Geblte n. 1. ‘die Gesamtheit des zirkulierenden Blutes’ 2: Firmenich 1854,125 (STE-Ste), 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 40. – 2. ‘(ständiges) Bluten’ – et jebleute schtillen 3: Wb-Nharz 57. – 3. ‘Menstruation der Frau’ 3: a.a.O. 57. – 4. ‘Abstammung, Herkunft’ 3: vereinz. elbostf.
Lautf.: Geblöt Firmenich 1854,125 (STE-Ste); jeplte Mda-Sti 40; Jebleute, -äu-, -oi- vereinz. elbostf.
Gemt n. ‘Sinnesart, Wesensart eines Menschen’, auch ‘geistiges und seelisches Empfindungsvermögen’ 1: Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die), 2: Firmenich 1854,125 (STE-Ste), 3: Sprw-Börde, 4: vereinz. anhalt. – Öwer Heinrich hadd’ ein fidel Gemäud ... Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die); tr hat an jdes jemte Wb-Be; Rda.: Det namm se dänn sick to Gemöth ... Firmenich 1854,125 (STE-Ste).
Lautf.: Gemöth Firmenich 1854,125 (STE-Ste); -mäud Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die); Jemüte Sprw-Börde; -miete, jemte vereinz. anhalt.
gewinnen Vb. vgl. winnen. 1. ‘einen Wettstreit, eine Auseinandersetzung für sich entscheiden’ 2: Berufe-Altm 252, Firmenich 1854,124 (OST-Hav), Heimatkalender-Je 1923,95 (JE2-Vie), 3: vereinz. elbostf. – ... un miene Wedde gewinnen. Wedde 1938,24; ... de äm de Kloag gewiß gewin’n sall. Firmenich 1854,124 (OST-Hav). – 2. ‘bei einem Spiel, einer Lotterie einen Preis erwerben’ 3: vereinz. elbostf., 4: Wäschke 41920,40, Krause 1964,81 – Ihr hat wo was jewun’n? Wäschke 41920,40.
Lautf., Gram.: gewinnen, -win’n, j- Firmenich 1854,124 (OST-Hav), vereinz. elbostf., Krause 1964,81; gewinn 1. Sg. Präs. Berufe-Altm 252; giwinnen OSCH-Di; Part. Prät.: gewunnen, -wun’n, j- Heimatkalender-Je 1923,95 (JE2-Vie), vereinz. elbostf., Wäschke 41920,40.
glücklich 1. Adj. – a. ‘vom Glück, Erfolg begünstigt, erfolgreich’ – ... waren nuh jlicklich nah Quellendorf jekommen ... 4: Heese 21919,31. – b. ‘von Freude, Zufriedenheit erfüllt’ 1: Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die), 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. omd. – ... glücklich un tofreen ... Firmenich 1854,125 (OST-Hav); Ach, wat was de Bur glücklich ... Hausfr-Altm 1929,23 (STE-KlMö); ... hadde sich nich sehre jlicklich verheiratet ... Richter o.J. 30. – 2. Adv. ‘endlich, schließ- lich’ – n pin ichn jlicklich widder ls 4: Wb-Be.
Lautf.: glücklich; außerdem: glick-, j-, [jlikli] vereinz. s elbostf., verstr. omd.
gt Adj. verbr. 1a. ‘den Zwecken genügend, zufrieden stellend, einwandfrei’ – w hem’m k jjen Acka JE2-Scho; dat is’n g Pert HA-Oh; ... Kohlzupp ... un de wör gaud naug för ehr Knechtens un ehr Deerns. EssennwAltm 91 (SA-Han); De Geschichte ... hät ville Lüede guet gefalln ... Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); Verbdg.: maket gut Abschiedsgruß, Sprw-Börde; schn gt abwehrend, wenn sich jmd. bedanken will, Wb-Nharz 66; Rda.: gd tau Wege ‘gesund, rüstig’ Wb-We 44; lat man gut sien ‘lass es dabei bewenden’ HA-Bee; Sprw.: Wer goot schmeert, de goot föhrt. Firmenich 1854,132 (STE-Ste). – 1b. ‘tüchtig, den Aufgaben gewachsen’ – ... un weilse anne jude Hausfrau war, da dachte se schon in’n Sommer dran, was in’n Winter wern solle ... Wäschke 41919,28; Sprw.: Wat’n goden Vaogel is, de but’n god Nest. Spr-Altm 83. – 1c. ‘wirksam, nützlich, hilfreich’ – dat is gt fr’n hausten Wb-Nharz 66; Rda.: Awwer wer weeß wofor’s jut is. Heimatkalender-Be 1936,155; Sprw.: Wat een god don kann, dät werd twee ook nich to vöäl. Bewohner-Altm 1,330. – 1d. ‘passend, geeignet, günstig’ – jder Wind ‘günstiger Wind zum Segeln’ Elbschifferspr. 437 (JE2-Mi). – 1e. ‘nicht für den alltäglichen Gebrauch bestimmt, bes. Anlässen vorbehalten’ –Wer et man ichtens maaken kann,
Schafft sick ne “Gue Stube” an.
