Johanniskwer m. TiN ‘Marienkäfer’,  Marenkwer, 2: vereinz. ö Altm., Vk-Anhaltb 67 (ZE-Bu Jü), 3: vereinz. s elbostf.
Lautf.: Johanniskäwer WO-Col, OSCH-Da, BA-Ba; -käber WO-Sa; -käfer OST-De, STE-Wi, WE-Rho, CA-Salz Schö; Johannes- Vk-Anhaltb 67 (ZE-Jü).
Johanniswörmken n. 1. dass. wie  Johanniskwer, 2: SA-HHe, GA-Kak, Vk-Anhaltb 67 (ZE-Cos), 4: a.a.O. 67 (KÖ-Gö). – 2. TiN ‘Glühwürmchen’ 2: Vk-Anhalta 270 (ZE-Li), 3: Wb-Holzl 112 (HA-Eil), OSCH-Ba – Volksgl.: J. gelten als Geister, die in die Irre führen. Wenn sie leuchten, spukt es. Vk-Anhalta 270 (ZE-Li).
Lautf., Gram.: Johanniswörmken SA-HHe; -wörmchen OSCH-Ba; -würmchenVk-Anhalta 270 (ZE-Li); Johannes- GA-Kak, Vk-Anhaltb 67 (ZE-Cos, KÖ-Gö); Jehannesworm n. Wb-Holzl 112 (HA-Eil).
Kaiser m. 1. wie Standardspr., vereinz. – Sprw.: w nischt is, hat de Kaiser sn Recht verlrn Wb-We 60. – 2. ‘Maikäfer mit rotbraunem Rückenschild’,  Maikwer, 3: Mda-Weg 107, Vk-Anhaltb 65 (BA-Ba).
2Kaks m. ‘Zweig, der an einem Feld aufgestellt wird, um damit das Betreten zu untersagen’ 4: Vk-Anhaltb 11 (BA-Neu).
Kalf n. 1a. ‘Jungtier des Rindes’ allg. – d Schelln jeffste d Kälwa JE2-Scho; n’ Kalf afwnen ‘ein K. der Mutter entwöhnen’ HA-Oh; dass.: wai hemm dat Kf afsett SA-Dä; Kindern, die bei Anbruch der Dunkelheit nicht vom Spielen zurück ins Haus kommen wollen, ruft man zu: das dreibeinige Kalb kommtVk-Anhaltb 49 (ZE-Pü, DE-Que); Rda.: sau dumm wn Kalf Wb-We 61; hei mket n (Augen) w en gestken Kallef WE-Be; von einem Grobian sagt man: mäncher wädd glik as en johrig Kalw geboren OST-Möl; et Kalf in de gen schln ‘die Wahrheit schonungslos (und ohne Umschweife) sagen und dadurch jmdn. beleidigen’ Wb-Nharz 91; Sprw.: hat de Dwel de Kau hlt, kann’e dat Kalf ek noch krn HA-Oh; et Kalf art na’n Ossen Sprw-Börde; von’n groten Bullen fällt ook en groot Kalw HA-No; bi Kälwer un lüttje Kinder mott’n de Maate wetten ‘Erwachsene dürfen von Kindern (und Jungtieren) nichts erwarten, was über deren Verständnis und Leistungsfähigkeit hinausgeht.’ HA-No. – Brauch und Volksgl.: Wennt Kalf in de eerste Melk blök’n deht, wart’et nich graut. Abergl-Ma 234 (GA-Mie); Kälber müssen dienstags oder donnerstags (an den Fleischtagen) abgesetzt werden. Wenn man viele weibl. Kälber bekommen will, muss die Frau des Bauern bei der ersten Fuhre Getreide das Tor selbst und ohne zu sprechen öffnen (KÖ-Dro), oder man muss die Nachgeburt der Kuh unter einem Apfelbaum vergraben (ZE-Rie). Vk-Anhalta 23.  Moses 2. – 1b. in der Verbdg.: Kälfken kumm Lockruf für Kälber,  Mtsche, 1: SA-Mel Ta, 3: verstr. w elbostf. – 2. ‘dummer, alberner Mensch’,  Dussel, auch Schelte für jmdn., der sich albern benimmt, meist auf ältere Mädchen bezogen, 2: verstr. brdb., 3: verstr. elbostf., 4: CA-Ak – bist’n Kalf Wb-Altm 94; elt Kalf! HA-Oh. – 3. in der Verbdg.: Kleenes Kälbchen TiN ‘Marienkä- fer’,  Marenkwer, 2: Vk-Anhaltb 68 (ZE-Se). – 4. ‘weiße Luftblase im Eis gefrorener Wasserflächen’ 3: OSCH-An.
