wens Adv. ‘in der gleichen Weise, genauso’ 2: vereinz. Altm., JE2-Gü, Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie), 3: verstr. elbostf., 4: CA-Ak, Wäschke 61915,127 – bensau ofte HA-Oh; main’et ebensau! Erwiderung eines Wunsches, Wb-Holzl 81; De annern machtens ämntso. Wäschke 61915,127; Rda.: dat’s man ebensauveel ‘das ist nur eine leere Ausrede’ Sprw-Börde.
Lautf.: ebenso Spr-Altm 87, HA-No; -sou Matthies 1912,29 (SA-NFe); -sau verstr. elbostf.; bm- QUE-Di; e’unso JE2-Gü; äwen- Francke 1904,26; äben so Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie); ëbensau Wb-Nharz 49; ämntso Wäschke 61915,127; [z] CA-Ak; m’so Mda-Harz 15 (OSCH-Crot).
Fack n. 1a. ‘von Balken begrenztes Feld eines Fachwerkhauses, Gefach’, wurde mit umwickelten Staken, Lehm und Stroh ausgefüllt, 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 49, GA-Miest, Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie), 3: verstr. elbostf. – Rda.: H hat nich Dack un Fack. ‘Er besitzt kein eigenes Haus.’ Wb-Altm 49; under Daak un Faak bringen ‘etw. in Sicherheit/zum Abschluss bringen’ Wb-Holzl 83. – 1b. ‘Raum der Scheune, in dem die Garben verpackt werden’,  Banse (Kt.), 3: verstr. w elbostf. (außer äußerster NW), vereinz. w WA, QUE-Di Wed (elbostf. neben Banse) – int Faak bansen WE-Rok; smiet dat Stroe int Fak Id-Eilsa 60. – 2. ‘abgeteilter Teil eines Möbelstücks oder Behältnisses zur Aufbewahrung von etw.’ 2: OST-Sta, verstr. mbrdb., 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 13, Wb-Be – ... hier int underste Fak von’n groten Melkschrank ... Rauch 1929,17. – 3. ‘Fachgebiet, Beruf’ 2: Bewohner-Altm 1,331, 3: vereinz. elbostf. – Sprw.: Bliwt’n jeder bäi sin Fack, fällt keen Snider van’t Dack. Bewohner-Altm 1,331.
Lautf., Gram.: Fack, [fak] SA-Dä, vereinz. Altm., verstr. mbrdb. (veralt. neben Fach), Wb-We 149, QUE-Wed; Fach, [fax] verstr. mbrdb., HA-Bee Oh (3.), Spr-Asch 31 (3.), Mda-Ro, Wb-Be; fch Mda-Sti 13; Fa(a)k, [fk] verstr. elbostf.; Faok, [fk] Wb-Altm 49, vereinz. elbostf.; Pl.: Faok’r Wb-Altm 49; [fk] SA-Rist; [fkr] HA-Uep; Fäke, fëke vereinz. w elbostf.
Farkenmarkt m. ‘Markt, bei dem mit Ferkeln gehandelt wird’ 1: SA-Rist, 2: Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.).
Lautf.: Ferkenmarcht Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.); [fkmt] SA-Rist.
Fensterlden m. 1. ‘hölzerne Klappe an der Außenwand zum Verschließen der Fensteröffnung’ 2: vereinz. w Altm., verstr. ö Altm., Heimatkalender-Ma 1932,44 (JE2-Vie), 3: vereinz. HA, 4: vereinz. w/mittleres anhalt. – ... bet op einmal butten an’n Fensterla’n kloppt word. Lindauc o.J. 72. – 2. ‘Augenlid’, scherzh., 3: HA-Bee.
Lautf.: Fensterlad(e)n HA-Bee, Wäschke 61915,71; -la’n, -ln Lindauc o.J. 72, HA-Oh; -loaden Heimatkalender-Ma 1932,44 (JE2-Vie); -l’n, [fenstrl] Wb-Ak 132, Wb-Be; [fenstldn] SA-Vie, vereinz. ö Altm.; [-ln] GA-Ku; [-li] OST-Ko; [fenstldn] vereinz. s Altm.; [-ln] CALV-Je; [fnst-] GA-Le, WO-Col; [fnstldn] SA-Al.
