Grnkl m. ‘kleiner Junge, dem ständig Schleim an der Nase hängt’ 3: Sprw-Harzvorle 143.
Lautf.: Greunkiel.
hellweg Adv. ‘freiweg’ 3: Wb-Holzl 103, Sprw-Harzvorle 143, 4: CA-Ak.
Lautf.: helleweg Sprw-Harzvorle 134; -wech Wb-Holzl 103; [helwek] CA-Ak.
hen Adv. verstr. 1. Kennzeichnung des Zielpunktes einer Bewegung oder eines Vorgangs – Bist hen west? STE-Zie; hen melk’n gaon ‘zum Melken gehen’ Wb-Altm* 56; Min Fru is hen snack’n a.a.O. 56; inne ändere Jejent hen Nd-KlWu 17; doa wullnse hen ZE-Ste; w se n hen willn JE2-Scho; et is tau wt henne ‘der Weg ist zu weit’ HA-Oh; Rda.: et is sau wat hen ‘mittelmäßig, nicht hervorragend’ Wb-We 49. – 2a. ‘kraftlos, erschöpft’,  slapp – Rda.: hin sin uf de s’m Morrejen ‘völlig kraftlos, erschöpft sein’ Wb-Ak 70. – 2b. ‘krank, verletzt’ – n is’e sauwt henne HA-Oh. – 2c. ‘gestorben’ – h iss henn Wb-Altm 81. – 2d. ‘abgenutzt, unbrauchbar, zerstört’ – et is henne HA-Oh; de Pött […] sünd k all wedd’r henn Wb-Altm 81; dat wutt’e balle henne hem’n HA-Oh; das Rd is hin Wb-Ak 70; s had jernd, main naier ndsuch is hin CA-Ak. – 2e. ‘vergangen, vorüber’ – de g Tt is nu henne HA-Oh; Sprw.: Wat gut hen is, kann nich schlecht wedderkomm’n. Chr-Em 429. – 3. in Paarformeln – a. hen un hr – Rda.: Dat is hen wie her ‘das bleibt sich gleich’ Sprw-Harzvorle 143; Henn un her iss lk wt dass., Wb-Altm 276; jelt hen, jelt hr Wb-Nharz 75. – b. hen under wedder ‘hin und wieder, bisweilen’ Wb-We 49. – 4. Interj. ‘vorwärts’, Zuruf an Pferde,  j, 3: QUE-Hau.
Lautf.: hen, hän verbr. nd., vereinz. omd. (veralt.); henne HA-Oh, Wb-Nharz 75; hin verstr. omd. Zuss. zu 1.: hierhin, irgendw-, jennst-, lang-, wer-; sonstiges: n-.
Heu n. ‘getrocknetes Gras, das als Viehfutter verwendet wird’ verbr. – … an Bund Hei … Wäschke 41910,122; wenn jehter ‘n in Hai machen? ZE-Roß; dat Haö waia knaokdroich SA-Dä; in jt Wja (Wetter) wan d Huckng ummekat un n pa Dn uppeloid, un in schlecht Wja wan se ummekat un dät Höi wät went un nha uppeloid JE2-Scho; Rda.: Teuf, dat is for de Karre vull Heu sagt jmd., der sich gerächt hat, Sprw-Harzvorle 143; Jeld w Hei ‘viel Geld’ Wb-Ak 67; Sprw.: Wer im Heu nicht gabelt und in der Ernte nicht zappelt und im Herbst nicht früh aufsteht, mag sehen, wie es ihm im Winter geht. SA-HHe; Reim:Waer sin Heu im Bden hat,
daem wird die K nicht mger.
Und waer ne schöne Schwester hat,
der krigt auch bald nen Schwger
. BLA-Brau;
… unde de hervest was so nath unde regende, dat vel hauws und haver vordarf in dem velde. 1513, StB-Osterwieck 22.
Lautf.: Heu, [hoe] vereinz. Altm., verstr. JE1, verbr. elbostf.; Hau, [hao] SA-Rist Wü, verbr. w Altm., vereinz. s Altm., GA-Rä, verstr. BLA; Hei, [hai], [hae] verstr. nö SA nw OST, WO-Zie, verstr. w JE1, Mda-Ze (ZE-Reu Roß Stre), ZE-Göd, HA-NHa, QUE-GrSchie Que, vereinz. CA, verstr. anhalt.; [hi] Mda-Ze (ZE-Gro); [haö] verstr. nwaltm.; haü OSCH-Di; [hoü] OST-Wal, STE-Bad Wa; [höi] JE2-Scho; [höü] OST-Krum, vereinz. ö STE, WO-Zi; [hö] OST-Kru, STE-Ro Schi, Siedler-Je § 108 (JE2). Zuss.: Härten-, Hart-, Olt-.
1hde Adv. ‘am gegenwärtigen Tag’ verstr. – haide gann ich nich gom’m DE-Ca; hte jefft Kwetschtüffeln JE2-Scho; Ich wß noch w heite, w’s Dessauer Thter brennte. Wb-Ak 68; Rda.: Datt geit mit ämm, kümmst ht nich, kümmst morgen, äöw’rmorg’n wä(r)t ganz gewiss. ‘Er ist träge.’ Wb-Altm 276; Wat de hüte seggt, is morjen nich wahr ‘er ist unzuverlässig, unglaubwürdig’ Sprw-Harzvorle 143; Sprw.: watte hte mken kannst, schf nich op morjen HA-Oh.
