ankken Vb. (refl.) ‘(sich) jmdn., etw. ansehen, anschauen’, vgl. ankucken, 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. brdb. (außer ZE), 3: verbr. n elbostf., verstr. ö elbostf., vereinz. WE, Wb-Nharz 13, 4: CA-Brei – Alle kiekten sick an, ... Rauch 1929,15; Hä keek mi an, un ick keek em an. Heimatkalender-Je 1927,121 (JE2-Vie); hä kek’n janz verdattert an JE2-Gü; ... wie me-i d’ Inspektor von d’ Got gistern vörtellt hat, will he morren na Berlin reisen un sick d’ landwirtschaftlich Utstellung ankieken. Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.); In mienen ganzen Leem’n kieke ick jüch nich wer an. Rauch 1929,18; kieke dik dat mal an! WA-Re; Rda.: Se kiken dät an as de Koh dät näi Dar (Tor). ‘Sie sind verwundert.’ Bewohner-Altm 1,345.
Lautf., Gram.: Inf.: ankiek(e)n, -kk(e)n; außerdem: nkken Wb-Nharz 13; 1. Sg. Präs.: kieke an Rauch 1929,18; 2. Sg. Präs.: kickst an Firmenich 1854,121 (OST-See); 3. Pl. Präs.: kiken – Bewohner-Altm 1,345; Imp. Sg.: kiek – verbr. nwaltm. brdb. (außer ö JE1 ZE), verstr. ö JE1, verbr. s GA, Lindauc o.J. 32, WE-Ri; kieke – verbr. n elbostf. (außer s GA), verstr. ö elbostf.; - anne HA-Ba Schw; - ahn/aan HA-Eil Uep, vereinz. n CA, CA-Brei; - oan CA-Bie Pö; kek an WE-Abb; ke-ik - WE-Hor Is; [kik an] SA-Dä; 3. Sg. Prät.: keek an Pohlmann 1905 ff.,125 (OST-GrRo), Hausfr-Altm 1929,24 (STE-KlMö), Heimatkalender-Je 1927,117 und 121 (JE2-Vie); kek’n - mit Enklise des nachfolgenden Personalpron. m. Akk. JE2-Gü; 3. Pl. Prät.: kiekten - Rauch 1929,15; Part. Prät.: annekiekt Heimat-Ohre 1922/ Wöhlbier (HA-Eim).
ankrgen Vb. 1. ‘sich anziehen lassen’, bes. von Schuhwerk, 2: Bewohner-Altm 1,327, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 21 – ick kri’e de Stewweln nich an Wb-Holzl 55. – 2. ‘jmdn. in einer Angelegenheit gezielt ansprechen’ 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 21 – ik will ne ml dropp ankrn HA-Oh. – 3. auch subst. ‘Haschen spielen’,  krgen, 2: JE2-Grü HSe, JE1-GrLüb, verstr. sw JE1.
Lautf., Gram.: ankriegen JE2-Grü, vereinz. sw JE1; -krieg’t 3. Sg. Präs. Bewohner-Altm 1,327; -kri’en Wb-Holzl 55; -krien, -krn JE2-HSe, JE1-GrLüb, vereinz. sw JE1, HA-Oh, Sprw-Börde; n- Id-Eilsa 48, Wb-Nharz 14; n- Wb-Ak 21.
anslgsch Adj. 1. dass., vorw. in der Rda.: nen anslgschen Kopp (hebben) 2: Wb-Altm 108, Bewohner-Altm 1,345, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 23. – 2. in der Rda.: De hät’n anschlägschen Kopp scherzh. von jmdm., der eine Ohrfeige bekommt, 2: Bewohner-Altm 1,345.
Lautf., Gram.: nslägsch Id-Quea 142; nschlsch Wb-Ak 23; sonst: anschlägschen attr. gem. Dekl. m. Akk. Sg.
