Nachtfrost m. ‘in der Nacht auftretender Frost’ 2: Bewohner-Altm 1,351, 3: HA-Oh – Rda.: De Nachtfröst bliw’n non nicht ut, sä jenn oll Frau; dät war twischen Wihnachten un Neijahr. Bewohner-Altm 1,351.
Lautf., Gram.: Nachtfrost HA-Oh; -fröst Pl. Bewohner-Altm 1,351.
Nachtigall f. TiN wie Standardspr., verstr. – Wo schön deit bi Pasters de Nachtgolk all singen! Pohlmann 1905,62; Sprw.: Dänn een’n sien Nacht’gaol is dänn ännern sin Ul. Bewohner-Altm 1,351.
Lautf., Gram.: Nachtigall; außerdem: Nachtijall OST-Wal, STE-Wi, JE2-HSe, WO-Schn, Sprw-Börde, BA-Ali; [naxdigal] GA-Da; Nachtigoal ZE-Nu; nachtegal, nachtegle Wb-Nharz 131; nchtejl Mda-Sti 6; Nacht’goal Bewohner-Altm 1,351; Nachtgolk Dim. Pohlmann 1905,62.
Nachtmütze f. 1. ‘im Bett getragene Mütze’ 2: Bewohner-Altm 1,333, Spr-Altm 15, OST-Schön, JE2-Scho, 3: Chr-Em 430, HA-Bee Oh, 4: Wb-Be – w is dänn mne Nachtmütze JE2-Scho; Rda.: n warts awwer Tch inne Nachtmitze Ausruf der Empörung, Wb-Be. – 2. ‘träger, langsamer Mensch’, Schimpfwort,  Trntte, 3: HA-Bee Oh – ele Nachtmütze HA-Oh. – 3. PflN ‘Ackerwinde’,  Wdewinde, 2: OST-Ziem.
Lautf.: Nachtmütze, [naxtmüts] JE2-Scho, Chr-Em 430, HA-Bee Oh; -mütz Bewohner-Altm 1,333, Spr-Altm 15, OST-Schön Ziem; [naxtmitse] Wb-Be.
Ngelt n. ‘Erbe, Hinterlassenschaft’, vgl. Nlt, 2: Bewohner-Altm 1,354, 3: Wb-Holzl 145 – Rda.: Dät is dänn Oll’n sien Naogelaot. ‘Der Sohn ähnelt seinem Vater stark.’ Bewohner-Altm 1,354.
Lautf.: Najelaat Wb-Holzl 145; Naogelaot Bewohner-Altm 1,354.
Nkeldei m. dass., 2: Wb-Altm 144, Bewohner-Altm 2,146, OST-Sta, 3: Id-Eilsa 80, OSCH-Di.
Lautf.: Na(a)keldei; außerdem: Naokel- Wb-Altm 144; Nackel- Bewohner-Altm 2,146.
Nme m. Bezeichnung eines Einzelwesens, verstr. – det sinn awwer komische Näme, die hier in det Buch stehn ZE-Roß; Ich komme doch nich uf sei’n N’m, w hßte denn man? Wb-Ak 118; Rda.: et Kind bi’n rechten Namen nennen ‘etw. ohne Beschönigung aussprechen’ Sprw-Börde; sik n’ greten Nmen mken ‘sich Ansehen erwerben’ HA-Oh; dat geit op snen nmen ‘das kommt auf seine Rechnung’ Wb-Nharz 132; keiner will’n Nmen herjem’n ‘niemand will die Verantwortung übernehmen’ HA-Oh; Hei gewt äm’n Naom’n un lätten lopen. ‘Er nimmt die Sache sehr leicht.’ Bewohner-Altm 1,352; in dn nmen junk hei furt ‘mit diesem Entschluss entfernte er sich’ Wb-Nharz 132; hai schall man laiwa schtill waesan denn Kuckuck röppt s’n aigng Nao’m iut Bemerkung, wenn jmd. anderen Fehler vorwirft, die er selbst macht, SA-Dä. – Volksgl.: Vor der Taufe darf der N. des Kindes nicht genannt werden, um bösen Zauber fern zu halten. Vk-Anhaltb 35f. Im Leichenhemd sollte sich kein N. befinden, da sonst die Familie aussterben würde. vereinz. Altm. elbostf.
