allvrhen Adv. dass. wie  allhand 1b., 3: Wb-Holzl 54.
Lautf.: allforin.
allwoll Adv. ‘wenigstens, zumindest’ 3: Wb-Holzl 54 (HA-Eil), Wb-Nharz 10 – dat mechte j alwol sn, wenn hei man rbeie a.a.O. 10.
Alwersranken Pl. PflN Ackerunkraut, 3: Wb-Holzl 54 (HA-Eil).
Amouren Pl. ‘Angewohnheiten, Gepflogenheiten’ 3: HA-Bee, Wb-Holzl 54 (HA-Eil) – wat dee forr Amören het? a.a.O. 54 (HA-Eil).
Lautf.: Amören Wb-Holzl 54 (HA-Eil); Amörijen HA-Bee. – Etym.: wohl zu frz. amour ‘geliebter Gegenstand, Steckenpferd, Liebhaberei’, vgl. HWb-Frz 40.
2anbacken Vb. 1. 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be. – a. ‘mit Leim festmachen, ankleben’ – n’ Zeddel anbacken HA-Oh. – b. ‘ohne Sorgfalt ankleben, auftragen’ – d tapten hete man sau nebakt Wb-Nharz 10; he hat’n Lehm man so anbackt von einem Maurer, der Lehmputz ohne Sorgfalt aufgetragen hat, Wb-Altm 9 f. – c. ‘an etw. festkleben, haften’ – den is et Hime (Hemd) anebackt Sprw-Börde; de Snei backet an Wb-We 6. – 2. mit Bezug zu 1a. ‘pfänden’ – De Jerichtsvollzer hat anebacket 3: HA-Oh. – 3a. ‘jmdm. tüchtig die Meinung sagen’, auch ‘jmdn. beleidigen’ 3: vereinz. w elbostf. – 3b. in der Rda.: ainen wat anbacken ‘jmdm. übel nachreden’ 3: Wb-Holzl 54. – 3c. dass. wie  anballern 2., 3: HA-Va.
Lautf.: anbacken, -back’n; außerdem: am- Spr-Maa 435 (WO-Ol); nbakken Wb-We* 199, Wb-Nharz 10; [npakn] Wb-Be.
anbinden Vb. 1. ‘durch Binden befestigen, festbinden’ 1: Matthies 1912,12 (SA-Fa), 2: vereinz. nbrdb., Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie), Heimatkalender-Ze 1962,89 (ZE-Ze), 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – ... , wo de Kiehe un Ochs’n anjebun’n wär’n konnt’n. Heimatkalender-Ze 1962,89 (ZE-Ze); Rda.: hier is los, wat nich annebunnen is scherzh. Antwort auf die Frage, was los sei, Sprw-Börde; kort annebun’n sien ‘barsch, abweisend sein’ Wb-Holzl 125; ‘n Bhren anbinnen ‘Schulden machen’ Id-Altm. – 2. Schifferspr. – a. ‘den Kahn wegen schlechter Auftragslage festmachen’ 2: Elbschifferspr. 367 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 367 (CA-Ak). – b. ‘zum Segeln benötigtes Leinenzeug am Mast anbringen’ 2: a.a.O. 379 (JE2-Mi). – c. in der Verbdg.: kort anbinden ‘den kleinen Kahn dicht hinter dem Fahrzeug schwimmen lassen’ 2: a.a.O. 392 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa). – 3. ‘an jmds. Arm ein Band, einen Strauß o.ä. befestigen’ 2: Vk-Anhalta 277 (ZE-Li Na), 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Brauch: Wird einem Geburtstagskind ein Strauß angebunden, kann es sich mittels einer Spende lösen. Wb-Nharz 11. Betritt ein Fremder oder ein Besucher das Erntefeld, wird ihm ein Strohseil, ein Band oder ein Ährenbüschel umgebunden. Gleiches widerfährt den Angehörigen der Gutsherrschaft, wenn sie das erste Mal nach Erntebeginn auf das Feld kommen. Durch eine Geldzahlung kann sich der Betroffene lösen. vereinz anhalt. – Reim:Ich habe hören ein Vögelchen singen,
Ich soll den gnädigen Herrn anbingen,
Nicht zu dicht und nicht zu fest,
Er wird sich lösen auf’s allerbest.
Vk-Anhalta 277 (KÖ-Wu).
– 4. ‘Streit anfangen, Unfrieden stiften’ 3: Wb-We 6, Wb-Nharz 11, 4: Wb-Ak 17 – Bink mit dn nich n! a.a.O. 17.
Lautf., Gram.: binde an 1. Sg. Präs. Vk-Anhalta 277 (BA-Bad); bind’ an Imp. Sg. Matthies 1912,12 (SA-Fa); anbinnen Id-Altm, vereinz. w elbostf.; -binn’n, [anbi] Rauch 1929,102, Elbschifferspr. 367, 379 und 392 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa, CA-Ak); am- Spr-Maa 435; anjebun’n Part. Prät. Heimatkalender-Ze 1962,89 (ZE-Ze); annebunnen Part. Prät. Sprw-Börde; -bun’n, [anbu] Part. Prät. JE2-Scho, Wb-Holzl 125, an ‘ebunn Part. Prät. Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie); anbunn Part. Prät. Francke 1904,31; nbin’n Wb-Nharz 11; nbin-n QUE-Di; [npi] Wb-Be; anbingen Vk-Anhalta 277 (ZE-Li Na, KÖ-Wu), Wirth 1928,85 (KÖ-Ost); anjebungen Part. Prät. Wäschke 61915,86; nbingen Wb-Ak 17.
anbündseln Vb. 1. ‘anbinden, festbinden’ 3: HA-Oh, Wb-Holzl 54 (WA-KlWa). – 2. (refl.) ‘(sich) unordentlich anziehen’ 3: Beiträge-Nd 59 (WO-HWa), HA-Oh – wr hat dik denn dat annebüntselt Beiträge-Nd 59 (WO-HWa).
Lautf.: anbüntzeln, [anbüntsln] Beiträge-Nd 59 (WO-HWa), HA-Oh; -binzeln Wb-Holzl 54 (WA-KlWa).
Anftels n. ‘Kind, das übermäßig an der Mutter hängt’ 3: Wb-Holzl 54 (HA-Ost).
anflen Vb. 1. ‘etw. prüfend anfassen’ 3: Wb-Holzl 54, Id-Eilsa 48, 4: Wb-Ak 18 – Fle doch m de Wesche n, ob se all dre is! a.a.O. 18. – 2. refl. dass. wie  anften 1c., 3: vereinz. n/w elbostf., 4: Wb-Ak 18 – Dat feuhlt sick jo sau weiklich an! Gorges 1938,62.
Lautf., Gram.: anfoilen, -feul(e)n Wb-Holzl 54, HA-Oh, Id-Eilsa 48; feuhlt an 3. Sg. Präs. Gorges 1938,62; nfeulen Wb-Nharz 12; nf’l Wb-Ak 18.