anvettermicheln Vb. refl. ‘sich einschmeicheln’ 2: GA-Ga, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf. (außer sö), 4: Spr-Anhalt 170, Vk-Anhaltc 110, Wb-Ak 24 – hei kann nich andersch, hei mutt sich anfettermicheln Sprw-Börde.
Lautf., Gram.: anvettermicheln, -fetter-, [anfetrmiln]; au- ßerdem: anvettermichelt 3. Sg. Präs. Vk-Anhaltc 110; [anfetrmi] ZE-Roß; anveddermicheln GA-Ga; nvetter- Id-Quea 142; nvettermichel’l Wb-Ak 24.
Appelsne f. ‘Frucht des Apfelsinenbaums’ 3: HA-Oh, Vk-Anhaltc 177 (BA-GrAls), 4: Wb-Ak 25, Wb-Be –Reim:Räne grote Troppen,
De Mekens mot man kloppen,
De Jungens mot man lieben,
Wie de Appelsinen.
Vk-Anhaltc 177 (BA-GrAls).
Lautf.: Appelsne, [aplzne]; außerdem: Appelsinen Akk. Pl. Vk-Anhaltc 177 (BA-GrAls).
Arftenbarger Pl. NeckN für die Bewohner von Groß- alsleben, 3: Vk-Anhaltc 152, BA-Ali.
Lautf.: Arftenbarjer BA-Ali; -berger Vk-Anhaltc 152.
Arpelgrpen n. ‘Auffordern der Burschen zum Tanz durch die Mädchen’, scherzh. – Brauch: A. war üblich, wenn die Mädchen die Musik bezahlt hatten, 2: Vk-Anhaltc 20 (ZE-Kö).
Lautf.: Erpelgriepen.
as I. Konj. – A. in der Verbdg. mit einem Substantiv: ‘in der Eigenschaft als’ verstr. – hai arbait b üöne als Knecht OSCH-Di; ick kenne ne als en orntlichen Kerel Wb-Holzl 54. – B. vergleichend, vgl. w. – 1. bei Bezeichnung der Verschiedenheit, im elbostf. Gebiet häufig in Verbdg. mit w, 1: vereinz. nwaltm., 2: verstr. nbrdb., vereinz. mbrdb., 3: vereinz. elbostf., 4: Vk-Anhaltc 103 – Fröher as süs (sonst) ... Ehlies 1960a 78; Paul, dä zwee Joahre ölder war as Max, ... Heimatkalender-Je 1927,118 (JE2-Vie); hei is gretter als w d Wb-Nharz 10; Sprw.: En half Ei is besser as en leddigen Dopp (... als eine leere halbe Eierschale), Chr-Em 429. – 2. bei Bezeichnung der Gleichheit, 1: verstr. nwaltm., 2: verbr. Altm., JE2-Gü, ZE-Hu, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – a. ‘wie, ebenso, entsprechend’ – Dei Mäkens hadden öhn mit Kaffei un Melk ebörnt (getränkt) arn (as en) Awwenekalw ‘die Mädchen haben ihm sehr viel Kaffee und Milch zu trinken gegeben’ Spr-Maa 432 (WO-Ol); Rda.: em freert as’n Snieder ‘er friert sehr’ GA-KloNeu; diu sst iut as dai Deod SA-Dä; as wie ek? ‘ich?’, verstärkend, Wb-We 10; As’t wesst is, so schallt ok bliw’n. Spr-Altm 76. – b. in Sätzen, ein Geschehen mit einem angenommenen Geschehen vergleichend, vorw. in der Verbdg. mit of oder wennHe dä so, as haln see ämm tumm Döschen (Dreschen) ropen Mda-Ar 53; “... Mei kümmt gerad so vör, as ob du dei schon ’n anner Brut utsocht hast.“ Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.); olle Friede is mette Karre affehaut as wenn nüscht drupp wor JE2-Gü; ... ’s kukte bloß eener n annern an, als eppe den dervor vorantwortlich machen wolle, ... Wäschke 61915,96. – c. in Sätzen, in der Verbdg. mit nichts: ‘nur’ –Hier ut düt Bauk is nist te lehren,
A’r wie en bettchen “Plattdütsch” koeren, ...
Gorges 1938,9;
Neckreim:In Binn’ (ON Binde) is nist to finn’n
As ein’n drögen Tacken
Wo alle Binnsch Wieber
Ehr Bodderkoken van backen.
2: SA-Rie.
– C. Einleitung von Temporalsätzen, vgl. w, 1: vereinz. nwaltm., 2: verstr. Altm., vereinz. mittleres/s JE2, 3: verstr. elbostf. – As acht Dag vägohn worn, ... Hausfr-Altm 1929,24 (STE-KlMö); as ik in Schtadt waia ... SA-Dä; As’r nu hen was bet naoh Smersau, was’r doch ganz möd’ worden ... Pohlmann 1905 ff.,115 (OST-Rö); Dät is nu all ne ganze gerume Tiet her, äs sich düsse Geschichte tuedrahn hätt. JE2-Gü. – II. Adv., Einleitung indirekter Fragesätze: ‘wie’ 2: vereinz. n Altm. – ick wett nich, as mi so is OST-Na.
Lautf.: as(s) verstr. nwaltm., verbr. nbrdb., vereinz. mittleres/s JE2 ZE n/w elbostf. (z.T. nur noch slt. oder veralt.); asse Wb-We 10; as’r mit Enklise des nachfolgenden Personalpron. m. Pohlmann 1905 ff.,115 (OST-Rö); as’t mit Enklise des nachfolgenden Personalpron. n. Spr-Altm 76; Ahs Heimatkalender-Je 1939,3 (JE2-Schön); aos Lautdenkmal 1937 (OST-Schön); ar, a’r Gorges 1938,9, HA-Ost; ars Firmenich o.J. 171 (um WE-Ha); arn mit Enklise des nachfolgenden unbest. Artikels n. Spr-Maa 432 (WO-Ol); äs JE2-Gü; al(l)s OST-Sa, Siedler-Je § 136c (s JE2 JE1), Heimatkalender-Ze 1964,89 (ZE-Ze), verstr. elbostf., vereinz. anhalt.
