Fndschop f. ‘Feindschaft’ 2: vereinz. Altm., 3: HA-Oh, Spr-Asch 13 – drumme keine Fntschaft nich HA-Oh; Sprw.: Lehn’n (Leihen) moakt Fründschopp, öäwer moahn’n moakt Fiendschopp. Schwerin 1859,81.
Lautf.: Fiendschopp, Fnd- Wb-Altm 277, Schwerin 1859,81; Findschaft, Fnt- Spr-Altm 77, HA-Oh; Feind- Bewohner-Altm 1,334; Fand- Spr-Asch 13.
frommen Vb. ‘nützen, von Vorteil sein’ 2: Schwerin 1859,15, 3: Vk-Harz 3,60 – Sprw.: Wat’n Schmeed bekummt, ’n Schnied’r nich frummt. a.a.O. 60.
Lautf., Gram.: 3. Sg. Präs.: frummt Vk-Harz 3,60; froamt Schwerin 1859,15.
1Frucht f. 1. ‘Pflanzenteil, der den Samen umschließt’, bes. wenn er essbar ist, dann auch für die Gesamtheit des Ertrags von angebauten pflanzlichen Produkten, 2: Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi), 3: vereinz. elbostf. – n’ Bem fulder Früchte HA-Oh; ... un dät se ... dubbelte Frucht draut, streut hei allerhand Soltkrom un grauet un schwartet Pulwer dorup. Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi). – 2. ‘Getreide’ 3: Wb-Nharz 220. – 3. ‘Bodenfeuchtigkeit als Nahrungsgrundlage der Pflanzen’ 2: Wb-Altm 261, Schwerin 1859,84, 3: vereinz. w elbostf. – et is keine frucht mr in der re Wb-Nharz 220.
Fren(s)volk n. 1. dass. wie  Fr 1a., auch abw., 1: SA-Dä, 2: Schwerin 1859,16, STE-Ha – ... doa hät’r ’n Brut. ’t is en ansehnlich Froenvolk. Schwerin 1859,16. – 2. dass. wie  Frenslde, 1: SA-Dä, 3: vereinz. elbostf.
Lautf.: Froenvolk Schwerin 1859,16; [fraünfok] SA-Dä; Frauenvolk STE-Ha; Fruens-, Frensfolk Rauch 1929,9, HA-Oh; -follek HA-Oh; frnsfolk Wb-Nharz 220; Frnsvollek Wb-We* 262.
fründ Adj. ‘verwandt’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 58, Schwerin 1859,80, 3: vereinz. w elbostf. – Mit Duwes waaren wei wiitlöftich frünt. Bode 1908,57.
Lautf.: frün(n)t vereinz. w elbostf. (außer sw); Frünn Wb-Altm 58, Schwerin 1859,80; [frü] SA-Dä; frind BLA-Brau.
Flhp m. dass. wie  Flacks, 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 58 und 125, Schwerin 1859,10 – dai Fiuheop hat nich Lust sick to roigng (regen, rühren) SA-Dä.
Lautf.: Fuulhoop, Flhp Wb-Altm 58 und 125, Schwerin 1859,10; [fiuheop] SA-Dä.
glpsch Adj. 1a. ‘finster, unfreundlich’, vom Aussehen,  brummig, auch ‘trotzig, böse’ 1: SA-Han, 2: vereinz. nbrdb., 3: WE-Elb, QUE-Schn – hei sieht glupsch ut WE-Elb. – 1b. ‘boshaft, niederträchtig, unaufrichtig, hinterlistig’ 1: SA-Dä, 2: Mda-Ar 49, 3: vereinz. mittleres/s elbostf., 4: Mda-Sti 85. – 2a. ‘derb, grob, kräftig (zupackend)’ 2: Wb-Altm 65, Schwerin 1859,3, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 85 – ’n glpsche Fust Wb-Altm 65; ... glupsch schloan ... Schwerin 1859,3; sie nich so jlupsch Sprw-Börde. – 2b. ‘stark, heftig’, bes. vom Regen, 1: SA-Dä, 2: STE-Wa – dat hat tau glpsch rigngt SA-Dä.
