Backhs n. ‘einzeln stehendes Haus mit Backofen und Vorraum’ 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., JE2-Gü, vereinz. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Un der eene, ... wurde ... inne Jauchenlache beis Backhaus jeschmissen, ... Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa); Rda.: das is wie in’n Backhaus vom ständigen Kommen und Gehen gesagt, Vk-Anhalta 69; Sprw.: Wo’n Brauhus steiht, kann keen Backhus staohn. ‘In Haushalten, in denen viel Alkohol getrunken wird, fehlt das Geld für Grundnahrungsmittel.’ Bewohner-Altm 1,321; Wo an Wärtshaus stat, da kann kan Backhaus stan ‘Trinker essen wenig’ Spr-Asch 20. – Gemeindeeigene B. standen häufig in der Dorfmitte; z.T. gab es auch private B., sie befanden sich abseits der Hofgebäude, oftmals im Garten. Im B. der Gemeinde durfte jeder backen. Gebacken wurde alle zwei bis drei Wochen. Das Anheizen des Ofens wurde von den Dorfbewohnern abwechselnd besorgt. Befreit davon waren der Pastor, der Kantor und der Hirt, die dafür jedoch zuletzt mit dem Backen an der Reihe waren. Vk-Anhalta 16, Abergl-Anhalt 23. In Wadendorf wurde die Reihenfolge der Backenden beim Bürgermeister ausgelost. Wer zuerst backen durfte, holte bei den anderen Bewohnern je ein großes Bund Holz und heizte den Ofen an. KÖ-Wa. Im B. wurden auch die Gemeindeversammlungen abgehalten. Vk-Anhalta 16 und 53 (ZE-Bra Rie).  Backwen.
Lautf.: Backhus, -hs; außerdem: [bakhius] SA-Dä; Backhaus Spr-Asch 20, Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa), Vk-Anhalta 69; [baghaus] KÖ-Wa.
Barg m. 1. ‘größere Erhebung im Gelände, Berg’, auch als FlN und Teil von FlN, verbr. – dai Bach is heoch SA-Dä; dn Barreg gimmesde allne nich hg DE-Ca; ... uffn Barch, wos Osterfeier immer abjebrennt wurde ... Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa); Rda.: undern barje harvor kukken ‘hinterlistig gucken’ Wb-Nharz 21; is noch nich ewwern Barch ‘er/sie ist noch nicht außer Gefahr’ Sprw-Börde; achter’n Berg holl’n ‘vorsichtig, zurückhaltend sein’ Wb-Altm 15; nich hindern Brge helen ‘die Wahrheit ohne Umschweife aussprechen’ HA-Oh; Hei will Barge in de Grünne (Niederungen) rieten. ‘Er will alles verändern.’ Chr-Em 429; hai iss w’r alle barreje Spr-Mab 387; hei geiht öwwern Barg ‘er stirbt’ CA-Fö; Sprw.: hindern Brge wohnt ok noch Lü Warnung vor Überheblichkeit und Egozentrik, WE-Be; Berg un Daol begegnen sick nich, äöwer Minschenkinner Wb-Altm 15; Rätsel: wenher löpt de Has över de meisten Berge? – wenn’t Feld plöht (gepflügt) is STE-Kö; Vers:hintern Barg
olt Schap, olt Schap
wat dran –
wat dran
Ausdeutung des Krächzens der Krähen, SA-Kö.
