dorchstrpen Vb. ‘durchstreifen, durchwandern’ 2: Firmenich 1854,124 (OST-Hav).
Lautf.: dörchströpen.
drst Adj. 1. ‘beherzt, furchtlos, unverzagt’, dann auch ‘übermütig, frech, unverschämt, garstig’,  unrtig, 1: vereinz. nwaltm., 2: verstr. brdb., 3: verstr. elbostf., 4: verbr. anhalt. – man drste ‘nur zu’ Wb-Nharz 46; Sik doch man an bißchen drste! Wb-Ak 48; dai Dean is bannich drst SA-Dä; hei is tau drste HA-Oh; Rda.: He is gottesfürchtig un drist. Spr-Altm 78; Rätsel: Wecker is am driesten in’t Kirch? – die Fliege, sie setzt sich dem Pfarrer auf die Nase, Bewohner-Altm 2,170. – 2. ‘getrost, ruhig’ 2: Firmenich 1854,133 (GA-Miest), 3: vereinz. elbostf., 4: Wäschke 61915,93 – kannst et mick driste globen Sprw-Börde; ... hä solle man drieste was vorschlan. Wäschke 61915,93. – 3. ‘laut’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm. (auße s WO) – drst juchen ‘laut lachen’ OST-Ost; Sei lachen so driest, dat deit wackeln dat Fatt. Pohlmann 1905,17; driest roaren ‘laut weinen’ SA-Rie; ma mütt drsd schraien SA-Die. – 4. ‘schnell,  rasch’ 2: vereinz. Altm. – gao driest to ‘beeile dich’ STE-Wa. – 5. ‘viel’ – drst Jält 2: Mda-Ar 33.
Lautf.: driest, [drst] verbr. nwaltm. Altm., JE2-Scho, HA-Bee; [drsd] SA-Die; drieste, [drst] CALV-Zo, verstr. mbrdb. elbostf. anhalt.; [drsd] Mda-Fuhne 78 (verbr. anhalt.); trieste, [trste] Wb-Be, Wäschke31919,52; driste (Kurzvokal) Wb-Holzl 79.
d Personalpron. 2. Pers. Sg. allg. – d, d! drohend, Wb-Nharz 47; tu, sech maal! Wb-Holzl 197; au wei! du häst’n Pott tweismäten STE-Wa; du kannst mal Teldern affdröjen HA-Bee; Wat häst du Lieschen? Pohlmann 1905,32; Dau, Krischaan! wo wut’n mitte Päre henn? Firmenich 1854,133 (HA-NHa); Nee, wenn De den abber sähn willst, mußt De uffen kleenen Marcht jehn ... Richter o.J. 54; Wu hastes denne? Wäschke 61915,90; muckst du di, so kriggst du ns Wb-Altm 140; ... dät heb ick di joa ... all vätellt ... Firmenich 1854,125 (OST-Hav); d hest d woll än Schplitta innert’n? JE2-Scho; Öwer dat seg ick däi ... Hausfr-Altm 1929,24 (STE-KlMö); ... ick bin doch bi dick. Rauch 1929,18; det jeht dich jarnischt an! ZE-Roß; ls tich toch nich lumpm Wb-Be; Me krt dich j jr nich mär ze sne. Mda-Harz 18 (BLA-Sti); ... hier bring’ ek dek ne recht rare Katte ... Wedde 1938,90; dat kan dek noch scheif gn Wb-Nharz 47; Rda.: da kannste Du tau seggen ‘das ist gut, wertvoll’ Sprw-Börde; ek will dek beine maken zum Antreiben von jmdm., Id-Quea 143; dick hat woll lange nich de Näse blaut (geblutet) Drohung, BA-GrAls.
Lautf.: du; außerdem: [t] Wb-Be; dou SA-Bee; dau Dialekt-Ma 12 (JE1-Schor), ZE-Nu; [diu] verbr. nwaltm.; in Aus- oder Anrufen: tu vereinz. w elbostf.; dau vereinz. elbostf.; in unbetonter Position: de, -e (auch enklitisch am Vb.); Dat./Akk.: di(e), [d] vereinz. ö nwaltm., verbr. w Altm. nw OST, vereinz. nö GA ö Altm. (außer s STE n WO), verbr. JE2 n/mittleres JE1, vereinz. s JE1; dei, dai, [dai] SA-Le, vereinz. nö SA, GA-Hem Si, vereinz. OST STE, WO-Ucht, verstr. s JE1 ZE; däi, [di] vereinz. ö SA nö GA, verbr. OST STE, vereinz. n WO, Mda-Ze (ZE-Gro); [d] SA-Kal, OST-GrRo, STE-Bad; di(c)k, [dik] verbr. nwaltm., verstr. sö GA (n der Ohre) CALV n WO, verbr. n/mittleres/sö elbostf.; dich, [di] verstr. s ZE, CA-Ca, verbr. omd.; [ti] Wb-Be; diche ZE-Roß; de(c)k verbr. OSCH sw elbostf. w/s QUE s BA; dk Id-Eilsa 56, verstr. BLA.