Gorges 1938,51.
– 2a. ‘angenehm, erfreulich, positiv wirkend’ – he hat goe Doch (Tage) GA-Si; enes guin Dages JE2-Gü; jumorjen Gruß, Wb-Ak 82; guen Dag Gruß, HA-Ack; wenn et Wäder guut is HA-Neu; düsse Tüffel schmeckt jt JE2-Scho; ... Stund mei sön witten Schlips ok good ... Francke 1904,8; hei hat’t ganz gt HA-Oh; Warsch bis dahin jut jejangn ... Krause 1964,22; Is doch gaud, Mudder, wenn’ öfter ünner de Lüd’ kümmt. Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die); Rda: Seck’n jutn Dach maken ‘angenehme Tage verleben’ Spr-Asch 19. – 2b. ‘gesund, wohl’ – hei süht nich gut ut ‘er sieht kränklich aus’ HA-Bel; ne (ihm) is nich gt Wb-Nharz 66; dat wart balle wer gt ‘es heilt bald’ HA-Oh; ... sau lange wie miene Mutter na nich wedder jut iss ... Firmenich o.J. 161 (WA-Ost). – 3. ‘mühelos, einfach, bequem’ – Rda.: de hat gt köären (reden) HA-Oh; dat kannste woll nich gut behaupten CA-Fö. – 4a. ‘viel, reichlich, umfangreich’, auch ‘ertragreich’ – en gt deil ‘eine gehörige Menge’ Wb-Nharz 66; die Ärn (Ernte) diss Joar iss jut CA-Lö; got wat antrecken ‘sich warm einhüllen, anziehen’ STE-Döl; Det jaab daa for die imm’r ’n jutes Drinkjeld ab. Heimatkalender-Ze 1962,93 (ZE-Ze). – 4b. ‘mindestens, bestimmt so viel’ – dat is ne g Stunne wt henne HA-Oh; ... un die so breet war, dät guet fünf Wane näenen änder ... führn künnten ... Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie); Verbdg.: Das is jt un jarne zn Mark wrt. Wb-Ak 82. – 4c. ‘sehr, überaus, stark’,  bannigen gden hausten hebben Wb-Nharz 66. – 5. ‘anständig, charakterlich und moralisch einwandfrei, tadellos’, auch ‘gütig’ – ’n gun Minschen Id-Eilsa 66; hei is’n guen Jungen OSCH-Har; dor had ne jle Frau DE-Ca; wist k gd dn? ‘willst du nun folgsam sein?’ Wb-Altm 67; Rda.: got en gden man sn lten ‘sich keine Sorgen um etw. machen’ Wb-Nharz 66; Sprw.: All tu juut is liederlich JE1-Dan; alder gden dinge sint’er dreie Wb-Nharz 66. – 6a. ‘freundlich, wohlmeinend’ – n’ gt Wert jbn HA-Oh; Rda.: Dat is jans un jar juder Wille. ‘Das ist sein freier Entschluss.’ Spr-Asch 19; hei hat woll en guden Willen datau, kann et awer nich schaffen Sprw-Börde. – 6b. ‘freundschaftlich gesinnt, zugetan, gewogen’ – en’n gd sn Wb-We 44; sek nich gt sn ‘verfeindet sein’ Wb-Nharz 66; Wedder met’n ander jut sin ‘sich wieder vertragen’ Spr-Asch 19; ... sek mit unsen Harregott gut de stellen wett ... Wedde 1938,8; Rda.: in’n Gen utkemen HA-Oh.