 TZ für Anhöhen, Erhebungen versch. Größe: Anbarg Bkhorst (bewaldet) Brink Bult(en) Hch Hchde Hocke(n) Hge Hwel Huckel Hgel Hurkel 1Kappe Klint Knkel Kopp Küppel wer. – 2. ‘hügelartig Angehäuftes, Haufen’ 2: Bewohner-Altm 1,322, JE1-Flö Kö, 3: verstr. n/ö elbostf., 4: vereinz. s CA, Wb-Be – op’n Barg schmieten CA-Fö; ... Kartuffelstroh warrd tesammeslept opp einen Barg ... Hbl-Ohre 1928 Nr. 18/ Wöhlbier (HA-Eim); Rda.: an Barch machen ‘seine gro- ße Notdurft verrichten’, Kinderspr., Wb-Ak 32; Sprw.: De Wind weiht woll grod Berri tohop, äöwer keen dick Bük. ‘Von nichts kommt nichts.’ Bewohner-Altm 1,321. – 3. spez. Anhäufungen, Haufen: – a. ‘Heuhaufen auf der Wiese’,  Heuhocke(n), 2: WO-Zie, 3: WO-HWa, vereinz. sö elbostf., 4: vereinz. w BE. – 3b. ‘geschichteter großer Holzhaufen’,  Holtdme(n) (n.Z.), 3: CA-Löd. – 3c. ‘Maulwurfshügel’,  Mollbarg (n.Z.), 3: BE-Gü He, 4: vereinz. w BE – dor Mld wld schonn weddor Brje BE-Il. – 4. ‘größere Menge’ 2: ZE-Roß, 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 32 – an Barch Jeld a.a.O. 32; n Brch Kuchen ZE-Roß. – 5. ‘Bugwelle’, Schifferspr., vgl. Brt 4.Dr Kn hat an sch’n Barch vor’n St’m (Steven). 4: Wb-Ak 32.
Lautf., Gram.: Barg, -ch, -j, [bar] (nwaltm., nbrdb.: Ba(r)g, -ch) vereinz. nwaltm., Wb-Altm 15 und 171, vereinz. w/s Altm., Siedler-Je § 67 (JE1), verstr. ZE elbostf., vereinz. anhalt.; parch Mda-Sti 53; Barge, Barje Dat. Sg. verstr. w elbostf., WA-KlWa Un, Spr-Anhalt 168, Wäschke 61915,62; Barge, Barje, [barj] Pl. Chr-Em 429, QUE-Hau, vereinz. CA; [barg] DE-Ca; Bar(r)ech, b-, [bar], [barj] Siedler-Je § 153f (JE1), Spr-Mab 387 (WO-Ol), HA-Oh, QUE-Hau, Wb-Ak 32; barreje Pl. Spr-Mab 387; Bar(r)ich, [bari] vereinz. s elbostf. w BE; [pari] Wb-Be; Barije Dat. Sg. WE-Wa; Park KÖ-GrPa; Barg, -k, [brg] verstr. anhalt.; Brch, b-, [br] Vk-Ask 374, verstr. w BE; Ba-eg, -ch SA-Ah Ty, GA-Kak; [b] SA-Dä; Baorch, [br] ZE-Roß, HA-Hi; Brge Dat. Sg. WE-Be; Boach GA-Ber; Berg, -ch, -j (nwaltm., nbrdb.: Be(r)g, -ch) SA-Bre Bu, verstr. n/mittlere Altm. JE2, vereinz. JE1, ZE-Na, vereinz. n elbostf., verstr. mittleres/s elbostf.; Berg, -k vereinz. omd.; -e Akk. Pl. STE-Kö; Berje Dat. Sg. HA-Eil; Beag Matthies 1912,22 (SA-Gie); Berrech OSCH-Di; Berich WE-Wa; BerriAkk. Pl. Bewohner-Altm 1,322; Bärg, -ch, -j, [bär], [br] (nwaltm., nbrdb.: Bä(r)g, -ch) vereinz. nwaltm. Altm., verstr. JE2, WA-Schw, BLA-Bö; [bär()] Siedler-Je § 153f (JE2); [brg] Mda-Fuhne 55 (vereinz. s anhalt.); Bjen Pl. sw. Mda-Ar 54 (vereinz. nö SA nw OST); Bg SA-Dä; [ba] JE2-Scho.
