Beding m. ‘Bedingung, Voraussetzung’ 3: Wb-Holzl 60 (HA-Eil Wo), Wb-Nharz 23 – met dn bedink ‘unter der Bedingung’ a.a.O. 23.
Lautf.: Beding Wb-Holzl 60 (HA-Eil Wo); bedink Wb-Nharz 23.
bedrwen Vb. ‘betrüben’, auch als Part. Prät. ‘traurig, bekümmert’ 1: SA-Dä, Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die), 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. n/w elbostf., QUE-Di, 4: KÖ-GrPa, Richter o.J. 94 – mien Bedroi’m subst. Wb-Holzl 60; dai Öllan sünd bedruift iwa aia unoarich Kinna SA-Dä; Rda.: H bedrwt kn Minschen. ‘Er tritt niemandem zu nahe.’ Wb-Altm 40; Sprw.: ausn butriweten Arsch kimmt keen freliger Forz KÖ-GrPa; jung gefreit hat niemand gereut, un lange getäuwet hat keinen bedreuwet HA-No.
Lautf., Gram.: bedröw’n Wb-Altm 40; -dräuwen WE-Oster; -droi’m Wb-Holzl 60; Part. Prät.: bedröft, -dröwt vereinz. Altm.; -dreuwet, -dräuwet vereinz. n elbostf.; -dräuwt Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die); [bdruift] SA-Dä; bedrwet Wb-Nharz 23; -drwt Firmenich 1854,125 (STE-Wa); bidriiwet QUE-Di; betriebet Richter o.J. 94; butriweten attr. sw. Dat. Sg. KÖ-GrPa.
bedden Vb. 1: vereinz. nwaltm., 2: vereinz. Altm., Heimatkalender-Je 1923,96 und 100 (JE2-Fi Vie), Mda-Ze (verstr. ZE), 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. 1. ‘einen bestimmten Sinn, eine bestimmte Bedeutung haben’, spez. auch ‘auf etw. Zukünftiges hinweisen’ – wat soll dat bedien? ‘was soll das heißen?’ Sprw-Börde; dat hat nist’e bedn ‘damit hat es nichts auf sich’ HA-Oh; Nu irst markte Hinrich, wat de Wirtschaft up’n Karstenberg tau bedüden harre. Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die); ... un mänch ener woll segg’n würd, dät bedü’t wat, do kömmt noch wat no, ... Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi); Rda.: t’ bedütt wattet bedüün soll Spr-Maa 393 (WO-Ol); Wetterregel: Gewidda in Säptemba bedt Schni in Dsemba SA-Rist. – 2a. ‘jmdn. auf etw. hinweisen’, dabei auch ‘jmdn. belehren, zu überzeugen versuchen’ – Ick bedut öhm, dat dat nich gahn dehe, ... Rauch 1929,47; laat dick bedü’en Wb-Holzl 60; bedütt ne dat mal Mda-War 61; Neckreim: in Klüden (ON) laoten sik de Lü nich bedün ‘... sind die Leute eigensinnig’ GA-Wan. – 2b. ‘jmdn. beruhigen, beschwichtigen’.
Lautf., Gram.: bedüd(e)n Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die), Wb-Altm 42; -dü(ü)en, -dü’en, -den vereinz. n/w elbostf.; -düün, -dü’n, [bdn] vereinz. Altm. HA, Id-Eilsa 51, Wedde 1938,80; bidün OSCH-Di; beddn Mda-Ro; [bd] Mda-Ze (vereinz. ZE); bedien, -dn OSCH-Har, Sprw-Börde, Wb-Nharz 23; -deitn, [bdaitn] Mda-Ze (ZE-Roß), CA-Ak, Krause 1964,25; budeiten Wäschke61915,14 und 108; [putaitn] Wb-Be; bedaten Spr-Asch 50; 3. Sg. Präs.: bedt SA-Rist, -düt, -dü’t Bewohner-Altm 1,349, Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi), Lindauc o.J. 23; -dütt Matthies 1903,7, vereinz. n elbostf.; -ditt, [bdit] Mda-Ze (vereinz. ZE), vereinz. mittleres/s elbostf.; bi- QUE-Di; bu- Serimunt 1929 Nr. 46; [putit] Wb-Be; [bdut] SA-Dä; [-daitt] Mda-Ze (ZE-Roß); 1./3. Sg. Prät.: bedut Rauch 1929,47; bedidde, -dudde Wb-Nharz 23; buditte Wäschke 61915,59; 3. Pl. Prät.: bedü’ten Heimatkalender-Je 1923,96 (JE2-Vie).
Beffken n. 1a. ‘aus zwei weißen Leinenstreifen bestehende Halsbinde am Talar evangelischer Geistlicher’ 2: Wb-Altm 151, 3: Spr-Mab 383 (JE1-Gü), Wb-Holzl 60, Wb-We 11 und 99, 4: Wb-Be. – 1b. ‘weiße Leinenstreifen als Teil des Kragens von Frauenkleidern’ 3: Wb-Holzl 60. – 2. ‘bei Kleinkindern vor den Oberkörper gebundenes Tuch, das die Kleidung beim Essen schützen soll’ 2: Wb-Altm 151.