Lautf.: hte, [ht] verstr. s Altm. JE2 JE1 n/w elbostf.; ht, [ht] verbr. nwaltm. n/mittlere Altm.; hüete Wb-Holzl 109 (HA-Wo); hte, [ht] vereinz. sö Altm., verstr. s JE1 ZE s/ö elbostf. nthür.; hde, [hd] BA-Ha, Mda-Ro, BE-He; [ht] ZE-Mü; hate Spr-Asch 35; [haite], heite ZE-Roß, vereinz. anhalt.; [haid] verstr. w anhalt., Mda-Fuhne 21 (DE-Ca), DE-Ro.
infdemen Vb. 1. dass., verstr. – de neinadel infäm’n Id-Quea 151; ik kann dat Infai’m schlecht saien SA-Dä. – 2. ‘durch geschicktes Agieren veranlassen, anzetteln’ 2: GA-Klö, 3: Sprw-Börde, Sprw-Harzvorle 143, Wb-Nharz 86 – dat hat hei gut innefemt Sprw-Börde; ick möcht bloß wetten, wer dat allens infömt hat GA-Klö.
Lautf., Gram.: infämen Wb-Holzl 109, Id-Eilsa 69, Sprw-Harvorle 143, -fmen Wb-Nharz 86; -fm’n Id-Quea 151; -f’m Wb-We* 215; -fm’n HA-Oh; -fm QUE-Di; innefemt Part. Prät. Sprw-Börde; -fäöm’ Wb-Altm 49; -föömen STE-Wa; [infm] SA-Rist; infömt Part. Prät. GA-Klö; [infmm] MdanwJe1a 43 (JE1-HWa Lo Nie); [-fmm] Mda-nwJe1a 43 (JE1-Bie Ger Wol), Mda-Ma 65 (ZE-Dor); -fe’m Mda-Sti 9; [-fe] Mda-Ze (ZE-Gro Roß), Mda-Fuhne 35 (DE-Ca), infen’n Wb-Ak 73; [infamm] Mda-sJe1 10 (verstr. s JE1, ZE-Göd); [-fa] Mda-Ze (ZE-Reu Stre); [-famm] Mda-nwJe1a 43 (JE2-HSe, vereinz. nw JE1); [-fai] SA-Dä.
Kantor m. 1. ‘Lehrer auf dem Dorf’, früher spielte der K. auch die Orgel in der Kirche und leitete den Kirchenchor, von daher wurde die Bezeichnung auf den Lehrer übertragen, verbr. – de lüttje un de grete Kanter ‘Lehrer der Ober- und der Unterklassen’ HA-Oh; der jroße Kanter ‘der alte Lehrer’, der kleene Kanter ‘der junge Lehrer’ Spr-Anhalt 172; ik fätelle oldtsch metn Kanta ‘ich spreche plattdeutsch mit dem Lehrer’ JE2-Scho; dai Kanda schpaet rg ‘der K. spielt Orgel’ SA-Dä; Rda.: hei dampet wi en Kanter ‘er raucht viel’ WE-Dee; vor’n Kanter her sn ‘vorlaut sein’ Id-Eilsa 70; Hei singet ümmer vor’n Kanter her. dass., Sprw-Harzvorle 143; … wei spräket sau, wie wei schriewet un wie uns de Kanter dat elehrt hat. Wedde 1938,59; hei hat en Kanter und an Paster kofft von einem Pferdekauf gesagt, bei dem ein besseres und ein billigeres Pferd zugleich gekauft werden, WA-Re; for’n Kanter ‘ne Wost tweimal um’n Hals und dreimal in’n Hals sagte man, wenn dem Kantor nach dem Schlachten eine Wurst geschenkt wurde, Sprw-Harzvorlg 252; Kinderreim:Harr Kanter, Harr Kanter, wat is den dat,
in min Buk da krawelt wat.
Sprw-Börde;
Wenn eck mal sollt Herr Kanter sien,
Eck künnte meck nich halen,
Nöhm flugs den Stock, schlög drop un drin.
Firmenich
1854,140 (Harzv.);
Abzählreim:Kantor mit ‘nen Bessenstehl
haut de Kinder allteveel,
allteveel is’ ungesund,
der Kantor is’ ‘en Schweinehund!
HA-Alv.
Köster Lrer Schlmeister; scherzh.: Arschpauker Arschtrommler rsklopper Blaugerber Kesselpauker Pauker Trommler. – 2. ‘ Schellenober’, Spielkarte, 2: STE-KlSchwa, 4: KÖ-Wei.
Lautf.: Kantor; außerdem: Kanter, [kantr] verbr.; Kantä, [kant] vereinz. nwaltm., verstr. n/mittlere Altm., JE2-KlWu; [kanta] verstr. s Altm., JE2-Scho; Kander, [kand] SA-Dä, OST-Na Wal, STE-GrMö; [gandr] verstr. BE, DE-Ca.
Klapüt (Genus?) 1. ‘dünner Kaffee’,  Plurre, 3: Sprw-Harzvorle 144, WE-Rho – Dä harre awer Klappit ekoket. WE-Rho. – 2. ‘gefilterter Kaffee’ 3: Id-Queb 4.
Lautf.: Klap(p)it.
Ködderwter n. ‘Schnaps’,  Sluck, 3: HA-No, Sprw-Harzvorle 144, OSCH-Schw, WE-Rho – Rda.: hei harre Ködderwater e’drunken ‘er ist betrunken’,  dn, HA-No.
Lautf.: Ködderwater HA-No, Sprw-Harzvorle 144, OSCH-Schw; Kedder- WE-Rho.
Krempelkrm m. dass. wie  Krempel, 3: Sprw-Harzvorle 143, Wb-Nharz 106.