beide Indefinitpron., bezeichnet zwei als bekannt vorausgesetzte Größen, verstr. 1a. das Gemeinsame von zwei Personen oder gleichartigen Dingen hervorhebend, im Satz vorw. in unbetonter Stellung und mit Art. oder als Apposition zu einem Pron. – subst.: ..., wi willn dät bei’ gans genau unnersöken ... Firmenich 1854,124 (OST-Hav); d hemm sick bäide jrne JE2-Scho; ..., wei beiden kennt unsch all länger! Klaus 1936,1; Wie se beide noch lüttge Krabben waren, ... Lindaua o.J. 10; d beiden nmen sek nischt in der grte Wb-Nharz 133; dat blifft daob, dat hemm wai bai emmao afmoakt SA-Dä; Rätsel:Klimpermann un Klappermann
leipn beide ’n Barg heran,
Klappermann leip noch sau sehr,
Klimpermann kamm doch noch ehr? –
Pferd und Wagen, Chr-
Em 438;
attr.: ... damit junkse naus un jochte de beeden Mächens heem. Wäschke 61915,109; Wat hüte de baien Riddergter ... sünd, ... Tiedge 1954,39 (HA-Ost); ... de Bure spanne siene beiden Päre an ... Rauch 1929,8. – 1b. für zwei als zusammengehörig betrachtete Personen oder Dinge hervorhebend, dass etw. für sie gleichermaßen gilt, im Satz in betonter Stellung und ohne Art. – subst.: alle bde Kommando, je einen  Schrick zu beiden Seiten des Kahns zu setzen, Schifferspr., Elbschifferspr. 389 (STE-Bit); Hüte sünd se alle beide wech! Hbl-Ohre 1935 Nr. 6/ Becker (HA-Bee); attr.: An leewsten mücht’ ick bei’ Deel. Pohlmann 1905,50; Mit alle bd Hen’ne hat’e ninjejriffen Wb-Ak 33; ..., daß da schtarke Narvn dorzu jeheern. Uff beede Seitn! Krause 1964,30; Un weil nu beede Nappersch (Nachbarn) miede woarn ... Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa); Rda.: n’ Balken op beide Schuldern drn ‘es jedem recht machen wollen’ HA-Oh; ls tich apmln uff Leschpapr, tenn sste tich fon pt Saitn Wb-Be; Sprw.: injestahnes Unrecht ehrt beie Deile Sprw-Börde. – 2. n. Sg., zwei verschiedene Dinge, Eigenschaften oder Tätigkeiten zusammenfassend – “Jung, du snackst as’n Affkaten, öwer et giwt ook Deerns, wo man beides find’t.” Heimatkalender-Ma 1931,86 (Altm.).
Lautf., Gram.: st. und sw. (-(n)) Dekl. sind nach Möglichkeit zusammengefasst, weitere gram. Kategorien innerhalb dieser Gruppen bleiben unberücksichtigt: beide(n), baide(n), [baid(n)], [baed] SA-Im, vereinz. s Altm., Elbschifferspr. 389 (JE2-Mi), JE2-Scho, Dialekt-Ma 12/Mda-nwJe1a 40 und 48 (verstr. JE1, ZE-Dor), verstr. elbostf.; beid vereinz. w Altm.; paide Mda-Sti 30; beides n. Sg. Heimatkalender-Ma 1931,86 (Altm.), Wb-Nharz 24; beie(n), bai(’)e(n), [bai(n)], [bay], [bae] CALV-Zo, vereinz. JE2, Mda-nwJe1a 40 und 48 (JE1-Rie), vereinz. n elbostf., Sprw-Börde, WA-Schw; bai(n), bei(n), bei’(n), [bai(n)], [baen] verstr. nwaltm. n/w Altm., Wb-Holzl 59 (Allertal, HA-Ost); [be] OST-Krum, vereinz. STE; [bäid] JE2-Scho; [bäi], [bi], [bi] verstr. sö SA s OST STE, GA-Wen; [b] Mda-nwJe1a 40 und 48 (JE1-Pa); [be] vereinz. nwaltm., OST-Kru, GA-Le; [bi(n)] SA-Ah, vereinz. w Altm.; [...bnt] Mda-nwJe1a 48 (JE1-Ih); beede(n), bde(n), [bd(n)] Elbschifferspr. 389 (STE-Bit), WO-Zi, Dialekt-Ma 12 (vereinz. JE1), vereinz. ZE, JE1-Pre, vereinz. anhalt.; [pde] Wb-Be; bd Wb-Ak 33; [bl] ZE-Roß, Mda-Fuhne 119 (DE-Ca); bse Wb-Ak 33; [b] vereinz. ö SA; bade, bde, [bd] Spr-Asch 35, Vk-Ask 374, QUE-Di; [bj] Elbschifferspr. 389 (WO-Ro), WO-Zie.