Lautf., Gram.: go(o)t, -d, j-, [gt], [jt] vereinz. ö/s nwaltm., verbr. nbrdb., vereinz. w JE1; gout Matthies 1912,25 (SA-Fa), vereinz. nw WE; jut Mda-Sti 33; gaut, -d, [gaut] verbr. nwaltm.; gu(u)t, -d, j-, [gt], [jt] vereinz. s SA s OST ö GA, verstr. STE n WO, vereinz. mittleres JE2, verbr. mbrdb. elbostf. omd.; guet verstr. mbrdb.; in flekt. Formen: m. Akk. Sg.: goden Id-Altm, Spr-Altm 83; goon, gn vereinz. Altm.; [jjn] JE2-Scho; [jijn] Elbschifferspr. 437 (STE-Bit, JE2-Pa); [jn] Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa); [gau] SA-Dä; guden, gden Sprw-Börde, Wb-Nharz 66; guhen HA-Bo; gu’en, gen verstr. elbostf.; guun, ju’n QUE-Di, Krause 1964,15; [jijn] Elbschifferspr. 437 (WO-Ro); guin (Gen. Sg.) JE2-Gü; juten Spr-Asch 19; f. Nom./Akk. Sg. und st. Nom./Akk. Pl.: goot, joot, [gt], [jt] vereinz. ö/s nwaltm., verstr. w/mittlere Altm. (außer s Rand); gode, jode Spr-Altm 14, STE-Ost, WO-Ucht; goe, joe, [j] vereinz. OST, STE-GrSchwa Po, vereinz. sw Altm.; [j] MdanwJe1a 48 (JE1-HWa Lo); go’ Sprw-Altma 22; [jj] OST-Dü Hi, vereinz. nö STE, JE2-Scho; [gi], [ji] SA-Vie, verstr. nö Altm., STE-Ber, WO-Mahl; gaut verstr. nwaltm.; [gau] SA-Da; gaue SA-Net; gude, jude vereinz. s elbostf., Wäschke 41919,28; guhe STE-Ba; gue, jue, [g], [j] OST-Ein, CALV-Uth, vereinz. elbostf.; gu, ju HA-Oh, Id-Eilsa 66; [gt], [jt] GA-Bo, vereinz. n WO; [jj] Mda-nwJe1a 48 (JE1-Rie); juije Dialekt-Nd 12 (WO-An); [j] Mda-nwJe1a 48 (JE2-HSe, vereinz. n JE1); [jl] DE-Ca; [jud] Mda-Ze (ZE-Roß); [jur] a.a.O. (ZE-Reu Stre); [jul] a.a.O. (ZE-Gro); Kürze bes. in Grußformeln: [judn] m. Akk. Sg. DE-Ca; gun(n), jun(n) m. Akk. Sg. vereinz. elbostf., Wb-Ak 82; judde f. Akk. Sg. Wäschke71913,61; Kompar.  2bet, bter; Superl.  best.
Gramm m. ‘Kummer, Verdruss, Betrübnis’, auch ‘Ärger, Zorn’ 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. sw elbostf., Id-Queb 21, 4: Mda-Sti 2 und 147, Wb-Be – mk dek man keinen Gramm BLA-Brau; De Groam, de steeg öhr in’t Geblöt ... Firmenich 1854,125 (STE-Ste); Rda.: tn hatter Jrm uffjefressn Wb-Be.
Lautf.: Gramm vereinz. sw elbostf., jrm Mda-Sti 2 und 147; gram, grm Wb-Nharz 64, Id-Queb 21; Graom, Groam vereinz. Altm.; [jrm] Wb-Be.
Gras n. 1. ‘Gesamtheit der Wiesenpflanzen als Pflanzendecke, Rasen’ verbr. – Grs mein (mähen) HA-Oh; annan Dach wat dat Gras wennd SA-Dä; Hüte Morgen woar dät Gras noch natt ’ewest ... Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie); Arnst un Fritze lagen hinder de Gar’ns ... int greune Graß! Rauch 1929,54; Uff de Stra- ßen that Dich das scheenste jriene Jras wachsen ... Richter o.J. 6; Rda.: dee mutt ins Gras bieten ‘er wird bald sterben’ JE1-Ziep; H kann Gras wassen hörn. ‘Er glaubt an den kleinsten oder eingebildeten Zeichen zu erkennen, wie sich etw. entwickeln wird, ist überklug.’ Wb-Altm 277; kein Graas under de Fäute wassen laten ‘jmdn. zur Arbeit antreiben’ Sprw-Börde; Sprw.: Wer weet, wo Hingst is, wenn Graß wesst. ‘Man soll sich nicht übermäßig über die Zukunft Gedanken machen.’ Firmenich 1854,122 (OST-See); Bauernregel: wenn de Uhr bi Daog schleiht tweemaol acht, denn waßt dat Gras bi Dag un Nacht STE-Wi. – 2. in der Verbdg.: bunt Gras PflN ‘Bandgras’ 3: Hbl-Ohre 1935 Nr. 6/Becker (HA-Bee).