Lautf., Gram.: Name, nme verstr. elbostf.; Namen Akk. Sg. Wäschke 71913,49; Naome, Nme, [nm] Heimatkalender-Je 1929,XII (JE2-Vie), QUE-Di, Wb-Ak 118, Wb-Be; Noam’ Matthies 1903,9; Naom’n Wb-Altm 145; Naom’n Akk. Sg. Bewohner-Altm 1,352; [n] JE2-Scho; [nao] Akk. Sg. SA-Dä; Pl.: nmen Wb-Nharz 132; Nmens vereinz. elbostf.; [ns] Mda-Ze (ZE-Roß); Näme, [nm] JE2-Go, JE1-Flö, ZE-Roß, Wb-Holzl 145 (WO-Dra); [nam] verstr. ZE. Zuss.: Manns-, kel-.
Nrde f., nur in der Rda.: Vorrde bringt/gift keine Nrede ‘durch vorherige Absprachen verhindert man Unstimmigkeiten oder Streit’ 2: Bewohner-Altm 1,365, 3: Wb-We 92 und 158.
Lautf.: Nrde Wb-We 92 und 158; Naored Bewohner-Altm 1,365.
Narre m. ‘dummer, einfältiger Mensch’,  Dussel, auch ‘lächerlicher Mensch’,  Clown, 1: SA-Roh, 2: vereinz. Altm., 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 14, Wb-Be – … düss’ oll Na’ Matthies 1903,14; Rda.: to’n Nr’n hämm ‘jmdn. foppen, täuschen’ Wb-Altm* 63; forn Narren holen dass., Sprw-Börde; sik tau’n Narrn mken ‘sich lächerlich machen’ HA-Oh; hat’n Narren an efreten ‘hat jmdn., etw. übertrieben gern’ Sprw-Börde; ek denke, de narre bit mek Ausruf des Erstaunenes oder Erschreckens, Wb-Nharz 132; Sprw.: ein Narre makt teine ‘ein Narr verführt viele Menschen zur Dummheit’ Id-Eilsa 80; jedem Narren gefällt siene Kappe HA-No; Kinder un Narren segget de Wrheit Wb-We 92; Wenn de Nar’n to Marcht kaom’, verdeenen de Kräömers Geld. Bewohner-Altm 1,329; wenn unse Herrgott en Narren hem’m will, lett’e en olen Kerel de Fru ster’m Wb-Holzl 145.
Lautf., Gram.: Narre, narre verstr. elbostf., Wb-Be; Narr(e)n Dat./Akk. Sg. vereinz. elbostf.; Narrn Pl. Spr-Asch 50; Narden Dat. Sg. OST-Klei; Nan Dat. Sg. SA-Roh; Nr Wb-Altm 143, Wb-Altm* 63; Nar’n Pl. Bewohner-Altm 1,329; Na’ Matthies 1903,14; nrre Mda-Sti 14.