düt Demonstrativpron. n. (m. und f.  düsse) 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. nbrdb. n/mittleres mbrdb., verstr. ZE, 3: verbr. elbostf., 4: vereinz. omd. 1. in Bezug zu einem Subst. – a. mit Bezug zu etw./jmdm., auf das/den der Sprecher hinweist – ditt oll Wief SA-HDo; dit Schwn is jt JE2-Scho. – b. mit Bezug auf etw. bereits Bekanntes, Erwähntes – ... Ollmark ... Düt schön klein Land ... Kredel 1927,24; Ganz obberleiig (überflüssig) war düt Nölen ... Gorges 1938,48. – c. in Verbdg. mit Zeitangaben auf einen benachbarten Zeitpunkt hinweisend – ... krieg’n wi düt Joahr n beestig schöne Erndt ... Firmenich 1854,124 (OST-Hav). – 2. in subst. Funktion (semantisch wie 1a. und 1b.) – Wat is dütt ... Lindauc o.J. 23; Düt stimmt gans gewiß hüt noch. Hausfr-Altm 1928,94 (Kredel); Dütt ward woll ok saune ole Snurre sin ... Klaus 1936,7; Verbdg.: Underwächs vortellten se sk dit un dat ... Mda-Harz 17 (BLA-Hü); jiff m dütt, krüsd dat SA-Die.
Lautf.: düt(t), [düt] verbr. nwaltm. nbrdb. n mbrdb. n/w elbostf.; dit(t), [dit] vereinz. nwaltm. verstr. nbrdb., verbr. mittleres mbrdb., verstr. ZE, vereinz. w elbostf., verstr. mittleres elbostf., verbr. ö/s elbostf.; dis(s), disz ZE-Roß, vereinz. omd.
1Dwel m. 1a. ‘Teufel’ verbr. – ... kieke sick in de Stube umme, op woll de Deubel nich hinder’n Oben vorrkeime. Lindaua o.J. 64; Rda.: op Deuwel kumm rut ‘mit aller Macht’ CA-Fö; des deuwels sn ‘eifrig, versessen (auf etw.) sein’ Wb-Nharz 40; is hinder her, wie der Deuwel hinder de Seele dass., Sprw-Börde; bis de ganz des Deubels? ‘bist du verrückt geworden? Wb-We 28; Ritt sei denn der düwel?! dass. (3. Pl.), Id-Quea 150; den lacht de Deuwel utn Hals ‘er lächelt heimlich und schadenfroh’ OST-Gla; Ick bin so falsch (ärgerlich), ick mücht mäi met’n Deuwel slaon. Bewohner-Altm 1,326; Von d kann der Teiwel kn Pechlicht besn. ‘Sie ist sehr geizig.’ Wb-Ak 169; de hat’n Düwel barwet lopen sein von einer zänkischen Frau, Id-Eilsa 59; De Olsch hät de Deuwel van de Kar verlar’n. dass., Bewohner-Altm 1,327; dann plaocht dai Daiw ‘er hat ein schlechtes Gewissen’ SA-Dä; in deuwels kiche kommen ‘in eine schwierige Lage geraten’ Wb-Nharz 40; Noch ihr de Deuwel Schoh’ ankrieg’t ‘in aller Frühe’ Bewohner-Altm 1,327; Ick will dick wol krin, eh dick de Düwel krigt. Hbl-Ohre 1928 Nr. 25/ohne Verf. (HA-Höt); da hätt de Düwel sien Spöäl mang wenn etw. nicht gelingen will, STE-Wa; de Düwel sitt’r inne dass., WE-Zi; wi de Doiwel sien Speel hat ‘wie es der Zufall will’ Wb-Holzl 77; Wie ’s dor Teiwel will ... dass., Krause 1964,133; dat solle doch mit’n Deuwel taugahn ‘das müsste doch zu machen sein’ Sprw-Börde; d sast dänn Dwel nich anne Wand mln ‘du sollst kein Unheil heraufbeschwören’ JE2-Scho; Dät weet der Deubel ... Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie); ... denn is hüte Abend de Deuwel los. ‘... gibt es heute viel Trubel, Unruhe, Aufregung.’ Wedde 1938,22; Dat geit nao dusent Düw’l dass., Wb-Altm 44; sps mot sn! se der deubel, d hate sne gresmutter mit der mesgrepe kisselt. Mda-Weg 90; All’ Bitschen helpen wat, sä de Deuwel, dunn at’r de Bottermelk met de Meßfork. Bewohner-Altm 1,327; Väl Köpp, väl Sinn’, sagt de Düwel, da harr he een Karr’ vull Poggen (Frö- sche) schob’n. Spr-Altm 88; in Ausrufen und Flüchen: fui daibel OSCH-Di; in dreideuwelsnamen: ja ärgerliche Zustimmung, Sprw-Börde; dn Dwel ek HA-Oh; Dat di de Düw’l Wb-Altm 44; de sall de Deiwel holn STE-Schö; Doa sloa doch glieks de Düwel rin! Matthies 1903,35; Sprw.: de eine is’n andern sn Dwel ‘niemand gönnt einem anderen etw.’ HA-Oh; Tr’n Düw’l un Apptk’r, se hämm väöl Büss’n. Wb-Altm 275; Stiffmutter is’n Deuwel sin Underfutter HA-No; Steen ut’r Hand is’n Düwel in d’ Hand. ‘Mit einem Steinwurf kann man Schaden anrichten.’ Spr-Altm 88; wenn man von Düwel sprickt, is’e nich wit. SA-Bre; Wenn’n von’n Dübel seggt, kimmt e all um e Ecke. Chr-Em 431; wer et abends piepet, den danzt de Düwel op en Dake. Id-Eilsa 59; Hät de Deuwel irst een’n Finger, kriegt’r ook de Hand. Bewohner-Altm 1,327; Wer vor d’ Höll whnt, mütten Dübel to’n Fründ hemm. Firmenich 1854,122 (OST-See); Wer in’n Himmel will, mot’n Düwel taum Vadder hebben. Hbl-Ohre 1928 Nr. 25/ohne Verf. (HA-Höt); wer Geld hat, de kann Döwel danzen sehn. SA-Im; wu Geld is, da is de Düwel, un wu kein is, da is e tweimal HA-No; De Dübel schitt immer op’n gröttsten Hucken. Chr-Em 431; Hat de Doiwel de Kau ehaalt, kann hai dat Kalf ok noch halen. Wb-Holzl 33; In de Nod frätt de Deuwel Flegen. Bewohner-Altm 1,352; de Düwel is sau swart nich, as man ne afmlt ‘etw. wird nicht so schlimm, wie es zunächst zu befürchten ist’ Wb-We 34. – 1b. ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, 2: JE2-Scho, 4: verstr. anhalt. (jüngere Generation). – 2a. ‘böser, durchtriebener, hinterlistiger Mensch’,  s, auch ‘zänkischer Mensch’, Schimpfwort,  Stänker, 2: ZE-Roß, 4: Wb-Ak 169, Wb-Be – Das is an Teiwel! Wb-Ak 169. – 2b. in der Verbdg.: armer Teufel ‘armer, besitzloser Mensch’ – ... un an Selwerkoofen war bei dän armen Teiwel oh nich zu denken. 4: Heese 21919,25.
Lautf.: Düw(e)l, [dvl] SA-Bre Dan, verstr. nbrdb. n/w elbostf., Id-Quea 150; [dv] SA-Ev; Dübel Firmenich 1854,122 (OST-See), vereinz. w elbostf.; Diewel, dwel vereinz. sw elbostf.; Döwel Schwerin 1859,46, SA-Im; [duiv, -o] verstr. nwaltm.; Deuw(e)l, Doiw(e)l, [doivl] SA-Ah, vereinz. Altm., verstr. elbostf.; Deubel Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie), vereinz. elbostf.; [divl] SA-Pü; Deiw(e)l, [daivl] Wb-Altm 34, vereinz. SA, STE-Schö, vereinz. WO, JE2-Scho, verstr. mbrdb., vereinz. s elbostf., verstr. omd.; [daiv, -o] verstr. nwaltm.; Teiwel, [taiwl] vereinz. anhalt.; Deibel STE-Arne, Vk-Anhaltc 88 (ZE-We), HA-Oh, vereinz. anhalt.; [däiwl] JE2-Scho.
lend Adj. 2: Firmenich 1854,125 (um STE-Ste), Gaede 1962,177, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 21, Wb-Be. 1. ‘kümmerlich, jämmerlich, beklagenswert’ – hei is lenne te Grunne gn HA-Oh. – 2. ‘schwach, krank’, bes. auch ‘schlecht, kränklich aussehend’ – där säht awwer elend aus ZE-Roß. – 3. dass. wie  klig 1b. – Rda.: fl lben (versprechen) un wennich hlen, dat sint lenne lde Wb-Nharz 118.
