Mtschek f. 1. dass. wie  Mtsche 1a., 2: JE1-Schor Schw Walt, verbr. ZE, 3: verstr. sö elbostf., 4: BA-Ha Schie, verstr. anhalt. – 2. dass. wie  Mtschekalf 2., 2: vereinz. mittleres/s JE1 ZE, 3: Vk-Anhaltb 68 (BA-Ba), 4: BA-Ha, Vk-Anhaltb 68 (BA-Neu, KÖ-Cös) – Kinderreim:Motschekiewichen, fliege fort,
fliege zum lieben Jott,
bestelle uns schönes Wetter.
BA-Ha.
– 3. in Kinderreimen über M. von Halberstadt, vgl. Bk, 2: STE-Ei, JE1-Bu Zi, vereinz. ZE, 3: BA-Fro Ra, CA-Löd, BE-KlMü, 4: BA-Ha, CA-Ak, BE-Al Fr Me – Kinderreim:Motschekau von Halwerstadt,
bring doch unserm Kindchen watt;
watt soll ich et denn bringen,
golden Schauh mit Ringen,
und acht schöne Schnallen dran,
dat et schöne lopen kann.
BE-KlMü.
Lautf.: Mootscheko CA-GrRo; -kuh, [mtk] JE1-GrLü Wer, vereinz. ZE, BA-Ra, vereinz. anhalt.; -kue ZE-Nu; [mdgau] BE-He; [-g] verstr. BE; Motschekau(h) BA-Ba Ra, BE-KlMü; -kuh JE1-Walt, verstr. ZE, vereinz. BA, CA-Ca, verstr. anhalt.; -kue JE1-Ge; -kua ZE-Brä; -kühchen Dim. Vk-Anhaltb 68 (ZE-Kö, KÖ-Cös); -kiewichen Dim. Vk-Anhaltb 68 (ZE-Na, BA-Ba Neu), BA-Ha; [modg] BE-Al; Mutschekoh STE-Ei; -kuh vereinz. mittleres/s JE1, ZE-Dor, QUE-GrSchie, BA-Re, CA-Löd, vereinz. anhalt.; -kuhe JE1-GrLüb The Zi; -kükel Dim. JE1-Bu; Muetschekueh JE1-Grü.
Müllermücke f. wohl TiN ‘Laus’, nur in Bastlösereimen, 2: Vk-Anhalta273 (ZE-Roß), Vk-Anhaltb 84 (ZE-Ze), 4: BA-Ha, verstr. anhalt. – Bastlösereim:Pfeifchen, Pfeifchen, kloppe dich,
Sonst schmeiß ich dich in’n Grab’n,
Da fressen dich de Rab’n,
Da fressen dich de Millermicken,
Die in dein’n Kittel schticken.
Vk-Anhaltb 82 (DE-Lau).
Lautf., Gram.: Müllermücke Vk-Anhalta273 (ZE-Roß), Vk-Anhaltb 84 (ZE-Ze); -mücken Pl. vereinz. anhalt.; Millermicken Pl. BA-Ha, verstr. anhalt.
Msekter m. ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Wald wohnt’,  Spkeding, 2: Vk-Anhaltb 49 (ZE-Dor).
