bringen Vb. allg. 1a. ‘etw. an einen best. Ort schaffen, befördern’ – de tolle Hagen hat de Schwiene na Schlanstidde brocht OSCH-Wu; w brengng k Tüffeln in Tüffellock JE2-Scho; Rda.: bei Siet bringen ‘stehlen, entwenden’ STE-Ga; was ewwern Jordn brengen ‘etw. verderben’ Wb-Ak 79. – 1b. ‘etw. zu jmdm. befördern und übergeben’ – ... ne halwe Semmel müßte hä doch för öähre kranke Wiese (Luise) met na Huse breng’n ... Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie); d musd de Schg noch bain Schsdor brengng DE-Ca; D’ Stork hät di’n kleinen Broder brocht. Pohlmann 1905,30; ... ich were Eich doch keen Unjlicke nich brengen! Wäschke 61915,18; Sprw.: Wer’t Klein nich acht, wärd’t Grod nich bracht’. Bewohner-Altm 1,344. – 2. ‘jmdn. an einen best. Ort begleiten’ – ... brachte awwer doch noche, wie sichs jeheert, das Mächen zu Hause. Heese 21919,45. – 3. ‘verursachen’, auch ‘mit etw. einhergehen, mit sich bringen’ – de wint brinkt rn Wb-Nharz 33; Der Winter hat Schnee un Ais jebracht. Spr-Asch 28; ... Mul- un Klauensüke, Rotlauf, Schwinsüke usw., de recht völe Sorr’nn un Not up’n Hof breng’n künn’n. Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi); Bauernregel: De April mag sien wie e will, aber Loof un Gras bringet e doch. Chr-Em 427; kolln Ma bringkt Strou un Hou (Heu) SA-Rist; Sprw.: Höner bringen Fndschopp (weil sie im Garten des Nachbarn Schaden anrichten) Wb-Altm 278. – 4. ‘etw., jmdn. in eine best. Lage, in einen best. Zustand versetzen’ – op’n Swunk bringen ‘jmdn. antreiben’ HA-Oh; hei brochte mek rscht wedder drop ‘er erinnerte mich daran’ Wb-Nharz 33; Ick will de Sache woll tau Schick (zum richtigen Ergebnis) bringen ... Lindauc o.J. 23. – 5. in Verbdg. mit um ‘dafür sorgen, dass jmd. einen Verlust, Schaden erleidet’ –Dat se hat dän Schnied’r
Um sien bettjen Jeld ebracht
. 3: Lieder-Ma 979 (WO-Ol).
– 6. ‘erbringen, einbringen, Gewinn bringen’ – dat bringet vl HA-Oh. – 7. ‘aufgrund eigenen Strebens eine best. Position, Reichtum, Ansehen erreichen’ – hei het et wd ebrocht BLA-Brau; Da sall ’t dä Minsche tau wat bringen! Klaus 1936,18. – 8. in Verbdg. mit Subst. zur Umschreibung eines Verbalbegriffs – dat Heu op de Wiesche opn Hupen bringen WA-KlWa.
Lautf., Gram.: bring(e)n, bringng, [bri], bring’ Inf.; bring(e)t 3. Sg. Präs.; bring Imp. Sg.: verbr. nwaltm., verstr. w Altm., vereinz. nö GA nw STE, verbr. s JE1 ZE elbostf., Heimatkalender-Börde 1925,62 (CA-Sa), verstr. w BE; [prin] Wb-Be; breng(e)n, brengng, [bre], breng’ Inf.; brengt 3. Sg. Präs.; breng Imp. Sg.: SA-Die, vereinz. w SA w GA, sonst verbr. nbrdb. n/mittleres mbrdb., BLA-Bö, BA-Ha, verbr. anhalt.; bräng(e)n, bräng’ Inf.; brängt 3. Sg. Präs.: SA-Bre, vereinz. nbrdb., JE1-Ma; prëngen Mda-Sti 5; 1./3. Sg. Prät.: -a-, -o-; außerdem: -u- JE1-Ziep; -ö- SA-GrGe Kön, OST-Werb; -e- SA-Sa, OST-KlBeu; -ä- SA-Kri; Part. Prät.: -a-, -o-; außerdem: -ö- Wb-Altm 25, WA-See.
