anputtjen Vb. ‘einen Knopf oder eine Münze werfen’, im Kinderspiel, 3: WO-Gu, Wb-Holzl 55 (HA-Um).
Lautf.: anputtjen Wb-Holzl 55 (HA-Um); -putchen WO-Gu.
anrgen Vb. 2: Wb-Altm* 67, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 21, Wb-Be. 1a. ‘jmdn./etw. anfassen, berühren’ – Ick mag’n Modd’r nich anrög’n Wb-Altm* 67; röge mik nich n! CA-Fö; Rda.: dat Dier rö’t kaine Snute ann ‘das Tier frisst nicht’ Wb-Holzl 164. – 1b. ‘etw. in Gang setzen oder in Gang halten’ – de r nrn ‘das Pendel der Uhr in Bewegung setzen’ Wb-Nharz 15; de Glut mot man öftersch nregen CA-Fö. – 2a. ‘antreiben, anspornen, zur Eile drängen’ – dae Paere anrjen BLA-Brau. – 2b. (refl.) ‘sich beeilen’ – rö’ dick mal an! ‘beschleunige deine Arbeit’ Wb-Holzl 55; r en betjen n ‘fahre etw. schneller’ Wb-Nharz 15. – 3. ‘etw. ansprechen, zur Sprache bringen’ – Sprw.: wer et anrejet, wett’n Felder ‘wer davon spricht, kennt die Ursache des Fehlers’ Sprw-Börde. – 4. ‘beleben, aufmuntern, hervorrufen’, von bestimmten Stoffen – tas rjetn Appett n Wb-Be. – 5. ‘anrühren, verrühren’ – n’ Deich (Teig) anren HA-Oh.
Lautf., Gram.: anrög’n Wb-Altm* 67; -röjen HA-Um; -ren, -rö’en, -rön vereinz. w elbostf.; nrögen, -röhen CA-Fö; anregen, -rjen Wb-Holzl 55 (Allertal), BLA-Brau; -rejet 3. Sg. Präs. Sprw-Börde; nrjen Mda-Sti 21; -rehen CA-Fö; -rn Wb-Nharz 15; [nrjn] Wb-Be.
anschten Vb. 1. ‘betrügen, täuschen, übervorteilen’,  bedrgen, 2: Wb-Altm 6, Mda-Ar 32, 3: verstr. elbostf. (außer sö), 4: Wb-Be – Reim: Ick maine man, secht Heinemann, de aine schitt den andern an. Wb-Holzl 37. – 2. ‘jmdn. verraten, verpetzen’ – det tränkich dän awwer in, det där mich bein Meester anjeschissen hat 2: ZE-Roß. – 3. in der Rda.: jl kimmete njeschissen ‘er kommt ständig mit einem Anliegen’ 4: Wb-Ak 22.
Lautf., Gram.: anschi(e)t(e)n, -scht(e)n, [ant]; außerdem: nschten Wb-Nharz 15; neschetten Part. Prät. vereinz. nö QUE; anjeschissen Part. Prät. ZE-Roß; nscheißen Wb-Ak 22, [naisn] Wb-Be.
anschünden Vb. ‘jmdn. zu etw. anstiften, verleiten’ 2: Wb-Altm* 48, 3: verstr. elbostf. (außer sö), 4: Mda-Sti 193 – de Grote hat den Lüttjen anneschünnt Wb-Holzl 55; ... hei schünnt se tau dumme Streiche an. Wedde 1938,59.
Lautf., Gram.: anschünnen vereinz. w elbostf.; -schün(n)’n vereinz. n elbostf., -schünn’ Wb-Altm* 48, GA-Wef; schünnt an 3. Sg. Präs. Wedde 1938,59; anneschünnt Part. Prät. Spr-Mab 399 (WO-Ol); anneschun’n Part. Prät. Sprw-Börde; nschünnen OSCH-Di, Id-Quea 142; -schünn’n Wb-We* 199; anschinden BLA-Brau; anschinn’n, [ani] Nd-Börde § 55 (WO-Schn), Wb-We* 199; nschin’n Wb-Nharz 15; nschingen Mda-Sti 193.