Brotsack m. ‘Leinenbeutel zur Aufbewahrung und zum Transport von Brot’ 4: Heimatkalender-Börde 1925,62 (CA-Sa).
Dag m. 1. ‘Zeitraum von 24 Stunden’, auch ‘Zeitraum zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang’ allg. – Gndag Grußformel, Wb-Altm 68; en Dach dass., Sprw-Börde; Dachok dass., Wb-Holzl 73; fr de ‘vor Tagesanbruch’ Wb-Nharz 36; vor Dach un Dau dass., Sprw-Börde; op’n dch ‘gegen 10 oder 11 Uhr’ Wb-Nharz 36; on hellerlichten Da ‘mitten am Tag’ Id-Eilsa 56; in’n Dage ‘im Verlauf des Tages’ Wb-We 25; b Dage ‘vor Eintritt der Nacht’ a.a.O. 25; fonn Dage ‘heute’ Wb-Holzl 73; rster Dge ‘demnächst’ Beiträge-Nd 61 (WO-HWa); eenes Dores JE1-Pre; (all) mein T ‘mein Lebtag’ Wb-Ak 168; dai Daoch nai’m niu all warra af SA-Dä; d anna Du het erengt (geregnet) JE2-Scho; Bei T mußte das machen, ’n ’md sste doch nischt. Wb-Ak 168; Dag för Dag mußten wei früher naoh Feld ... Ehlies 1960b 297; det Veh war den Dach öwwer uppe Weih JE2-Gü; ... es waor den Dach vorher an orntliches Jewidder jewest. Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sta); ... se liet schon en paar Dae in’ Bedde un hat hellsche Weihdae (Schmerzen). Wedde 1938,72; ... un da vorrzehlte Parta denne, was den Tack ... passiert war. Heese 21919,88; De olle Fährebahne (Pferdebahn) met alle ihre 4 Waarens, die konne det an dän Dach nich schaff’n. Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze); Rda.: morgen is k en Dag Wb-We 25; es iss na nich alle D md ‘es ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen’ DE-Ca; forgn w de dch ‘schnell verwelken’ Wb-Nharz 36; in’n Dag rin spreken ‘ohne Überlegung sprechen’ Wb-We 25; lewet in’n Dag ‘ist sorglos’ Sprw-Börde; sek en gden dch mken Wb-Nharz 36; hei wolle sek vo’n Dage daun ‘er war so verzweifelt, dass er sich das Leben nehmen wollte’ BA-Re; hei kann nich ut einen Dag in andern kommen ‘er ist arm, unvermögend’ Sprw-Börde; op sne ollen D HA-Oh; sn Daoch sünd tet (gezählt) ‘er lebt nicht mehr lange’ SA-Dä; nu wart’t Dach in de Nachtmütze! Ausruf der Empörung, HA-Oh; Ick häw nist met äm to schaffen as go’n Dag un go’n Weg. ‘Wir grüßen uns nur und haben sonst keinen weiteren Umgang miteinander.’ Bewohner-Altm 1,326; dat is’n Underscht w Dach un Nacht ‘das ist ein großer Unterschied’ HA-Oh; Sprw.: Je länger de Dag, je körter de Faom (Faden). ‘Je länger der Arbeitstag, um so geringer die Leistung.’ Bewohner-Altm 1,326; jed Dag hat sn Plg Wb-We 25; man sall’n Dag nich vorn Aom’md loben WO-Gu; et ist kein Dag in Jahre: hei kümmt ‘jeder Tag kommt zu seiner festgelegten Zeit’ HA-No; Bauernregel: Slat bi Dage achte, wässt dat Gras mit Machte. ‘Wenn die Tage länger werden, wächst das Gras wieder’ GA-Ge; Rätsel: Wat brennt Dach un Nacht und geiht doch nich ut? – Brennettel SA-Gü. – Volksgl.: Bis ins 20. Jh. hinein haben sich Reste der Tagewählerei erhalten, d.h. bestimmte Wochentage werden entweder als Glücks- oder als Unglückstage angesehen, an denen man best. Unternehmungen ausführen bzw. meiden sollte, vgl. die Hinweise bei den einzelnen Artikeln zu den Wochentagen. – 2. ‘die drei Eisheiligen’,  shilligen. – a. in der Verbdg.: d dr kolden Dge 2: vereinz. mittleres JE2, ZE-Ro, 3: HA-Wa. – b. in der Verbdg.: d dr dullen Dge 1: SA-Hen, 2: vereinz. Altm., JE2-Mü. – 3. in der Verbdg.: de still Dog ‘die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar’,  Twölften, 2: STE-Klä. – 4. in der Verbdg.: dicken Dag ‘das nichtkirchliche Erntefest’,  Ernekranz, 2: STE-GrMö Schi. – 5. in der Verbdg.: de hilligen Dge ‘Festtage’ 3: Wb-Nharz 79, 4: Mda-Sti 149. – 6. in der Verbdg.: Tag un Nacht PflN ‘Acker-Wachtelweizen’ 2: Wb-Altm 220.
