Landrad n. ‘linkes Rad des Vorderpfluges’, läuft auf dem noch nicht gepflügten Land’,  Plg, 2: Bauernwelt-Ze, 4: DE-Ca Pri.
Lautf.: Landrad; außerdem: [landrd] DE-Ca.
Leddigde f. ‘abgeholzte, nur mit Buschwerk bewachsene Fläche’ 2: Bauernwelt-Ze.
Lautf.: Lerichte.
Lnigde f. ‘separater, durch Birkengrün abgegrenzter Teil der Laube, die zu Pfingsten auf dem Festplatz aufgestellt wurde’ 2: Bauernwelt-Ze, Vk-Anhalta 234 (ZE-Bur) – Brauch: In der L. befanden sich Tische und Stühle sowie das Fass mit dem Pfingstbier. Nur die reichen und angesehenen Bewohner des Ortes durften dort Platz nehmen. Bauernwelt-Ze.
Lautf.: Lehnichte. – Etym.: zu mnd. lenen, l(i)nen ‘leihen, borgen, zu Lehen geben’ (vgl. HWb-Mnd 2,782), da die L. urspr. dem Lnschulten ‘Dorfvorsteher, dessen Amt und der dazugehörige Schulzenhof erblich waren’ und Personen seines Ranges vorbehalten war.
lpeln Vb. ‘mit dem Löffel essen’ 2: Wb-Altm 122, Bauernwelt-Ze, 3: Id-Eilsa 76, 4: Wb-Be – leffele an Heppchen ts ‘löffele ein bisschen schneller’ Wb-Be.
Lautf.: lpeln Wb-Altm 122; läepeln Bauernwelt-Ze; leppeln Id-Eilsa 76; [lefln] Wb-Be. Zus.: in-.
Lre f. 1. ‘Lehrzeit, Berufsausbildung’ 2: verstr. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. – stern kimmete in te Lre Wb-Be; bi en’n in de Lere gn ‘von jmdm. Unterricht erhalten’ Wb-We 81. – 2. ‘Erfahrung, Verhaltensregel’ 2: verstr. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. – ne g (gute) Lere HA-Oh; Das lß dich m anne Lre sin. Wb-Ak 106. – 3. ‘bogenförmiges Stelleisen am Vorderpflug’, durch Verstellen in horizontaler Richtung wird die Furchenbreite reguliert,  Plg, 2: Bauernwelt-Ze, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt.
Lautf.: Lehre, lre; außerdem: Lere HA-Oh, [ler] Id-Eilsb 147; Liere, [lr] Bauernwelt-Ze, verstr. CA, DE-Hi. – Etym.: zu (3.): bereits in mhd. Zeit auch Bed. ‘Vorbild, Modell’, daran anknüpfend Bed. wie ‘Maß, Richtscheit, Werkzeug zum Messen’, vgl. Kluge 231995,511, DWB 6,558, Einfluss von  Ler möglich. Zus.: zu 1.: Kinder-.
Lkenbörge f. ‘Leichenbahre’ 1: verbr. nwaltm., 2: vereinz. SA, GA-Ku, Bauernwelt-Ze.
Lautf.: Likenborje Bauernwelt-Ze; [likbr] SA-Chei; [-böa] SA-Dä; [-b] verbr. nwaltm., SA-Sal, GA-Ku; [lkb] vereinz. nwaltm., SA-Al Ma.
Linnewwer m. ‘Weber, der Leinwand herstellt’ 2: JE2-Gü, Bauernwelt-Ze, 3: verbr. elbostf., 4: Mda-Sti 29, vereinz. anhalt. – Denn worn hier so von villeicht 1850 aff noch 7 Linneweursch, der letzte dovan het so ümme 1902 sin’n Weustohl rutte schmäten. JE2-Gü; Rda.: hä arwett met Hänge un Beene wie’n Linewäwer Bauernwelt-Ze; düt is ja en Licht als wenn de Linnewewer Hochtid hat HA-No.
Lautf.: Linnewewer; außerdem: -wäwer, -wwer vereinz. OSCH, Wb-Nharz 118; -weber HA-Bee, Lindaua o.J. 25; -wwer Mda-Sti 29; -weur JE2-Gü; Linewäwer Bauernwelt-Ze; Leineweber Vk-Anhalta 67; -wwer Wb-Ak 105, [lainewwr] Wb-Be.
Lnl n. ‘aus Leinsamen gewonnenes Öl’, wurde sowohl als Speise-, als auch als Schmieröl verwendet, 2: Matthies 1903,1, Bauernwelt-Ze, 3: HA-Oh, Wb-Nharz 118, QUE-Di, 4: Wb-Be – Mien Lienöäl … is woll ouk all feadig … Matthies 1903,1.
Lautf.: Lnel HA-Oh; Lienöäl Matthies 1903,1; lnl Wb-Nharz 118; -el QUE-Di; -äl Bauernwelt-Ze; [lainl] Wb-Be.
Lupne f. PflN wie Standardspr., 1: SA-Rist, 2: JE2-Scho, Bauernwelt-Ze, 4: CA-Ak.
Lautf., Gram.: [lup] Pl. JE2-Scho; [lp] SA-Rist; Lobiene Bauernwelt-Ze, [lobn] CA-Ak.
Mähster m. ‘Mäher’,  1Meier, 2: JE1-Grä, Bauernwelt-Ze, ZE-Gri.