kpen Vb. ‘gaffen, mit starrem, verwundertem Blick auf etw. schauen’ 2: Mda-nwJe1a 50 (verstr. nw JE1), ZE-Kö Roß, 3: Mda-nwJe1a 50 (vereinz. w JE1), HA-Oh, Wb-Nharz 92, BLA-Brau, Id-Queb 2, 4: Mda-Sti 155 und 156, BA-Ha, Wb-Ak 83, Wb-Be.
Lautf.: kpen; außerdem: kaffen, [kafn], [kafn] Mda-nwJe1a 50 (verstr. nw JE1), ZE-Kö Roß, Wb-Ak 83, Wb-Be; gaffen HA-Oh; [jfn] BA-Ha; Nbf.: kb’n Mda-Sti 155.
Kper f. 1a. ‘Gewürz, die in Essig eingelegte Blü- tenknospe des Kapernstrauchs’, an deren Stelle fanden meist die Blatt- und Blütenknospen sowie die unreifen Früchte der Großen Kapuzinerkresse Verwendung (Wb-PflN 4,840), 2: ZE-Roß, 4: Wb-Ak 84, Wb-Be. – 1b. PflN ‘Große Kapuzinerkresse’ 4: Vk-Anhalta 78. – 2. in der Verbdg. – a. Kpern mit langen Swänzen ‘Gericht mit Graupen und Bohnen’, scherzh., 3: Mda-Weg 100, Id-Queb 2, 4: Wb-Ak 84, Wb-Be – Auf die neugierige Frage Was jiwwet’s denn heite mittch? wird die scherzh. Antwort gegeben: Kpern mit lanke Schwenze. Wb-Ak 84. – b. Kapern met Schwänzen ‘Kaulquappen’,  Klquappe, 4: BA-Ha.
Lautf., Gram.: Kapern Pl. Mda-Weg 100, Id-Queb 2, BA-Ha, Vk-Anhalta 78; Kper, [kper] Wb-Ak 84, Wb-Be; [kprn] Pl. ZE-Roß.
Karnickel n., m. 1. TiN ‘Kaninchen’ verbr. – dät Ka(r)nickel is m dd ejn JE2-Scho; … hei fung Karnuckels … Lindaua o.J. 63; Rda.: dor iss w a Garniggel von jmdm., der mit zahnlosem Mund kaut, BE-GrWi.  Hippel Kannken Mtsche 2Muckel 1Murtjen 2Nuppel. – 2. ‘Mensch, der einen Streit beginnt’ 2: ZE-Roß, 3: Id-Queb 2. – 3. ‘Holzklotz, der zu Brennholz zerkleinert wird’,  Klotz, 3: CA-Wer, 4: vereinz. anhalt.
Lautf.: Karnick(e)l, [karník()l]; außerdem: [garnigl] verbr. BE; Kanickel, [ka(r)nikl] vereinz. nwaltm., verbr. nbrdb., verstr. mbrdb.; Ka(r)nicko, [ka(r)niko], [ka(r)nik] verbr. nwaltm.; Kanicka vereinz.. nwaltm.; [kaníku] SA-Die; Nbff.: Karnuckel verbr. elbostf., BLA-Sti; Kanuckel OSCH-Ad, WE-El; Karnückel JE1-Gü; [kanükl] STE-Sa; Kurnickel SA-Ty; Kunicka SA-Hen. – Gram.: n.; außerdem: m.: verstr. nd., BE-Ge Grö; f.: OST-GrAu.
Kartuffelkrg m. ‘kleiner Krieg, in dem nur um geringe Dinge gestritten wird’ 3: Id-Queb 2.
