Kibbeke(n) f., n. 1. ‘Auschlag, Entzündung am Mund’, bes. in den Mundwinkeln, 2: vereinz. WO JE1, 3: allg. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – dor had Giwwegen BE-Sa; hei hat Kiwweken bet an beide ern HA-Oh; Rda.: lacht, dat de Kiwwecken blaumen ‘er lacht laut, mit weit aufgerissenem Mund’ Sprw-Börde – Wenn die Kinder am Schulbrunnen tranken, breiteten die Mädchen ihre Schürze, die Jungen ein Tuch über das Trinkgefäß, um sich vor K. zu schützen. Brauch-Anhalt 327 (WA).  Ecke Grwe Mlsr Mlske Mundsr Patt Speckhappen Speckkrappe Sperlingsecke Sperlingswinkel tslag Winkel Zilk. – 2. Pl. ‘Mundwinkel’ 3: Id-Queb 3. – 3. ‘die gelbe Haut in den Schnabelwinkeln junger Vögel’ 3: Wb-Holzl 119, Id-Eilsa 71.
Lautf.: Kiwwe(c)ke Sg., Kiwwe(c)ken Pl.; außerdem: -bb- , Kiwwicke vereinz. elbostf.; [giwgn] Pl. vereinz. anhalt. – Gram.: f.; außerdem: vereinz. nur im Pl.; Kiwwecken n. WO-He, HA-Eil. – Etym.: zu  Kibben?
kkelkkel Interj. Ausruf der Abweisung von unsinnigem Gerede oder leeren Ausflüchten, 2: Wb-Altm 100, Id-Altm, 3: Wb-We 65, Id-Queb 2 – Rda.: Ach watt Kikelkakel! Wb-We 65; Kikel kakel Bradworst! Id-Altm; kikel kakel goldschau! Id-Queb 2.
Etym: wohl zu  kkeln 1. ‘gackern’, vom Huhn.
Kker m. 1. ‘Fernglas’ 2: Wb-Altm 100, 3: Wb-We* 219, Id-Queb 2. – 2. ‘Auge’ 2: Wb-Altm 100, Bewohner-Altm 2,228, SA-Rie – H hat’n gd’n Kk’r. Wb-Altm 100; Rätsel:Achter uns groot Dör
Stoahn twei Pöhl.
Up de Pöhl steiht ein Drangbalg.
Up den Drangbalg steiht ein Schnapper.
Up den Schnapper is ein Schnüber.
Up den Schnüber stoahn twei Kiekers.
Up de Kiekers steiht ein Busch.
– Mensch, SA-Rie.
– 3. in der Rda.: nen up’n Kker hebben ‘jmdm. übel wollen’, auch ‘gegenüber jmdm. misstrauisch sein’ verbr. – … se harr’n den nie’en Pannemann balle hölsch oppen Kieker … Lindauc o.J. 89; ick hewwe dick schon lange op’n Kieker CA-Fö.
Kikerikhne m. dass. wie  Kikerik, 3: Id-Queb 2, 4: Wb-Be.
Lautf.: kickerickhn Id-Queb 2; [kikerikhne] Wb-Be.
Kk-in-de-Welt ‘junger unerfahrener Mensch’ 2: Wb-Altm 100, 3: HA-Bee Oh, Wb-We 65, Id-Queb 3.
Kimme f. 1. ‘Kerbe’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 100, 3: Wb-We 65, 4: Mda-Sti 158 – ik will dik an Kimm in Eoa (Ohr) schnn, dat diu anna mao daoan denkst SA-Dä. – 2. ‘Kerbe im Rand von Holzgefäßen, in die der Boden eingelassen ist’ 3: Wb-Holzl 118 (HA-Eil), Wb-Nharz 96, Id-Queb 3. – 3. ‘Einschnitt im Visier von Handfeuerwaffen’ 3: HA-Oh.
Lautf.: Kimme; außerdem: Kimm SA-Dä, Wb-Altm 100. Zus.: zu 1.: Hinder-.