1Brt n. 1. ‘aus Mehl, Wasser, Salz und Sauerteig durch Backen hergestelltes Grundnahrungsmittel’, auch der Brotlaib, allg. – bemehltes Brot SA-Sa; runnes Brot WA-Dom; wittet Brot ‘Weißbrot’ JE1-Bü; dröh (trockenes) Brot äten JE2-Red; hammer tennoch Prt tse Hause? Wb-Be; d Plötz frett jan Brt anne Angel JE2-Scho; Deatt Mehl was schöeun; deatt Brout woard got. Matthies 1903,17; ... und schnitt sich mits Messer an Happ Brot na’n annern ... ab. Wäschke 61915,52; Den andern Morjen brochte Winnemann öhne en Pott vull heiten Kaffee un en Stücke Brot. Wedde 1938,54;Un männichenns was d’ Not so grot,
Dat s’ nich ‘maol Tüffeln ha’ un Brot.
Pohlmann 1905,14;
Rda.: dat leiwe Bret HA-Oh; hei verlrt dat Brt t der Kipe von jmdm., der einen Verlust erleidet, Wb-We 65; der kann mehr wie Brot eten von einem klugen Menschen, Sprw-Börde; fon denne nimmet keinder ’n Stücke Bret von einem von der Gesellschaft verachteten Menschen, HA-Oh; ach, dr is nt bret ewnt, der blift nich te! ‘jmd. kommt immer wieder dorthin zurück, wo er Vorteile genießen kann’ Mda-Weg 89; Wer söcht Brot in Hunnestalle? ‘von armen Leuten kann man nichts verlangen’ WE-Be; der ett ken Brod mihr ‘er ist tot’ JE2-Brie; et geiht ’ne w lenspei’, ml harre keine Wost un ml harre kein Bret HA-Oh; Danzen ahn Musik, dat is aber grad, as wenn’n drög Brot ett. Bewohner-Altm 2,135; Jenn’ Frau woll Brod spar’n, har Koken backt. a.a.O. 1,323; Sprw.: Breot wt allawaigngs (überall) backt ‘auch in der Fremde findet man sein Auskommen’, bes. zu jmdm. gesagt, der die Heimat nicht verlassen will, SA-Dä; Lang töw’n iss kn Brot spaorn. ‘Langes Zögern ist oft nicht förderlich.’ Wb-Altm 275; Vöärgäten Brot (Brot, das bereits vor dem Bezahlen aufgegessen ist) is Sorgenbrot. Spr-Altm 52; Beddelbrot is ’n bitter Brot HA-No; ile (ohne Belag) Brd mkt de Wangen rd Wb-We 22; in där aldergrötsten Not, smecket Wost ok one Brot WE-Be; Weck’r schimmlig Brt itt, de find’ Geld. ‘Sparsamkeit führt zu Wohlstand.’, vgl. aber auch Volksgl., Wb-Altm** 46; Denn sn Brot ick t, denn sn Ld ick sing. Wb-Altm 275. – B. gehört(e) zu den wichtigsten Nahrungsmitteln, was sich in der Wendung dat lwe Brt widerspiegelt. verbr. Bei jeder Mahlzeit lag B. zur beliebigen Benutzung auf dem Tisch. Kost-Ma 75. Bis ins 20. Jh. hinein wurde der Teig noch zu Hause bereitet und nur zum Backen dem Bäcker des Ortes gebracht. verstr. Verschiedentlich wurde es auch im eigenen Backofen, der sich häufig im Garten befand, gebacken. EssennwAltm 19, Kost-Ma 75. Zu den Zutaten gehörten u.a. zu 65 % ausgemahlenes Roggenmehl (Vk-Anhalta 44), an das man Gerstenschrot mengte, um es kräftiger werden zu lassen (Kost-Ma 75) und Sauerteig als Treibmittel. Der angesäuerte Brotteig befand sich im Backtrog und stand über Nacht auf dem Ofen. Am folgenden Morgen wurde der Teig geknetet und