Fensterschwe f. ‘Fensterscheibe’ 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-Scho, Heimatkalender-Ma 1932,47 (JE2-Vie), 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – putse man d Fenstasch JE2-Scho; Wenn erscht de Fensterschei’m schwitzn ... Krause 1964,114; Rätsel: Säi sweet’t so dull un’ deit doch nist. – F., Bewohner-Altm 2,172.
Lautf., Gram.: Fensterschwe vereinz. elbostf.; -schiew’n Pl. Heimatkalender-Ma 1932,47 (JE2-Vie); -schiebe vereinz. w elbostf.; -schiem’n Pl. Rauch 1929,17; [fenstraiwe] Wb-Be; Fensterscheimn Pl. Wäschke61915,46; -schei’m Pl. Krause 1964,114; [fenstf] verstr. nwaltm., vereinz. w Altm., verstr. ö Altm. (jeweils außer s); [-o] STE-Je; [fenstv] verstr. s Altm.; [-o] STE-Buch; [fensta] JE2-Scho; [fenstf] SA-Ah; [fensdr-] SA-Die; [fnst-] SA-Ma; [fnstv] GA-Le; [fnstf] vereinz. ö SA, OST-Ga, GA-Fau; [fst-] SA-Lüg Rie; [finst-] vereinz. n/w nwaltm.; [fnst-] SA-Ku; [fst-] SA-Pü; [finst-] SA-Jü; [fst-] SA-Da.
Flass m., n. PflN ‘Lein, Flachs’, auch von den Fasern, 1/2/3: verstr. nd., 4: vereinz. omd. – Min Großvater baute ok Flas an ... Heimatkalender-Ma 1930,82 (JE2-Vie); In d’ Oldmark giwt noch meanch Gemein, Wo sick de Lü eahrn Flass sülmst sei’n ... Matthies 1903,41; Wutte meck nich lesen, Sau will eck bie deck nich wesen. Ausspruch bei der Flachsernte, Lieder-Ma Nr. 382 (WE-We). – Anbau und mühevolle Bearbeitung des F. waren bereits zu Beginn des 20. Jh. im Rückgang begriffen. F. wurde häufig als Vorfrucht, bes. für Weizen, angebaut. Bauernwelt-Ze. Die Aussaat erfolgte am Marientag (25. März – Vk-Anhalta 261), spätestens am 100. Tag des Jahres bzw. bis Mitte April (verstr.), daneben gab es später ausgesäten F., der bis Mitte Juni in den Boden kam. Rimpau 1901,72. Es sollte so dicht gesät werden, dass bei der Berührung mit der Zunge neun Saatkörner daran kleben blieben. Bauernwelt-Ze. Das Feld musste dabei gänzlich ohne Unkraut sein, auch nach dem Aufgehen der Pflanzen wurde gejätet, um später bei der Bereitung nicht übermäßig viel Abfall zu haben. verstr. Der blau blühende F. war reif, wenn sich die Stängel dunkelgelb und die Samenkapseln braun färbten. Dann konnte er ausgezogen und zum Nachreifen auf dem Feld ausgebreitet werden. Anschließend wurde er gebunden, zum Anwesen gebracht und dort zum Trocknen aufgestellt. verstr. Mittels eines eisernen Kammes entfernte man die Samenkapseln ( rpeln), die getrocknet und gedroschen wurden, um aus den Samen Leinöl zu schlagen. verstr. Damit die unbrauchbaren Teile des Stängels verrotteten und sich gut ablösen ließen, kam der F. in die  Rte, d.h. die losen Bunde wurden mit Steinen beschwert und in (stehendes) Wasser gelegt. Nach 5 bis 10 Tagen (Bewohner-Altm 2,323) oder 1 bis 3 Wochen (Flachsbearb-Osch 234, Vk-Anhalta 207) konnten die Stängel aus dem Wasser genommen, gespült und zum Trocknen aufgestellt werden. Aber auch ein Ausbreiten auf einer Wiese war möglich, allerdings hatte man dann unter häufigem Wenden 3 bis 6 Wochen zu warten. Bewohner-Altm 2,323, Bauernwelt-Ze, Vk-Anhalta 207. Nach dem Ende der Arbeiten in der Landwirtschaft begann die Verarbeitung des F., vornehmlich durch die Frauen. Zur Vorbereitung auf das Brechen ( 2brken) wurde der F. in einem großen, im Garten stehenden Ofen gedörrt (Bewohner-Altm 