Kpe f. 1. ‘geflochtener Behälter’ – a. ‘großer, viereckiger (auch halbrunder) Korb mit Schultergurten, der auf dem Rücken getragen wird’, darüber hinaus kann er auch ein oder zwei Henkel sowie vier Füße besitzen, 1: allg. nwaltm., 2: allg. brdb., 3: allg. n/ö elbostf., verbr. s elbostf., 4: Mda-Sti 158, BA-Ha, verbr. s CA BE, Wäschke 61920,2 – feif Keepen Zwetschen WE-Rho; inne Kpe hln se Tüffeln, Holt un wat s jefft JE2-Scho; Se hadde anne Kiepe ufn Ricken … Wäschke 61920,2; Rda.: t der kpe hukken ‘übertriebenen Aufwand betreiben’, auch ‘übermütig sein’ Wb-Nharz 97; ick bringe ne ganze Kiepe vull Niees (eine Menge Neuigkeiten) CA-Fö; hei verlrt dat Brt t der Kipe von jmdm., der einen Verlust erleidet, Wb-We 65; du hast dik nich bloß en’ Korf, nee, ne ganze Kiepe ehalt zu einem abgewiesenem Freier, CA-Fö; Vers: Wer keine Kiepe hat in’t Hus, Is arm, wie sönne Kirchenmus! Gorges 1938,18; 1 kiepen stockfische = 1 gr. Amt Coswig1566, Landreg-Anhalt 3,24. – K. wurden vorw. zum Transport von Obst, Gemüse, Lebensmitteln und Wäsche genutzt. Verbr. fanden sie auch bei den Schiffern, die darin ihre notwendigsten Sachen verstauten, wenn sie nach der Winterpause wieder an Bord gingen. Elbschifferspr. 403. – Volksgl.: War ein Kiepenverkäufer im Ort, so regnet es am gleichen oder am folgenden Tag. Abergl-Ma 248 (HA-NHa). Wer den Gurt beim Tragen der K. herabhängen lässt, entzieht einer Kuh die Milch. a.a.O. 246 (WO-Ol). Tritt eine Frau mit einer K. an das Bett eines neugeborenen Kindes, so nimmt es die Brust der Mutter nicht mehr an. Abergl-Altm 9, Bewohner-Altm 2,140.  Drgekpe Drgekorf Harzkpe Hucke Huckekpe Huckekorb Korf Mausekorb Sprkpe. – b. ‘korbartige Spantasche mit Henkel, in der das Essen mit auf das Feld genommen wird’,  Twelkpe, 3: verbr. s/sw elbostf., 4: BLA-Sti. – c. ‘kleiner Henkelkorb, in den die geernteten Kartoffeln gelegt werden’,  Kartuffelkorf, 4: verbr. BE KÖ, DE-Ca, Mda-Fuhne 158 (DE-Mei Scheu) – anne Gbe full Gardoffel’l DE-Ca. – d. ‘Bienenkorb’,  Immenkpe, nur im Rätsel:Twischen uns un Noawers Hus,
stät ‘n Kiep met Kläckermus.
2: SA-Meh.
– 2a. ‘Strohhut’, von den Frauen zum Schutz gegen die Sonne getragen, 3: Id-Queb 3. – 2b. ‘Haube’, scherzh., 3: Wb-Nharz 97. – 3. ‘Färberkessel’ 3: Id-Queb 3.
Lautf., Gram.: Kipe, Kiepe, [kp]; außerdem: Kiep, Kp allg. nbrdb.; Kiebe KÖ-Cör Grö; [gb] verbr. BE KÖ, Mda-Fuhne 158 (DE-Mei Scheu); Käipe WE-Rho, [kp] Mda-Gö/Is 131; Keepen Pl. WE-Rho. Zuss.: zu 1.: Häckerlings-, Kaff-, Kersen-; zu 1a.: Harz-, Hukke-; zu 1b.: Kwer-, Meier-; zu 1c.: Jren-, Lse-; zu 1d.: Immen-; sonstiges: Nl-.
kippeln Vb. ‘unsicher stehen, hin und her wanken, schaukeln’ verbr. – nich mit’n Staule kippeln HA-Oh; kipple nich an Dische Id-Queb 3; Der Tisch kippelt. Wb-Ak 88.
Lautf.: kippeln, [kípln]; außerdem: kippel’l Wb-Ak 88, [kip] ZE-Roß; [gib] DE-Ca.
Kirschenstrauß m. ‘Reihe aus Kirschen und grünen Schoten, die auf einem Stäbchen aufgespießt werden’ 3: Id-Queb 3.
kstig Adj. dass. wie  ksefrtsch, 2: Id-Altm, OST-Me Na, vereinz. JE2, JE1-Bü Wo, ZE-Bur Göd Kö, 3: Wb-Holzl 119, OSCH-Osch Ott, BLA-So, Id-Queb 3, QUE-Nei, CA-Ca.
Lautf.: ki(e)sätig; außerdem: kiesätich Wb-Holzl 119, [kz-ti] JE2-Scho; kieseätig JE2-Mü.