Baldrin m. PflN wie Standardspr., auch ‘aus dem Öl der Wurzeln des B. gewonnener Extrakt’ 2: Id-Altm, Wb-Altm 10, 3: Rauch 1929,25, Spr-Mab 385 (WO-Ol), verstr. sw elbostf., 4: vereinz. w anhalt. – ... denn hewwe ek Balderjahn ... enohmen ... Wedde 1938,72. – Volksmed.: Der Extrakt aus der B.-Wurzel hilft gegen Magenkrämpfe, Fallsucht und Schlaflosigkeit, der Tee aus den Blättern und Blüten wird gegen Nervenkopfschmerzen und Herzschwäche getrunken. WE-Oster, Vk-Anhalta 289. Balderjan lett nist vor’n Herzen stahn WE-Oster. – Volksgl.: B. gilt als Mittel gegen Behexung und gegen Wassergeister und Teufel. Vk-Anhalta 330.
Lautf.: Baldrian Rauch 1929,25; Balderjahn, -jn vereinz. sw elbostf.; balld’rjoan Spr-Mab 385 (WO-Ol); Ballerjaon Id-Altm, Wb-Altm 10, QUE-Di; Bal’lerjn Wb-Ak 31; [palrjn] Wb-Be; Nbff.: falderjn Wb-Nharz 20 (Harz); bullrjan Vk-Ask 100.
Balke(n) m. 1. ‘vierkantiges, massives, langes Stück (Bau-)Holz’, bes. zum Stützen und Tragen, 2: vereinz. Altm., JE2-Bö, Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie), verstr. ZE, 3: Spr-Mab 385 (WO-Ol), verstr. w elbostf., 4: vereinz. omd. – ..., denn brauchter drei Balken vorschs Dach, ... Wäschke 61915,54; Rda.: de Snute an’ Balken hängen ‘hungern’ OSCH-Schw; hei lücht, dat sek de Balken böet Id-Eilsa 53; n’ Balken op beide Schuldern drn ‘es jedem recht machen wollen’ HA-Oh, Sprw.: Wter hat keine Balken a.a.O.; Wetterregel: Im März ... “nimmt Moses de Balkens ünner’t Ies weg.” vom Abtauen und Dünnerwerden des Eises auf Gewässern gesagt, Winter-Altm 74; de hus beveden, de fenster cleperden, und in der Borde (Börde) etlikerwegen velen de honre van den balken, ... über ein Erdbeben, 1409, Schöppenchr-Ma 327. – 2. Teil an Geräten oder Vorrichtungen: – a. ‘Hebebaum am Wippbrunnen’,  Wippe, 2: SA-Kä, STE-Bis. – b. ‘Verbindung zwischen hinterem Pflugteil und Vorderpflug, Pflugbaum’ 4: vereinz. anhalt. (außer KÖ). – c. ‘Querholz am Fuhrwerk zur Befestigung der Zugstränge’ 1: SA-Die. – d. ‘das Querholz der Harke, an dem die Zinken sitzen’,  Harkenhft, 1: SA-Ho, 2: WO-Me, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. w omd. – e. ‘das Querholz der Egge, an dem die Zinken sitzen’ 3: Vk-Ask 198, 4: CA-Ak. – f. ‘Schaft des Ankers’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 236 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-Pa). – 3. ‘oberer Abschluss eines Raumes, (Zimmer-)Decke’ 2: Brauch-Anhalt 42 (ZE-Bor), ZE-Roß, 3: vereinz. w/s elbostf., 4: verstr. s CA, Brauch-Anhalt 42 (DE-Ra) – ’n Balleken weisen (weißen) Wb-Ak 31; bis n’n Balleken QUE-Di; Rda.: Dene ligget de Balken op’n Koppe ‘er langweilt sich zu Hause und geht deshalb ins Wirtshaus’ Sprw-Harzvorld 382. – 4. ‘Bodenraum über der Scheunentenne oder über Ställen’, auch ‘Raum der Scheune, in dem die Garben verpackt werden’,  Banse, 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm. (außer n WO), 3: HA-NHa – ’n ganzen Balken vull Weiten Wb-Altm* 49. – 5a. ‘schmaler, unbebauter Streifen zwischen Ackerstücken’, z.T. mit Buschwerk o.ä. bestanden, auch als FlN, 2: Wb-Altm 10, 3: Burghardt 1967,178. – 5b. ‘Spargelbeet’ 3: HA-Ost. – 6. Pl. ‘harte Erdschollen’, werden bei schwerem, trockenem Boden abgepflügt, 2: OST-Sta.
