Kittel m. ‘hemd- oder jackenförmiges Übergewand’, in versch. Ausführung. – a. als Kleidungsstück der Bauern, veralt., 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm., JE2-De, 3: verstr. elbostf. (nicht ö), 4: Wb-Be, Wäschke 41919,108 – mn Gresfder drauch noch ‘n blauen Kittel, innen ret HA-Oh; Rda.: bi’n Kiddel krig’n/näm’ ‘jmdn. verprügeln’ Wb-Altm* 78; upp’n Kidd’l gaon ‘gegenüber jmdm. mit Strenge auftreten’, auch ‘jmdn. zum Geständnis bringen’ a.a.O. 59; upp’n Kiddel kaom’/stg’n ‘jmdn. züchtigen’ a.a.O. 59; Sprw.: wökern’t Kittel nich paßt, de treckten sik nich an STE-Bad. – Bei der Arbeit wurde ein einfacher K. über ein Leinenhemd und eine Tuchweste gezogen. Vk-Altm 56. Als Teil der bäuerlichen Tracht war der rockförmige und innen mit rotem Tuch gefütterte K. mit vielen Knöpfen versehen, die bei den ärmeren Bauern aus Horn, Messing oder Blei, bei den wohlhabenden jedoch aus Silber bestanden. Zur Befestigung wurden die Ösen der Knöpfe an der Innenseite durch einen Lederriemen miteinander verbunden. Tracht-Ma 244. – b. als Kleidungsstück der Frauen, 2: Wb-Altm 59, 3: CA-Fö. – c. als Kleidungsstück der Kinder, 2: Wb-Altm* 59, 3: Wb-Nharz 97, Id-Queb 3 – Sprw.: Kümmt Tid, kümmt Raot, kümmt Kind, kümmt Kidd’lken. Wb-Altm* 59.
Lautf.: Kitt(e)l, [kít()l]; außerdem: Kidd(e)l vereinz. nwaltm. Altm.; Dim.: Kidd’lken Wb-Altm* 59. Zuss.: Hrden-, Krp-; sonstiges: Licht-.
2klabbern Vb. ‘kleben’ 3: Id-Queb 3.
Klackeierkken m. ‘klebrige Masse, die beim Zerbrechen roher Eier entsteht’ – dat is ein klackeierkauken 3: Id-Queb 3.
Klacker m. 1. ‘durch herabtropfende Flüssigkeit oder feuchte, breiige Masse entstandener Fleck’, vgl. Klack(s) 1c., Klecks, Klicks, 3: Id-Queb 3. – 2. Pl. ‘trockener, auch eitriger Schleim in den Augenwinkeln’,  Klter, 4: Wb-Ak 89, KÖ-Ed, DE-Grie Kle Wö – dr had Klackern inne en CA-Ak.
Zus.: sonstiges: Kuh-.
Klack(s) m. 1a. dass. wie  Klacken 1., 2: Wb-Altm 101, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 89, Wb-Be – ein klack butter Id-Queb 3; n’ Klacks Appelmaus opdaun HA-Oh. – 1b. dass. wie  Klacken 2., 3: Wb-Holzl 119, HA-Oh. – 1c. dass. wie  Klacker 1., 2: Id-Altm, Wb-Altm 101, Bewohner-Altm 1,344, 3: Wb-Holzl 119, Id-Eilsa 71, Spr-Asch 26, 4: Mda-Sti 159 – …, wal ich … denn noch Klacken uffs Dischduch gekladdert hawe, … Spr-Asch 26; Rda.: Een ‘n Klacks anhangen. ‘jmdn. in üble Nachrede bringen’ Bewohner-Altm 1,344; Se het en Klak weg. ‘Ihr Ruf ist nicht mehr einwandfrei.’ Id-Altm. – 2. ‘klatschendes Geräusch, das beim Umfallen oder Aufschlagen eines Gegenstandes entsteht’ 3: HA-Oh. – 3. ‘ Kleinigkeit, leichte Sache’ 3: Wb-We* 219, CA-Fö – dat is doch man en Klacks CA-Fö.