Nse f. 1. Geruchsorgan von Menschen und Tieren, verbr. – de Nse drüppet HA-Oh; mne Nse bloit (blutet) JE2-Scho; Ppele nich inne Nse! Wb-Ak 119; Dabi wische se sick mit öhre Schörte de Ogen un ok de Näse af. Rauch 1929,145; Rda.: Ümmer de Näs’ naogaohn. ‘immer geradeaus gehen’ Bewohner-Altm 1,352; et bit ne in de Nese ‘das Gesuchte befindet sich direkt vor ihm’ Sprw-Börde; hät sich de Näs bägoten ‘ist betrunken’,  dn, STE-Schi; de Näse wischen ‘jmdn. schlagen, prügeln’ BA-GrAls; et wr ne nich nr nse ‘es war ihm nicht recht’ Mda-Weg 108; … sparre se alle Mul un Näse op … ‘staunten alle sehr’ Wedde 1938,40; dafonn hew’k de Nse full ‘ich bin dieser Sache überdrüssig’ HA-Oh; op der Näse ln ‘krank sein’ Wb-We 92f.; dauwder kwischen ml un nse von der bei Kälte tropfenden Nase, Wb-Nharz 134; dick hat woll lange nich de Näse blaut (geblutet) Drohung, BA-GrAls; Du sast äöwer de Näs’ kieken as’n Hund. scherzhafte Androhung einer Strafe, Bewohner-Altm 1,340; stick de Nse in’t Bauk Aufforderung zum Lernen, HA-Oh; sine Nese zwischen alles stecken ‘sich überall einmischen’ Sprw-Börde; Dor lat dien Näs von! ‘Mische dich dort nicht ein.’ Bewohner-Altm 2,123; Lat die nich dein Näs twischen de Dör klemm’n. dass., Spr-Altm 40; Fasse dich man n deine Nse! ‘Kümmere dich lieber um deine eigenen Angelegenheiten!’ Wb-Ak 119; tokke dek an diner Näse, sau hast de k Fleisch dass., Wb-We 92; op de Nese rumdanzen ‘jmdn. respektlos behandeln’ Sprw-Börde; einen ne lanke Nse mken ‘jmdn. verspotten’ HA-Oh; an de Nese rumtrecken ‘jmdn. foppen, täuschen’ Sprw-Börde; Seck op de Näse schieten laten ‘sich alles bieten lassen’ Sprw-Harzvorld 382; under de Näse riben ‘jmdm. etw. nachdrücklich zu verstehen geben’ Wb-We 92; Dät will’n wei äm nich up de Näs binn’. ‘Das werden wir ihm nicht erzählen.’ Bewohner-Altm 1,352; de Dör vor de Nese tauschlagen ‘jmdn. zurückweisen’ Sprw-Börde; kriegt män irst’n Näs’ un dänn n Brill Zurechtweisung naseweiser Jugendlicher, OST-Möl; du bist woll nich richtig in de Neese kneppen ‘du bist sonderbar, wunderlich’ HA-Eil; einen wat t der nse trekken ‘bewirken, dass jmd. etw. nicht bekommt’ Wb-Nharz 134; Sprw.: De sn Ns’ affsnitt, schännt sn Angesicht. ‘Wer die Fehler seiner Familie aufdeckt, kritisiert auch sich selbst.’ Wb-Altm 143; Wat de Minsch nich kann, dao laot hei sien Näs’ van. Bewohner-Altm 1,352. – Volksgl.: de Nese jücket mik, et jifft wat Ns (Neues) HA-Oh. – 2. ‘Bug, vorderer Teil des Kahns’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 155 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Pa), ZE-Roß, 4: Elbschifferspr. 155 (CA-Ak), Wb-Ak 119 – der Wind is uppe Nse ‘der Wind weht dem Kahn direkt entgegen’ Elbschifferspr. 436 (JE2-Pa). – 3. ‘Frucht des Ahorns’, kleben sich die Kinder auf die Nase, 4: Wb-Ak 119.
Lautf.: Näse, [nz] verstr. s Altm., Elbschifferspr. 155 (JE2-Pa), JE2-Fi Scho, Siedler-Je § 79 (s JE2 n/mittleres JE1), JE1-Go, vereinz. n elbostf., verstr. mittleres/s elbostf.; Nä(ä) s, [ns] verbr. nwaltm. n/mittlere Altm., Siedler-Je § 134a (n/mittleres JE2); Nese, [nz] verstr. n elbostf., QUE-Di; [ns] SA-Ku, STE-Buch; Näese Heimatkalender-Je 1924,60 (JE2-Vie); [näaze] Mda-Ro, [naz] verstr. ZE; [näz] Siedler-Je § 79 (s JE1); Nease ZE-Nu; [näis] vereinz. n nwaltm., SA-Sta; [nais] SA-Dä; ns-chen Dim. Mda-Sti 27; Naose, [nze] Elbschifferspr. 155 (STE-Bit, WO-Ro, STE-Bit), ZE-Roß, verstr. anhalt.; [ns] OST-Ko. Zuss.: zu 1.: Hakelnase, Haknase, Hweks-, Himmelfrts-, Kopper-, Krebsnase, Kulpnase.
