ld Adj., nur präd., in der Verbdg.: ld sn/warden ‘(einer Sache, jmds.) überdrüssig sein/werden’, auch ‘etw. bereuen’ verstr. – dat ward ne noch led QUE-Di; as ick dät uut vätellt har, doa weern em sien Sünn’ met eenmoal leed, … Firmenich 1854,124 (OST-Hav).
Lautf.: s. 1Ld.
Lwen n. 1. ‘Existenz, Dasein, Lebendigsein’ verbr. – de Katte hat’n tei (zähes) Lem’n HA-Oh; dät Lun süll äm enmm wärn Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa); Rda.: Jrne B’n essich for mein L’m (sehr) jarne. Wb-Ak 101; kumme et lbent hebben ‘kaum den Lebensunterhalt bestreiten können’ Wb-Nharz 115. – 2. ‘Lebenszeit, Lebensdauer’ verbr. – in mnen Lem’n dau ick dat nich wer HA-Oh; sau wat hewwe ek in mnen lbente nich esein Wb-Nharz 115; hat sin Lewe nischt rechts bejunnen ‘hat sein Leben lang keinen richtigen Beruf ausgeübt’ Sprw-Börde; Mien Leew denk eck aan dit Kunzart, … Firmenich 1854,140 (BA-Ba). – 3. ‘Lebensweise, Lebensführung’ verstr. – Rda.: wat kant slechte lebn hilpen? ‘man soll sich das Leben so angenehm wie möglich machen’ Mda-Weg 105. – 4. ‘Betriebsamkeit, lebhaftes Treiben’ verstr. – op’n jrmarchte wr fl lbent Wb-Nharz 115; Rda.: nich saun lbent mken ‘nicht so viel Lärm machen’ a.a.O. 116; hei brinkt lebn rin, in de bde Mda-Weg 105. – 5. in der Verbdg.: an lankes L’m ‘langer Mensch’,  Lltsch, 4: Wb-Ak 101. – 6. ‘Schläfe am Kopf’,  Slpe, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 101, CA-Sa.
Lautf.: Lewen Pohlmann 1905,5, Spr-Altm 75, Heimatkalender-Je 1924,62 (JE2-Vie), Wb-We 76, Id-Queb 9; Le(e)b(e) n, lb(e)n Matthies 1903,15, verstr. elbostf.; lebn Mda-Weg 105; [lebmt] QUE-Di; lbent Wb-Nharz 115; [lv()n] verstr. nö Altm.; Läben CA-Sa; Lem’n HA-Oh; [ln] STE-Buch; [ln] STE-Bö Je Steg; [ln] Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa), Lä’un Lieder-Ma Nr. 438 (WO-Ri); Le’m Wb-Holzl 134, [l] WO-HWa; L’m, [lm] vereinz. nwaltm., verbr. mittlere/s Altm., ZE-Roß, Spr-Asch 28, verstr. anhalt.; [l] vereinz. WO, Wb-Be; [läim] verstr. nwaltm.; [li] SA-Dä; lwe Sprw-Börde, Id-Eilsa 76, Wb-Nharz 115; Leew Firmenich 1854,140 (BA-Ba); lwe Wb-Nharz 115 (BLA-Sti); liebe OSCH-Di. Zuss.: zu 3.: Herrenleben, Hunde-, Katten-, Luderleben.
Mndag m. 1. ‘Montag’ verstr. – Det Sönndaas gift’t bei’n Richter Klunz, Det Maandaas Klunz un Möhren Firmenich 1854,139 (BA-Ba); Sprw.: Na’n ruhen (rauhen) Mandag kümmt ne gladde Woche. Chr-Em 429. – Volksgl.: Der M. galt als Unglückstag. verbr. Größere Vorhaben oder wichtige Arbeiten sollten deshalb nicht montags begonnen werden: Mndag waerd nich wochenld BLA-Brau; Mandach hat keine Wochen Sprw-Börde. Das betraf bes. den Antritt einer neuen Dienststellung. ADVk Kt. 8 (verbr. Altm., sonst vereinz.). Aber auch auf den ersten Schulbesuch (SA-Pre), auf Trauungen und Taufen (OST-Sa) sowie auf die Aussaat von Pflanzgut, bes. von Lupinen sollte verzichtet werden. Brauch-Rie 749, Ackerbau-Anhalt 249 (ZE-Ke Li, BE-Scha, DE-Que), Vk-Anhalta 325. Eine Glucke sollte nicht am M. gesetzt werden, da sie nicht brüten würde. Brauch-Rie 749, Vk-Anhalta 325. In einigen altm. und elbostf. Orten war der M. ein Glückstag. ADVk Kt. 1. Bes. günstig war der M. als Termin für den Einzug in eine neue Wohnung. Vk-Anhalta 325 (ZE-Mühl). – 2. in der Verbdg.: blauer Mndag ‘Montag vor Ostern’ 3: HA-Erx, WE-Oster.
