Bdige f. ‘Wasserstelle zum Waschen der Schafe im Teich oder Bach’ 3: Wb-Holzl 58 (Allertal, HA-Em).
Lautf.: Ba’ije.
balde I. Adv. verbr. 1a. ‘demnächst, in Kürze’ – balle m (mal) ZE-Roß; ick läuw wai krieg baid Frost SA-Lag; kumm balle mal we’er! Wb-Holzl 58; na warts tenn ple? Ausruf zur Eile, Wb-Be; ... “Fennand, wenn der Wind nich balle angeiht, dänn hewwe ick för di bei Da’e ok noch Arbeit, ...” Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie); balle bin ik d, balle bin ik d! Nachahmung des Läutewerks der Bahnschranke, HA-Oh; Rda.: der nippelt ok balle af ‘er stirbt bald’ JE2-Hü; mit em ist bald all dass., OST-Katt; Wetterregel: Scheint die Sonne uff’s nasse Blatt, jibt es baale widder watt! Vk-Anhaltc 76 (ZE-Cos); Bastlösereim:Piepen, Papen, Pasterjahn,
will de Bast nich ball afgahn?
WO-Ba.
– 1b. ‘schnell,  rasch’ – de Äterie (Essen) vordarbet in’n Sommer balle HA-Hi; Mit’n Preister war hei sick balle einig, ... Rauch 1929,5; Rda.: dat is ble gesecht Wb-Nharz 20; Sprw.: wer erst aneknütt is (eine Anfangsstellung als Beamter hat), kummet balle forwärts HA-Oh; korte Haare sünd balle bösst (gebürstet) HA-No; Vöäl Hänn’ moak’n bald ’n Enn’ un leere Schötteln. Spr-Altm 50. – 2. ‘fast, beinahe, nahezu’ – In ken harrn ble alle Leite an Schwein. Wb-Ak 30; Willem Schult hat ball’ de Slag draop’n ... Hagen 1957,328; ick harre balle wat eseggt Sprw-Börde; ich hadde Ihnen boale nich mehr jekennt CA-Sta; et sünt balle tein Pund HA-Oh; dat harre ek bale vergeten Wb-We 12; ..., ’s kimmet mich abber bahle so vor. Richter o.J. 8; In Hordorf spräkt se balle m’so w hr, ... Mda-Harz 15 (OSCH-Crot); ble wor ich hinjefal’l DE-Ca; balle lch ek BLA-Brau; balle, balle! Zuruf an jmdn., der stolpert und fast gefallen wäre, Spr-Mab 385 (WO-Ol, JE1-Gü). – II. Konj., in der Doppelform balde ... balde zur Bezeichnung einer raschen Aufeinanderfolge, eines raschen Wechsels der Situationen ‘einmal/ein andermal, teils/teils’ 2: Albrecht 21822 2,VII, 3: Id-Eilsa 50, WE-Oster, 4: Richter o.J. 91 – Mihr viere also jungen beinah jeden Tack son bißjen spazieren, bahle dahin, bahle dorthin; ... a.a.O. 91; Reim:balle wille dit nich,
balle wille dat nich,
balle wille Klump un Schwetschen nich
WE-Oster.
Lautf.: balde WA-Un; balle, [bal] OST-Na, verstr. s Altm., vereinz. mittleres JE2, verstr. mbrdb., verbr. n/mittleres elbostf., verstr. s elbostf.; balla ZE-Mü; bald, -t verbr. nwaltm. nbrdb., vereinz. s JE2, JE1-Scha, WO-Mei, HA-Bee, WA-Bey; baid SA-Lag; ball, [bal] vereinz. nwaltm., verstr. Altm. (außer SA s STE n WO); bolle QUE-Frie; baale, ba(h)le Vk-Anhaltc 76 (vereinz. ZE), vereinz. mittleres elbostf., verstr. s elbostf. anhalt.; ple KÖ-GrPa; ba(a)d, -t, [bd] vereinz. nwaltm., SA-GrGe; bao(h)le, boa(h)le, [bl] verstr. s elbostf. anhalt.; [ple] Wb-Be; bohle, [bl] BLA-Be, vereinz. nthür.; ple Mda-Sti 38; Nbff.: baldsen GA-Qua; baleken, bleken Dim. Wb-We 12, Wb-Nharz 20.