ansetten Vb. 1: SA-Dä, 2: Heimatkalender-Je 1937,77 (JE2-Fi) und 1923,95 (JE2-Vie), Mda-nwJe1b 64 (JE1-Ih), 3: vereinz. n/w elbostf., 4: vereinz. anhalt. 1. ‘etw. für eine bestimmte Tätigkeit in die entsprechende Lage, Stellung bringen’ – D rchste s nich nuf, der Zacken is zu hk, d mußte anne Letter nsetzen. Wb-Ak 23; Denn sette hei nochmal sienen Buddel an ... Rauch 1929,75; Rda.: dat Dier sett’t kaine Snute an ‘das Tier frisst nicht’ Wb-Holzl 55; ... un setzte de Schparsäje an. ‘er stellt weitere Geldausgaben für einen bestimmten Zweck ein’ Krause 1964,125. – 2. ‘etw. irgendwo anfügen und befestigen’ – most n’ betten unn’n an’t Kled ansetten HA-Oh. – 3. ‘etw. irgendwo ablegen, an etw. legen’ – dai Boddafaog (Kohlweißling) sett an Keo (Kohl) dai Riup’m an SA-Dä. – 4a. ‘mit etw. anfangen, beginnen’ – Ich hawwe all an prm njesetzt, awwer ich kre’n Brf nich fartich, ... Wb-Ak 23. – 4b. ‘an einer bestimmten Stelle beginnen, einsetzen’ – hr hemme jistern neset Ausspruch, wenn man beim Rodeln wieder an der selben Stelle abfahren will, Wb-Nharz 16. – 5a. ‘hervorbringen, ausbilden’, von Trieben, Knospen und Früchten – ... dät de Plumenböme so schön ’eblöht un ok guet anneset’t harrn, ... Heimatkalender-Je 1923,95 (JE2-Vie). – 5b. ‘dick, fett werden’, bes. von Schlachtvieh. – 5c. ‘etw. Unerwünschtes ausbilden’ – de Kese hat Schimmel anesett HA-Oh. – 6a. ‘etw. auf einen bestimmten Zeitpunkt festlegen, anberaumen’ – Han se denn de Hochzeit all njesetzt? Wb-Ak 23. – 6b. ‘veranschlagen, taxieren’ – te fl, te wenich nsetten Wb-Nharz 16. – 7. ‘etw. zum späteren Verbrauch anrühren, mischen’ – w hett hte bend ne Ble anesett HA-Oh. – 8. ‘durch zu starke Hitze am Boden eines Kochtopfes ansetzen’, von Speisen – De Arrewessen (Erbsen) han sich njesetzt Wb-Ak 23. – 9. ‘übel nachreden’.
Lautf., Gram.: ansetten Wb-Holzl 55, HA-Oh, [anzetn] MdanwJe1b 64 (JE1-Ih); [zet an] 3. Sg. Präs. SA-Dä; sette an 3. Sg. Prät. Rauch 1929,75; anneset’t Part. Prät. Heimatkalender-Je 1923,95 (JE2-Vie); ansettt Part. Prät. a.a.O. 1937,77 (JE2-Fi); nsetten Wb-Nharz 16; setzte an 3. Sg. Prät. Krause 1964,125; nsetzen, [nsetsn] Wb-Ak 23, Wb-Be.
anslgern Adj. ‘klug, gescheit, findig’, vorw. in der Rda.: nen anslgern Kopp (hebben) 3: vereinz. w elbostf., Wb-Holzl 55 (WA-KlWa).
Lautf., Gram.: neben gleich lautender Grundform vorw. attr. gem. Dekl. m. Akk. Sg.: anschlägern WE-Dee; -slänern Id-Eilsa 48, Wb-We 8; -slä’ern Wb-Holzl 55 (WA-KlWa); -slnern HA-Oh.
ansmden Vb. refl. dass. wie  ansmgen, 3: Wb-Holzl 55, OSCH-Grö.
Lautf.: ansmoi’en Wb-Holzl 55 (WA-KlWa); -smeun, -schmeun OSCH-Grö.
antargen Vb. ‘anlocken, anreizen’ 3: Wb-Holzl 56 (OSCH-Osch).
Lautf.: antarjen.
antdern Vb. 1. ‘Tiere an einen Pflock binden’ – dt Kalw wt antüdt 2: STE-Go. – 2a. in der Rda.: sick ainen antü’ern ‘sich betrinken’ 3: Wb-Holzl 56. – 2b. in der Rda.: hat sick nen an(ge)tdert ‘(er) ist betrunken’,  dn, 3: vereinz. OSCH WE.
Lautf., Gram.: antü’ern Wb-Holzl 56; Part. Prät.: -tüdt STE-Go; aanetührt, netürt OSCH-Eil Eils; angetuert WE-Re.
Anwass m. 1. ‘Anwachsen, Festwachsen’, von Pflanzen, 2: Wb-Altm 6, 3: Wb-Holzl 56. – 2. ‘junge Leute’ 2: Wb-Altm 6.