Nickermannshr n. 1. dass. wie  Nickelmannshre, 4: Vk-Anhaltb 46 (BE-Gier GrWi). – 2. PflN ‘Wasserhahnenfuß’ 3: Vk-Harz 3,51, QUE-Di.
Lautf.: Nickermanns Haar Vk-Anhaltb 46 (BE-Gier GrWi); Ikkermannshaar Vk-Harz 3,51; [ikrmanshr] QUE-Di.
Njrshilligwend m. ‘Abend des 31. Dezembers’ 3: BLA-Brau, 4: Vk-Anhaltb 22 (BA-Neu, verstr. KÖ).
Lautf.: Neijarsch-Hellij-Obend Vk-Anhaltb 22 (BA-Neu, verstr. KÖ); Njrshiljerbend BLA-Brau.
Nikolaus 1. männl. RN – Bastlösereim:Niclos, Niclos,
Mache mir mein Pfeifchen los!
4: Vk-Anhaltb 76 (KÖ-Kö).
– 2. m. ‘(vermummte) Gestalt, die in der Vorweihnachtszeit (bes. am 6. Dezember) oder am Weihnachtsabend umhergeht und die Kinder beschenkt’, in Anlehnung an den heiligen N. von Myra,  Wnachtsmann, verstr. (außer nwaltm., n/w Altm., dort vereinz.). – Brauch: Der N. geht in der Nacht zum 6. Dezember um (ADVk Kt. 57 – verstr. sö elbostf. anhalt.) und füllt die in den Fenstern oder Hausfluren stehenden Schuhe oder Pantoffeln der artigen Kinder mit kleinen Geschenken (Nüsse, Äpfel, Lebkuchen). Vk-Anhalta 196. Direkt erscheint er den Kindern als verkleidete Gestalt in der Vorweihnachtszeit (ADVk Kt. 57 – vereinz. brdb.) oder zu Weihnachten (vereinz. Altm., ADVk Kt. 37 (Einzelbeleg ZE), verstr. w elbostf.). – 3a. m., n. ‘widerspenstiger, streitsüchtiger Mensch’, bes. von Frauen,  Stänker, auch ‘ungezogenes, garstiges Kind’, Schimpfwort,  Lümmel, 2: OST-Sa, 3: Beiträge-Nd 66 (WO-HWa), HA-Bee Oh, CA-Fö. – 3b. ‘unordentliche, liederliche Frau’,  Slampe, 2: Wb-Altm 146. – 3c. ‘hochmütiges Mädchen’,  Lickrs, 4: Wb-Be.
Lautf.: Nikolaus; außerdem: [niklaos] CALV-Uth Zo; nikkelwes Wb-Nharz 135 (BLA-Tr); [niklaos] vereinz. ö Altm.; Niklas Bewohner-Altm 2,236; Niclos Vk-Anhaltb 76 (KÖ-Kö); Nick(e)l (3.) Wb-Altm 146, OST-Sa, Beiträge-Nd 66 (WO-HWa), HA-Bee Oh, CA-Fö; [niklt] (3.) Wb-Be.
Nixe f. 1. ‘weibl. Wassergeist als Schreckgestalt für die Kinder’,  Nicker, 2: Vk-Anhaltb 46 (ZE-Bi Cos KlLei), 4: a.a.O. 46 (BE-Ad, DE-Bo). – 2. TiN ‘ Libelle’ 2: SA-Ben, 3: WE-Kö.
Nottbm m. 1. PflN ‘Walnussbaum’ 2: Pohlmann 1905,36, STE-GrMö, JE2-HBe, 3: vereinz. n elbostf., 4: Wb-Ak 122, Wb-Be, Richter o.J. 62 – … de ha’ vöär d’ Dör Een’ bännig groten Nöätboom vöär Pohlmann 1905,36. – 2. ‘Weihnachtsbaum’ 2: Brauch-wAltm 14 (verstr. CALV), 3: a.a.O. 14 (verstr. s GA), ADVk Kt. 38 (Einzelbeleg HA), HA-Bee, 4: Vk-Anhaltb 21 (BA-Neu Schie) – ick döre dütt Jahr all hilp’n, wenn Mudder ‘n Nottboom ankleet HA-Bee.
