gten Vb. 1. verbr. – a. ‘eine Flüssigkeit von einem Gefäß an/über eine best. Stelle laufen lassen’ – Der Kaffee war heeß, drum josse’n inne Ungertasse ... Wäschke 41919,40; du kümmst to spd t’ iss all gaot’n ‘du kommst mit deinem Eimer zu spät, das Dünnbier ist schon verteilt worden’ Wb-Altm 64; Rda.: Een’n up de Lamp’ geeten. ‘sich betrinken’ Bewohner-Altm 1,348; hei hett einen hinder de Binne goten ‘er ist betrunken’ WE-Elb. – b. ‘Pflanzen mittels einer Gießkanne mit Wasser versorgen’ – mor missen noch de Bl’m jßen DE-Ca. – 2. ‘Geschmolzenes in Hohlformen schütten und erstarren lassen’, vgl. Bl, vereinz. – 3. ‘heftig regnen’,  pladdern, verbr. – et gütt SA-Schm; Rda.: es jsd in Schdr’m BE-Scha; et gitt wie mit Mollen WE-Oster.
Lautf., Gram.: Inf.: ge(e)t(e)n, j-, [gt()n], [jt()n] SA-Ku, verbr. nbrdb., Dialekt-Ma 3 (verstr. w JE1); ged(e)n, j-, [jd()n] SA-Rist, vereinz. Altm.; jszen Mda-Sti 34; [gäitn] vereinz. n/w nwaltm.; [gäidn] SA-Hen Wü; geit(e)n, -ai-, j-, [jaet()n] vereinz. nwaltm., verbr. elbostf. (außer w JE1); [gaid] SA-Dä; [jaedn] HA-NHa; jtn QUE-Di; [jt()n] verbr. mbrdb.; jietn STE-Po; jieß(e)n, [js()n] vereinz. s ZE, BE-Gü, BA-Ha, verbr. anhalt.; 3. Sg. Präs.: gütt, j- verbr. nwaltm. nbrdb. n mbrdb. n/w elbostf.; gitt, j- SA-Kö, vereinz. ö Altm., verbr. mittleres/s mbrdb. mittleres/ö/s elbostf.; jießt, [jst], [jsd] Mda-Ze (ZE-Roß), verstr. anhalt.; Imp. Sg.: jütt vereinz. w elbostf.; jitt, [jit] verstr. ö/s elbostf.; [jt] Dialekt-Ma 8 (verbr. mittleres/s JE1); [jt] a.a.O. 8 (verbr. mittleres/s JE1), verstr. ZE; [js] Mda-Ze (ZE-Roß); Part. Prät.: ego(o)ten, -jo(o)ten JE2-Gü, verstr. elbostf.; go(a)ten, j- verstr. nbrdb.; [gdn] SA-Rist; [gaot], [gaod] SA-Dä; [jatn] Dialekt-Ma 9 (verbr. mittleres/s JE1); jejossen verstr. omd.
Getöbse n. ‘Lärm, Geschrei, Getobe’,  Spektkel, vgl. TöbsWie das Jeteweße de Jungens uf de Schtraße hierten ... 4: Wäschke 41919,38.
gt Adj. verbr. 1a. ‘den Zwecken genügend, zufrieden stellend, einwandfrei’ – w hem’m k jjen Acka JE2-Scho; dat is’n g Pert HA-Oh; ... Kohlzupp ... un de wör gaud naug för ehr Knechtens un ehr Deerns. EssennwAltm 91 (SA-Han); De Geschichte ... hät ville Lüede guet gefalln ... Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); Verbdg.: maket gut Abschiedsgruß, Sprw-Börde; schn gt abwehrend, wenn sich jmd. bedanken will, Wb-Nharz 66; Rda.: gd tau Wege ‘gesund, rüstig’ Wb-We 44; lat man gut sien ‘lass es dabei bewenden’ HA-Bee; Sprw.: Wer goot schmeert, de goot föhrt. Firmenich 1854,132 (STE-Ste). – 1b. ‘tüchtig, den Aufgaben gewachsen’ – ... un weilse anne jude Hausfrau war, da dachte se schon in’n Sommer dran, was in’n Winter wern solle ... Wäschke 41919,28; Sprw.: Wat’n goden Vaogel is, de but’n god Nest. Spr-Altm 83. – 1c. ‘wirksam, nützlich, hilfreich’ – dat is gt fr’n hausten Wb-Nharz 66; Rda.: Awwer wer weeß wofor’s jut is. Heimatkalender-Be 1936,155; Sprw.: Wat een god don kann, dät werd twee ook nich to vöäl. Bewohner-Altm 1,330. – 1d. ‘passend, geeignet, günstig’ – jder Wind ‘günstiger Wind zum Segeln’ Elbschifferspr. 437 (JE2-Mi). – 1e. ‘nicht für den alltäglichen Gebrauch bestimmt, bes. Anlässen vorbehalten’ –Wer et man ichtens maaken kann,
Schafft sick ne “Gue Stube” an.