geformt. verstr. Zu der früher verbreiteten runden Form des B. (wie z.T. noch im Kreis ZE), trat zunehmend die längliche. Vk-Anhalta 44. Die B. wogen teilweise vier bis sechs Pfund, die zu backende Anzahl hing von der Größe des Haushalts ab, pro Tag und Person rechnete man fünf große dicke Scheiben. Essen-nwAltm 19. Aufbewahrt wurde es im Keller oder in der Speisekammer, das B. für den täglichen Gebrauch befand sich im Brotschrank. verstr. – Volksgl.: Auf den angesäuerten Teig werden drei Kreuze gemacht, ebenso auf den fertigen Teig, damit soll ein Missraten vermieden werden. verstr. Dies wiederholt sich vor dem Backofen nach dem Hineinschieben des B., dabei wird folgender Vers gesprochen:Dat Brot is in’n Oawen,
de Herrgott ist doa boawen.
Wenn’t nu kein Brot werd’n will,
müt’t luter Semmel un Bodderkok’n werde’n.
Spr-Altm 52.
Der Strohwisch, mit dem der Ofen gesäubert wurde, wird anschließend verbrannt. Bewohner-Altm 2,289, Vk-Anhalta 45. Reißt im Backofen ein Brot auf, gibt es ein Unglück (Vk-Anhalta 45) oder es stirbt jmd. in der Familie. Bewohner-Altm 2,290, Abergl-Ma 235 (JE1-Ran). Auch ein im Backofen vergessenes B. kündigt den Tod eines Mitbewohners an. Vk-Altm 266. Das B. darf nicht angeschnitten werden, solange es noch warm ist. Bewohner-Altm 2,290, Abergl-Ma 235 (GA-Mie). Vor dem Anschneiden eines frischen B. werden mit dem Messer ein oder drei Kreuze auf die mehlige Unterseite des Brotes gemacht. verbr. Angeschnittenes B. soll mit der Schnittfläche zur Tischmitte zeigen, sonst geht der Segen aus dem Haus. Ähnlich verhält es sich, wenn das B. auf der runden Seite liegt. verstr. Schneidet jmd. das B. schief an, so hat er an diesem Tag gelogen (Bewohner-Altm 2,290, Vk-Anhaltb 58), ist es ein junges Mädchen, wird sie sich nicht verheiraten (Abergl-Altm 18). Wer schimmliges B. isst, findet Geld (Bewohner-Altm 2,290, Vk-Anhalta 46) oder verfügt danach über die Gabe des Hellsehens (a.a.O. 46). Das Wegwerfen von B. ist eine Sünde. Vk-Anhaltb 58. Wer B. auf die Straße wirft, muss es später mit blutigen Augen wieder aufsuchen (Bewohner-Altm 2,290), wer es tritt, wird einmal Hunger leiden. a.a.O. 2,290, Brauch-Anhalt 17. Weiteres  Hochtt, Kant(en), Knst. – 2. ‘Brotscheibe’,  Stulle, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. – Rda.: sich nich de Butter vons Brt n’m lßen ‘sich nicht alles gefallen lassen’ Wb-Ak 118; er jinnt an annern nich de Butter uff’s Brot von einem neidischen Menschen, Spr-Anhalt 167. – 3. ‘Nahrung, Lebensunterhalt’ verstr. – Rda. (z.T. noch semantische Nähe zu 1.): b einen in ln un br schtn Wb-Nharz 33; dat leiwe Bret fordeinen HA-Oh; De mütt sick sin Brod met’t Mul verdeenen. von Menschen, in deren Beruf das Sprechen eine große Rolle spielt, Bewohner-Altm 1,323; vor andere Lüe Dör sin Brot seuken ‘betteln’ Sprw-Börde.