nte f. 1a. TiN ‘Ente’, bes. das weibl. Tier, verbr. (anhalt. nur wenige Belege) – up Baik (Bach) schwömmt an gants Kobba (Schar) Aot’n SA-Dä; ... wat de Häünder gackerten un de Aanten snatterten. Rauch 1929,11 f.; wille nten ‘Wildenten’ HA-Oh; Rda.: wackelt wie ’ne Aehnte Vk-Harz 3,46; hei swimmet w ne blerne nte HA-Oh; Du kannst Änten van’n Diek fleuten. Ausdruck der Geringschätzung, Bewohner-Altm 1,319; Huner, gense und enten werden alhier nicht gehalten oder erzogen der marder und ullinge halben. Amt Nienburg 1563, Landreg-Anhalt 1,369. – 1b. in der Verbdg.: junge/kle/kleine/lütte nte(n) ‘Entenküken’, auch ‘junge Ente(n)’,  ntenkken, 1: vereinz. nwaltm., 2: vereinz. Altm. JE1, verstr. ZE, 3: verbr. elbostf., 4: verstr. w omd. – mor gfen glne Enden BE-Gü. – 2. ‘kleiner Schlitten der Kinder’,  Slde(n), 3: BLA-Hei. – 3. ‘Penis’, Kinderspr., 4: Wb-Ak 52.
Lautf., Gram.: aufgrund der Laienschreibung ist nicht immer eine genaue Trennung von Kurz- und Langvokal möglich: Aante, Ahnte, nte Sg., -n Pl. verbr. w elbostf., vereinz. n/mittleres elbostf., Mda-Sti 125; A(o)nte, Oante, nte vereinz. sw Altm., verstr. n elbostf., WA-Re; Aont, Oant, O(h)nt, [nt], [nt] verstr. nwaltm., Wb-Altm 8 und 47, Bewohner-Altm 2,87, vereinz. n Altm. (außer ö SA, dort verstr.); A(o)nten, Oanten Pl. vereinz. nwaltm., Spr-Altm 79, SA-Kä Stei; [unt] SA-Die; Oat, O(o)ht, [t], [t] verstr. nwaltm.; Aot, [aot] vereinz. nwaltm.; Ante verstr. n/mittleres elbostf.; Ant, Ont, [ont], [nt] vereinz. n nwaltm., verstr. s nwaltm. n/mittlere Altm., JE2-Ku Reh; Äänte, Ähnte, Aehnte, nte, [nt] verstr. ö/s elbostf.; Ähnete OSCH-GrQue; Ähnt, Äänt, [nt] verstr. n/ö Altm., vereinz. n GA, JE2-Neu; Ähnten, Aenten Pl. vereinz. Altm., WA-Un, BA-Schie; Äand, -t OST-Flee, STE-Sta; Äente STE-Je, OSCH-KloGrö; Äent Sg., Äent’n Pl. vereinz. ö STE; Eänt vereinz. ö Altm.; Aänt, Oänt, Oent SA-Jeg Stör, STE-Ga; Än(n)te, [änt] vereinz. sö Altm., verbr. mittleres JE2, vereinz. n/s JE2 nö JE1, JE1-Wol, verstr. mittleres/s elbostf.; Än(n)t, [änt], [nt] verstr. ö SA ö GA, verbr. ö Altm. (außer n WO), vereinz. n JE2; Ärnt JE2-Schö; Eente, nte QUE-Di Su, Spr-Maa 439 (CA-Egg); Eante JE2-HGö; Eant, eant vereinz. ö Altm. (außer n WO); Ente, [ent] verbr. s Altm., verstr. JE2, verbr. JE1 ZE, verstr. n/sw elbostf., verbr. ö elbostf. (außer nö), verstr. omd. ([end]); Ent Wb-Altm 8 und 47, vereinz. w Altm., verstr. ö Altm. (außer n WO); Ent(e)n Pl. vereinz. brdb., HA-Hi Schn, WA-So, vereinz. sö elbostf. s CA; Ende JE2-Kno.
ntenvgel m. TiN ‘Ente’, bes. das weibl. Tier, 2: Wb-Altm 47, Bewohner-Altm 2,87.
Lautf.: Aontvogg’l.