Gorges 1938,51.
– 2a. ‘angenehm, erfreulich, positiv wirkend’ – he hat goe Doch (Tage) GA-Si; enes guin Dages JE2-Gü; jumorjen Gruß, Wb-Ak 82; guen Dag Gruß, HA-Ack; wenn et Wäder guut is HA-Neu; düsse Tüffel schmeckt jt JE2-Scho; ... Stund mei sön witten Schlips ok good ... Francke 1904,8; hei hat’t ganz gt HA-Oh; Warsch bis dahin jut jejangn ... Krause 1964,22; Is doch gaud, Mudder, wenn’ öfter ünner de Lüd’ kümmt. Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die); Rda: Seck’n jutn Dach maken ‘angenehme Tage verleben’ Spr-Asch 19. – 2b. ‘gesund, wohl’ – hei süht nich gut ut ‘er sieht kränklich aus’ HA-Bel; ne (ihm) is nich gt Wb-Nharz 66; dat wart balle wer gt ‘es heilt bald’ HA-Oh; ... sau lange wie miene Mutter na nich wedder jut iss ... Firmenich o.J. 161 (WA-Ost). – 3. ‘mühelos, einfach, bequem’ – Rda.: de hat gt köären (reden) HA-Oh; dat kannste woll nich gut behaupten CA-Fö. – 4a. ‘viel, reichlich, umfangreich’, auch ‘ertragreich’ – en gt deil ‘eine gehörige Menge’ Wb-Nharz 66; die Ärn (Ernte) diss Joar iss jut CA-Lö; got wat antrecken ‘sich warm einhüllen, anziehen’ STE-Döl; Det jaab daa for die imm’r ’n jutes Drinkjeld ab. Heimatkalender-Ze 1962,93 (ZE-Ze). – 4b. ‘mindestens, bestimmt so viel’ – dat is ne g Stunne wt henne HA-Oh; ... un die so breet war, dät guet fünf Wane näenen änder ... führn künnten ... Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie); Verbdg.: Das is jt un jarne zn Mark wrt. Wb-Ak 82. – 4c. ‘sehr, überaus, stark’,  bannigen gden hausten hebben Wb-Nharz 66. – 5. ‘anständig, charakterlich und moralisch einwandfrei, tadellos’, auch ‘gütig’ – ’n gun Minschen Id-Eilsa 66; hei is’n guen Jungen OSCH-Har; dor had ne jle Frau DE-Ca; wist k gd dn? ‘willst du nun folgsam sein?’ Wb-Altm 67; Rda.: got en gden man sn lten ‘sich keine Sorgen um etw. machen’ Wb-Nharz 66; Sprw.: All tu juut is liederlich JE1-Dan; alder gden dinge sint’er dreie Wb-Nharz 66. – 6a. ‘freundlich, wohlmeinend’ – n’ gt Wert jbn HA-Oh; Rda.: Dat is jans un jar juder Wille. ‘Das ist sein freier Entschluss.’ Spr-Asch 19; hei hat woll en guden Willen datau, kann et awer nich schaffen Sprw-Börde. – 6b. ‘freundschaftlich gesinnt, zugetan, gewogen’ – en’n gd sn Wb-We 44; sek nich gt sn ‘verfeindet sein’ Wb-Nharz 66; Wedder met’n ander jut sin ‘sich wieder vertragen’ Spr-Asch 19; ... sek mit unsen Harregott gut de stellen wett ... Wedde 1938,8; Rda.: in’n Gen utkemen HA-Oh.