Nwer m. ‘jmd., der in jmds. unmittelbarer Nähe wohnt’ verbr. – ik j rüm bain Nwa JE2-Scho; dor Nabbor hilfd uns schonn mid DE-Ca; … sau komm’n wie mit keine Nahwers in Striet. Rauch 1929,4; Sprw.: Jeder frei sin Naowers Kind, dänn weet hei, wat hei finn’t. Bewohner-Altm 1,333; köp Nahwers Rind un frie Nahwers Kind, da warst du selten bedragen WO-Gu; en gun Nawer is besser als en slechten Vorwandten WE-Be; En Nawer bi de Hand is besser wie en Fründ öwwer Land. Sprw-Harzvorld 374; … tho synes neybers huss … 1443, StB-Neuhaldensleben 481.
Lautf.: Na(h)wer, [nwr] vereinz. nwaltm. SA n OST s Altm., JE1-Zep, verbr. n elbostf. OSCH, verstr. s/ö elbostf.; Nawor OSCH-Wu; Na(h)ber SA-Hen, vereinz. Altm., JE1-Mö Ro, verstr. w elbostf., verbr. WA, vereinz. sö elbostf., QUE-Frie; Na(h) bar STE-Ba, vereinz. elbostf.; Na(h)bor JE1-Try, WE-Mi Sa, BA-GrAls; Nabe WE-Be; Nao(h)wer, [nvr] verstr. nwaltm. Altm., vereinz. n elbostf., WE-Re, QUE-Di, CA-Eick; Naowär HA-Uep; Naowor OST-Id; [nwa] JE2-Scho; Naowe, [nv] SA-Dre We, vereinz. Altm.; Nao(h)ber vereinz. nwaltm., verstr. Altm., JE2-Go Scha, JE1-Bü Da, verstr. s GA, WE-Re, QUE-Hau, CA-Egg; Nao(h)bar SA-Ost, STE-Ga; Naohbaor OST-Drü Hö, OSCH-Nei; [naow] SA-Dä; No(h)wer vereinz. nwaltm., verstr. n/mittlere Altm., JE2-Schö, JE1-Gü; Nowär SA-Pe; Nowe GA-La; No(h)ber vereinz. mittlere/ö Altm., JE2-Fi NeuWa Wu; Nobar JE2-Red; Nobe JE2-Kl; Napp(e)r, [nap()r] verstr. sw JE1 ZE, vereinz. sw elbostf., verstr. sö elbostf., vereinz. nthür., verstr. anhalt.; Nappor, [napr] ZE-Buk Kö, KÖ-Wö; Nabber JE1-Ho, verstr. ZE, CA-Ca, BE-KlMü, vereinz. anhalt.; Nabbar JE1-Lei, BA-Ba; Nabbor, [nabr] ZE-Dü, BE-He, verbr. anhalt.; npper Mda-Sti 36; Nachbar vereinz. nwaltm. Altm., verstr. JE2, JE1-Wer, vereinz. w JE1 elbostf., CA-Lö Sa; Nachba JE2-Scho; Nachbaor vereinz. Altm. n JE2, verstr. s JE2 JE1, HA-Hi, QUE-Co, CA-Eick Salz; Nachbor OST-Fle, GA-Mie, WO-Ri Ütz, JE2-Reh See, vereinz. JE1; [nabr] BE-Gü, Nachborr WE-El; Nachboer STE-Je; Nachber DE-Bo; Naochbar JE2-Mö, JE1-Wo; Naochbaor vereinz. s Altm.; Nachwer HA-Sie.