pe m. 1. 1: SA-Dä, 2: verstr. Altm., JE2-GrWu Scho, JE1-Zie, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – a. TiN ‘Affe’ – ... un hadde ’n richtijn, lewendijn Affn uffn Leierkasten sitzn. Krause 1964,96; Rda.: ick schwitze wie’n Affe JE2-GrWu; He is so neitschierig as’n Ap. Spr-Altm 83; dat is grade wie wenn en Affe in’n Kalender kucket, von einem unverständigen Menschen, Sprw-Harzvorlg 264; he süt t, ass wenn äm ’n Aop lst! ‘er sieht vergnügt aus’ Wb-Altm 8; Ick denk, mäi lust’ de Aop. Ausruf der Bestürzung, Bewohner-Altm 1,320; et hat sek’n Ape elusetAusruf der Enttäuschung, Wb-We 9; Sprw.: je höhger de Affe stigt, je mehr wieset hei ’n Aars WO-Gu; wat von’n Affen kimmt, will sich lusen, wat von’n Kater kimmt, will musen Sprw-Börde; Wat doo’k dänn met’n Aopen, wenn’r nich danzen kann. ‘Was tue ich mit einem Unternehmen, wenn es keinen Nutzen bringt.’ Bewohner-Altm 1,320. – b. Schimpfwort ‘dummer, einfältiger Mensch’,  Dussel, auch ‘alberner, eingebildeter, hochmütiger Mensch’ – diu Aop diu SA-Dä; Bist ’ne ape. zu einfältigen Mädchen oder Frauen gesagt, Id-Eilsa 49; wutte ml ’n Affen seihn? – kk in’n Speijel! HA-Oh; Sprw.: Wat’n Ap is, dat süt’n ant Mul. Bewohner-Altm 2,130. – 2. bes. in der Verbdg.: pe, Ber, Klsener ... Ballspiel der Kinder, ausf. vgl. Abe-Babe, 2: OST-Rä, JE2-NSchl Scho, 3: verstr. n elbostf., CA-KlRo. – 3a. in versch. Verbdg.: ‘betrunken sein’,  dn, 2: vereinz. STE, 3: verstr. elbostf., 4: BA-Ha – he hät Aopen STE-Go; ’n Affen upgehuckt WO-GrGe; dreget ’n Affen haime BA-Ha. – 3b. bes. in der Verbdg.: sik nen pen kpen ‘sich betrinken’ 2: Bewohner-Altm 1,320, 3: Spr-Maa 428 (WO-Ol), 4: Wb-Ak 13 – Reim.: Kannst du nich slaopen, köp däi ’n kleinen Aopen. Bewohner-Altm 1,320. – 4. ‘Tornister des Soldaten’ 3: HA-Oh.
Lautf., Gram.: A(a)pe, pe, [p] verstr. n/w elbostf., Id-Quea 142; oape, [p] JE2-Scho, vereinz. s WO; A(a)p, Aop, Oap, [p] verstr. Altm.; [aop] SA-Dä; Aopen, Oapen Dat./Akk. Sg. Bewohner-Altm 1,320, STE-Ho Wi; Aopen Akk. Pl. STE-Go; Affe GA-Bo, JE2-GrWu, JE1-Zie, verstr. elbostf., vereinz. anhalt.; Aff GA-La; Aff(e)n Akk. Sg. verstr. elbostf., BA-Ha, Krause 1964,96; f. belegt (1b.) vereinz. w elbostf.
Apothke f. wie Standardspr., 2: vereinz. Altm., Heimatkalender-Je 1923,95 (JE2-Vie), ZE-Roß, 3: verstr. elbostf. (außer sö), 4: vereinz. anhalt. – “Ob’t woll nich in de Aptheke davör wat gewen däete?” Heimatkalender-Je 1923,95 (JE2-Vie); “Doamit geihst noah Ap’thek, un dat nümmst in, so aß’t doa uppsteiht.” Bewohner-Altm 2,42; Rda.: dats ne apteike, dr kent jelt! ‘hier ist es teuer’ Mda-Weg 86.
Lautf.: Aptheke, Aptke, [aptk] Heimatkalender-Je 1923,95 (JE2-Vie), ZE-Roß, WA-We, vereinz. anhalt.; Apthek, Ap’thek vereinz. Altm.; Apdeke Spr-Asch 38; -tke QUE-Di; -teike, -taike z.T. veralt. verstr. elbostf. (außer sö); Awteke GA-Wa; -teike, Af(f)- vereinz. w elbostf.