Lautf.: Kalf, Kalw; außerdem: [kf] verbr. nwaltm.; Kävken Dim. SA-Mel; Kallef, [kalf] Mda-nwJe1a 41 (JE1-HZi Pa), verstr. ZE elbostf.; Kälveken Dim. verstr. w elbostf.; Kalb vereinz. ZE anhalt.; Kälbken Dim. SA-Ta; [galb] Mda-Fuhne 31 (DE-Ca); Kal(l)eb Id-Eilsa 70 (2.), Wb-Ak 83, DE-Lau; [kálp] ZE-Roß, Wb-Be; [klep] Mda-Sti 46. Zuss.: zu 1.: Hirsch-, K-, Ktz-, Mastkalb, Mtsche-, Ossen-; zu 3.: Marienkalb, Mle-, Mondkälbchen, Mtsche-, Mkälfken.
Krtenspl n. ‘Spiel mit Spielkarten’, auch ‘ein vollständiger Satz Spielkarten’ 2: Matthies 1903,12, 4: Wb-Be – In Anhalt wurde ausschließlich mit dem deutschen. Skatblatt gespielt. Vk-Anhaltb 59.
Lautf.: Koart’nspöll Matthies 1903,12; [krtnšpl] Wb-Be.
Ksenapp m. 1. dass. wie  Ksekorf, auch ‘Gefäß zur Lagerung von Käse’ 2: OST-Bi, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Be, Vk-Anhaltb 80 (KÖ-Tri) – Kinderreim:Nip, Nap, Käsenapp,
Morgen is es Sonntag.
Zieh ich meine Stiefeln an,
Reis’ damit nach Kurikam,
Von Kurikam nach Kutschkutsch.
Id-Queb 2;
Bastlösereim:Schrab, schrab, Käsenapp!
Will mein Pfeifchen noch nicht ab,
So schmeiß ich dich in’n Graben,
Fressen dich die Raben;
Komm’n die kleinen Schweinichen,
Fressen dich alleinichen.
Schrab ab, schrab ab,
‘nen Löffel voll Saft!
Vk-Anhaltb 80 (KÖ-Tri);
LX keseneppe Inventar Kloster Aderstedt 1498, UB Kloster Ilsenburg 2,448. – 2. in der Verbdg.: Käseneppe schmieten ‘flache Steine so auf eine Wasserfläche werfen, dass sie mehrmals springen’,  Botterstulle, 2: JE1-Wo.
Lautf., Gram.: Käsenapp, [kzenap] Id-Queb2, Wb-Be, Vk-Anhaltb 80 (KÖ-Tri); -neppe Pl. JE1-Wo; Kesenapp, ksenap Vk-Harz 8,65, Wb-Nharz 96, Id-Queb 2, Kesenapp HA-Oh; Keis- OST-Bi.
1Kter m. 1. ‘männl. Katze’ allg. – d Koata hett uns wärra d Worscht uppefrd’n JE2-Scho; se Kter fenget fel Mse HA-Oh; Rda.: se well nahn Kater ‘die Katze ist brünstig’ HA-Wa; de wart’n kter nich klemmen ‘er wird keinen Erfolg haben, nichts erreichen’ Wb-Nharz 93; d is dor schwardse Gdor drinne ‘das Feuer im Ofen ist ausgegangen’ BE-Dro; Rätsel: Süht ut wie ne Katte, hat’n Kopp wie ne Katte, hat’n Schwanz wie ne Katte un is doch keine Katte – Kater. Chr-Em 438; Abzählreim:Et war ‘en Kater,
der makt Theater,
Da kümmt de Vater mit de Bicke,
und haut den Kater ins Genicke.
