Gänselieschen n. ‘weibl. Person, die Gänse hütet’ 3: Vk-Harz 6/7,40.
Gendarm m. 1. ‘Polizist’, bes. auf dem Dorf, 1: SA-Rist, 2: verstr. Altm., vereinz. mbrdb., 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – un da kam de Schondarre un wir aber! Haste-wat-kannste! wej warn wie HA-Bee; Den ännern Dag fröh kümmt d’ Schandarm .... Pohlmann 1905,91; ... n Schandarmen hat e nich een eenzijes mah holen missen. Heese 21919,101. – Brauch: Ungezogenen Kindern wird gedroht: de Schandarme kimmet Vk-Harz 6/7,48.  TZ: scherzh., abw.: Blankmütze Blaue Blaukopp Gendeckel Grne Knickstwel, weitere Synonyme  Spitzkopp. – 2. TiN ‘Heuschrecke’,  Heuprd, 1: SA-Dam.  Rwer.
Lautf., Gram.: Schandarm SA-Rist, vereinz. ö/s Altm., Heimatkalender-Je 1924,62 (JE2-Vie), vereinz. elbostf.; -e ZE-Hu, Vk-Harz 6/7,48, verstr. anhalt.; Schandarmen Akk. Sg. Heese 21919,101; [antarme] Wb-Be; Schandarreme ADVk Nr. 239b (CA-KlRo); Schandärwe Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie); Schandar(r) SA-Dam, vereinz. n Altm., GA-Sta; Schandr Wb-Altm 182; Schandarre vereinz. s Altm., JE1-Wü, verstr. elbostf.; Schander vereinz. SA; Schondarre HA-Bee Oh; Jaldarm Spr-Asch 46; Kurzform: Schant Spr-Asch 27; Schante, [ant] ZE-Roß, Spr-Anhalt 172.
Geschenk n. wie Standardspr., 2: ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – Rda.: Mien Geschenk kimmet nah! sagt ein Hochzeitsgast, dem momentan die Mittel für ein G. fehlen, Vk-Harz 6/7,53.
Lautf.: Geschenk Vk-Harz 6/7,53; -schenke, J-, [jeeke] ZE-Roß, Rauch 1929,88, Gorges 1938,39, Wb-Be; Ji- QUE-Di.
Gingan m. ‘karierter Baumwollstoff’, bes. für Jacken und Mäntel, 3: Vk-Harz 6/7,15, 4: Wb-Ak 78, Wb-Be.
Lautf.: Ginggang Vk-Harz 6/7,15; Jingjang, [jija] Wb-Ak 78, Wb-Be. – Etym.: zu engl. gingham < malaysisch ginggang ‘gestreift’, vgl. WdS 1341.
Halsfrse f. ‘Kragen oder langer schmaler Schal aus wollenem Stoff’ 3: Id-Quea 156, Vk-Harz 6/7,29.
Harsleben ON – Neckreim:Jie verdammten Harschleber,
Schafft jiech Hosen ahn uht Bockledder,
Sist haelt jiech dat Donnderwäder!
3: Vk-Harz 3,74;
in der Verbdg.: Harschleber Kaukentelder ‘Spitzenkragen an kleinen Regenmäntelnder Mädchen’ 3: Vk-Harz 6/7,16
.
Hemde n. ‘Hemd’ verbr. – in blten himme gn Wb-Nharz 79; dsig m a rnes Himme n DE-Ca; dat Ham’m müt umsoimt wn’n SA-Dä; Rda.: H gifft sn Hemm von’t Lw ‘er ist sehr freigiebig, gibt auch das letzte weg’ Wb-Altm 206; hei hat kein heil Himme wern erse ‘er ist völlig verarmt’ HA-Oh; hei hat Himme utgedreckt ‘er ist gestorben’ HA-Schw; man sachte Krischan, et Himme is ja noch datwischen WE-Be; wat sall ek mek schämen, ek hewwe ja en Himme anne WE-Be; Geit doch nicks äöwer de Rennlichkeit, sagt jene Fru, un kehrt all Sünndag morgen är Hem’ üm. Spr-Altm 15; Sprw.: et Himme ist negger wie der Rock Sprw-Börde; Rätsel: In ein Lock krup ik rin un komm ut drei wedder rut? – das Hemd, Chr-Em 439; dat werdige hilgedom unser leven vruwen himmede, dar se Cristum under to der werlde gedragen heft. 1414, Schöppenchr-Ma 339. – Brauch: Zur Verlobung erhielt der Bräutigam von der Braut ein selbst gesponnenes und dadurch bes. wertvolles H. Vk-Anhaltb 37 (ZE-Dee Ned Steu, BA-Ba Re). In Derenburg war dies nur bis 1850 üblich, dort trug das H. die reich verzierten Anfangsbuchstaben von Braut und Bräutigam. Vk-Harz 6/7,54.