2,273, Vk-Anhalta 207) oder mit dem  Bnebtel 1. geklopft ( bnen 1.), um dessen Umhüllung zu lockern (vereinz. OSCH). Bei der Bearbeitung mit der  2Brke wurden schließlich die Flachsfasern von den holzigen Bestandteilen befreit (verstr.) und anschließend zu  Risten zusammengefasst und zu  Flasshucken zusammengedreht (Rimpau 1901,74, Flachsbearb-Osch 234). Nach der Arbeit gab die Herrin Kaffee und Kuchen aus. Bewohner-Altm 2,273. In HA und OSCH schloss sich noch die Bearbeitung mit der  Kaude, einer feineren Breche mit stählernen Leisten, an. Rimpau 1901,73, Flachsbearb-Osch 235. Erst durch das  Swingen 2. wurden die letzten holzigen Bestandteile entfernt und die Fasern geglättet. verstr. Mit der linken Hand wurde das Flachsbüschel festgehalten, während man mit der rechten vermittels eines Bretts mit scharfer Kante bzw. Messer ( Swingebrett) an ihnen entlangschlug. verstr. Dabei wurde die  Swinghde abgesondert. Für das Brechen und Schwingen kamen zu Beginn des 20. Jh. Maschinen zum Einsatz. Zuletzt mussten die Fasern durch das  1Hkeln getrennt und geglättet werden. Durch Hindurchziehen wurden die rauen Teile festgehalten und fielen als  1Hde (auch  Warg) zur Erde, die je nach Einstellung der Zähne der  Hkel 1. grob oder fein geriet. verstr. Die zu Zöpfen zusammengedrehten Fasern bildeten den nun spinnfertigen F. (ausf. vgl. bes. Bewohner-Altm 2,323 f., Bauernwelt-Ze, Rimpau 1901,72 ff., Flachsbearb-Osch 233 ff., Vk-Anhalta 207 f., zu den weiteren Arbeitsschritten  spinnen). – Volksgl.: Ein gutes Flachsjahr ist zu erwarten, wenn man im Winter viel Schlitten fahren kann. Vk-Anhalta 207. Damit der F. gut gedeiht, werden vor der Aussaat mit der Harke drei Kreuze auf dem Acker gemacht. a.a.O. 261. Dies ist ebenso zu erreichen, wenn zu Pfingsten eine Jungfrau über das Feld rollt. Bauernwelt-Ze. Nach der Aussaat nahm der Säer das Sätuch und warf es unter fröhlichen Sprüngen und Ausrufen in die Luft, so hoch es flog, so hoch sollte der F. wachsen Ackerbau-Anhalt 253 (KÖ-Wü). Die gewünschte Höhe wird auch durch in die Erde gesteckte Holunderzweige zum Ausdruck gebracht. Brauch-Ma 265 (WO-Ir), Vk-Anhalta 207 (KÖ-Zehm).
Lautf.: Flass, [flas]; außerdem: Flachs, [flaks] Dialekt-Ma 7 (verstr. w JE1), ZE-Kö Na, vereinz. n CA, BE-Grö La; [flags] Mda-Fuhne 35 (DE-Ca); fls Mda-Sti 9. – Gram.: m. belegt: SA-Rist, vereinz. Altm., Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie), ZE-Na, verstr. elbostf., BE-La Grö; n. belegt: vereinz. elbostf.
Fleck m. 1. ‘verschmutzte Stelle auf Textilien’ 2: JE2-Scho, 4: Mda-Sti 143, Wb-Ak 59, Wb-Be – w hest’n dänn Fläck wärra ha? JE2-Scho. – 2a. ‘Ort, bestimmte Stelle, Platz’ 2: Heimatkalender-Ma 1930,82 (JE2-Vie), 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – Hier op düssen Fleck, da is hei rindergahn! Lindaua o.J. 124; ... rührte sich äwer nich von’n Fleck. Heimatkalender-Ma 1930,82 (JE2-Vie); Rda.: op’n flekke ‘sofort’ Wb-Nharz 210; ... ’s Harze han alle Paschlewwer ufn rechten Flecke ... Wäschke61915,26. – 2b. ‘kleines Ackerstück, Beet’ – ... an Fleck mit Dill. 4: Wb-Ak 59. – 2c. ‘Mitte einer Schießscheibe’ 3: Wb-Nharz 210. – 3. ‘Flicken, aufgesetztes Stück Stoff oder Leder zum Ausbessern einer beschädigten Stelle’ 3: HA-Oh, Spr-Asch 45 – de Schauster mot’n Fleck opsetten HA-Oh.