Lautf.: elend, [lent] Gaede 1962,177, ZE-Roß, HA-Uhr, Wb-Be; lenne vereinz. elbostf.; lenge Mda-Sti 21; älende WA-Et; lenne, ëlenne, lenne verstr. w elbostf. (außer nw), Id-Quea 150; ellend Firmenich 1854,125 (um STE-Ste).
eng Adj. 1a. ‘räumlich eingeschränkt, von geringer räumlicher Ausdehnung’ 2: Firmenich 1854,132 (STE-Ste und Umgebung), Heimatkalender-Je 1923,101 (JE2-Fi), Mda-sJe1 7 (verstr. s JE1, ZE-Göd), 3: vereinz. elbostf. (außer sö), 4: vereinz. DE – ...; de Gänge wor’n hellisch eng, ... Heimatkalender-Je 1923,101 (JE2-Fi); ich gloobe, de Warkstatt is ze enge DE-Ho; Sprw: enge un woll (wohlauf) is besser as wiet un weh WA-Ost. – 1b. ‘(zu) fest anliegend’, von Kleidung, 1: SA-Dä, 3: vereinz. w/s elbostf. (außer sö), 4: vereinz. w anhalt. – dai Kraogng is to eng SA-Dä; tas Kld is mich vill tse enge Wb-Be; Rda.: Er muß den Schmachtriemen enger schnallen von einem (leichtsinnigen) Menschen gesagt, der in Not geraten ist, Vk-Anhaltc 105. – 2. ‘ängstlich, beklommen’ 2: OST-Bö, 3: Wb-We 6 – mi is so ang OST-Bö. – 3. ‘drückend, schwül’, vom Wetter, vgl. engig, 1: vereinz. nwaltm., 2: verstr. Altm. – ’t is ht so ang’ Wb-Altm 5.
Lautf.: eng, [eg] SA-Dä, Firmenich 1854,132 (STE-Ste und Umgebung), Heimatkalender-Je 1923,101 (JE2-Fi), WO-Gu, DE-Ka Or; -e, [e] Mda-sJe1 7 (verstr. s JE1, ZE-Göd), vereinz. elbostf. (außer sö) anhalt.; enger Kompar. Vk-Anhaltc 105; Nbff.: ang, ang’, [a] (2., 3.) vereinz. nwaltm., verstr.. Altm.; [-] WO-Zie; and (2.) Wb-We 6. – Etym.: neben mnd., mhd. enge existiert die umlautlose Adverbform mhd. ange ‘dicht anschließend’ und ‘mit ängstlicher Sorgfalt’, vgl. HWb-Mhd 1,69, Pfeifer 1989,358.
wen 1. Adj. 2: verstr. brdb. (aus JE1 keine Belege), 3: verstr. elbostf. – a. ‘gleichmäßig flach’, auch ‘glatt, geebnet, gerade’ – äwen maoken STE-Wa; op bner re Wb-Nharz 48; Rda.: du häst noch väöl äw’n to maok’n ‘du musst noch viel gutmachen’ Wb-Altm 254. – b. ‘sauber, ordentlich’, auch ‘sorgfältig, genau’ – dat is en ebener Mensche CA-Fö; wat ganz eben undersoiken Wb-Holzl 81; mk ’t man nich tau ben Beiträge-Nd 61 (WO-HWa); Sprw.: Allto äw’n is half unäw’n. Bewohner-Altm 1,320. – 2. Adv. verstr. (aus JE1 keine Belege). – a. ‘soeben, in diesem Augenblick’ – ... eb’n düss’ Minut ... Matthies 1903,55; ben in genblikke Wb-Nharz 48; Eben flackere ok dat Füer op un belüchte de Wimmelsdorpsche “Spritze”! Lindauc o.J. 31. – b. ‘vor kurzer Zeit’ – unt isse k’m JE2-Scho; das hawwich doch ’mt jest CA-Ak; Ick hatt äben erst anfang’n to graben ... Firmenich 1854,133 (GA-Miest); ... weile doch ämnt erscht draußen jewest war. Wäschke 61915,6. – c. ‘genau, deutlich’ – datt kann ick so äw’n nich wt’n Wb-Altm 254. – 3. Pt. verstr. (aus JE1 keine Belege). – a. zustimmend, eine vorherige Aussage bekräftigend – ben, drumme HA-Oh; n mt Wb-Be; dat mein ek eben Id-Eilsa 59. – b. mit Bezug auf einen bekannten Sachverhalt – ... de Not war äben so groot ... Wille 1927,XV (BLA-Be); du kannst eben nich hören! CA-Fö; Mir sinn äm’nt uff Sunntahksbilljettersch jefahren ... Heese 21919,54.