Lautf., Gram.: go(o)t, -d, j-, [gt], [jt] vereinz. ö/s nwaltm., verbr. nbrdb., vereinz. w JE1; gout Matthies 1912,25 (SA-Fa), vereinz. nw WE; jut Mda-Sti 33; gaut, -d, [gaut] verbr. nwaltm.; gu(u)t, -d, j-, [gt], [jt] vereinz. s SA s OST ö GA, verstr. STE n WO, vereinz. mittleres JE2, verbr. mbrdb. elbostf. omd.; guet verstr. mbrdb.; in flekt. Formen: m. Akk. Sg.: goden Id-Altm, Spr-Altm 83; goon, gn vereinz. Altm.; [jjn] JE2-Scho; [jijn] Elbschifferspr. 437 (STE-Bit, JE2-Pa); [jn] Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa); [gau] SA-Dä; guden, gden Sprw-Börde, Wb-Nharz 66; guhen HA-Bo; gu’en, gen verstr. elbostf.; guun, ju’n QUE-Di, Krause 1964,15; [jijn] Elbschifferspr. 437 (WO-Ro); guin (Gen. Sg.) JE2-Gü; juten Spr-Asch 19; f. Nom./Akk. Sg. und st. Nom./Akk. Pl.: goot, joot, [gt], [jt] vereinz. ö/s nwaltm., verstr. w/mittlere Altm. (außer s Rand); gode, jode Spr-Altm 14, STE-Ost, WO-Ucht; goe, joe, [j] vereinz. OST, STE-GrSchwa Po, vereinz. sw Altm.; [j] MdanwJe1a 48 (JE1-HWa Lo); go’ Sprw-Altma 22; [jj] OST-Dü Hi, vereinz. nö STE, JE2-Scho; [gi], [ji] SA-Vie, verstr. nö Altm., STE-Ber, WO-Mahl; gaut verstr. nwaltm.; [gau] SA-Da; gaue SA-Net; gude, jude vereinz. s elbostf., Wäschke 41919,28; guhe STE-Ba; gue, jue, [g], [j] OST-Ein, CALV-Uth, vereinz. elbostf.; gu, ju HA-Oh, Id-Eilsa 66; [gt], [jt] GA-Bo, vereinz. n WO; [jj] Mda-nwJe1a 48 (JE1-Rie); juije Dialekt-Nd 12 (WO-An); [j] Mda-nwJe1a 48 (JE2-HSe, vereinz. n JE1); [jl] DE-Ca; [jud] Mda-Ze (ZE-Roß); [jur] a.a.O. (ZE-Reu Stre); [jul] a.a.O. (ZE-Gro); Kürze bes. in Grußformeln: [judn] m. Akk. Sg. DE-Ca; gun(n), jun(n) m. Akk. Sg. vereinz. elbostf., Wb-Ak 82; judde f. Akk. Sg. Wäschke71913,61; Kompar.  2bet, bter; Superl.  best.
Hrntel f. ‘Haarnadel’ 3: HA-Oh, QUE-Di, 4: Wb-Be, Wäschke 41919,79, Richter o.J. 80.
Lautf., Gram.: Haarnateln Pl. Richter o.J. 80; -nadel Wäsch-ke 41919,79; [hrntl] Wb-Be; [hrntl] QUE-Di; Herndel HA-Oh.
herr Interj. Ausruf des Erstaunens, der Begeisterung, 2: ZE-Roß, 4: Wb-Be, Wäschke 41919,84 – harre, wat machst du denn?! ZE-Roß; harre, kunne tich tr awwer lfn Wb-Be.
Lautf.: harre.
1hten Vb. ‘heizen’, vgl. hitten, 1: SA-Dä, 2: Mda-Ze (ZE-Gro Reu Stre), 4: Wb-Be, Wäschke 41919,33 – Die heeztn je denn siehre forsch … a.a.O. 33.
Lautf., Gram.: [haet] Part. Prät. SA-Dä; [htsn] Mda-Ze (ZE-Gro Reu Stre), Wb-Be; heeztn 3. Pl. Prät./jeheezt Part. Prät. Wäschke 41919,33.
hinum Adv. vom Sprecher aus zu einem nahe gelegenen, um die Ecke gelegenen Ort, 2: ZE-Roß, 4: Wb-Ak 122, Wäschke 41919,90 – Jk m num inne Brstrße. Wb-Ak 122; ick komme heite amd ma bei eich met numm ZE-Roß.