Lautf.: Ma(a)ndag, mndag verbr. elbostf.; Mandach Sprw-Börde; Maandaach Wb-Holzl 138, Mahndahch QUE-Di, Mndch HA-Oh; Maondag Wb-Altm 134; [mnda] Mda-nwJe1a 46 (JE2-HSe, verbr. n JE1); Moandch OSCH-Har, [manda] Mda-sJe1 13 (vereinz. sw JE1); [manda] Mda-Ze (ZE-Gro Reu Stre); [-ta] a.a.O. (ZE-Roß); [mnda] JE2-Scho, Mda-sJe1 13 (verstr. s JE1), Moondach BA-GrAls, Lieder-Ma Nr. 831 (CA-Schö); mntch Mda-Sti 24; Montahk Heese 21919,26, Montak Wäschke 31909,75. – Gram.: Gen. Sg.: Ma(a)nda(a)s, mnds vereinz. elbostf. Zus.: zu 1.: ster-.
Martin Name des heiligen Martin von Tours und des nach ihm benannten Kalendertags (11. November), auch Bezug auf den Reformator Martin Luther und dessen Geburtstag (10. November), 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE1-Grü Wo, vgl. Martn, Martinsdag – Rda.: De fleut’t Märtens wat. ‘Du bekommst nichts.’ Bewohner-Altm 1,349. – Brauch: Am Vorabend des Martinstages zogen die Kinder in der Dämmerung singend von Haus zu Haus, um Gaben zu erheischen:Martens, Martens Vöggelken,
geft uus wat in’t Snäwwelken!
Lt uus nich sau lange sthn,
wi willn hüüt noch wierer ghn
bet vör Nwers Döör!
Nwers Döör is nich wiet,
Appeln und Bäärn sünd all riep.
Pluumbrtchen
(getrocknete Pflaumen) we’n backt,
smiet in’t Schört, dat man sau knackt!
Brauch-wAltm 100
(GA-Tri);
Märtin, Märtin Vögelken,
Met dien vergoldten Flögelken,
Fleeg hoch bes öber’n Wiem
(Hühnerstange):
Morgen is et Märtin;
Märtin is en goden Mann,
De uns All wat gäwen kann.
Äppel un Bär’n
Mag ick gärn,
Nööt schmecken ook all goot
Schmieten Se mi weck in Strohhoot!

Firmenich 1854,131 (STE-Ste);
erhielten die Kinder nichts, wurde gesungen:Märtens, Märtens Blaos’
wenn ji mi nicks gäwen willn,
so lickt mi midden in’ Maors.
Wb-Altm 133;
Zu M. wurden Schweine geschlachtet:Morgen is dat Martin!
Schlachten we een fetten Schwien!
Kümmt de kleine Pösselken
(Person, die geschäftig Arbeiten
verrichtet),
mkt uns frische Wöstelken.
Brauch-wAltm 105 (SA-Dä).
Lautf., Gram.: Martin SA-Dä, vereinz. Altm., JE1-Grü Wo; Märtin Firmenich 1854,131 (STE-Ste); Matthies 1912,12 (STE-West); Mätin STE-Wa; Gen. Sg.: Martens Brauch-wAltm 100ff. (SA-Dä Im Po, GA-Tri); Märtens verstr. nwaltm. Altm.