Lautf., Gram.: Balk(e)n, [balk()n], [balk] (anhalt.: [balgn]) Sg. und Pl.; außerdem: balkens Pl. Spr-Mab 385 (WO-Ol); Balkens Akk. Pl. Winter-Altm 74; [balk] verstr. Altm. (außer CALV n WO); Balke, b-, [balk] Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie), ZE-Göd Kö, Wb-Holzl 58, Wb-Nharz 20; Balle(c)k(e)n, [balk()n] ZE-Roß, HA-Oh, vereinz. s elbostf., verstr. s CA; [palkn] Wb-Be; [balk] Mda-Ze (vereinz. ZE); [bkn] SA-Die; [bk] verstr. nwaltm.; [blkn] BA-Ha; pleken Mda-Sti 2.
Ballslag m.(?) dass. wie  Ballslgen, 2: JE2-Crü HSe, JE1-Ge Mo, 3: Spr-Mab 384 (JE1-Gü) – ballschlach spael’n a.a.O. 384 (JE1-Gü).
Lautf.: Ballschlag, b-, -ch.
Bammel f. 1. ‘herabhängende, hin und her schwingende Gegenstände’, abw., 2: ZE-Roß, 3: Spr-Mab 386, Id-Eilsa 50 – sönne olle bammele Spr-Mab 386. – 2a. ‘Nachlässigkeit’ 4: Mda-Sti 88. – 2b. ‘Müßiggang’ 3: Wb-We 12.
Lautf.: Bammli Id-Eilsa 50; Bammele, b- Spr-Mab 386, Wb-We 12; Bammeleie ZE-Roß; pameléje Mda-Sti 88.
1Bande f. ‘Schar, größere Anzahl von Menschen’, abw., z.T. scherzh. gebraucht,  Korps (n.Z.), auch ‘ Pack, Gesindel’, Schimpfwort, 2: Heimatkalender-Je 1937,76 (JE2-Fi), Heimatkalender-Ze 1964,95 (ZE-Ze), 3: vereinz. n/w elbostf., 4: vereinz. w anhalt. – n sönne bande Spr-Mab 387 (WO-Ol); De janze Ban’ne tet nischt. Wb-Ak 31; ..., mät son’ne Reewor (Räuber) ... hawe ick alle Dage mein’n Arjor, muß doch ma sähn, wie die da mät so’ne Bande fartich wärn. Heimatkalender-Ze 1964,95 (ZE-Ze).
Lautf.: Bande, b- Heimatkalender-Je 1937,76 (JE2-Fi), Heimatkalender-Ze 1964,95 (ZE-Ze), vereinz. n/w elbostf.; Ban’ne Wb-Ak 31; Banne Heimatkalender-Börde 1925,62 (CA-Sa); [pane] Wb-Be.
bändigen Vb. 1. wie Standardspr., 2: Volksspr-Altm 91, 3: Spr-Mab 386 (JE1-Gü), vereinz. w elbostf., 4: Wb-Be – hei kann dat Perd nich bennigen HA-Oh; tr is tich for Iwwermt nich tse pennijn Wb-Be. – 2. refl. ‘sich  balgen’ 2: STE-Grie.
Lautf.: bändij’n Spr-Mab 386 (JE1-Gü); bnnign Volksspr-Altm 91; bännijen Wb-Holzl 59; bennigen STE-Grie, HA-Oh, OSCH-Di; [penijn] Wb-Be.
Bank f. 1. ‘bes. aus Holz bestehende Sitzgelegenheit, die mehreren Personen nebeneinander Platz bietet’ 1: SA-Dä, 2: verstr. brdb., 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – ...; Knecht un Möllergesell seeten vor d’ Dör up d’ Bank, ... Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.); Un uff de Straaß’n daa waar’n ville Bud’n un Dische un Bänke uffjeschtellt ... Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze); Rda.: dorch de Bank ‘durchweg’ WE-Dee; op der fulen Bank liggen Wb-We 13; uf de lanke Banke schau’m ‘eine Angelegenheit hinauszögern’ Wb-Ak 31; fällt nich ohne Vortel von de Bank von jmdm. gesagt, der klug ist und schwierige Aufgaben erledigen kann, Vk-Anhaltc 104. – In den Stuben der Wohnhäuser waren urspr. ringsum rot gestrichene B. aus Holz an den Wänden angebracht. Derartige B. finden sich noch vereinz. in den Wirtshäusern. Spr-Mab 386. – 2. ‘angehäufelte Reihe’, bes. von Heu, 2: Mertens 1899,32, 3: Wb-Nharz 20, 4: Wb-Ak 31, verstr. w BE, Wäschke 41919,31 – ’s Hei in Benke machen Wb-Ak 31; ne bank holt Wb-Nharz 20. –3. ‘Spargelbeet’ 3: vereinz. s OSCH n WE.