HA-Alv;
Spiel: “Kuter Miau” – “Wat wißte denne?” – “Butterpamme met Käse!” – “Hasch dich eene, denn haste eene!” wird auf dem Leiterwagen gespielt, vgl. Katte 2b., ZE-Roß. – Volksgl.: Ein dreifarbiger K. bringt Glück ins Haus. CA-Ak. In der Garbe, die bei der Getreideernte zuletzt geschnitten wird, sitzt der K. Ackerbau-Anhalt 269 (ZE-Kö). Beim Mähen dieser Garbe wird daher gerufen: “Der Kuter kommt rut!”Vk-Anhaltb 47 (ZE-Kö). Wer sie bindet, muss den Kuter hucken. a.a.O. 47 (verbr. ZE). – 2. ‘Garbe, die bei der Getreideernte zuletzt geschnitten wird’, (vgl. 1.), 2: Ackerbau-Anhalt 358 (ZE-Kö Mühl). – 3. ‘dunkle Wetterwolke’, vorw. in der Verbdg.: swarter Kter 1: SA-Bom, 2: verstr. Altm., JE1-Zie, 3: WO-GrAm, JE1-Ra, HA-Hi.
Lautf.: Kat(e)r, kt(e)r; außerdem: Kade(r) SA-Gla Ost, OST-Deu Gen; [gdr] Mda-Fuhne* § 321 (verstr. KÖ, DE-Lin); Koater, Kaoter, [ktr] verstr. nwaltm. nbrdb. n JE1 elbostf., vereinz. omd.; [ktr] ZE-Kö, DE-Els; [kt(r)], [kt] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; Koata, [kt] Mda-Ost 47 (OST-Gla), STE-Hü, verstr. s Altm., JE2-Scho; Koade(r), Kaode(r), [kdr], [kd] verbr. nwaltm. Altm.; [gdr] verbr. BE, Mda-Fuhne* § 321 (verbr. KÖ w DE); Koter SA-Dan Han, verstr. nbrdb., JE1-Buck Gü Scha, ZE-Stre, QUE-Di West, KÖ-Grö, Kote JE2-Kli; Kode(r) SA-Schm, verstr. nbrdb.; Koada SA-Rie, OST-Pol; [kdo] SA-Rist; [kdr] SA-Die; Kouter OST-We; Kauder SA-Ro; [kaot] SA-Dä; [kaod] verstr. n/w nwaltm.; [kaor] SA-Da Hen; Nbff.: Kut(e)r, [kt()r] verbr. s JE1, allg. ZE, vereinz. sö elbostf. w anhalt., verstr. ö anhalt., [ktr] ZE-Kö; Kuoter JE1-Pa; [gdr] BE-He, Mda-Fuhne 146 (vereinz. BE KÖ w DE, verbr. ö DE). – Etym.: die u-Formen sind wohl auf ndl. Siedler zurückzuführen:  für  auch in südbrabantischen Mundarten, vgl. Spr-Elbe/Saale 166; im Anhalt. vorw. auf die ältere Generation beschränkt. Zuss.: zu 1.: Mumme-, Mummel-, Mse-, Nacht-, Nickel-; sonstiges: Kratz-, Mädchens-.
Kempfarken n. ‘männl. Ferkel’ 1: SA-Ku, 2: GA-Da Le, Vk-Anhaltb 7 (ZE-Bu).
Lautf.: [kempfrk] GA-Le; [-fäk] SA-Ku; KämpfarkenVk-Anhaltb 7 (ZE-Bu); [kmbfg] GA-Da.
Krljohann m. ‘Tanzfest der jungen Leute auf dem Dorf in der Zeit nach der Ernte’ 2: Vk-Anhaltb 61 (verbr. ZE).