meist Superl. von  vl. 1. Indefinitpron., unbest. Zahlwort Bezeichnung der größten Anzahl, Menge, Intensität von etw., vgl. mrst 1., 1: SA-Die Jü Ku, 2: vereinz. Altm., Dialekt-Ma 12 (verstr. mittleres/s JE1, ZE-Göd), 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 30, Wb-Be – mäist Tt SA-Sal; D’ meist Mann itt gärn Tüffeln. Wb-Altm* 63; du hast de meiste Schult HA-Oh; Wie’t sunst in’n mästen Schaulen war, Da duert’t an Jahrer sieben. Firmenich 1854,140 (nö Nharz.); for’t meiste ‘meistens’ Wb-Nharz 125. – 2. Adv. dass. wie  meistens, 2: OST-Ko. – 3. Adv. ‘fast, beinahe’, vgl. mrst 2., 2: Wb-Altm 136, OST-GrBeu, 3: Wb-Holzl 140 (HA-Um Wo), OSCH-Wu – hai is maist fertich Wb-Holzl 140 (HA-Um Wo); Ick heff meist nao d’ Stadt wäst. ‘Ich bin fast bis in die Stadt gekommen.’ Wb-Altm 136.
Lautf., Gram.: meist, maist, [maest] SA-Die, vereinz. Altm., Dialekt-Ma 12 (verstr. mittleres/s JE1), verstr. elbostf.; meiste Wb-Nharz 125, maiste Mda-Sti 30; [ma-est] HA-Eil; [mist] SA-Jü; [maist] SA-Al; [mäist] SA-Sal, STE-Peu, [mist] GA-Wen; maast QUE-Di, [mst] SA-Ku; meest Wb-Holzl 140, mehst Id-Eilsa 78, [mst] Dialekt-Ma 12 (vereinz. sw JE1, ZE-Göd), Wb-Be; mästen sw. Akk. Pl. Firmenich 1854,140 (nö Nharz.); miest OSCH-Di.
Möller m. 1. ‘Handwerker, der in einer Mühle körniges Material, bes. Getreide, durch Zermahlen zerkleinert’ verbr. – dor Millor wrmd sich in saine Faise (Stube in der Mühle) de Henne DE-Ca; Rda.: de milder hat ineschetten von einer tauben Nuß, Mda-Weg 107; Dät wärd sick hken (schwierig werden), haa d’ Möller säggt, haa’t söäbent Geboot bäden sollt. Firmenich 1854,122 (OST-See); Sprw.: Müllders un Bälgentreers (Person, die den Blasebalg der Orgel tritt) leewet von’n Wind HA-No; n Möller mütt’n ännern t d’ Möll helpen ‘Nur ein Müller ist in der Lage, eine bankrotte Mühle zu übernehmen’, auch ‘Betrüger nehmen auf ihresgleichen keine Rücksicht’ Wb-Altm 277; Öller (das Alter) is’n sweren Möller. Bewohner-Altm 1,350; Rätsel: Wennher is der Millder ohne Kopp in de Melle? – Wenne ut et Fenster kuckt. WA-Ste; Schnellsprech- übung: Mülldr Matthies, maok mik miene Matte Mehl, miene Muttr mutt mick morjen Middach Mehlmaus maokn. Lieder-Ma Nr. 184 (WO-Ol); Abzählreim: Ich un d, Mil’lersch K, Mil’lersch sel, das bis d. Wb-Ak 113; Kinderreim:Möller, Maoler,
Deerns kost’n Daler,
Jungs ‘n Duwndreck,
den feg’n wir all’ Jahr weg.
Spr-Altm 86;
Müller, Müller mahle,
de Scheppel kost’n Daler,
de Scheppel kost’n Sechser-
Olle Müller is’n Hexer.
Hbl-Ohre 1933 Nr.7/ohne Verf.
(WA-ABra);
Mülld’r, Mülld’r Metz’ndieb,
Hat die jung’n Maed’l lieb.
Lieder-Ma Nr. 812 (WO-Ol).
 scherzh., abw.: Huischütze Mlsack Mlworm Metzendieb Metzenstehler. – 2. ‘Maikäfer mit hellem Rükkenschild’,  Maikwer, 2: Vk-Anhaltb 65 (ZE-Po), 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 113. – 3. TiN ‘Kohlweiß- ling’, veralt.,  Klwittling, 3: Wb-Holzl 144. – 4. Dim. TiN ‘Grasmücke’, in versch. Arten vorkommend, 4: Vk-Anhalta 79.