Nacht f. 1. ‘Tageszeit zwischen dem späten Abend und der Morgendämmerung’ verstr. – et Nachts ‘in der Nacht’ HA-No; b nachte dass., Wb-Nharz 131; Bi Nachten goah’k dao mien Lew’dag nich we’r vöärbi. Pohlmann 1905ff.,116; Vor Nacht isse jekom’m. Wb-Ak 118; lest’n Nacht waiat tau dsta (dunkel) SA-Dä; dao will ik east Nacht iwa schlaop’m SA-Dä; g Nacht Grußformel vor dem Schlafengehen, QUE-Di; Rda.: b nacht un newel ‘ganz heimlich’ Wb-Nharz 131; de Fawrke geit Dch un Nacht HA-Oh; sik de Nacht umme de ern sln ‘wegen etw. nachts nicht zum Schlafen kommen’ HA-Oh; Sprw.: de Nacht is keines Minschen Fründ Wb-We 91; Inne Nacht sin alle Katzen jrau. Wb-Ak 118. – 2. ‘die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar’,  Twölften – a. in der Verbdg.: de hilligen twölf Nächte 1: SA-Dö, 2: SA-GrAp, STE-Sche, JE2-Par, Vk-Anhaltb 25 (ZE-Cos Stra), ZE-Reu, 3: vereinz. elbostf., 4: BA-Gü, vereinz. anhalt. – b. in der Verbdg.: de hilligen Nächte 2: OST-Bi, GA-Wet, STE-Ei Kre, JE2-Bre See Wu, JE1-Ih Mö, vereinz. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: BA-Ha, Vk-Anhaltb 25 (BE-Il). – c. in der Verbdg.: de twölf Nächte 2: STE-Go Ost, ZE-Bur, 3: WE-Mi, QUE-Ga. – d. in der Verbdg.: die zwölf rauhen Nächte4: Vk-Anhaltb 25 (BE-Fr). – e. in der Verbdg.: die langen Nächte 4: a.a.O. 25 (BE-Il, DE-Mei). – f. in der Verbdg.: die geheimen Nächte 4: a.a.O. 25 (BE-Il). – g. in der Verbdg.: de witten Nächte 3: WE-Schie. – h. in der Verbdg.: de grulichen Nächte 3: BE-KlMü. – 3. in der Verbdg.: fre Nacht ‘Nacht vor Pfingsten’ 1: BrauchwAltm 59f. (vereinz. nwaltm.), 2: a.a.O. 59f. (vereinz. SA, verstr. GA, STE-Bu Kö), 3: vereinz. n elbostf. – Brauch: In dieser N. ist es den jungen Männern erlaubt, Schabernack zu treiben. So werden z.B. Ackerwagen auseinandergenommen und auf den Dächern wieder zusammengebaut oder das Vieh der Bauern vertauscht. Die Burschen haben bei ihrem Rundgang sogar das Recht zu stehlen, weshalb die Bauern Geld oder Naturalien bereitlegen. Beim Abhalten eines Dorfgerichts werden Personen, bes. die Mädchen des Ortes, getadelt oder verspottet. Brauch-wAltm 59f. – 4. in der Verbdg.: de kolden Nächte ‘die drei Eisheiligen’,  shilligen, 2: JE1-Grü, 3: HA-Sie.
Lautf., Gram.: Nacht, [nat]; außerdem: ncht Mda-Sti 13; Pl.: Nächte verstr. nd. (außer nwaltm. und n/mittlere Altm.), BA-Gü Ha, verstr. anhalt.; Nächt SA-Dö, vereinz. n/mittlere Altm.; Nechte HA-Oh, nechte Wb-Nharz 131; [ned] BE-He Wa; nachte Wb-Nharz 131, Mda-Sti 13. Zuss.: zu 1.: Johannis-, Matthias-, Midder-.
Nachtkater m. Schreckgestalt für Kinder, mit der gedroht wird, damit die Kinder bei Einbruch der Dunkelheit nach Hause kommen,  Spkeding, 4: Vk-Anhaltb 49 (KÖ-Wer).
Lautf.: Nachtkuter.
Nachtkatze f. dass., 2: Vk-Anhaltb 49 (ZE-Bra).
Nme m. Bezeichnung eines Einzelwesens, verstr. – det sinn awwer komische Näme, die hier in det Buch stehn ZE-Roß; Ich komme doch nich uf sei’n N’m, w hßte denn man? Wb-Ak 118; Rda.: et Kind bi’n rechten Namen nennen ‘etw. ohne Beschönigung aussprechen’ Sprw-Börde; sik n’ greten Nmen mken ‘sich Ansehen erwerben’ HA-Oh; dat geit op snen nmen ‘das kommt auf seine Rechnung’ Wb-Nharz 132; keiner will’n Nmen herjem’n ‘niemand will die Verantwortung übernehmen’ HA-Oh; Hei gewt äm’n Naom’n un lätten lopen. ‘Er nimmt die Sache sehr leicht.’ Bewohner-Altm 1,352; in dn nmen junk hei furt ‘mit diesem Entschluss entfernte er sich’ Wb-Nharz 132; hai schall man laiwa schtill waesan denn Kuckuck röppt s’n aigng Nao’m iut Bemerkung, wenn jmd. anderen Fehler vorwirft, die er selbst macht, SA-Dä. – Volksgl.: Vor der Taufe darf der N. des Kindes nicht genannt werden, um bösen Zauber fern zu halten. Vk-Anhaltb 35f. Im Leichenhemd sollte sich kein N. befinden, da sonst die Familie aussterben würde. vereinz. Altm. elbostf.