Lautf.: Fleck, [flek]; außerdem: flekjen Dim. Wb-Nharz 210; [fläk] JE2-Scho; flack Mda-Sti 143.
flink Adj. ‘schnell,  rasch’, auch ‘eifrig, fleißig’ 2: vereinz. Altm., ZE-Wö, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – flinke beine hebben Wb-Nharz 211; n flink Mken HA-Oh; ... wie flink das junk! Richter o.J. 10; ... de swarst Arbeit ging öhr flink von d’ Hand ... Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.); Rda.: ... flink wie’n Ilk (Iltis) ... Lindaua o.J. 8; flink wie ne Wesele Vk-Harz 3,45.
fr Präp. verbr. 1a. zur Bezeichnung der Bestimmung, des Zwecks, Ziels – forr ne Maaltied Wb-Holzl 88; dat is ne hse for’n aldch Wb-Nharz 212; Wville Blech han se denn forre Hochzeit jebacken? Wb-Ak 37; tr Schtock is forr mich jerde s hantlich Wb-Be. – 1b. ‘als Mittel gegen’ – Hunnefet is gut for de Swinsucht Sprw-Börde; stawta is jt f schlimme en JE2-Scho; Rda.: Wat god is för de Hitt, is ook god för de Küll. spöttische Bemerkung zu jmdm., der im Sommer zu warme Kleidung trägt, Bewohner-Altm 1,339; Dat helpt för de Müüs, see de Buur un steek sien Schüün an. Berufe-Altm 251. – 1c. zur Bezeichnung der Zuordnung, Zugehörigkeit, Hinwendung – Vorr de Wöchnerin jabs von de Napperschlate (Nachbarleuten) de Wochensuppe. Spr-Asch 22; Na freilich, mot denn ok for de Musiker einer spendiert werden ... Gesch-Un 44; ... blouß föer dean’n Snierermeister müßt he noch dean’n Kaustrick köäub’n. Matthies 1903,2; Rda.: dat is vör d Katt ‘das ist vergeblich, wertlos’ STE-Wi. – 2. zur Bezeichnung der Meinung, des Urteils über etw., jmdn. – ... hat se mich forn Jschpenst jeholl’. Heimatkalender-Ze 1961,90 (ZE-Ze). – 3. zur Bezeichnung des Ersatzes ‘statt, anstelle’ – ek sal for mnen fder ... underschrben Wb-Nharz 212. – 4. zur Bezeichnung der Gegenleistung, des Gegenwerts – Immer wenniger vorr’t Geld! Lindaub o.J. 5; ick beie dick veel Geld for’t Hus CA-Fö; ... de Handelslüe un Opköpers het’ en Dalder for’n Zentnär ebo’en ... Wedde 1938,79; ... vor ummesüß hemm’n se dick nich den Jökelnamen „Brutjochen“ an e hänget. Rauch 1929,72; Rda.: for nischt un wedder nischt Wb-Ak 60; Teuf (Warte), dat is for de Karre vull Heu sagt jmd., der sich gerächt hat, Sprw-Harzvorle 143. – 5. zur Bezeichnung des Zeitpunktes, der Dauer – forsch rschte ‘vorläufig’ Wb-Ak 60; ... ick äwer verkroop mi för ne Wiele hinder’n Diemen ... Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie). – 6a. ‘als’ – hei deint vor Knecht HA-Ack. – 6b. ‘wie’ – hei laach forr doot Wb-Holzl 88. – 6c. ‘zu’ – se-in fr einen ‘zu jmdm. sagen’ Wb-Nharz 212; Rda.: forn Narren holen Sprw-Börde. – 7. in Verbdg. mit einem Adj. oder Pron. – fäör dull ‘sehr’ Wb-Altm 49; forr mientwejen ‘meinetwegen’ Wb-Holzl 88; fr mek (dass.) kanste hengn Wb-Nharz 212. – 8. in Verbdg. mit wat, bes. in Fragesätzen und Ausrufen zur Bezeichnung der Art, Beschaffenheit – was hasd d de uff’n rm forr a Huggel? DE-Ca; Watt forr ne dumme Fra! Klaus 1936,1; watt dat Minsch väör Geld hat! Wb-Altm 138. – 9. in Verbdg. mit zwei gleichen Subst. zur Bezeichnung einer ununterbrochenen Abfolge – so jing Jr for Jr hen ZE-Buk; Dag för Dag mußten wei früher naoh Feld ... Ehlies 1960b 297; Rda.: Mann för Mann ’n Vagel, un Köster ’n Bookfink ‘der Küster wird bevorzugt’ STE-Do.