Lautf.: gluupsch, glpsch, j- vereinz. nbrdb. elbostf., Mda-Sti 85; glupsch (Kürze?) Schwerin 1859,3, vereinz. elbostf.; glubsch SA-Han; [glp] SA-Dä; glübsch HA-Ack; glpsch, j- Wb-Nharz 62, Mda-Sti 85; [glup] QUE-Di; glübbsch OSCH-Ba.
hmern Vb. 1a. ‘mit dem Hammer arbeiten, bearbeiten’ 2: Schwerin 1859,116, 3: HA-Oh, Id-Eilsa 66, QUE-Di, 4: Wb-Ak 64, Wb-Be – dät Isen hoamern Schwerin 1859,116. – 1b. ‘die Sense dengeln, durch Hämmern schärfen’,  kloppen, 2: OST-Bre Deu Wal. – 2. ‘mit den Füßen in kurzen Abständen heftig aufstampfen, trampeln’ 4: Wb-Be. – 3. ‘viel essen’ – dr gann awwor dichdich hammorn 4: BE-Il.
Lautf.: hmern, hamern OST-Deu, HA-Oh, Id-Eilsa 66; [hm- rn] QUE-Di, hoamern, haomern Schwerin 1859,116, OST-Wal; homern OST-Bre; [hamrn] Wb-Be, hammern Id-Eilsa 66, Wb-Ak 64; [hamrn] BE-Il; [hemrn] (2.) Wb-Be.
hart Adj. 1. ‘fest, widerstandsfähig, nicht weich oder elastisch’ 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., verstr. JE2 JE1 ZE, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – das Brd is awwor harde DE-Ca; der Kauken is harke (knusprig) QUE-West; hartes holt Wb-Nharz 71; dae le Aerdsbodden (Erdboden) is wer sau hart w drjes (trockenes) Brd BLA-Brau; ne harte schprche ‘grobe, breite Sprechweise’ Wb-Nharz 71; Rda.: hart w schtein Wb-Nharz 71. – 2. ‘sehr, überaus, stark’,  bannig, 2: Elbschifferspr. 439 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), Schwerin 1859,50, 3: verstr. elbostf., 4: Elbschifferspr. 439 (CA-Ak) – der wind is hard Elbschifferspr. 439; n’ harten Winter HA-Oh; harre schunkeln ‘heftig schaukeln’ HA-Um; hei leppt harte ‘er läuft schnell’ QUE-West; hart raupen, schrn, singen ‘laut rufen usw.’ Wb-Nharz 71; Doa kann de Nachtwächter non nich moal all d’ Lü recht tüten; dänn een’n tüt’t’r to hart (laut) un dänn annern to liesen. Schwerin 1859,50; datt mott rst hart komen Wb-We 47; w fle wit du heben for dne Wsche? sess hundert Daler? dat is tau hart. BLA-Brau; Rda.: hei liggt (lügt) sau harte wie en Pert leppt QUE-West; sien harrste dauen ‘sein Möglichstes tun’ Wb-Holzl 101; nu awer harre! ‘nun aber los!’ a.a.O. 101. – 3. ‘schwer, mühevoll, schwierig’ 3: vereinz. elbostf. – hart rbein Wb-Nharz 71; et höllt harre ‘es ist schwierig, fällt schwer’ HA-Oh; hart hren ‘schwer hören’ Wb-Nharz 71.
Lautf.: hart; außerdem: hrt Mda-Sti 1 und 2; [hard] Elbschifferspr. 439 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa, CA-Ak); [ht] SA-Dä; harte QUE-West; [hard] DE-Ca; harre, [har] verstr. w elbostf.; harke QUE-West; harreke Wb-Nharz 71. – Gram.: Kompar.: harter Wb-Nharz 71; Superl.: hartste a.a.O. 71; harrste Wb-Holzl 101. Zuss.: zu 1.: knken-, knüppel-, knutter-.