Lautf.: num(m).
horken Vb. ‘aufmerksam zuhören, lauschen’ 2: vereinz. Altm., verstr. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 14, Wb-Be, Wäschke 41919,40 – Denn bliewe ek stahn, vorpuste mek en betchen un horke. Wedde 1938,66;Ick will moal herk’n, off in d’ Stadt
Nich eeiner noch Meß ligg’n heatt …
Matthies 1903,22;
Rda.: Hei horkt, wat de Botter in Hamburg kost’t. ‘Er ist noch unschlüssig, zögerlich.’ Bewohner-Altm 1,322.
Lautf., Gram.: horken STE-Wa, HA-Bo Oh (veralt.), OSCH-Grö, Wb-Nharz 82, CA-Fö, Mda-Sti 14, horrken QUE-Di; hork’n Wb-Altm 85, horkn vereinz. ZE; horreken OSCH-Di; horke 1. Sg. Präs. Wedde 1938,66; horkt 3. Sg. Präs. Bewohner-Altm 1,322, Schwerin 1859,79, Rauch 1929,67; horket 3. Sg. Präs. Wedde 1938,30; ehorkt Part. Prät. CA-Fö; horchen Beiträge-Nd 75 (WO-HWa), HA-Oh, Wb-Nharz 82; horchte 3. Sg. Prät. Wäschke41919,40; [hrn] Mda-Ze (ZE-Roß); [horin] Wb-Be; herk’n Matthies 1903,22. Zuss.: hen-, herhorchen.
Ht m. 1. ‘Kopfbedeckung aus geformtem Kopfteil und Krempe’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm., Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie), Dialekt-Ma 3 (verstr. JE1), verstr. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 33, Wb-Be, Wäschke 41919,108 – in hen haue (Zylinder) jinke nr keriche Mda-We 98; Hot af, Mütz af, morgn is Sündag Deutung des Geläuts zweier Kirchenglocken, GA-Vi; Rda.: an ln Htschroffe Verneinung, Ablehnung einer Bitte, Wb-Be; Haut un Hanschen tausetten ‘alles verlieren’ Sprw-Harzvorld 382; Sprw.: med den Haud in der Hand kumt ein dorcht ganze Land Wb-We 48. – 2. ‘die als Regenschutz auf eine  Docke gestülpte Garbe’ 3: Vk-Harz 8,78 (BLA-Be).
Lautf.: Ho(o)t, [ht] verbr. Altm., Dialekt-Ma 3 (verstr. w JE1); Haut, [haut] verbr. nwaltm., SA-GrGe, verstr. elbostf.; hut Mda-Sti 33; [ht] Dialekt-Ma 3 (verstr. JE1), Huet, [hut] Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie), Mda-Ze (ZE-Gro Reu Stre); Hut, [ht] Dialekt-Ma 3 (verstr. JE1), ZE-Roß, Wb-Be, Wäschke 41919,108. Zuss.: zu 1.: sen-, Kapott-, Kerken-, Klapp-, Kompotthütchen, Ltschen-.
hubberig Adj. 1. ‘(leicht) fröstelnd, vor Kälte schaudernd’ 2: SA-Rie, 3: Beiträge-Nd 63 (WO-HWa), WA-Dom, WE-Dar, 4: Wb-Ak 73, Wäschke 41919,52 – mek is hubberich WE-Dar; … s war de Amnde ummer noch kalt, un se war ewwehoopt an Heppchen huwwerich … Wäschke41919,52. – 2. ‘nasskalt, kühl’, vom Wetter,  nattkolt, 2: SA-HHe, OST-Ker Meß, STE-Ho, 3: GA-Wie, WO-Gu – hubberiges Wäder GA-Wie.
Lautf.: hubberig GA-Wie, WO-Gu; hubberich OST-Ker, WE-Dar, [hubri] Beiträge-Nd 63 (WO-HWa); hubrig STE-Ho; huwwerig SA-HHe Rie; huwwerich WA-Dom, Wb-Ak 73, Wä-schke 41919,52; huwrig OST-Meß.