Kse m. 1. Nahrungsmittel, wie Standardspr., allg. – Zur Käseherstellung wurde saure Milch in eine Schüssel gegossen und up’n Torm (auf den Ofen) gestellt, damit sich bei mäßiger Wärme eine Käseschicht bilden konnte. Zum Abgießen der Molke schüttete man die geronnene Milch in ein Leinentuch ( Ksebdel, -dk) oder in ein mit Löchern versehenes Tongefäß ( Ksekorf, -napp, -pott), wo die restliche Masse verblieb, bis sie utjestehn harre (lange genug gestanden hatte). Nach der Zugabe von Gewürzen (Salz, Kümmel) wurde der entstandene Quark (vgl. 2.) noch einmal durchgeknetet und stand nun zu allen Mahlzeiten des Tages zur Verfügung. Bes. die Knechte mussten sich meist damit begnügen. Bauernwelt-Ze. Käs un Brod das mak ich nich, Meester gib mich Speck! Lieder-Ma Nr. 842 (DE). Mit der Hand wurden aus dem Quark Klumpen geformt, die man zum Trocknen auf eine Lage Stroh legte. Hatte der Käse die notwendige Reife erreicht, wurde er in Tontöpfe gepackt und mehrfach in Bier getaucht. Er blieb so lange liegen, bis er ällerte (alt zu werden begann). Bauernwelt-Ze. Kese in’n Steinpott lejjen; de Kese hat’n Blessen (ist innen noch weiß) HA-Oh; d Ksen löppt JE2-Scho; Rda.: er ist durch und durch wie ahler Käse ‘er ist leicht erregt’ Spr-Anhalt 167; hei st t w Kese an’ner Wand ‘er sieht blass und krank aus’ Wb-We 64; d hasd w Gse uff de Bne? DE-Ca; De denken, Kees’ und Brod regn’t van’n Himmel. wird von jungen Leuten gesagt, die ohne finanzielle Absicherung heiraten, Bewohner-Altm 1,343; steht ein Junge untätig herum, wird ihm gesagt: ga man na Hus un pisse diene Mutter op de Kese, dat se olt wern CA-Bie; Sprw.: Kees’ un Brod mockt de Backen rod. Bewohner-Altm 1,343; man kann tau’n halben Keese sau veel Brot äten, wie tau’n ganzen WE-Oster; Wer ens bn Ksen geit, geit ok öfter b. ‘Wer einmal Gefallen an einer Sache gefunden hat, wird wieder darauf zurückkommen.’, sagt z.B. ein Mädchen von einem Mann, der abstreitet, sich mehr als einmal mit ihr eingelassen zu haben, Wb-Altm* 73; Rätsel: Worumme schroaft man’n Käse aff ?Wenn he Feddern harre, kün’n afrupp’n. Lieder-Ma Nr. 484 (GA-Grau); Neckreim:Biste beese, kruup in de Keese.
Biste wedder gut, kruup wedder rut!
Vk-Harz 3,78.
– 2. ‘ Quark’ 1: vereinz. nwaltm., 2: vereinz. SA, OST-Bre. – a. in der Verbdg.: witt(en)/witter Kse dass., 1: vereinz. nwaltm., 2: verbr. Altm., JE2-Sy, verbr. n mbrdb., 3: verbr. elbostf. – b. in der Verbdg.: wken Kse dass., 2: SA-Pü, OST-Poll, vereinz. n mbrdb., 3: vereinz. n elbostf. – 3a. Übertragung auf andere käseartigen Substanzen, die Ekel erregen können, 4: Wb-Be. – 3b. ‘Smegma’ 2: ZE-Roß. – 4a. ‘Frucht der Malve’ 1: SA-Dä, 2: JE2-Scho, 4: Wb-Ak 85 – d Kinna t’n ümma Kse fan dät Krt d JE2-Scho. – 4b. ‘Frucht des Hirtentäschels’ 2: ZE-Roß. – 5. ‘Taschenuhr’, scherzh., 3: Id-Queb 2. – 6. ‘Geld’,  Zaster, 2: WO-Wo.