Lautf., Gram.: eb(e)n Matthies 1903,55, Heimatkalender-Je 1937,78 (JE2-Fi), verstr. elbostf.; ebend Vk-Anhaltb 83 (ZE-Steu); [b] Id-Eilsa 59; b’mt Spr-Maa 438 (WO-Ol); [] SA-Ku; mt ZE-Roß; äw(e)n, [v()n] vereinz. Altm.; äwend, [vnt] verstr. ö/s OST n STE; äben, ëben Firmenich 1854,122 und 133 (OST-See, GA-Miest), verstr. sw elbostf.; äbent, ëbent OSCH-Di, Wb-Nharz 48; [] verstr. ö/s nwaltm. w Altm., vereinz. ö Altm.; ämnt, äm’nt vereinz. mittleres/ö anhalt.; ähmt, ’mt, [mt], [d] verstr. nw Altm., GA-Le, STE-Wa, Spr-Asch 12, vereinz. anhalt.; [a], [amt] Mda-Ze (verstr. ZE); [ont] STE-Bö Buch; [unt] STE-Je, JE2-Scho; b’n Mda-Sti 28; [äim] verstr. n/w nwaltm.; [äimt] SA-Ch; Formen mit Antritt eines unorganischen -t nur bei (2.) und (3.).
frtlpen Vb. ‘weglaufen’2: Firmenich 1854,122 (OST-See), 4: vereinz. omd. – ... uf de Schtraße is an Bulle fortjeloffen ... Wäschke 61915,26.
Lautf., Gram.: löppt furt 3. Sg. Präs. Firmenich 1854,122 (OST-See); fortjeloffen Part. Prät. Wb-Ak 115, Wäschke 61915,26; furtjelaefen Part. Prät. Vk-Unterharza 55 (BA-Schie).
Fr f. 1. verbr. – a. ‘erwachsene weibl. Person’ – De Fru is prächtig: ... Pohlmann 1905,46; Dört (weibl. RN) was ’ne rendliche Fru ... Hausfr-Altm 1930,8 (SA-Die); d olle Frauens köddan (schwatzen) a wärra JE2-Scho; ... satt da oppen Grabenrand ne öldere Frue. Rauch 1929,5; Anne Fraue met veeln Kinnern ... Spr-Asch 49; Meine Mutter, die immer ’ne jude Frau jewäst is ... Richter o.J. 10; Rda. (bei den Rda. und Sprw. sind auch Bezüge zu 1b. und umgekehrt bei 1b. zu 1a. möglich): Wasch’n tär’t (zehrt), har jene Fru seggt, dao har ’s en Nachtmütz wuschen. Spr-Altm 15; Geit doch nicks äöwer de Rennlichkeit, sagt jene Fru, un kehrt all Sünndag morgen är Hem’ üm. a.a.O. 15; Sprw.: Fruen het lange Haare un korten Verstand. Chr-Em 429; Is keen Frau so riek, Se geit d’ Koh gliek. ‘Auch die Schwangerschaft einer reichen Frau ist den Gegebenheiten der Natur unterworfen.’ Firmenich 1854,123 (OST-See). – b. ‘Ehefrau’ – de junge Fru HA-Bee; “Lieschen un keen anner werd mal dien Fru!” Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.); dän seine Frau kann ick dorch’n Tod nich vorrknusen ZE-Roß; Rda.: Dänn Weg münn’ s’ all gaohn, sä jenn Frau, dao führten s’ ähren Mann non’n Gallig’n. Bewohner-Altm 1,333; Ach watt sall dät lang’ Toben, sä de Frau, har de Mann ähr väör rutsmeten, har s’ hinn wärr ringaohn. a.a.O. 1,333; Sprw.: De Fru un de Katte höört hinder de Döör, de Mann un de Hund höört daföör. Wb-Holzl 33; de Fraun un de Besens, de her’n ins Haus Spr-Asch 18; dä Mann kann mit sien Wagen nich sau vel infeuern wie dä Frue mit de Schörte rut dröcht HA-Sü; De Fru kann mehr to’t Finster ruutlangen, as der Mann to’t Schüündöhr ’rinföhrt. Blicke-Drömling 1,120; de Fre kann nischt erwarben, aberst vl verdarben Wb-We 160; ee der liewe Jott lett en Mäken vordar’m, ee lett’e den Mann de Fru star’m BA-Re; Twee go’ Fruns gewt män up de Welt, de een is dod un de änner kann keener finn’. Bewohner-Altm 1,333; Reim:‘Gud’n Dach, gud’n Dach, Vadd’r Kooberenck,
Wat moakt denn oere Fru?’