Lautf.: Möll(e)r verstr. nwaltm. Altm., JE2-Mi War; [möl] verstr. s Altm., [möl] SA-Dä; [möl] verbr. nwaltm. n/mittlere Altm.; [möllr] Mda-nwJe1a 43 (verstr. nw JE1); Möl(l) der, [möldr] verstr. s JE2 n JE1, HA-Um; [möld] WO-HWa, HA-NHa; Meller vereinz. mittleres/s JE1; [mellr] verbr. mittleres/s JE1, Mda-Ma 70 (ZE-Dor), Mda-sJe1 19 (ZE-Göd); [mer] Mda-Ze (ZE-Gro Reu Stre); meldr ZE-Göd; [mlr] ZE-Kö; mlder Wb-Nharz 125 (nur im Reim); Müller vereinz. s nd. anhalt. (bes. in Reimen); Müllerchen Dim. Vk-Anhalta 79; Mül(l)d(e)r verbr. n/w elbostf., JE1-Wol; Mill(e)r JE1-Grü, vereinz. s elbostf.; [milr] verbr. mittleres/s anhalt.; [millr] vereinz. sw JE1, Mda-Ma 70 (vereinz. nö CA), Mil’ler Wb-Ak 113, [mir] Wb-Be; [mir] Mda-Ze (ZE-Roß); [mir] verbr. n anhalt.; [mir] ZE-Roß; Mil(l)d(e)r verstr. ö/s elbostf., BA-Ha, milder Mda-Sti 39; [mildr] QUE-He; [mldr] QUE-Hau. Zuss.: zu 1.: L-, l-; sonstiges: Kornmüller.
morgen Adv. ‘am folgenden Tag, am Tag nach heute’ verstr. – … mor’n Noamirrag … Firmenich 1854,125 (OST-Hav); w willn morrin Tüffeln rackng JE2-Scho; Rda.: jao morg’n ablehnende Antwort auf eine Bitte, Wb-Altm 139; kummeste hte nich, kummeste morjen von einem langsamen Menschen, HA-Oh.
Lautf.: morg(e)n Wb-Altm 139, Pohlmann 1905,62, vereinz. elbostf.; [morg] CALV-Zo; [morg] SA-Ku Pü, GA-Bo; morjen vereinz. elbostf., Wb-Ak 116, Wäschke 31919,51; morrejen Wb-Ak 116, [morjn] QUE-Di; morrijen OSCH-An; [morin] STE-Je Steg, JE2-Scho; [morn] JE2-Scho; [moron] OST-GrRo Meß; mor’nFirmenich 1854,125 (OST-Hav); [mo] SA-Lüg Ma Rie; [mrg] SA-Hi, GA-Le; [mrjn] ZE-Roß; [mrjn] STE-HWu Peu Ro, Vk-Ask 374; [m] SA-Sal; [mrn] OST-Ko,Vk-Ask 374; [mrgn] CALV-Uth; [mrg] GA-Schw; [mr] SA-Ch Wü Zie, GA-Ku; [mrjn] WO-Col; [mrjn] vereinz. ö Altm.; [mg] SA-Al; [m] vereinz. nwaltm.; [mn] SA-Da; [mn] OST-Ga. Zus.: wer-.
1Ms f. 1. TiN ‘Maus’ verbr. – d lfd ne Maus DE-Ca; dai Ms gnauan (knabbern) an dat Breot SA-Dä; Uffen Bon’n hammer ville Meise. Wb-Ak 112; Rda.: de Müs pissen ‘es regnet fein’ OST-Sta; dat is Muus wi Maus ‘das ist einerlei’ Wb-Holzl 144; ‘t is Ms as Mn (Muhme) dass., Wb-Altm 139; hei st t w en pott vull mse ‘er sieht mürrisch, unzufrieden aus’ Id-Queb 12; H kickt ass ‘n Ms t ‘n Dunk Hd (Haufen Werg). ‘Er trägt eine zu große Kopfbedeckung.’ Wb-Altm 142; sitten w de ms in der falle ‘keinen Ausweg mehr wissen’ Wb-Nharz 130; dat hilpt for de Müse, sää de Bure, dunn stok’e sine Schüne an HA-No; Sprw.: Mse hecken Mse BA-Re; De Mus lett dat Nasch’n nich. Spr-Altm 82; mid Speck fängd man Ms GA-Da; lüttge Müse hett ook Swänze HA-No; de Miese, de morjens danzen, kriegt’n Abend de Katze WA-West; is de Katte nich te Hs, danzet de Mse op’n Dische HA-Oh; wenn de Müse dicke sind, smeckt et Mehl bitter OSCH-Eils; Wenn de Muus satt is schmeckt det Mehl bidder. Firmenich 1854,132 (STE-Ste); Kinderreim:t’ laip enne Muus
Umme Kauhheers Huus,
Den Tripp, den Trapp,
Den Berg hinab.