Lautf.: Beffjen Wb-Holzl 60; [pefn] Wb-Be; Bäfken, bäffk’n Spr-Mab 383 (JE1-Gü), Wb-We 11; Päffken, Päffk’n Wb-Altm 151, Wb-We 99.
begn Vb. 1a. ‘auf etw. entlanggehen, entlanglaufen’ 3: vereinz. elbostf. – Sprw.: op dn wje, d ofte begn wart, west kein grs ‘Eheleute, die geschlechtlich oft miteinander verkehren, bekommen keine Kinder’ Wb-Nharz 23. – 1b. ‘eine Strecke prüfend ablaufen’ – de Gränse begn ‘eine Flurbegehung vornehmen’, ausf.  Grenze, 3: Wb-We 14. – 1c. ‘der Reihe nach ein Gebiet vollständig ablaufen, überall vorbeigehen’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 14 – Ick kunnt nich ganz begaon a.a.O. 14. – 2. ‘trächtig werden’, von der Kuh, 2: Wb-Altm 62, 3: Wb-Holzl 60 (HA-Ov), Wb-Nharz 23 – wenn de Kau nu edeckt werd un se begait nich ...? Wb-Holzl 60 (HA-Ov). – 3. ‘feiern’ 3: vereinz. n/w elbostf. – ’n Fest begn HA-Oh; ... um den besten Dag int Jahr festlich te begahn. Rauch 1929,117. – 4. ‘Übles verüben’ 1: SA-Dä, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – ik heff Unrecht begaon SA-Dä; Sprw.: Krummes verstahn, awer nich begahn Sprw-Börde.
Lautf.: began, -gn vereinz. elbostf.; bigen Wb-We 17; begaon Wb-Altm 14 und 62; [bgaon] SA-Dä; [pujn] Wb-Be.
begrsen Vb. refl. 1. ‘sich mit Rasen überziehen, grün werden’ 3: Wb-Holzl 33, Wb-Nharz 23 – En Stain, dee feel ewöltert werd, begraset sick nich. Wb-Holzl 33. – 2. ‘sich auf unredliche Weise bereichern’ 3: Wb-Nharz 23.
Lautf., Gram.: begrsen Wb-Nharz 23; -graset 3. Sg. Präs. Wb-Holzl 33.
begrsen Vb. ‘grauhaarig werden, ergrauen’ 2: Wb-Altm 275, Spr-Altm 76, 3: vereinz. nw elbostf. – Sprw.: wat en gu’en Essel wer’n will, de begriset bi Titen ‘die Eigenschaften der Eltern zeigen sich schon frühzeitig bei den Kindern’ Wb-Holzl 60; Watt begrst iss, dat iss k all begraut ‘lange gepflegte Gewohnheiten lassen sich nur schwer ablegen’ Wb-Altm 275.
Lautf., Gram.: begrisen Wb-Holzl 60; 3. Sg. Präs.: -grist, -grst Wb-Altm 275, Spr-Altm 76, Bewohner-Altm 1,265 (GA-Hö Wef); -grieset HA-No; -grießet HA-Sü.
behängen Vb. refl. ‘sich mit jmdm./etw. beschäftigen, auseinandersetzen’ 3: Wb-Holzl 61, 4: Wb-Be – ick will mick damid nich behängen Wb-Holzl 61.
Lautf.: behängen Wb-Holzl 61; [puhen] Wb-Be.
behwig Adj. ‘behäbig’ 3: Wb-Holzl 61, 4: Mda-Sti 27, Wb-Be.
Lautf.: behäwich Wb-Holzl 61; [puhwi] Wb-Be; pehwig Mda-Sti 27.
bekken Vb. (refl.) ‘(sich) jmdn., etw. ansehen, anschauen’, vgl. bekucken, 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. n/mittleres elbostf. – npe bekken ‘genau ansehen’ HA-Oh; ... un bekiekst dei ’n ollen Fritzen sienen Lustgaarn. Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.); Rda.: sick en bettjen fonn innewennich bekiken ‘ein wenig schlafen’ Wb-Holzl 62; He bekiekt de Welt as de Koh dat nie Doar. ‘Er ist verwundert.’ Spr-Altm 45. – Volksgl.: Hänne bekikken jift Arjer Sprw-Börde.
Lautf., Gram.: bekik(e)n, -kk(e)n vereinz. n elbostf.; -kiekst 2. Sg. Präs. Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.); -kiekt 3. Sg. Präs. Spr-Altm 45; -kieke 3. Sg. Prät. Lindauc o.J. 11; -keek’n 3. Pl. Präs. Matthies 1903,45; -kikken Sprw-Börde.