2Bre f. 1. ‘Frucht des Birnbaums’, auch PflN ‘Birne’ allg. – d Bre is all mulsch JE2-Scho; beliebte Gerichte waren: Klump un Barn ZE-Roß; Bar’n un Kartoffel’l Wb-Ak 32; gebackte Beeren WA-Wo; Rda.: b jekkte Bern steit de Det hinder de Der ‘man verbrennt sich daran leicht den Mund’ HA-Oh; an ln rsch mit Parn’n schroffe Abweisung, Wb-Be; Tanzlied:Hastne Parn’ in deine Ficke,
Lankse doch nur ma naus,
Will se kosten, wie se schmecket,
Sieht se doch wie Zucker aus.
KÖ-GrPa.
– 2. in der Verbdg.: wilde Bre PflN ‘wilde Birne’, auch die Frucht,  Holtbre, verstr. – 3. ‘Glühbirne’ 3: Wb-Holzl 63, 4: CA-Ak. – 4. ‘Kopf’ 3: Spr-Asch 27, 4: BE-Ad KlSchie.
Lautf., Gram.: Beere, [br] Sg., Beer(e)n Pl. vereinz. n WO, verstr. mittleres/s JE2 JE1, vereinz. ZE, verbr. elbostf. nthür.; Beer SA-Die, vereinz. Altm., JE2-Wa; pre Mda-Sti 127; Bere, Ber HA-Oh, QUE-Di; Beär GA-Trü, JE2-Kam; Beärn Pl. JE2-Scha, JE1-Grü; Bäre, [br] STE-Ar, verstr. s Altm., JE2-Scho, verstr. mittleres/s JE2, verbr. JE1 ZE, verstr. n elbostf., CA-El; Br, baer, Bä, [b] verstr. nwaltm., verbr. Altm. (außer s); Bären Pl. Vk-Anhaltc 117 (ZE-Na); Bä(ä)(r)n, [bn] Pl. verstr. Altm., JE2-Gü, JE1-Bü Ca; Bäe SA-Dre; [b] GA-Le, STE-Buch Steg; Bäare ZE-Ser; Bäere ZE-Gö; Bäer SA-Han Jah; [bäi] verbr. n nwaltm.; [bain] Pl. SA-Dä; Biere, biere OSCH-Di, WE-Rho, CA-KlRo; Bire WE-Wa; Birne JE2-Ba, JE1-Rie, vereinz. nö ZE ö elbostf., CA-Me; Barne, [barn] verstr. s ZE, BLA-Brau, verstr. n CA, verbr. anhalt.; Parne, parne Wb-Be, KÖ-GrPa; [bern] Mda-Fuhne 55 (KÖ-Wer, jüngere Generation); bärne, [brn] Mda-Ro, KÖ-Wa; Borne vereinz. sö elbostf.; Burne JE1-Ra, CA-Ca.
Bergamottbre f. PflN ‘Bergamottbirne’, auch die Frucht, 3: Wb-Holzl 152 (HA-Eil).
Lautf.: Parjemuttbere.
Brgeld n. ‘Trinkgeld’ 2: Hochzeit-Altm 24, 3: Wb-Holzl 60 (WA-KlWa) – Brauch: Der durch ein quer über den Weg gespanntes Seil aufgehaltene Brautzug kann weitergehen, wenn der Bräutigam sich durch die Zahlung eines B. löst. Hochzeit-Altm 24.
Lautf.: Baierjeld Wb-Holzl 60 (WA-KlWa).
berken Adj. ‘aus Birkenholz’ 2: Id-Altm, Wb-Altm 15, 3: Wb-Holzl 63, Wb-Nharz 21, 4: Richter o.J. 6 – ... bei mich zu Hause marschierten se mit barkene Knippels rum ... a.a.O. 6.
Lautf., Gram.: berken Wb-Holzl 63; baerken Id-Altm; bërk’n Wb-Altm 15; barken Wb-Holzl 63 (WA-KlWa), Wb-Nharz 21; barkene st. m. Dat./Akk. Pl. Richter o.J. 6.