Ast m. 1a. ‘stärkerer Zweig eines Baumes’,  Tacke(n), 1: SA-Le, 2: GA-Le, vereinz. STE, WO-Ro, vereinz. s JE2 JE1 ö ZE, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. – dor Asd is abjebrochen BE-GrWi. – 1b. ‘Ansatzstelle eines Astes im (bearbeiteten) Holz’ 2: Mda-sJe1 34 (verstr. s JE1), 3: Wb-Nharz 18, 4: Wb-Ak 27 – Ins Brt is an Ast. a.a.O. 27. – 2a. ‘höckerartige Verkrümmung der Wirbelsäule zwischen den Schulterblättern, Buckel’ 2: ZE-Roß, 4: Vk-Anhaltc 102, Wb-Ak 27, Wb-Be – Rda.: sich’n Ast lachen ‘heftig lachen’ ZE-Roß. – 2b. ‘Rücken’, auch ‘Schulter’ 2: ZE-Roß, 3: QUE-Di, 4: Wb-Ak 27, Krause 1964,32 – Mit hohkjekrempelte Hosnbeene, de Karre uffn Ast, balangsierte da dorch. a.a.O. 32.
Lautf.: Ast, [ast]; außerdem: [asd] verstr. anhalt.; st Mda-Sti 2. – Etym.: ahd. ast, altgerm. (got.) asts; im Gegensatz zu Zweig auch ‘Auswuchs am Baum, Knorren’ und seit ca. 1800 landschaftlich ‘Buckel’, vgl. Paul 102002,94.
Astewitz m. 1. dass. wie  Ast 2a., 4: Wb-Ak 27. – 2. ‘buckliger Mensch’, SpottN, 2: ZE-Roß, 4: Vk-Anhaltc 102, Wb-Be – Astewitz von Puckelstorf a.a.O.
2August 1. männl. RN – Neckreim:Aujusd, sosd m runnerkom’m,
sosd m bei Aujusd’n kom’m. –
Bai Aujusd’n mack ich nich,
d is mr ds lderlich.
4: CA-Ak;
August, der Schutzmann kimmt,
Loaß dich jo nich sähn,
Sonst werschte ufgehängt
Oans linke Been.
4: Vk-Anhaltc 118 (DE-De).
– 2a. ‘Clown im Zirkus’ 2: Heimatkalender-Je 1927,119 (JE2-Vie), 4: Wb-Ak 27, Wb-Be. – 2b. Schimpfwort, bes. ‘dummer, einfältiger Mensch’,  Dussel, 3: vereinz. w elbostf., 4: Spr-Anhalt 170 – Was ist das für ein August? a.a.O. 170.
Lautf.: August, Aujust, [aujust], [-d]; außerdem: Kurzformen: Aute ZE-Roß, Vk-Anhaltc 115, Wb-Ak 29; Gust, J- vereinz. w elbostf.
Baalberge ON – Neckvers: In Baalberge, wo sie so schön blasen können und so vornehmlich tanzen. vom Stolz der Bewohner gesagt, 4: Vk-Anhaltc 155.
1Backe f. 1a. ‘fleischiger Teil des Gesichtes zu beiden Seiten der Nase, Wange’, auch ‘fleischiger Teil von Früchten’ 1: SA-Dä, 2: vereinz. nbrdb., Heimatkalender-Je 1927,120 (JE2-Vie), ZE-Roß, Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze), 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. – de Trnen lpt ’ne wer de Backen HA-Oh; Ich hawwe anne dicke Backe. Wb-Ak 30; d het sick Kamelle uppepackt uppe Backe JE2-Scho; Rda.: d krichst wat ande backe ‘du bekommst eine Ohrfeige’ Spr-Mab 382 (WO-Ol); dat Muul un bai’e Backen full hem’m Wb-Holzl 58; der Wind pustet durch die Backen von einem dünnen Menschen gesagt, Vk-Anhaltc 92; Se hat en paar Backen wie en Leggeheunecken. ‘Sie hat eine gesunde Gesichtsfarbe.’ Chr-Em 430; dat Mäken hat de Kerkhofsblaumen all up’n Backen ‘sie ist vom Tode gezeichnet’ WE-Be; Sprw.: Kees’ un Brod mokt de Backen rod. Bewohner-Altm 1,343; Neckreim:Wer seck in Osterwieck will redlich nehren,
Mott veel flicken un wennig vorteeren,
Mott dragen kaputte Jacken un smale Backen.
Vk-Harz 3,75.
– 1b. in der Verbdg.: nen Honnig/Rotz/Srop up d Backe smren ‘jmdm. nach dem Mund  rden’, auch ‘sich einschmeicheln’ 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf., 4: Vk-Anhaltc 110, Spr-Anhalt 170. – 2. Pl. – a. ‘Seitenhölzer, auf denen der Sägebock ruht’ 3: Wb-Nharz 19. – b. ‘zu beiden Seiten des Spurlochs eingesetzte Pfosten’, sollen ein seitliches Ausweichen der Maste beim Legen und Richten verhindern, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 196 (WO-Ro).
Lautf., Gram.: Backe, -kk-, [bak] Sg.; -(e)n, [-n] Pl.; außerdem: [bak] Pl. SA-Dä; Back vereinz. Altm.; [pake] Wb-Be; pcke Mda-Sti 2.