Lautf.: Klack Id-Altm, verstr. elbostf.; Klacks, [kláks] Wb-Altm 101, Bewohner-Altm 1,344, verstr. elbostf., Mda-Sti 159, Wb-Ak 89, Wb-Be. Zus.: zu 1.: K-.
klamm Adj. 1. ‘eng, fest’ 3: HA-Oh, Wb-We 66, 4: Mda-Sti 159 – dat sitt sau klamm HA-Oh. – 2a. ‘feucht, nicht vollständig trocken’ verbr. – Heite hat’s jr nich jedret (getrocknet), de Wesche is noch jans klamm. Wb-Ak 89; det Korn is noch to klamm un döscht noch nich OST-Sto. – 2b. ‘nasskalt’, vom Wetter,  nattkolt, verstr. – klammes Wäder WE-Mi. – 2c. ‘durch Feuchtigkeit aufgequollen und deshalb schwer schließend’, von Fenstern und Türen,  drange, 1: SA-Dä, 2: ZE-Roß, 3: verbr. elbostf., 4: Mda-Sti 159 – dat fenster geit klamme op Wb-Nharz 97. – 3. ‘verfroren, steif’, vgl. klm 1., 1: SA-Dä Rist, 2: verbr. brdb., 3: verstr. elbostf. – mich sinn von die olle kolle Witterung noch de Hänne janz klamm ZE-Roß. – 4. ‘in Geldnot befindlich, zahlungsunfähig’, auch ‘geizig’,  gzig, 2: STE-Wa, ZE-Roß, 3: HA-Oh, Spr-Asch 30, Id-Queb 3, 4: Wb-Be – klamm isse immer met’n Gelde Spr-Asch 30.
Lautf.: klamm; außerdem: klamme verbr. elbostf., klmme Mda-Sti 159; klaam GA-Bös, STE-Go, JE1-Kü; kloam vereinz. Altm., OSCH-Ott, WA-KlOsch, BA-Ho. – Etym.: mnd. klam ‘enge, fest zusammenhaltend, nicht elastisch oder dehnbar’, vgl. HWb-Mnd 2,567. Zus.: zu 2b.: natt-.
klammbrig Adj. ‘klar, rein’ 3: Wb-We 66, Id-Queb 3.
Lautf.: klambrig Id-Queb 3; -brig Wb-We 66.
Klapperpuppe f. 1. ‘Kinderklapper in Form einer Puppe’,  Klapper, 3: WO-NiDo, Firmenich o.J. 159 (WA-Ost), Id-Queb 3. –2. ‘dünne Frau’,  Hämp(er)ling, 3: Id-Queb 3.
Klapperstork m. 1. TiN ‘Storch’,  Stork, 2: vereinz. OST, verbr. GA, vereinz. STE, verbr. n WO, vereinz. JE2, verbr. mbrdb., 3: verbr. elbostf., 4: verbr. omd. – Volksgl.: In der kindlichen Vorstellung bringt der K. die Neugeborenen,  Kind. Lässt sich ein K. auf einem Dach nieder, auf dem er nicht nistet, wird in diesem Haus ein Kind geboren. CA-Ak; Kinderreim:Glabborstorech besdor
breng mich ne glne Schwesdor,
Glabborstorech jdor
breng mich an gln’n Brdor.
BE-Nie.
Klapperstorch, du Langbein,
steihst op’n Sandstein.
Wennher wiste wegflein?
Hüte oder morgen?
Wenn de Roggen riepet,
wenn de Müse piepet,
wenn de Plaug nah’n Felle geiht,
denne will ik wegflein.
Hbl-Ohre 1933 Nr. 7/Meyer (WA-
ABra).
– 2. ‘Hebamme’, scherzh.,  Hfamme, 2: JE2-Fi, 3: HA-No, WE-Weh. – 3. ‘Geschenk, das die junge Mutter nach der Geburt von ihrem Ehemann bekommt’ 3: Id-Queb 4.
Lautf.: Klapperstork OST-Polk, GA-Kö, JE2-Fi, JE1-Ra, BA-Ha Schie;sonst -storch; außerdem: [klabrtr] DE-Els; [glabrdr] verbr. BE, Mda-Fuhne 16 (DE-Ca); [klapa- ta] JE2-Scho; Klapperstörch WE-De; -stor(re)ch Wb-Ak 89, [klaprstor] HA-Uep; [-tori] Wb-Be; [glabrdr] vereinz. BE.
Klappksel m. ‘Kreisel’, Spielzeug,  Brummksel, 3: Id-Queb 3.
Lautf.: klapkisel.