Berp m. 1. ‘Ruf, Leumund’ 2: Wb-Altm* 49, Schwerin 1859,16, 3: Gorges 1938,44, Wb-Holzl 62 (HA-Scha) – slecht in Beraupe staan a.a.O. 62 (HA-Scha). – 2. ‘Beruf’ 2: Wb-Altm* 49 (slt.), 3: Gorges 1938,44, Wb-We* 202, 4: Krause 1964,79. – 3. ‘Berufung’ 3: Wb-We* 202.
Lautf.: Beroop Schwerin 1859,16, -rop Wb-Altm* 49; -raup vereinz. elbostf.; -ruf Krause 1964,79.
Brstg m. ‘Gang zwischen Ausschank und Stammtisch im Wirtshaus’, dort tropft Bier aus den gefüllten Gläsern zu Boden, 3: Wb-Holzl 60 (HA-Eil).
Lautf.: Baierstiech.
beschten Vb. 1. refl. ‘sich mit Kot beschmutzen’ 2: Wb-Altm 15, SA-Ban, 3: verstr. elbostf., 4: BA-Schie, Wb-Ak 34, Wb-Be – Sprw.: mannjer beschit sich in’n Schlap ‘mancher hat besonderes Glück’ Sprw-Börde; wer sik beschitt, mott sik wischen lten HA-Oh. – 2. refl. ‘sich übermäßig aufregen, viel Aufhebens um etw. machen’, auch ‘sehr ängstlich sein’ 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 34, Wb-Be – puschais tich man niche a.a.O. – 3. Part. Prät. ‘sehr schlecht, übel, unangenehm’ 2: WO-Bl, JE1-Lei, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 34 – du bist beschetten HA-Bee; Sprw.: De Kinderwetten sind beschetten. Wb-Holzl 33. – 4. ‘betrügen, übervorteilen’,  bedrgen, 2: Wb-Altm 15, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 34, Wb-Be – Dr hat Fritzen awwer beschissen! Wb-Ak 35.
Lautf., Gram.: bescht(e)n Wb-Altm 15, SA-Ban, verstr. elbostf.; -scheissen, -ß- Wb-Altm 15, Spr-Mab 397 (WO-Ol), Wb-Ak 34; [puaisn] Wb-Be; Part. Prät.: beschäten WO-Bl, JE1-Lei; -schett(e)n verstr. elbostf.; -schött’n Wb-We* 202; -schissen BA-Schie, Wb-Ak 34.
Bsenstl m. ‘Stuhl mit einem aus Binsen geflochtenen Sitz’ 3: Wb-Holzl 60, Id-Eilsa 51.
Lautf.: Beisenstaul, Baisen-.
Bsenvgel m. ‘aus Binsenmark gefertigter Vogel’, wird zu Weihnachten an den Stubenbalken gehängt, wo er sich in der warmen Luft dreht, 3: Wb-Holzl 60 (HA-Alt), HA-Em.
Lautf.: Baisenfoggel.
Bessenbinder m. 1. ‘Besenbinder’ 2: vereinz. Altm., JE2-Gü, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Be – Rda.: hai löppt wi en Bessenbinner ‘er läuft sehr schnell’, in Anspielung auf den Ruf der B., das Material zu stehlen, Wb-Holzl 63. – 2. Pl. NeckN für die Bewohner von Eickendorf, 3: GA-Eick.
Lautf.: Bessenbinder Id-Altm, verstr. elbostf.; -binner Pohlmann 1905,48, verstr. elbostf.; -bin’ner JE2-Gü; Bess’mbinn’r Lieder-Ma Nr. 735 (WO-NiDo), Spr-Mab 398 (WO-Ol); [pznpir] Wb-Be; Nbff.: Bessenbinne Wb-Altm 15; -binn’ Wb-Altm* 49.