Lautf.: Brot, Brod, [brt], [brd]; außerdem: prt Mda-Sti 23, Wb-Be; Bret, Broed HA-Oh, vereinz. OSCH, WE-Wa; Broat OST-Flee; Braout GA-Mie, vereinz. mittlere Altm.; Brout, [brout] SA-Ben, verstr. sw Altm.; Braut, Braud, [braut] SA-Ku Zie, verbr. w Altm.; bruot OSCH-Di Schl; Bruet, bret, [brd] Mda-Gö/Is 142, Mda-Ro, Wäschke41910,9, Mda-Fuhne 79 (vereinz. sw KÖ, KÖ-Me, DE-Ca Que, veralt.); [breot, -d] verbr. nwaltm.
bücken Vb. refl. ‘den Oberkörper beugen, sich niederbeugen’ 1: Ehlies 1960b 298, 2: vereinz. Altm., Heimatkalender-Ze 1961,89 (ZE-Ze), 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Nu deit sei sick bücken ... Pohlmann 1905,60; ... weil e hinder eenen kleenen Wall lang lief un sich dorrbei bickte. Heese21919,83; Bück denn Rügg Ausdeutung des Rufs der Wachtel, Bewohner-Altm 2,89; Rda.: hei is krumm, wann hei sek bücket ‘er gibt nicht gern’ Wb-We 75; Sprw.: wer dorch de Welt will, mott sick bücken WO-Gu.
Lautf., Gram.: bück(e)n Ehlies 1960b 298, Pohlmann 1905,60, vereinz. n/w elbostf.; bücket 3. Sg. Präs. Wb-We 75; bück Imp. Sg. Wb-Altm 242, Bewohner-Altm 2,89; bikken Wb-Nharz 27, Wäschke61915,33; [bign] Mda-Fuhne 18 (DE-Ca); [pikn] Wb-Be; bickt 3. Sg. Präs. Heimatkalender-Ze 1961,89 (ZE-Ze), CA-Salz; bicket 3. Sg. Präs. WE-Oster; bickte 3. Sg. Prät. Heese 21919,83.
Ber(n)fr f. ‘Frau eines Bauern’ 2: Pohlmann 1905,44, JE2-Bö Zo, ZE-Mü, 3: vereinz. n elbostf., 4: Wb-Be.
Lautf.: Buerfru Lindaua o.J. 75; berfre Spr-Mab 392 (WO-Ol); Buerfrau Pohlmann 1905,44, JE2-Bö Zo; Burfraue ZE-Mü; [paurfraue] Wb-Be; Bernfr HA-Oh; Burfrue WO-HWa; Nbff.: Buersfrue Rauch 1929,4; Bursfru HA-Um.
Bk m. ‘Bauch, Leib, Magen’ verbr. – et koldert mik in’n Bke HA-Oh; ... ne isige Külle kruppt mick de Beine hoch – an Buk un Bost un Hals ... Lindauc o.J. 54; Rda.: en dicken Bk mken ‘schwängern’ BLA-Brau; Buk un Bak full hebben ‘im Überfluss leben’ Sprw-Börde; der Sjel hedd’n Bk von einem aufgeblähten Segel bei Wind, Elbschifferspr. 316 (STE-Bit); Lacht hei, dat’t Buk em wackeln deit. Pohlmann 1905,29; Wenn doch de Bk ’n Schndl wr! Ausruf, wenn man satt ist, aber noch gern etwas äße, Wb-Altm 26; Sprw.: De Wind weiht woll grod Berri (Berge) tohop, äöwer keen dick Bük. ‘Von nichts kommt nichts.’ Bewohner-Altm 1,321 f.; ehe dä Fule tweimal geiht, slept hei, dat ne de Buk weih deiht WE-Velt.