‘Se wascht sick nich, se kämmt sick nich,
Se iss ne olle Suu.’
Lieder-Ma Nr. 843 (WO-Ol).
– c. ‘sozial höher gestellte weibl. Person’, bes. ‘Hausherrin, Bäuerin, Dienstherrin, Frau des Dienstherren’ – unse Fraue Wb-Ak 60; de Fr Pastor HA-Oh; So junks nu de Fra Amtmänn’n. Wäschke 61920,28; Fraü giff mik enns mn Leon (Lohn) SA-Dä; Sprw.: Gode Magd werd gode Fru. Spr-Altm 14; Keen schärper Ro’ (Rute), as wenn de Knecht Herr wärd un de Mawd Frau. Bewohner-Altm 1,358. – 2a. in der Verbdg.: de Fru von Zicksn Zacksn Kinderspiel, 2: GA-Wern. – 2b. in der Verbdg.: Frau Holle hät meck en Pott eschenkt Kinderspiel, 3: QUE-Di. – 3. ‘Hebamme’,  Hfamme. – a. in der Verbdg.: Fr Wse 3: WE-Kö Ve. – b. in der Verbdg.: die weise Frau 2: OST-Ost. – 4. ‘in den  Twölften umherziehende Gestalt des Volksglaubens’, ausf. und mit weiteren Quellen s. Flechsig 1975. – a. in der Verbdg.: Fr Fren/Fren 3: a.a.O. 89 (vereinz. w WE). – b. in der Verbdg.: Fr Frke a.a.O. 89 (WE-De Strö). – c. in der Verbdg.: Fr Gde 2: a.a.O. 88 (n Altm.). – d. in der Verbdg.: Fr Harke2Harke. – e. in der Verbdg.: Fr Holle 3: Flechsig 1975,89 (Harzv. Nharz.). – f. in der Verbdg.: Frau Wulle 3: a.a.O. 89 (BLA-Brau).
Lautf., Gram.: Fru, [fr] Hausfr-Altm 1930,8 (SA-Die), vereinz. n/mittlere Altm., verstr. s Altm., vereinz. JE2 JE1 (neben -au-), verbr. w elbostf., vereinz. nö elbostf., WA-KlWa, vereinz. QUE, BA-Ba; Frue, [fr] verstr. s Altm., Mda-Ohre 356 (GA-Rä), vereinz. sw elbostf., verbr. ö elbostf.; [fr] SA-Kal; Froa OST-Klei; [fro()] veralt. Siedler-Je § 144a (JE2 JE1); froe ZE-Kö; [fraö] verbr. n/w nwaltm.; [fraü] SA-Dä; [frau] SA-Wü; Frau, [frau], [frao] verstr. ö/s nwaltm., verbr. n/mitttlere Altm., vereinz. sw JE2, Mda-nwJe1a 40 (vereinz. nö JE1), verstr. ZE, BE-Gü, verstr. anhalt.; Fraue, [frau] verstr. n/mittleres JE2, verbr. mbrdb., vereinz. w JE1, Spr-Asch 50, QUE-GrSchie, Wb-Ak 60, verbr. BE, vereinz. KÖ; fraugge Mda-Sti 32; Fra nur in Verbdg. mit dem Nachnamen oder einer Amtsbezeichnung Wäschke61920,28, Heese21919,35; Pl.: auf -n belegt: Spr-Altm 15, Chr-Em 429, vereinz. s elbostf., Krause 1964,16, DE-Vo; auf -ns belegt: vereinz. nbrdb., verstr. elbostf.