Lautf.: Gras(s), Graß, J-, [gras], [jras] verbr. nwaltm. brdb., Rauch 1929,54, HA-Bee, Mda-Ma 61 (CA-Fe), verstr. ö DE; [ras] vereinz. mittleres SA, OST-Kru, GA-Fau; Gra(a)s, Grs, J- verbr. elbostf., BLA-All, Mda-Sti 16, vereinz. anhalt.; Graos, J-, [grs], [jrs] WO-HWa, verstr. s elbostf., verbr. anhalt.
hken Vb. 1. ‘einhaken, einhängen’, auch ‘hängen bleiben’ 4: verbr. anhalt. – ich bin mit main’n Rock n’n Nl hken jeblemm un hawwe mich an Draiangel ninjerissen CA-Ak. – 2a. ‘den normalen Ablauf behindern, ins Stocken geraten lassen’ 2: Wb-Altm 76, Firmenich 1854,122 (OST-See) – Rda.: Dät wärd sick hken, haa d’ Möller säggt, haa’t söäbent Geboot bäden sollt. Fir-menich 1854,122 (OST-See). – 2b. ‘ stottern’ 3: CA-Ca. – 3. ‘ein Fuhrwerk rückwärts bewegen’ 3: verstr. elbostf. – hake doch gliks op’n Hoff Id-Eilsa 66. – 4. ‘einen Wagen durch Entgegenstemmen abbremsen’ 3: Wb-We 43. – 5. refl. ‘sich leicht streiten, necken’ 2: Wb-Altm 76, 4: Wb-Ak 64. – 6. ‘zweifeln’ 3: Spr-Harza 220. – 7. ‘mit dem Hakenpflug pflügen’, vgl. Hke(n) 1c., 2: Wb-Altm 76.
Lautf.: hken verbr. elbostf.; [hgn] Mda-Fuhne 72 (verstr. BE KÖ DE); [hgn] a.a.O. 72 (vereinz. BE KÖ); [hkn] QUE-Di, CA-Ak, hken Firmenich 1854,122 (OST-See), Wb-Ak 64; haok’n Wb-Altm 76, [hkn] Wb-Be; [hgn] Mda-Fuhne 72 (verstr. ö DE). – Etym.: (6.) zu mnd. hken ‘Einwendungen machen’, vgl. HWb-Mnd 2,196. Zus.: zu 1.: in-.
hebben Vb. allg. 1a. ‘etw. besitzen, über etw. verfü- gen’, auch in Bezug auf Personen – wr well denn dat hem’n? HA-Oh; Hejje denn noch Äppel in’ Kelder? Wedde 1938,72; ik hew keene Tied ZE-Steu; Hai harre mit sne Fr … ain ainzich Kind, ainen Snen. Tiedge 1954,39; unse Sau het jans schne Frkng hat JE2-Scho; Rda.: hat nist, jifft nist HA-Oh; wecker hett, de hett STE-Ba; Sprw.: wat ek hewwe, dat wett ek, wat ek kre, dat mott’n erst sin Wb-We* 213; wr alles hebben will, kriggt nischt Wb-We 48; hebben is wis – krien is mis Sprw-Börde; Hebb’n iss bt’r ass krg’n. Wb-Altm 116; Rätsel:Hätt ich gleich die ganze Welt,
Alles Silber, alles Geld,
Grade Glieder, gesunden Leib,
Und dazu ein hübsches Weib,
Erd und Himmel auch dabei,
Wüßt ich doch, was besser sei
.
– ‘haben’ ist besser als ‘hätt ich’ Lieder-Ma Nr. 487 (WO-Ol).