Lautf., Gram.: Name, nme verstr. elbostf.; Namen Akk. Sg. Wäschke 71913,49; Naome, Nme, [nm] Heimatkalender-Je 1929,XII (JE2-Vie), QUE-Di, Wb-Ak 118, Wb-Be; Noam’ Matthies 1903,9; Naom’n Wb-Altm 145; Naom’n Akk. Sg. Bewohner-Altm 1,352; [n] JE2-Scho; [nao] Akk. Sg. SA-Dä; Pl.: nmen Wb-Nharz 132; Nmens vereinz. elbostf.; [ns] Mda-Ze (ZE-Roß); Näme, [nm] JE2-Go, JE1-Flö, ZE-Roß, Wb-Holzl 145 (WO-Dra); [nam] verstr. ZE. Zuss.: Manns-, kel-.
Nickelkter m. dass. wie  Nicker 1., 3: vereinz. sö elbostf., 4: Vk-Anhaltb 46 (BE-Dro).
Nickelmann m. 1. dass. wie  Nicker 1., 2: ADVk Nr. 124a (STE-Go, WO-Col Ri, vereinz. JE2 JE1), 3: verstr. elbostf., 4: Vk-Anhaltb 45 (BA-Ha), vereinz. w anhalt. – 2. in der Verbdg.: Nickelmann trecke mik ran ein Spiel, 3: WA-GrOt. – 3. Pl. NeckN für die Bewohner von Badeborn, 3: BA-Ho.
Lautf., Gram.: Nickelmann; außerdem: -männer Pl. BA-Ho; [niglman] vereinz. BE.
Nicker m. 1. ‘Wassergeist als Schreckgestalt für die Kinder’ 2: ADVk Nr. 124a (JE1-Grü Walt), verstr. ZE, 3: Vk-Anhaltb 45 (BA-Ge), vereinz. n CA, 4: verstr. anhalt. – Volksgl.: Kinder werden gewarnt, zu nahe an das Wasser oder an den Brunnen zu gehen: jd nich ns Wassor, d hld aich dor Niggord BE-Al; Der Nickert ist im Spring. Vk-Anhalta 112 (ZE-Bor). Die Berührung einer schwangeren Frau durch den N. kann dazu führen, dass sie ein missgestaltetes Kind zur Welt bringt. Vk-Anhalta 114.  TZ: Hkelmann Hkemann Hexe Kolkfr Mönk Moorkecker 1Nickel Nickelkter Nickelkrl Nikkelmann Nickerfrau Nickerkrl Nickermann Nixe. – 2. in der Verbdg.: Nix in der Grube ein Spiel, bei dem ein Kind, das in einem Kreisfeld sitzt, versuchen muss, eines der Kinder, die singend um den Kreis herumlaufen, zu berühren. 4: Vk-Anhalta 111 (BE-Ge, KÖ-Ost, vereinz. DE). – 3. TiN ‘Wasserspinne’ 2: Vk-Anhalta 114 (ZE-Ze).
Lautf.: Nickert ADVk Nr. 124a (JE1-Grü Walt), verstr. ZE, Vk-Anhaltb 45 (BA-Ge), vereinz. n CA, verstr. anhalt.; [nikrt] DE-Els; [nigrd] vereinz. anhalt.; Nbf.: Nix vereinz. anhalt. – Etym.: mnd. necker, mhd. nickes ‘Wassergeist’ < ahd. nihhus ‘Krokodil’, vgl. Kluge 231995,590. Zus.: zu 1.: Korn-.