April m. Monatsname, verstr. – Dei Hochtid was in’n April, ... Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die); For Schawwernacksleite is dor erschte April immer ’n freedijes Ereichnis. Krause 1964,55; Rda.: in’n april schikken ‘jmdn. necken, foppen, zum Narren halten’ Wb-Nharz 17; Reim: ’n irsten April kann’n Narren schicken wo’n (wohin) will. Bewohner-Altm 1,319; April, April, d kammor nfr’n wmor will Zuruf als Entschuldigung an jmdn., den man in den A. geschickt hat, Wb-Ak 25; Wetterregel: April deit, wat hei will WE-Be; ’n drng April is nich dn Bans Will SA-Rist; De April mag sien wie e will, aber Loof un Gras bringet e doch. Chr-Em 427. – Brauch: Bes. am ersten Tag des Monats suchten Kinder und jüngere Erwachsene einander zum Narren zu halten. Es wurde versucht, dem anderen eine unwahrscheinliche Geschichte als wahr darzustellen oder ihn zum Herbeiholen fiktiver Gegenstände (z. B.  Müggenfett,  Msefeddern) zu veranlassen. Vk-Anhalta 226, Wb-We 9. Der 1. A. war in den Kreisen BE, KÖ und DE der Tag, an dem die Mägde ihren Dienst antraten. Vk-Anhaltb 64.
Arbeider m. ‘Arbeiter’ 2: vereinz. nbrdb., 3: vereinz. elbostf. (außer sö), 4: Wb-Be, Heese 21919,101 – hei is kein guer Arbeir Sprw-Börde; Sprw.: Go’n Andriewer is bätter as’n slechten Arbei’er. Bewohner-Altm 1,319.
Lautf., Gram.: Arbeider OST-Sta; -beiter Spr-Altm 76, HA-Oh; -bei’er, arbaier Bewohner-Altm 1,319, Spr-Maa 441 (HA-Neu); -beir, -bei’r Id-Eilsa 49, Sprw-Börde; rbeir Wb-Nharz 17; Arbeter JE2-Bö; [arwtr] Wb-Be; Arweeter Pl. Heese 21919,101; rbr QUE-Di.
Arbeit f. 1. ‘(beruflich ausgeübte) körperliche oder geistige Tätigkeit’ 1/2/3: verbr. nd. (außer ö der Elbe, dort verstr.), 4: vereinz. omd. – nr rbeit gn Wb-Nharz 17; ... un na’t Kaffeedrinken güng’t an de Arbeit. Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die); In mnd machten de Karls un de Mächens de Arweet, ... ZE-KlLei; Rda.: dor had de rwd nich arfungng DE-Ca; Dee will wat daun, wenn de Arbeit fertich is. Wb-Holzl 36; Er scheiet sich vor de Arbeet wie der Bettelmann vorsch Achtjroschenstikke Spr-Anhalt 176; Sprw.: Wer keen Arbeit hät, de möckt sick weck. Bewohner-Altm 1,319; n gedaner Arbeid is gd rauen Wb-We 9; An d’ Erd is de meist’ Arbeit. Spr-Altm 76; Arbeid is keen Hs, se löppt nich furt. Firmenich 1854,122 (OST-See); Vonne Arwt is noch kner fett jewor’n. Wb-Ak 26; Arbeit makt et Leben säute, Fulheit noch veel säuter. Sprw-Börde; Ne Stunne richtich Biisinnen bringt meer Sääjen wii ’ne Woche suure Arbeit! Bode 1908,62. – 2. ‘Mühe, Plage’ 3: CA-Fö, 4: Wb-Ak 26 – da haste dine Arbeit, et wedder in Gang tau bringen CA-Fö.
Lautf.: Arbeit, -ai-,-d, [arbait], [arbeit], [arbaet] Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die), verstr. Altm., vereinz. mittleres/s JE2, verstr. JE1, Mda-Ma 66 (ZE-Dor), verbr. elbostf.; rbeit, [rbait], [-baet] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm., CALV-Uth, Wb-Nharz 17; [rbit] OST-Ko; arweit, [arwaet] OST-Kru, CALV-Zo, Siedler-Je § 142, Mda-Ro; [rwait], [-waet] SA-Ku Rie, verstr. ö Altm., JE2-Scho, WO-HWa; rwait Mda-Sti 2; [arwät] Siedler-Je § 142; Arbeet Heimatkalender-Je 1937,78 (JE2-Fi), Vk-Anhaltc 85 und 110, Spr-Anhalt 176; -weet, -wt, [arwt] JE2-Gü, verstr. ZE, vereinz. ö anhalt.; [rwd] DE-Ca; [rwt] ZE-Roß; Arrewt Wb-Ak26; Arwat Spr-Asch 28; rbt QUE-Di.