Lautf., Gram.: Sg.: Dag, Dach, [da] verbr. nwaltm. brdb. mittleres/ö elbostf., Klaus 1936,57, Wb-We 25, Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa), Mda-Fuhne 34 (DE-Ca); Daj OSCH-Schw; Tag (6.) Wb-Altm 220; Tach, [ta] ZE-Kö, Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze); Tak, Tack Heimatkalender-Be 1936,154, Richter o.J. 91, Krause 1964,15; Daach, dch verbr. w elbostf.; Tch, tch Mda-Sti 16, Wb-Ak 168; Tahk, Tk Wb-Ak 168, Vk-Anhaltc 150 (DE-De); [dg] verstr. mittleres/ö anhalt.; Daog, Daoch, [d] vereinz. HA, Vk-Ask 147, QUE-Di; [t], [tk] Wb-Be; Dat.: Dage verstr. n/ö elbostf., vereinz. sw elbostf.; Daoge Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa); Dae, de Wb-Nharz 36, BA-Re; D, d vereinz. w elbostf.; T Wb-Ak 168, Wäschke 61920,13; Pl.: Dage WO-Sa, Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze), vereinz. w elbostf., verstr. mittleres/ö elbostf.; tge Mda-Sti 149; Daje STE-Ost; Dare, [d] ZE-Se, BE-KlSchie, Mda-Fuhne 104 (BE-Pei Plö, vereinz. s KÖ w/mittleres DE, ältere Generation, in mittlerer und jüngerer Generation verbr. BE KÖ w DE); Da(o)ge, [dg], [dg] vereinz. s Altm., Beiträge-Nd 61 (WO-HWa); [d], [d] verstr. s Altm., vereinz. nö elbostf., Mda-Fuhne 104 (verbr. mittleres/ö DE); Daog, Daoch, [d], Doog, Dooch verbr. ö/s nwaltm. w Altm., STE-Klä Wa; [dao] verbr. n nwaltm.; Da’e, [d] JE2-Schl, Mda-nwJe1a 40 (vereinz. w JE1), vereinz. w elbostf. (außer s GA); Ta’e KÖ-Bre; Daa, [d] verbr. OST n STE, STE-Buch, vereinz. n JE2, verstr. mittleres/s JE2, Mda-nwJe1a 40 (verbr. n JE1), verbr. w elbostf. (außer s GA), verstr. w WA QUE, Mda-Fuhne 104 (verbr. BE KÖ w DE, vor allem ältere Generation, z.T. mittlere Generation); T Wb-Ak 168, Wäschke61915,4; Daoe WO-Mahl Ucht; Dao, [do], [do] STE-Bad, verstr. ö STE, JE2-Scho; [du] JE2-Scho; Daw’n Akk. Bewohner-Altm 1,326.
Damper m. ‘Dampfschiff’ 2: Elbschifferspr. 70 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), JE2-Scho, verstr. ZE, 4: vereinz. w anhalt. – ... un der Rooch derewwer kimmet von de Dampersch uff de Elewwe ... Heimatkalender-Börde 1925,62 (CA-Sa).