– 1b. ‘zum Ehemann, zur Ehefrau haben’ – Dr hat Schulzen Lschen. Wb-Ak 64. – 1c. ‘bekommen, erhalten’ – da könnt se Dank hem’m! Wb-Holzl 103. – 1d. ‘befallen sein, ergriffen sein’ – d Hund harrn Holtbuk JE2-Scho; n’ Rappel hem’n HA-Oh; Rda.: Ich hawwe Hunger w son Frd Wb-Ak 72. – 2. in refl. Verbdg. – a. ‘sich übermäßig aufregen, viel Aufhebens machen, sich zieren’ – hawwe dich man niche! zu einem verweichlichten Menschen, Spr-Anhalt 170; r kennt eich was han! Wb-Ak 64; sek ewel hebben Wb-Nharz 72. – b. ‘sich benehmen, betragen’ – wu hätt sich de Jung’ ‘wie beträgt sich der Sohn’ Wb-Altm 78; w het sek dat prt Wb-Nharz 72. – 3. in Verbdg. mit einem Adj.: dor hads ailich verstr. anhalt. – 4. in Verbdg. mit können ‘ertragen, leiden, dulden’ – ek kan sau wat nich hebben Wb-Nharz 73. – 5. in Verbdg. mit Inf. und zubei Verneinung ‘dürfen, berechtigt sein’ – hei hatt d nist te daun HA-Oh; d het d nischt te gn Wb-Nharz 72. – 6. in Verbdg. mit einem Adv. – de Lü’ het te wennich drower ‘machen sich nichts daraus’ Wb-Holzl 103 (HA-Eil). – 7. in Verbdg. mit einer Präpositionalgruppe – dat het nischt op sek, dat d kimpt ‘er kommt gewiss nicht’ Wb-Nharz 72; et an sick hem’m ‘die Gewohnheit haben’ Wb-Holzl 103; Der hat’s mits Harze, mit de Niern, mit de Lunge ‘er ist erkrankt, leidet an etw.’ CA-Sta; sek b’n koppe hebben ‘sich streiten, zanken Wb-Nharz 72. – 8. temporales Hilfsverb zur Bildung von Perfekt und Plusquamperfekt in Verbdg. mit dem Part. Prät. – ek hebbe mek efreuet WE-Dee; ich hawwe mich das so in mein Dumm jedacht CA-Sta; bitken hat noch öwer bläbn SA-Ost; ‘s Wasser hat jewaksen (ist gestiegen) Wb-Ak 64; w ich uffen Rein jefrn hawwe Schifferspr., Wb-Ak 64; … de har Ju doch up Ju lang Stück to wiet plögt. Firmenich 1854,124 (Harzv.). – 9. in Verbdg. mit haste ‘eilig, überstürzt, sehr schnell’ – haste-nich-wutte-nich Wb-We 47; hast du nich, sst du nich Wb-Altm 75; hestenichesein Wb-Nharz 78; hastewaskannste Wb-Ak 66.
Lautf.: hebben, hebm, hemm, hem’n verbr. nd. (außer ZE); [hn] verstr. ZE; hän verstr. ZE; [hn] JE1-Güt Schor, ZE-Brä; han ZE-Roß, CA-Pö We, vereinz. anhalt.; hn Mda-Sti 3; hm, hn BA-Ha. – Gram.: 1. Sg. Präs.: hebbe, hewwe verbr. elbostf.; heww, heff vereinz. nwaltm. brdb.; verstr. ö ZE, WO-Dru, HA-Oh; hawwe ZE-Roß, CA-Sta, verbr. anhalt.; ha Hausfr-Altm 1927,45 (STE-Ber), h Mda-Sti 38; 2., 3. Sg. Präs.: -a- vereinz. nwaltm., verbr. w Altm., vereinz. ö Altm. JE2, verbr. ZE elbostf. anhalt.; -ä-, -e- vereinz. nwaltm. w Altm., verbr. ö Altm. JE2 JE1, verstr. ZE s elbostf., vereinz. nö CA, verstr. nthür.; Pl. Präs. Stammvokal wie Infinitiv, -t belegt: het 1. Pl. Präs. Wb-Holzl 103, 2., 3. Pl. Präs. HA-Oh, 1. Pl. Präs. Id-Eilsa 67; hat 2. Pl. Präs. ZE-Roß, vereinz. anhalt.; ht 2. Pl. Präs. Mda-Sti 38; 1. Sg. Prät.: harre vereinz. JE2 JE1, verstr. elbostf. anhalt.; Part. Prät.: hat(t)SA-Ro Ta, STE-Bül, CALV-Zo, WO-Ba; ehat verstr. elbostf.; gehatt BA-Ra; jehat verstr. anhalt; gehabt QUE-Asch; ehet WO-He. – Etym.: (9.) wohl nur sekundär an h. angelehnt und urspr. zu  hasten gehörig, vgl. DWB 4.2,69f. Zus.: zu 1c.: in-.
inausten Vb. ‘einbringen’, von der Ernte – …, un wenn uns’ leew Herrgott gift, dät wi Allens goot inaust’t krieg’n, … 2: Firmenich 1854,124 (OST-Hav).