Balkenrter m. ‘Säule im Dachstuhl’ 3: Wb-Holzl 58 (HA-Eil).
balstrig Adj. 1. ‘eigensinnig, starrköpfig, widerspenstig’,  dickköppig, 1: SA-Dä, 2: vereinz. nbrdb., 3: vereinz. elbostf. (außer sö) – d is balschtrich, d mokt dät nich JE2-Scho. – 2. ‘aufgebracht, zornig’,  1fuchtig, auch ‘grob’ 2: vereinz. nbrdb., 3: Wb-Holzl 58 (HA-Eil), Id-Quea 143 – so wäs doch nich so ballstürig ‘so rege dich doch nicht so auf’ STE-GrMö.
Lautf.: ballstürig, -ich, [baltri] SA-Dä, vereinz. nbrdb. n elbostf.; bollstürig Land/Leute-Je 1923 Nr. 2 (JE2-Schö); bo-astürig SA-GrGe; bal(l)stierig WE-Oster, Id-Quea 143.
bammelig Adj. 1. ‘schlaff, lose herabhängend’ 2: ZE-Roß, 3: Wb-Holzl 34 und 58, Wb-We* 201 – uffhängn due ick mich ma nich, det sät miche zu bammelich aus ZE-Roß. – 2. ‘nachlässig’ 4: Mda-Sti 88. – 3. ‘unwohl’ 3: BE-Gü.
Lautf.: bammelig, -ich; außerdem: pamelig Mda-Sti 88.
Band n., auch m. 1a. ‘Stoff- oder Lederstreifen’, bes. als Schmuck, 2: Bewohner-Altm 2,104, Volksspr-Altm 90, ZE-KlLei, 3: Wb-Nharz 20, 4: Brauch-Anhalt 26, Alt-Cöthen 3 – Unse Deerns moakten sick damals ok all smuck ... met de bunten Döker, Schörten, Bänner un Mützen. Bewohner-Altm 2,104. – Brauch: B. wurden zu vielerlei Anlässen angelegt: Die Leichenbitter trugen am Hut ein schwarzes B., ebenso die Teilnehmer am Leichengefolge. Der Hochzeitsbitter erhielt von den Eingeladenen ein B., das am Rock befestigt wurde. Zur Einfuhr der ersten Ernte wurden die Pferde mit roten Bändern geschmückt. Brauch-Anhalt 26. – 1b. ‘Band zum Schnüren an Schürzen oder Röcken’ 3: Wb-Nharz 20. – 2. 2: Volksspr-Altm 90, verstr. s Altm., Mda-Je 230 (n/mittleres JE2), JE2-Bö, JE1-Güt Ziep, verstr. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – a. ‘Bindfaden, Schnur’ – Rda.: einen n banne hebben ‘Einfluss auf jmdn. ausüben können’ Wb-Nharz 20; de Banne krin ‘in Ordnung bringen, zustande bekommen’ Id-Eilsa 50. – b. ‘Strohseil zum Garbenbinden’ – de Kinner mutten Bänne moaken JE1-Wo; Rda.: dat krn in banne hebben ‘das Korn zu Garben gebunden haben’ Wb-Nharz 20. – Brauch: Betritt ein Fremder oder ein Besucher das Erntefeld, wird ihm ein B. umgebunden. Gleiches widerfährt den Angehörigen der Gutsherrschaft, wenn sie das erste Mal nach Erntebeginn auf das Feld kommen. Durch eine Geldzahlung kann sich der Betroffene lösen. vereinz. anhalt. – 3. ‘Leine zur Befestigung des Sprietsegels am Mast’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 217 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 217 (CA-Ak). – 4. ‘Sehne der Kuh zwischen Schwanzwurzel und Sitzbein’ 3: Wb-Holzl 58. – 5. ‘Fassband, Fassreifen’ 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf. (außer nö) – de Bände ndrieben ‘ein Fass mit B. versehen’ CA-Fö; Rda.: einen de benne ndrben ‘jmdn. zur Eile antreiben’ Wb-Nharz 20; ter Rand und Band Wb-We 12; Sprw.: et hat keinder en isern Band um’n Kopp ‘niemand ist vor dem Tod sicher’ Sprw-Börde. – 6. ‘harte Erdkruste’,  Borke, 3: Wb-Nharz 20. –7. Schimpfwort. – a. ‘altes, schlechtes Pferd’,  Gaul, 4: CA-Zu. – b. abfällige Bezeichnung für eine Frau – da geit Irma sn Band (Irmas Mutter) 3: QUE-He.
