Gramm m. ‘Kummer, Verdruss, Betrübnis’, auch ‘Ärger, Zorn’ 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. sw elbostf., Id-Queb 21, 4: Mda-Sti 2 und 147, Wb-Be – mk dek man keinen Gramm BLA-Brau; De Groam, de steeg öhr in’t Geblöt ... Firmenich 1854,125 (STE-Ste); Rda.: tn hatter Jrm uffjefressn Wb-Be.
Lautf.: Gramm vereinz. sw elbostf., jrm Mda-Sti 2 und 147; gram, grm Wb-Nharz 64, Id-Queb 21; Graom, Groam vereinz. Altm.; [jrm] Wb-Be.
Grtschelbne Pl. ‘krumme Beine’, bei Menschen mit unbeholfenem, unsicherem Gang, 3: Id-Queb 6.
Lautf.: Krätschelbeine.
grtscheln Vb. ‘unbeholfen, unsicher, mit gespreizten Beinen gehen’, bes. bei Glatteis, 3: Wb-We* 212, Id-Queb 6, 4: Mda-Sti 93 – Sih wie hei krätschelt Id-Queb 6.
Lautf.: kraetscheln Id-Queb 6; gratscheln, krtscheln Wb-We* 212; jrtscheln Mda-Sti 93.
henkrpeln Vb. refl. ‘über einen längeren Zeitraum kränkeln, leiden’, auch von einer schlechten finanziellen Situation, 3: HA-Oh, Wb-Nharz 76, Id-Queb 6 – hei well sik woll noch ne Wle sau henkröppeln HA-Oh.
Lautf.: henkröppeln HA-Oh; -kreppeln Wb-Nharz 76, Id-Queb 6.
inklken Vb. refl. ‘sich ins Bett kauern und warm zudecken’ 3: Id-Queb 8.
Lautf.: inkühleken.
inschrumpeln Vb. ‘eintrocknen, schrumpfen’, auch ‘faltig werden’ 2: Wb-Altm 187, 3: HA-Oh, Id-Queb 24 – de Appel is inneschrumpelt HA-Oh.
Lautf.: inschrumpeln Wb-Altm 187, HA-Oh; ein- Id-Queb 24.
Kackstl m. 1a. ‘Stuhl mit herausnehmbarem Toilettenbecken’, für Kranke und Gehbehinderte, 2: Wb-Altm 93, 3: HA-Oh, Id-Eilsa 70, Id-Queb. – 1b. ‘hoher Stuhl für Kinder’ 3: HA-Bee Oh, 4: Wb-Ak 83, Wb-Be. – 2. Ausdruck beim Kegeln, wenn die drei mittleren (mitunter noch ein weiterer) Kegel getroffen werden – wänn d Kle inne Mirre fanne Bn dl löppt, fällt än Kackschtl 2: JE2-Scho.
Lautf.: Kackstl Wb-Altm 93; [kaktl] JE2-Scho; Kackstaul, kack- HA-Bee Oh, Id-Eilsa 70, Id-Queb 1; [káketl] Wb-Be; Nbf.: Kackerstl Wb-Ak 83.
Kaffer m. 1. ‘Dorfbewohner’, abw., 3: Id-Queb 1, CA-Fö. – 2. ‘dummer, einfältiger Mensch’,  Dussel, 2: ZE-Roß.
Kk m. ‘Pranger, Schandpfahl’ – Am K. wurden im Mittelalter vor allem Meineidige und Ehebrecher (bes. Frauen) ausgestellt (und gestäupt), woran sich häufig auch die Vertreibung aus der Stadt anschloss. Das Wort ist als bekannt belegt in 3: WE-Oster, Wb-We 60, Id-Queb 1, 4: Mda-Sti 156, tradiert durch Platz- und Straßennamen sowie das gleichnamige Spiel. Daneben in hist. Quellen: dat bleck bime cake 1330/49 StB-Neuhaldensleben 68; dat hus jegen dem kake 1457 a.a.O. 554; … und wyl forder dath gmelth schoppenrecht und juw segel und breve und wue ghi de holden und watt ghi vor lude syn, wedder und vorth an forsten- und hernhoven und in steden an rathuesze, kerken, kake und boddelien und hoerhueszer allenthalven lathen ansln, damydde juwe unloflike geruchte jedermenniglichen moghe tho wetten werden und frome lude sick vor jw wetten tho warende … Brief eines Magdeburger Bürgers an den Rat von Zerbst 1508, UB Magdeburg 3,792; kleine wieseflegk beym Kack gelegen … Amt Köthen 1563, Landreg-Anhalt 1,242;Ho ho dar hef wy dat Spel gaen
Sed Rhebarg stech den kack henaen.
Rollenhagen 41614.
Kk spelen ein Spiel der Knaben, bei dem mit einem Stein nach der Spitze einer aufgetürmten Steinpyramide geworfen wird, Wb-We 60 – Das Spiel erinnert an das Bewerfen des am Pranger Ausgestellten. Eine Variante dieses Spiels übten bis ins 16. Jh. die Halberstädter Domherren zur Eröffnung der am Sonntag Laetare (3. Sonntag vor Ostern) beginnenden Verkaufsmesse auf dem Domplatz aus. Augustin 1872,3.
2kkelig Adj. 1. ‘überladen bunt’,  gkelig, auch ‘geschmacklos’, von der Kleidung, 3: Id-Queb 1. – 2. ‘albern’ 3: Id-Queb 1.
Etym.: zu gleichbed. mnd. kakelbunt, vgl. HWb-Mnd 2,501, wohl mit Bezug auf  gkelig ‘närrisch (bunt)’, vgl. DWB 5,48.