Lautf., Gram.: Damp(e)r verstr. ZE, Wb-Ak 44; Dampersch Dat./Akk. Pl. Heimatkalender-Börde 1925,62 (CA-Sa); [dampa] JE2-Scho; [dambr] Elbschifferspr. 70 (alle angegebenen Orte); [tamprt] Wb-Be.
Daudroppe(n) f., m. ‘Tautropfen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 38, 4: Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa), Wb-Be.
Lautf., Gram.: Daudruppen m. HA-Oh, Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa); daudroppe f. Wb-Nharz 38; [tautropm] m. Wb-Be.
Ding(s) n. 1. ‘nicht näher bezeichneter Gegenstand, nicht näher bezeichnete Sache’, z.T. auch solche, die nicht bezeichnet werden sollen oder dürfen, auch abw., verstr. – s a gabuddes Ding DE-Ca; ... det Ding wiere nich mehr zeitgemäß ... Heimatkalender-Je 1924,60 (JE2-Vie); ..., ick kann mit dei Dinger nich ummegahn! Rauch 1929,44; ... sie wollten sich naoh das aohle Dinges jaornich ummekuken ... Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa); Verbdg.: das kost an Dink vull (viel) Jeld un ten tt’s nischt Wb-Ak 46; Rda. (z.T. auch mit Bezug zu 2.): dat Dings met ’n Fiff ‘etw. ganz Kompliziertes’ Spr-Asch 23; hasd jelei an Dingk sidsen Androhung von Prügel, CA-Ak; Sprw. (z.T. auch mit Bezug zu 2.): jd Ding an sn rd, geit alles gd in Huse frt Wb-We 96; alle guen Dinge sind ehre (ihrer) dreie Sprw-Börde; Olt un kolt un kain Vörmoejen, Dat sünt drai Dinge, dai niss ’toejen. Lieder-Ma Nr. 779 (WO-Ol). – Volksgl.: Um eine Mäuseplage im kommenden Jahr zu verhindern, darf man in den Zwölften nur von den Dingern reden. SA-Lag. – 2. ‘Angelegenheit, Ereignis’ verstr. – Ich hawwe m an Dinges arlwet ... Wb-Ak 46; det Dink wern mer schon deichseln ZE-Roß; Rda.: ’n Dink t’n Dullhse ‘eine unerhörte Angelegenheit’ HA-Oh; dat is en dum dink ‘das ist eine üble Angelegenheit’ Wb-Nharz 41; datt geit nich mit rechten Dingen tau BA-GrAls. – 3. Bezeichnung von Personen, vorw. in Verbdg. mit charakterisierenden Attr., 1: SA-Pü, 2: vereinz. Altm., ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf. – saune junken Dinger (Mädchen) HA-Oh; liddjes Dingg ‘kleines Kind’ (vgl. 5.), BE-Fr. – 4. Bezeichnung für Gespenstergestalten des Volksglaubens, 3: vereinz. w elbostf. – d geit en Ding umme Wb-We 28. – 5. auch Dim. ‘etw. Kleines, Unbedeutendes’ 2: Wb-Altm 35, Wb-Altm* 52, 3: vereinz. elbostf. – 6. ‘Stück Vieh oder Wild’ 3: Wb-Nharz 41, BLA-Brau. – 7. ‘männl. oder weibl. Geschlechtsteil’ 2: Lieder-Ma Nr. 440 (WO-Ri), 3: verstr. elbostf. – t Ding is’t beste an daen ganzen Maeken BLA-Brau. – 8. in der Verbdg.: en grauen Ding ‘noch nicht entzündeter Kohlemeiler’ 3: BLA-Brau. – 9. Krankheit – a. in der Verbdg.: dat hillige Ding ‘Wundrose’ 2: Zauber-Ma 89 (GA-Mie), 3: a.a.O. 89 (vereinz. HA), Wb-We 51 – Zauberformel zur Besprechung der kranken Stelle:Hillige Ding, ick boite dick,
Datt’u nich stickst,
Datt’u nich brickst ...
Zauber-Ma 89 (HA-Sü).