Lautf.: Not(t)boom Brauch-wAltm 14 (verstr. CALV s GA), HA-Bee Um; -bem HA-Oh; Nötenboom JE2-HBe; Notte- verstr. Holzl.; Nußboom, -bm Wb-Ak 122, Richter o.J. 62; [nuspm] Wb-Be; Nootboom Wb-Holzl 147; Ntbm STE-GrMö; Nöätboom Pohlmann 1905,36. – Etym.: (2.): Benennung nach den am Weihnachtsbaum hängenden vergoldeten Nüssen, vgl. Brauch-wAltm 14.
N m., in der Verbdg.: in’n N ‘sehr schnell’,  rasch, 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 121, Vk-Anhaltb 79 (BE-Nie) – In N bin ich fartich. Wb-Ak 121.
sterei n. ‘gefärbtes und gekochtes Hühnerei, das zu Ostern verschenkt wird’ verstr. – dat Eostai is gruin fft SA-Dä. – Brauch: Die O. wurden vornehmlich mit Zwiebelschalen (verstr.), Zichorie (Vk-Altm 226, Brauch-wAltm 35) oder grüner Saat (Wb-Ak 123) gefärbt, z.T. wurden Abziehbilder auf die Eier geklebt. Vk-Anhaltb 28 (verstr. ZE, vereinz. BA). Die versteckten O. mussten von den Kindern gesucht werden. verstr. Sowohl Kinder als auch Erwachsene tauschten die bemalten oder verzierten Eier untereinander. Brauch-wAltm 35. Die Kinder erhielten von ihren Paten O. verstr. In den Orten des Kalbeschen Werders zogen zu Ostern die Kinder durch den Ort, um Eier zu erheischen. BrauchwAltm 36. Die Bewohner eines Ortes hatten an Pfarrer, Kantor oder Lehrer eine festgelegte Anzahl von O. zu zahlen. Brauch-wAltm 37f., Vk-Anhalta 224. O. standen auch im Mittelpunkt versch. Spiele zu Ostern: Die Kinder ließen sie von einem Abhang herunterrollen. Dessen Ei unversehrt blieb, wurde Sieger und bekam die Eier der anderen Mitspieler. verstr. ( Eierkullern, Eiertrdeln). Statt des Herunterrollens wurden auch die Eier zweier Kinder aneinander geschlagen. Bewohner-Altm 2,250, Brauch-Ma 262 (HA-Sü), Vk-Anhaltb 28 (vereinz. ZE, BA-Ali Ba, vereinz. BE). In Klein Paschleben wurde zu Ostern ein Eierlaufen veranstaltet. Vk-Anhalta 29. – Volksgl.: Die Vorstellung, dass der Osterhase die Eier bringt (verstr.), hat sich erst allmählich im 19. Jh. durchgesetzt. Daneben sind es Kuckuck (verstr. nwaltm. w Altm.), Wiedehopf (Brauch-wAltm 37 – SA-Has), Hahn (Brauch-wAltm 37 – SA-Böd, verstr. ZE, HA-Oh, verstr. w anhalt.), Huhn (ADVk Kt. 32 – Einzelbelege Altm. JE1 ZE WE BLA, Vk-Anhaltb28), Auerhahn (ADVk Kt. 32 – 2 Belege WE) und Fuchs (ADVk Kt. 32 – verstr. ö Altm. JE1, Vk-Anhalta 225 – BE-GrMü). Durch das Hochwerfen von O. auf einer Wiese soll deren Fruchtbarkeit gefördert werden. Vk-Anhaltb 29 (BA-Schie Sip, vereinz. anhalt.).