Lautf.: fö(ö)r, fäör, v-, [f(r)] verstr. nwaltm., verbr. Altm. JE2; föer Matthies 1903,2; fer SA-HLa; fäär, [f(r)] vereinz. nwaltm., STE-Je, JE2-Scho Schön; für JE2-Ste Vie, JE1-We Zie; fr ZE-Wö; fr (z.T. neben forr) vereinz. sw elbostf.; vor, for (wohl vorw. Langvokal) OST-Pe, STE-Ri, vereinz. sö Altm. s JE2, verstr. w JE1, JE1-Mö; fuor OSCH-Di; fer(r) ZE-Na, QUE-GrSchie, BA-Neu Sip; for(r), vor(r), [for] verbr. ZE elbostf. anhalt.; unbetont: [f()r] Mda-Ze (verstr. ZE).
fren Vb. 1. vereinz. – a. ‘führen, leiten’ – hai fuiat dann Blin’n SA-Dä; Rda.: an’t Narrenseil führen ‘jmdn. foppen, täuschen’ Sprw-Börde. – b. ‘in einer bestimmten Richtung verlaufen’ – Ne andere Tire fihrte unner de kaale Brause ... Krause 1964,16. – c. ‘handhaben, durchführen’ – n’ slecht Leben fren HA-Oh. – d. ‘als Kennzeichen haben’ – Rda.: Watt mag’r wedder in’n Schill (Schilde) förn. Wb-Altm 55. – 2. vgl. fren, 1/2/3: verstr. nd. – a. ‘sich mit einem Fahrzeug fortbewegen’ – Ek will no Barlin feuhren ... Wedde 1938,8; ick führe mette Isenbaohne JE1-Zi; Rda.: med Schausters Rappen foiren ‘zu Fuß gehen’ Wb-We 158; Sprw.: In Gedanken frt de Br k in’t Kutsch. wird gesagt, wenn sich jmd. Illusionen macht, Wb-Altm 205; schlecht efäuert is besser wie gut elopen Sprw-Börde. – b. ‘ein Fahrzeug (in bestimmter Weise) führen’ – Ludewig, führ sachte, mi werd al ganz bräekerig! Heimatkalender-Je 1924,60 (JE2-Vie). – c. ‘mit einem Fahrzeug befördern, transportieren’ – met dät Jauchfatt fat man d Jauche nn Acka JE2-Scho; ... lat dei von’n Droschk na d’ Schloß föhren .... Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.).
Lautf., Gram.: föhr(e)n, frn vereinz. Altm.; föör 1. Sg. Präs. Berufe-Altm 251; [frt] Part. Prät. Mda-Ar 55 (SA-Vi, OST-Ar Schr); frn Mda-Sti 142; feu(h)ern, fäuern, foiern vereinz. HA, Sprw-Börde, QUE-Di; [foirn] QUE-Hau; feu(h)r(e)n, fäuren, foiren verstr. elbostf.; efeiert Part. Prät. HA-Neu; [fuin] SA-Dä; führ(e)n, fren vereinz. mittleres/s JE2, HA-Oh (1.), Sprw-Börde (1.); führ Imp. Sg. Heimatkalender-Je 1924,60 (JE2-Vie); führe Imp. Sg. JE1-Zi; führt 3. Sg. Präs. Bewohner-Altm 1,335; führte 3. Sg. Prät. Wäschke 61915,63; [fan] JE2-Scho; fern (1.) HA-Oh; [frn] Dialekt-Ma 8 (verstr. mittleres/s JE1); fihrte 3. Sg. Prät. Krause 1964,16; [firn] Mda-Ze (verstr. ZE).