Herr m. 1. ‘Dienstherr, feudaler Guts- oder bäuerlicher Hofbesitzer’, von den Untergebenen auch als Anrede verwendet, verstr. – Hüte bruke de Heere nich tweemal te raupen, … Rauch 1929,13; … de Herre harre dat vorb’en (verboten) Tiedge 1954,39; Harre, ter Napper (Nachbar) rft Wb-Be; Rda.: Herre bist du, aber gillen (gelten) daue eck sagt die Frau zum Mann, WE-Dee; Ick bin Herr, sä de Mann, dao sat ‘r unnern Disch. Bewohner-Altm 1,339; de Uur, dee is mien Here nich Wb-Holzl 104; gestrenge Hrens regiert nich lange ‘der Winter ist bald vorrüber’ Wb-We 50 (vgl. 4.); Sprw.: As de Herr, so de KnechtSchwerin 1859,55; wie der Harre, so’t Gescharre JE1-Dan; Nie (neue) Heeren – nie Leeren.Hbl-Ohre 1926 Nr. 6/ohne Verf. (CALV-Zo); Met grod Herr’n ist nich god Käspern (Kirschen) äten, de langen ümmer nao de gröttsten. Bewohner-Altm 1,342;Wat de Harre dait, dat iss wohledaon,
Wat de Knecht dait, dat gaiht ook noch an,
Aow’r de Junge, daer mutt Schlaeje hebbn
. Lieder-Ma Nr.
769 (WO-Ol).
– Brauch: Gewöhnlich übernahm der Ehemann mit der Hochzeit das Erbe und wurde ab diesem Zeitpunkt de junge Herre genannt, seine Gattin de junge Fr. Hochzeit-Altm 45 und 52. Auf den Dörfern nannte selbst die Ehefrau ihren Mann de Hre. Wb-We 50. – 2. als Anrede in Verbdg. mit Namen oder Standesbezeichnungen, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – Harr Pastoor Hbl-Ohre 1925 Nr. 3/Wöhlbier (HA-Eim); har Bartels, har kanter Wb-Nharz 70; Harr Napper (Nachbar) Wb-Be. – 3. ‘Gott’ – Rda.: Dat Og von’n Herrn is de best’ Meß upp’n Acker. 2: Spr-Altm 75. – 4. ‘die drei Eisheiligen’,  shilligen – a. in der Verbdg.: de kolden Herrn 2: JE2-Sy, JE1-HLo, 3: WO-El, 4: BE-Am. – b. in der Verbdg.: de (dr) (ge)strengen Herrn 2: verstr. Altm., vereinz. JE2 JE1, ZE-Dor, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. BE.
Lautf., Gram.: Herr vereinz. Altm.; Herre, [hr] Hochzeit-Altm 45, verstr. w elbostf., verbr. w JE1; Herrn Pl. vereinz. nwaltm., verstr. Altm. JE2 JE1, ZE-Dor, verstr. elbostf., KÖ-Kö; Herrns Pl. vereinz. Altm.; Härrn Pl. GA-Ziep, WE-Oster, BA-Re; Hähn Pl. SA-Han; He(e)re, hre Mda-Ma 62 (JE1-Prö), vereinz. elbostf.; Heer(e)n Pl. Hbl-Ohre 1926 Nr. 6/ohne Verf. (CALV-Zo), HA-Ost, WA-Am; [her] Id-Eilsa 67, Here HA-Oh (veralt.); hiere OSCH-Di (veralt.); Harre, [har] Mda-nwJe1a 36 (JE1-Rie), verstr. s JE1 ZE, vereinz. ö elbostf. anhalt.; Harr, har(nur bei Anrede in Verbdg. mit Namen oder Standesbezeichnung) Hbl-Ohre 1925 Nr. 3/Wöhlbier (HA-Eim), Wb-Nharz 70, [har] Wb-Be; Harrn, [harn] Pl. BLA-Ti, vereinz. ö elbostf., CA-Ak Sa, verstr. BE. Zuss.: zu 1.: Hoff-, Hs-, Mt-; zu 4.: sherren.