Lautf.: Band, -t; außerdem: pant, [pant] BLA-Sti, Wb-Be; pnt Mda-Sti 9; Bänd vereinz. nw WE; Bend, b-, -t vereinz. s OSCH nw WE, Wb-Nharz 25; Benneken, b- Dim. HA-Oh, Wb-Nharz 25. – Gram.: Pl.: Bänder JE2-Bö, Wb-Holzl 58; Bändersch Dat./Akk. ZE-KlLei; Bänner Alt-Cöthen 3; Bänner Dat./Akk. Bewohner-Altm 2,104; Bnner Volksspr-Altm 90; [br] Elbschifferspr. 217 (alle angegebenen Orte); [br] BA-Ha; bender Wb-Nharz 20; penger Mda-Sti 9; Bände CA-Fö, DE-Vo; Bänne Mda-Je 230 (n/mittleres JE2), CA-Fö; Bänne Akk. JE1-Wol; Bänge Bauernwelt-Ze; Bnn’Volksspr-Altm 90; Benne HA-Oh, Sprw-Börde; m. belegt: WO-Schri, JE1-Go, verstr. elbostf. (Wb-Nharz 20: 5.7.).
Bandlock n. ‘von Balken begrenztes Feld eines Fachwerkhauses, Gefach’ vgl. Fack, 3: Wb-Holzl 58, Id-Eilsa 50, Sprw-Eils 38 – Rda.: ick sla’e dick glieks tau’t Bandlock rut Androhung von Prügel, Wb-Holzl 58; ’n Bandlock open laten ‘sich eine Möglichkeit des Rückzuges, der Ausflucht offen halten’ Sprw-Eils 38.
Bner m. ‘Eisenbahner’ 3: Wb-Holzl 58, 4: Wb-Ak 31.
Lautf.: Baander Wb-Holzl 58; Bner Wb-Ak 31.
Bang(e)büxe f. 1. ‘ängstlicher, furchtsamer Mensch’,  Angsthse, 1: vereinz. nwaltm., 2: vereinz. w Altm., verstr. ö Altm., vereinz. mittleres JE2, 3: GA-Ev, Wb-Holzl 59, vereinz. sw elbostf. – dat is doch an richting Bangbücks SA-Dä. – 2. ‘zaghaftes, schüchternes Kind’ 2: vereinz. Altm., 3: WE-El Is.
Lautf., Gram.: Bangebüxe, -büchse GA-Ev, vereinz. WE; -büsse Wb-Holzl 59; bangbüchse Id-Quea 143; Bangbüxen Dat./Akk. Pl. Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi); Bangbüx, -büchs, [babüks] vereinz. nwaltm. w Altm., verstr. ö Altm., JE2-GrWud NSchl.
br Adj. 2: Pohlmann 1905,15, Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.), 3: vereinz. elbostf. (außer sö), 4: Mda-Sti 16, Wäschke 41910,59. 1. ‘unbekleidet, unbedeckt, nackt’ – ... ewwer seine barn Knie’en ... a.a.O. 59; Rda.: sek br mken ‘alles Geld ausgeben’ Wb-Nharz 21. – 2. ‘in/mit Geldscheinen oder Münzen’ – In’n Geldschapp legen ... Schuldschiens un baar Geld. Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.); hei hat glks br betlt HA-Oh; Rda.: Baar Jelt lacht. Wb-Holzl 32.
Lautf., Gram.: br HA-Oh, Wb-Nharz 21; baar attr. n. Nom. Sg. Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.), Wb-Holzl 32; barn attr. f. Dat./Akk. Pl. Wäschke41910,59; baor, boar, br Pohlmann 1905,15, Spr-Mab 387 (JE1-Gü), QUE-Di; pr Mda-Sti 16.