Lautf.: Bu(u)k, [bk] vereinz. ö nwaltm., verbr. brdb. (außer s ZE, dort vereinz.) elbostf.; puch Mda-Sti 8; Buck Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie); [biuk] verbr. nwaltm.; Bauch vereinz. s ZE, verbr. anhalt.; [pau] Wb-Be. – Gram.: n. belegt Pohlmann 1905,29.
Bre f. ‘Kissenbezug’, auch ‘Bettbezug’, z.T. veralt., 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. nbrdb., verstr. n mbrdb., 3: verbr. nw elbostf., vereinz. OSCH WE, Wb-Nharz 28, vereinz. ö elbostf. – dai Büa is bunt SA-Dä; Rda.: Wascht ji män ju’ Büren ... ‘kümmert euch um eure Angelegenheiten’ Pohlmann 1905,17.  Bezug Bdel Brenbetog Brentg Brige Kissenbezug Kisse(n)bre Kissenwertog Kissentg Kopfkissenzieche Koppbezug Koppkissenbezug Koppkissenbre Koppkissenwertog Koppkissentke Koppkissentog wertog wertreckebezug Zieche.
Lautf., Gram.: Büre, Bühre, [br] vereinz. s Altm., verbr. JE2, JE1-Gö Wo, verbr. nw elbostf., WO-Da, vereinz. OSCH WE; Büü(r), Büh(r) vereinz. nwaltm., verstr. Altm.; [bü] SA-Dä; Bü(re)n m. OST-GrAu GrBa, GA-Pe; Bür(e)n Pl. SA-Bee, Pohlmann 1905,17; Bü(re)n m.(?), Pl.(?) vereinz. nwaltm., verstr. Altm., JE2-Ba HBe; Büere JE1-Grü; Büe(r) verstr. nwaltm. Altm., JE2-Wa; Büern m. OST-Deu; Büern Pl. SA-We; Büe(r)n, [brn] m.(?), Pl.(?) verbr. nwaltm., vereinz. n Altm., verstr. s Altm., Mda-nwJe1b 74 (JE2-HSe), JE2-Neu; Biere, [br] WO-Sa, OSCH-Ho, WE-Lan, Wb-Nharz 28, vereinz. ö elbostf.; endungslose Formen im Sg.: m. belegt vereinz. OST, JE2-Wa; n. belegt OST-Kö, GA-Ziep, STE-Stei.
bten 1. Adv. 1/2/3: verbr. nd. (außer s, dort verstr.), 4: Mda-Sti 128. – a. ‘draußen, im Freien, außerhalb eines Raumes, Gebäudes’, vgl. drt(en), s. Kt. – bliv’ butten! Wb-We 24; Ja, butten treckt et sau ... Wedde 1938,47; Ist’t buten kolt, so böt ick Für In’n Oawen an ... Pohlmann 1905,3; bai Naimaond isset bt’n ümma dsta JE2-Scho; Rda.: et is butten sau kolt wie for de Dere ‘es macht keinen Unterschied’ Sprw-Börde. – b. ‘relativ weit draußen (entfernt)’ – butten opp’n Felle (Feld) HA-Eim; Buten vor’n Dörp, wo d’ Wischen anfangen, liet d’ Watermöll. Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.); Rda.: von bt’n rinntreck’n ‘vom Land in die Stadt ziehen’ Wb-Altm 29. – c. ‘außen, an der Außenseite’ – bt’n an Kn JE2-Scho; maake mal de Deer von butten tau BA-GrAls. – 2. Präp. ‘außerhalb, außer’, veralt., 2: Wb-Altm 29, 3: BA-GrAls – but’n Stad waon’ Wb-Altm 29.