Lieder-Ma Nr. 100 (WE-Ro).
Volksgl.: M., bes. in Scheunen, werden durch die Ausräucherung der Räume mit der Asche eines verbrannten, übel riechenden Krebses bekämpft (BA-Rie). Als Mittel gegen M. gelten außerdem: am Johannistag gesuchtes Bilsenkraut, Johanniskrone, Echte Hundszunge, Zweige vom Vogelkirschbaum oder Knoblauch (BA-Bad). Vk-Anhalta 34. In den Zwölften wird von Dingern statt von M. geredet, um eine Mäuseplage zu verhindern. Gebräuche-Altm 83. Um Mäusefraß zu vermeiden, beginnt man mit dem Mähen an einem Sonnabend und fährt auch das erste Fuder an diesem Wochentag ein (KÖ-Ar). M. gehören zum Gefolge der Geister und besitzen deshalb Zauberkräfte. Von M. angefressenes Brot schützt vor Zahnschmerzen (ZE-Na). Wer eine M. laufen sieht, hat Unglück. Masssenweisem Auftreten von M. folgen teure Zeiten (CA-Zu). Vk-Anhalta 34. – 2. ‘Handballen unterhalb des Daumens’ 2: Wb-Altm 142, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – mich dd de Maus s w DE-Ca. – 3. ‘zähe Sehne im Muskelfleisch’,  Hrwass, 2: JE2-Cab, 3: HA-All. – 4a. Dim. ‘Kniescheibe des Pferdes’ 3: Wb-Holzl 144 (HA-Um). – 4b. Dim. ‘Geschwulst am Kniegelenk des Pferdes’ 3: JE1-Ca. – 5. ‘kleines  Kind’, Kosewort, 2: Bewohner-Altm 2,146. – 6. ‘kleiner Schlitten der Kinder’,  Slde(n), 2: WO-Me, HA-Som. – 7. Pl., auch in der Verbdg.: witte Mse ‘Geld’,  Zaster, 2: WO-Wo, vereinz. JE1, 3: verstr. n/ö elbostf., 4: BE-Neu.
Lautf.: Mu(u)s, Ms verbr. nd., Mda-Sti 34, BA-Ha; Museken Dim. (4a.) Wb-Holzl 144 (HA-Um); mes BLA-Brau; [ms] SA-Die; [müis] SA-Dä; [mius] verstr. nwaltm.; Miseken Dim. (4b.) JE1-Ca; Maus verstr. anhalt. – Gram.: Pl.: Müse vereinz. s Altm., JE2-Scho, verstr. n/w elbostf., Id-Queb12; Ms, [ms] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; Miese, mse HA-AHa Hu, verstr. s/ö elbostf.; Muse, [mz] GA-Bo Le, CALV-Uth, verstr. ZE, Mda-Sti 34; Mäuse (7.) WO-Wo, vereinz. JE1 n/ö elbostf.; Meise verstr. anhalt. – Etym.: (7.) wohl aus Gaunerspr., Nbf. zu  2Ms, vgl. Wb-Rotw [3481]. Zuss.: zu 1.: Hassel-, Heu-, Hs-, Kerken-, Krabbel-, Miezmaus.
nmelkend Adj. ‘nach dem Jungen wieder Milch gebend’, bes. von Kühen und Ziegen, vgl. neumelk(en), nmelksch, 2: GA-Da, 3: Firmenich 1854,133 (GA-Oeb), HA-Bee – Na Vadder, sech mal, wat wisten hüte köpen? – Wenn’t gait, ‘ne nietmölkte Koh. Firmenich 1854,133 (GA-Oeb).
Lautf., Gram.: adj. Gebrauch Part. Präs.: niemelkent HA-Bee; Part. Prät.: nietmölkte gem. Dekl. f. Akk. Sg. Firmenich 1854,133 (GA-Oeb); [nidmelkd] GA-Da.