Lautf., Gram.: Bank, [bak] SA-Dä, verstr. Altm., ZE-Göd, verstr. w elbostf., vereinz. w anhalt.; [bag] verstr. w BE; Banke, [bak] WO-Ri, Mda-nwJe1b 65 (JE2-HSe), JE2-Ma, verstr. JE1 ZE ö elbostf., Wb-Ak 31; Bänke Pl. Mertens 1899,32, Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze), Krause 1964,12; [pake] Wb-Be; pnk Mda-Sti 9.
Banksen n. ‘eiserne Klammer zum Befestigen von Bauelementen’ 3: Spr-Mab 386 (Magdeburger Land), 4: Wb-Ak 31.
Lautf.: banks’n Spr-Mab 386 (Magdeburger Land); Bankeisen Wb-Ak 31.
Br m. 1a. TiN wie Standardspr., 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., JE2-Fie, 3: Spr-Mab 383 (WO-Ol), verstr. w elbostf., Sprw-Börde, 4: vereinz. omd. – dai Baia danst SA-Dä; de groote Bäre Sternbild, HA-Bee; Rda.: schlpen w en br Wb-Nharz 25; brummet wie so’n Bär Vk-Harz 3,46; ... hackschig (plump, ungeschickt) as en Bär Bornemann 41827,118; He hatt Hänn’ as’n Baor ‘Er hat plumpe Hände’ Wb-Altm 13; ’n Bhren anbinnen ‘Schulden machen’ Id-Altm; Lischen, du wutt uns woll’n orntlichen Bären oppbinnen? Heimat-Ohre 1924/Wöhlbier (HA-Eim); dick hat woll de Bäre luset? zu jmdm. gesagt, der ein verdrießliches Gesicht macht, HA-Ro; hei denkt, hei hat’n Bär’n an’n Schtricke (hat besonderes Glück) Sprw-Börde; Dat is grade as wenn de Bäre Bohnen polkt. ‘Es ist nutzlos.’ Chr-Em 431; Sprw.: en ollen Bärn et Danzen leern, hält hart Sprw-Börde; for Jeld kann man en Bärn danzen seihen un sick Zucker in’n Hinderschten blasen laten a.a.O. – Bis in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg ließen Bärenführer zu den Klängen eines Tamburins ihren B. gegen Entgelt auf der Straße tanzen. Wb-Ak 31 f. – 1b. Pl. NeckN für die Bewohner von Schadeleben, 3: Vk-Ask 167. – 2. ‘verkleidete Gestalt im Pfingstumzug’,  Pingsten, 2: GA-Schw, 4: Ackerbau-Anhalt 316 (KÖ-Dro). – 3. Haschespiel, in den Verbdg.: – a. schwarzer Bär – Der Fänger hüpft beim Haschen auf einem Bein, wobei er das Knie des anderen Beins umfasst. 2: Vk-Anhalta 268 (ZE-Dee). – b. Br-Br – Der Fänger (der B.) kommt mit dem Ruf Br, Br, der le jt aus aus seiner Höhle und versucht, Mitspieler zu haschen. Die Opfer müssen sich an den B. hängen, so dass er mit immer länger werdendem Schwanz auf neuen Raub ausgeht. 4: Wb-Ak 32.
Lautf., Gram.: Bär, Br, baer, bër Bornemann 41827,118, GA-Schw, Vk-Anhalta 268 (ZE-Dee), Spr-Mab 383 (WO-Ol), vereinz. sw elbostf., Wb-Ak 31, KÖ-Kö; Bäre vereinz. w elbostf.; Bäre Pl. Richter o.J. 63; Bär(e)n Akk. Sg. Heimat-Ohre 1924/ Wöhlbier (HA-Eim), Sprw-Harzvorle 143, Sprw-Börde; [pr] Wb-Be; Bere, Bere HA-Oh; brn Pl. Vk-Ask 167; pr Mda-Sti 28; Baor, Bhr Id-Altm, Wb-Altm 13; Boar’n Pl. Albrecht 21822 1,13; Boare JE2-Fie; [bai] SA-Dä.
Brenkrl m. ‘robuster, widerstandsfähiger Mensch’, auch ‘übermütiger Mensch’ 3: Spr-Mab 383 (WO-Ol).
Lautf.: baernkaer’l.