Lautf.: but(e)n, [btn], [bt] vereinz. w nwaltm., verbr. brdb. (außer s mbrdb., dort verstr.), verstr. w JE1, vereinz. elbostf.; [btn] Mda-Ze (vereinz. ZE); [bt] Mda-sJe1 6 (JE1-Schor); bud(e)n, [bdn] SA-Stör We, GA-So, verstr. ö Altm., JE2-Schö; boütn SA-Ben; biut(e)n, [biutn] verbr. nwaltm.; [biud] SA-Dä; butt(e)n, [butn] SA-Kä, STE-HWu, vereinz. s Altm., JE1-Da, verbr. elbostf. (außer s, dort verstr.); budden WO-GrAm, CA-Egg; puszen(e) Mda-Sti 128.
Chaussee f., m. ‘Landstraße’ 2: Pohlmann 1905,27, Francke 1904,23, verstr. s JE2 JE1, ZE-Roß, 3: verbr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – ... un jung ... rut op de Scharsee nah Quesendörp tau. Wedde 1938,54; Von da jeht de Schossee linksch raus nah Tornau ... Heese 21919,33.
Lautf., Gram.: Chaussee, Schossee, [os] Francke 1904,23, Nd-KlWu 16, Heese 21919,33; Schassee, [as] ZE-Roß, Vk-Harz 3,49, Wäschke 61920,1; [az] m. Mda-nwJe1a 41 (JE2-HSe), verstr. JE1; Schar(r)see, Schars, [arz] Pohlmann 1905,27, Siedler-Je § 135d (verstr. s JE2), Mda-nwJe1a 41 (verstr. n JE1), verbr. elbostf., Wb-Ak 144; Schar(r)se, [arz] vereinz. w elbostf., QUE-Di.
Dler m. 1. ‘Münze im Wert von 3 Reichsmark’, veralt., dann generell für ein größeres Geldstück, 1: vereinz. nwaltm., 2: verstr. Altm., vereinz. mbrdb., 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – hartte Doahler OST-Me; an halle’m Tler ‘1,50 Mark’ Wb-Ak 168; ... en paar Dahlder Taulage ... Rauch 1929,136; Kannst du mi nich ’n Daoler don (borgen)? Pohlmann 1905,16; ... un dachte, dasse sich villeicht die tausend Taler vorrdienen kenne. Heese 21919,42; Rda.: dat is mek sau leiv als wenn mek einer en Daler geiw Wb-We 26; Sprw.: ne ge tr is’n Dlder wert HA-Oh; wer’n Pennje nich ehrt, iss’n Dalder nich wert Sprw-Börde; In’n Krog kann man vöärn Groschen to weeten krieg’n, wat’n Doaler wert is. Bewohner-Altm 2,128; Kinderreim:Jewe dick ’n Dalder,
gah nah’n Marjte,
köp dick ’ne Kau,
Kälweken datau,
Kälweken hat’n Swänsken:
diddel-diddel-dänsken!
beim letzten Vers wird dem Kind die
Handfläche gekitzelt, HA-Bee.
– 2. ‘Handgeld für das Gesinde bei Abschluss des Arbeitsvertrages’,  Mtsdler, 3: vereinz. elbostf.
Lautf., Gram.: Da(h)ler, Dler verstr. w/mittleres elbostf.; Dahlor Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze); Taler HA-GrSa, vereinz. anhalt.; Talersch Pl. BE-Nie; Daoler, Doaler, [dlr] Sg./Pl. vereinz. nwaltm., verstr. Altm., JE1-Pre, ZE-Roß, BrauchwAltm 67 (GA-Nie), WE-Re, BA-Ge; [dlr] BE-Gü; Tler, [tlr] Wb-Ak 168, Wb-Be; Doaler JE1-Ge; Da(h)lder Sg./Pl. verstr. elbostf.; doalder Pl. Spr-Mab 390 (WO-Ol); Doalder (o-a) Pl. Heimatkalender-Je 1923,96 (JE2-Vie).
dlhängen Vb. ‘herunterhängen’2: Pohlmann 1905,20, 3: HA-Eim – Dao leet ’r ’n Kopp nich daol mihr hang’. Pohlmann 1905,20.
Lautf.: dalhängen HA-Eim; daol hang’ Pohlmann 1905,20.