Lautf.: Käse, [kz] GA-Rö, vereinz. mittleres JE2, verstr. mbrdb., GA-Grau, vereinz. ö. elbostf., verstr. anhalt.; [gz] Mda-Fuhne 72 (verstr. anhalt.); Ks, Kß SA-Bo Ko, OST-Deu, STE-Hü; Kese, [kz] STE-Arne, verstr. s Altm. JE2 mbrdb., verbr. elbostf.; Ks, Kß, [ks] verbr. w SA nö Altm.; Kese HA-Oh, WE-Wa, [kes] Id-Eilsa 71; Kase BLA-Sti; [kiez], Kiëse OSCH-Di, WE-Rok; Keis, Kais, Keiß verstr. mittleres SA, GA-Jem; [käiz]CALV-Zo; [käis] verstr. mittleres SA, OST-Bi, GA-Ku; [kis] SA-Die Ev; Käsen OST-Da Polk; Kesen, [kzn] verstr. ö Altm., Siedler-Je § 87 (JE2), JE2-Scho; Keisen SA-Gü Siep, OST-Klä, verstr. n GA; [käizn] vereinz. nw GA, STE-Ber; Keeisen Mda-Ost 47 (OST-Gla). – Gram.: n. belegt SA-Dä, HA-Bee, f. belegt vereinz. elbostf. Zuss.: zu 1.: Hand-, Harz-, Klapp-, K-, Napp-; zu 2.: Hackups-, Jkobs-, Matz-; zu 4a.: Katten-; sonstiges: Krümel-.
Käsedieb m., nur im Neckreim: Gottlieb, Käsedieb 3: Vk-Harz 3,67, Id-Queb 2.
Ksejunge m. ‘Spieler beim  Ballslgen, der den Ball auffängt und dem Aufschläger zurückwirft’ 3: Wb-Nharz 96, Id-Queb 2.
Lautf.: ksejunge, kese-. – Etym.: zu mnd. kasbal ‘Fang-, Spielball’, vgl. HWb-Mnd 2,525.
kselig Adj. ‘wirr redend’ 3: Id-Queb 2.
kseln Vb. 1. ‘wirr reden, phantasieren’, meist im Fieber oder im Schlaf, 3: Id-Eilsa 70, Wb-We 63, Wb-Nharz 93, Id-Queb 2. – 2. ‘unverständlich sprechen’, von Kleinkindern, die zu sprechen versuchen,  1nusselns fenget schonn n tse kseln 4: Wb-Be.
Lautf.: kseln, kaseln Wb-We 63, Wb-Nharz 93, Id-Queb 2; [kzl] Id-Eilsa 70; [kzln] Wb-Be. – Etym.: zu mnd. dwsen ‘Unsinn reden’, vgl. HWb-Mnd 1,503, vgl. auch quasseln.
Ksenapp m. 1. dass. wie  Ksekorf, auch ‘Gefäß zur Lagerung von Käse’ 2: OST-Bi, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Be, Vk-Anhaltb 80 (KÖ-Tri) – Kinderreim:Nip, Nap, Käsenapp,
Morgen is es Sonntag.
Zieh ich meine Stiefeln an,
Reis’ damit nach Kurikam,
Von Kurikam nach Kutschkutsch.
Id-Queb 2;
Bastlösereim:Schrab, schrab, Käsenapp!
Will mein Pfeifchen noch nicht ab,
So schmeiß ich dich in’n Graben,
Fressen dich die Raben;
Komm’n die kleinen Schweinichen,
Fressen dich alleinichen.
Schrab ab, schrab ab,
‘nen Löffel voll Saft!
Vk-Anhaltb 80 (KÖ-Tri);
LX keseneppe Inventar Kloster Aderstedt 1498, UB Kloster Ilsenburg 2,448. – 2. in der Verbdg.: Käseneppe schmieten ‘flache Steine so auf eine Wasserfläche werfen, dass sie mehrmals springen’,  Botterstulle, 2: JE1-Wo.
Lautf., Gram.: Käsenapp, [kzenap] Id-Queb2, Wb-Be, Vk-Anhaltb 80 (KÖ-Tri); -neppe Pl. JE1-Wo; Kesenapp, ksenap Vk-Harz 8,65, Wb-Nharz 96, Id-Queb 2, Kesenapp HA-Oh; Keis- OST-Bi.