– b. in der Verbdg.: blind(et) Ding ‘(Blut-)Geschwür’ 2: vereinz. Altm., 3: Wb-Holzl 65 (WA-KlWa), Id-Quea 145. – c. in der Verbdg.: en jefäärlich Ding dass., 3: Wb-Holzl 75 (HA-Eil).
Lautf., Gram.: Ding, Dink Sg.; außerdem: [dig] vereinz. anhalt.; tink Mda-Sti 4; Pl.: Dinger; außerdem: Dingers Spr-Asch 13; Dinge vorw. (2.) und bei verblassender gegenständlicher Bed. bei (1.) vereinz. elbostf.; Nbff. (urspr. Gen.): Dings, [dis] ZE-Roß, vereinz. elbostf.; [tiks] Wb-Be; Dinges vereinz. mittleres/sw elbostf., Wb-Ak 46, Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa).
Discher m. ‘Tischler’ verstr. – dai Discha maokt Moiwn (Möbel) SA-Dä; er lehrt Discher Spr-Asch 12; ... da kimmet der Tischer von jejenibber ... Richter o.J. 99; Rda.: Em hat de Discher all Maß nommen. ‘Er wird bald sterben.’ Bewohner-Altm 2,43 f.; “Den eenen sein Dod is en andern sein Brot”, saoht de aohle Discher ..., dao meßte er seinen selijen Napper an Sarch an. Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa).  Langlfken.
Lautf.: Disch(e)r verstr. nd., Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa); [di] vereinz. nwaltm. Altm.; [di] SA-Dä; [dir] Mda-Fuhne 114 (verstr. anhalt.); Tischer, [tir] CA-Sta, verstr. omd.
Dreck m. 1. verbr. – a. ‘Schmutz’, auch ‘feuchter, breiiger Schmutz, Schlamm’ – durchn Dreck loofn QUE-GrSchie; dai Kinna schmaddan in Dreck SA-Dä; ... un seine Pfeife schtippte in den Dreck Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa); Rda.: Dreck inne Ohrn hann ‘nicht hören’ ZE-Roß; Bät äöwer de Uhren (Ohren) in’n Dreck sitten. ‘sich (durch eigene Schuld) in einer üblen Lage befinden’ Bewohner-Altm 1,328; hei hat Dreck an’n Stocke ‘er hat eine Verfehlung begangen’ HA-Oh; in drek un schpek gn ‘unsauber, schmutzig umhergehen’ Wb-Nharz 45; De is for meck wie Dreck an’ Schau. Ausdruck der Geringschätzung, Sprw-Harzvorld 374; Sprw.: je wirrer (weiter) dät man dän Dreck pett (tritt), je wirrer spitt’ (spritzt es) SA-El; Je mehr’n Dreck rögt (rührt), je mehr stinkt’r. Spr-Altm 76; Bauernregel: Fällt de erste Schnei in’n Dreck, denn is de ganze Winter en Jeck. Chr-Em 428.  TZ: Ac (Kinderspr.) sige Gnst Kt Muddel; weitere Synonyme  Smadder, vgl. auch TZ  Modder ‘feuchter, breiiger Schmutz’. – b. ‘Kehricht, zusammengefegter Schmutz’ – gre m en Dregg ufs Gorblech DE-Ca.  Dreckhpen Fgels Fgsel 2Jux Kehricht Krdreck Kt Müll Stoffhpen Stwendreck tfgels tfgsel tkrels tkricht tkr(t)sel. – c. ‘Kot’ – Rda.: sein’ eejen’ Dreck fressen ‘geizig sein’ ZE-Roß. – 2a. ‘minderwertige, unnütze Sache’ vereinz. – D haste awwer Dreck jekft! Wb-Ak 47. – 2b. ‘unwichtige oder missliche Angelegenheit’ vereinz. – ... un dörch Vortellen un Kaulen (Schwatzen) saunen Dreck noch breit trä’en ... (mit Bezug zu 1.) Wedde 1938,5. – 2c. ‘Unkraut’ 2: JE2-HSe Wu, ZE-Reu Stre.
Lautf.: Dreck, [drek]; außerdem: [dreg] verbr. anhalt; [drk] Mda-Ar 26; Träck ZE-Reu.