Lautf.: Hemde, [hemd] vereinz. s JE2, verstr. JE1 nö CA, ZE-Göd, verbr. w BE KÖ DE (jüngere Generation); Hemmede BA-Ha; [hem] verstr. w JE1 nö CA, hemme Mda-Sti 14; Hämd SA-Bre GrGe, OST-Ko, JE2-Scho; [hmt] Mda-Ar 26; Hemt SA-Vi; Hämm, Hemm vereinz. Altm., JE2-Wa; Hemne, [hemn] JE1-Rie, verstr. ZE, KÖ-GrPa, DE-Or; Himd Spr-Altm 76; Himm, [hi] verstr. nwaltm., Wb-Altm 82, GA-KloNeu; [hm] Mda-Ar 26; Himme, [him] JE2-De, verbr. elbostf. anhalt.; Himne, [himn] verstr. anhalt.; [himz] KÖ-Thu; Hamd SA-Rie Win, OST-Gla; [h] SA-Dä. Zuss.: Hals-, Henk-, Mannshemd, wer-.
hemmen Vb. 1. ‘verlangsamen, abbremsen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 75, BLA-Brau, 4: Wb-Be – dat hemet noch nich naug BLA-Brau. – 2. ‘das Brautpaar mit einer Schnur aufhalten, um eine Geldspende zu erwirken’,  snren, 3: Vk-Harz 6/7,55f., 4: Vk-Anhaltb 40 (BA-Neu Schie Sip, BE-Ge) – Brauch: Im Harz wurde das Brautpaar häufig mit einer über die Straße gespannten Leine aufgehalten, an der Arbeitsgeräte des Bräutigams oder zu seinem Beruf in Beziehung stehende Gegenstände hingen. Vk-Harz 6/7,55f.
Lautf., Gram.: hemmenHA-Oh, Vk-Anhaltb 40 (BA-Neu Schie Sip, BE-Ge), hemen BLA-Brau; hemn Wb-Nharz 75; [he] Wb-Be; gehemmt Part. Prät. Vk-Harz 6/7,55. Zus.: zu 1.: in-.
Hoike f. 1. ‘Mantel in Form eines Umhangs, in dem Mütter ihr Kind trugen’,  Kindermantel, 3: Vk-Harz 6/7,21, WE-Il Is, Wb-Nharz 74 – Hanseke Fricken dey heft irclaged vp Ghesen … eynen hoyken, eynen douk eyner haluen mark wert flassis. 1387, WeteB-Calbea 60; … so hebbe wy ervaren, dat dy brune hoyke ghekoft sy von Ursulen, meyster Clawes Muremester husfrowe, … ein Magdeburger an den Rat von Zerbst, 1470, UB-Magdeburg 3,123. – 2. in der Rda.: nicht von de Hoike gn ‘jmdn. unablässig um etw. bitten, belästigen’,  beddeln, 3: vereinz. w elbostf., Spr-Asch 23 – Nu will de Dejenicht (Taugenichts) san’n Opa jar nich widder von ‘ner Heke jehn. Spr-Asch 23.
Lautf.: HeikeHA-Alv, Vk-Harz 6/7,21 (WE-We), WE-Il Is; He(e)ke, [hk] Rauch 1929,61, Nd-Börde § 48, Spr-Asch 23, QUE-Di; hke Wb-Nharz 74, HäkeOSCH-Krop, Vk-Harz 6/7,21. – Etym.: mlat. huca, im 14. Jh. frz. heuque, huque, hucque, später über die Niederlande nach Deutschland gelangt, vgl. DWB 4.2,1731.
Holtlde Plt. ‘Waldarbeiter’ 3: Vk-Harz 6/7,38, BLA-Brau.
Lautf.: Holtlde BLA-Brau; Holzleute Vk-Harz 6/7,38.