.); einen kort hlen ‘jmdn. streng halten’ Wb-Nharz 105; kort riten ‘zerrei- ßen’ Wb-We 73; das is je gurdsch un glain ‘das ist völlig entzwei’ BE-KlSchie; Ick slao di’ n Puck’l kort un klein. Wb-Altm 113; ek bin kort un klein ‘ich bin völlig ermattet’ Id-Queb 6; lanke hre un korte jedanken Wb-Nharz 105; Sprw.: Kort un dick hät bi Deerns keen Schick, lang un grot, datt lett got. Spr-Altm 14. – 2. zeitlich – a. ‘von vergleichsweise geringer zeitlicher Dauer’ – ne korte Tt HA-Oh; … wenn de Ta’e kortsch un de Nächte lank wer’n … Wäschke 71913,120; Rda.: ewer kort der lank ‘früher oder später’ Wb-Nharz 105; dä geit kort ‘er stirbt’ WE-Dan; kortsch un lank ausschimpen ‘jmdn. ausgiebig ausschimpfen’ Spr-Anhalt 169; ne korte finewe mken ‘nicht viel Aufhebens machen’ Wb-Nharz 105. – b. ‘mit geringem zeitlichem Abstand von etw.’ – kort for sesse HA-Oh; korts nhr Wb-Nharz 105; … ick bin irst vör korten in’n Buernhus ‘ewest … Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie). – 3a. ‘nicht ausführlich, knapp’ – Da säggt de Bur, de ja immer höllsch kort was: “Mutter drag af, he will nich!” Hausfr-Altm 1940,112 (STE-Ber); Rda.: kort wech sn ‘nicht viele Worte machen’ Wb-Nharz 105; Drum koart un bündig rutgeseaggt … Matthies 1903,12. – 3b. ‘schnell,  rasch’ – … denn se kam korz enschloten op meek tau …Vk-Harz 3,23 (BLA-Be).
Lautf.: kort, [kort] Wb-Altm 113, Bewohner-Altm 1,346, Spr-Altm 14, CALV-Uth Zo, vereinz. sö Altm., verstr. JE2 JE1, Mda-Ze (ZE-Reu Stre), verbr. elbostf.; [ko(r)t], kott SA-Die, verbr. Altm., JE2-NeuWe Scho; koart, [krt] Matthies 1903,12, SA-Sta, GA-Pe, Siedler-Je § 116 (JE2 JE1), JE1-Mö; [kot] SA-Dä, GA-Mie; korz, korts vereinz. s elbostf., Mda-Sti 41, BA-Schie; kortsch Dialekt-Ma 5 (JE1-Walt), verstr. ZE sö elbostf. anhalt.; [gord] Mda-Fuhne 66 (verbr. anhalt., vorw. ältere Generation), a.a.O. 18 (DE-Ca); kurt JE2-HBe; [kurts] Dialekt-Ma 5 (CA-Gli); [gurd] Mda-Fuhne 66 (verbr. anhalt., vorw. jüngere Generation), BE-KlSchie; [krt] SA-Ah Ku, JE2-Mü Pa; [krt] SA-Pü; [kt] verbr. nwaltm., SA-Sa, GA-Ku Schw; kuot OST-Ker.