Lautf.: Osterei; außerdem: ester- HA-Oh, Mda-Weg 101; [eosti] SA-Dä.
stern n., z.T. im Pl. 1. ‘christliches Fest der Auferstehung Christi’ verstr. – D ne stern hat’s m mechtich jeschneiet. Wb-Ak 123; tau estern kummet se Junge t de Schaule HA-Oh; to Auster gaw dätt immer n graut Schüssoh mit geferwtn Eier SA-Rist; Rda.: wenn ick dick in de Schnute schlage, fällt Ostern un Pingesten op einen Dach Androhung von Prügel, Sprw-Börde; wenn estern un Pingesten op einen Dch fallt ‘niemals’ HA-Oh; Kinderlied:Wenn’t Ostern is, wenn’t Ostern is,
denn slacht mien Vader’n Bock,
denn danz’t mien Mutter, denn danz’t mien Mutter,
denn krie’ eck en nien Rock.
WE-Oster.
– Brauch: Das Osterfest wurde um drei Uhr am ersten Ostertag eingeläutet. Vk-Harz 8,44 (WE-Elb). Vor Sonnenaufgang schöpften die Mädchen bereits das  sterwter. Im Mittelpunkt des österlichen Brauchtums steht jedoch das  sterei. An den Ostertagen fanden versch. Spiele und Wettkämpfe statt, an denen vornehmlich die Burschen oder die Erwachsenen teilnahmen. Bes. Ballspiele (z.B.  Ballslgen, Klsen) waren beliebt. verstr. Mütter strickten ihren Kindern einen Ball. Vk-Anhalta 225 (BE-GrMü). Andere Spiele waren z.B.  Hnenslgen (Brauch-Ma 262 – WO-He),  Semmelfrten (Brauch-wAltm 53) oder der  Knigslp (Brauch-wAltm 54). Um Hasselfelde wurden Eichhörnchenjagden veranstaltet. Vk-Harz 8,45. Die Mädchen zogen vor die Häuser der Brautpaare, die im letzten Jahr heirateten, um einen Ball zu erbitten,  Brtball, sterball (verstr.). O. war ein Termin für den Gesindewechsel (verstr.) sowie für die Aufnahme der Knaben in den Kreis der erwachsenen Jugend (Brauch-wAltm 44),  bengeln, hänseln 3. Zu O. wurde ein fladenartiges Gebäck gegessen (Vk-Anhalta 226 -verstr. ZE, Spr-Asch 42, BA-Op) und eine mit Weißbier angerichtete Suppe gereicht (Vk-Anhalta226). – Volksgl.: Man zieht hinaus, um den Sonnenaufgang am Morgen des 1. Ostertages zu betrachten, weil die Sonne vor Freude tanzt (Brauch-Ma 262 – STE-Bo, vereinz. n elbostf.), drei Freudensprünge macht (verstr. Altm.) oder weil zwei Sonnen zu sehen sind (Brauch-Ma 263 – GA-Grau). Breitet man dabei ein Tuch aus, so ist der sich darauf sammelnde Tau gut gegen Krankheiten. Brauch-Ma 262 (HA-Sü). Das Umwandern der Äcker soll eine gute Ernte sichern. Brauch-wAltm 55. Regnet es am Ostersonntag, ist im Jahr mit Trockenheit zu rechnen. Brauch-Ma 263 (GA-Fle Grau). Ein am Ostersonntag auf nüchternen Magen gegessener Apfel schützt vor Geschwüren. SA-Ku. – 2a. in der Verbdg.: kleine(s) Ostern ‘Sonntag nach Ostern’ 2: Vk-Anhaltb 27 (ZE-Cob), 4: Wb-Ak 123, Wäschke 71913,25. – 2b. in der Verbdg.: weiße Ostern dass., 3: Vk-Anhaltb 27 (BA-Ra).
Lautf.: Ostern, [strn] verstr. (außer nwaltm. w Altm.); [strn] JE2-De; [stn] STE-Gro, CALV-Calv; [stan] JE2-Scho; estern HA-Oh; [ostn] SA-Meh; [ustn] vereinz. n GA; estrn Mda-Ro; uostern OSCH-Di; Auster SA-Rist; [eost] SA-Dä.