Bedde n. 1. ‘Möbelstück zum Schlafen, Ausruhen usw., Bett’ verstr. – des Bette machen Wb-Ak 35; Wi sprung’n nu ut dät Bedde ... Heimatkalender-Ma 1932,44 (JE2-Vie); Dei Kinner hadd sei all to Bed gohn lotn. Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die); ... in das eene eenzichste Bette da schlufen Vater un Mutter un mennejesma oo noch an paar Kinner zusammn. Wäschke 41920,63; Wat dust’n noch in Bedde? Spr-Asch 18; Rda.: te bedde ln ‘bettlä- gerig sein’ Wb-Nharz 22; mid de Heuner tau Bedde gahn ‘früh schlafen gehen’ BA-GrAls; du sst hüte Abend barwed de Bedde gahn Drohung an kleine Kinder, WE-Be; de Kräte verhungert noch in’n Bedde von einem Mädchen gesagt, das gewöhnlich lange schläft, BA-Re; Meddel (PflN ‘Windhalm’) jöcht en Buren ut’n Beddel. Chr-Em 427; Dat is wi bi Meiers, zwölf Kinder un ain Bedde, un kain will an de Wand slapen. Wb-Holzl 36; Sprw.: man sall sik nich ttrecken, er n ’n Bedde geit HA-Oh; det oab’ms fröh to bett, det morjn’s fröh hert, det bringt saegn in det hs Spr-Mab 392 (WO-An). – Brauch, Volksgl.: Das B. soll von Nord nach Süd gestellt sein, damit man nicht ebenso liegt wie ein Toter im Grab. Brauch-Anhalt 230 (CA-Egg). Auch soll es nicht mit dem Fußende zur Tür stehen, der Schläfer soll also nicht die Lage eines Toten einnehmen, der mit den Füßen nach vorn durch die Tür getragen wird, sonst geschieht ein Unglück. Vk-Anhalta 11. In das B. schlägt kein Blitz ein. Brauch-Anhalt 20.  TZ: vorwiegend saloppe oder scherzh. Benennungen: Bucht Falle Fl(en)falle Fl(en)kiste Fortmolde Furzklappe Heia (Kinderspr.) 1Kn Kaschuber Klappe 1Kle Lger Molde Nest. – 2. ‘Federbett’ 2: Wb-Altm 107, 3: vereinz. elbostf. – ... man süht dat grote Himmelbedde mit hohge Bedden inne ... Rauch 1925,23; In’t Bett sünd väöl Klt’n ‘die Federn haben sich zusammengeballt und bilden Klumpen’ Wb-Altm 107; Rda.: hat keinen Ewwertoch ewwert Bedde ‘ist arm’ Sprw-Börde; de pre wren alle w de beden ‘... wohlgenährt und glatthaarig’ Wb-Nharz 22. – 3. ‘auf der Tenne zum Dreschen ausgebreitete Getreidegarben’ 1: SA-Rist, 2: Wb-Altm 255, Wb-Altm* 49. – 4. ‘Raum in der Mühle, in dem sich Einlauftrichter und Mühlstein befinden’ 3: Wb-We 14.
Lautf., Gram.: Bedde, [bed]; außerdem: Bedden Dat./Akk. Pl. Rauch 1925,23; Bette, [bet] ZE-Roß, vereinz. anhalt.; Pette, [pete] vereinz. w omd.; Bett, Bed(d) verstr. nwaltm. Altm., Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi); [ber] JE2-Scho, Mda-Ze (ZE-Reu Stre); Belle, [bel] vereinz. ö ZE; Bädde, [bd] Siedler-Je § 62 und § 148b (JE2 -außer nw- JE1), Id-Eilsa 50; [bt, -d] SA-Rist, Siedler-Je § 148b (nw JE2); Beddel im Reim Chr-Em 427.
beide Indefinitpron., bezeichnet zwei als bekannt vorausgesetzte Größen, verstr. 1a. das Gemeinsame von zwei Personen oder gleichartigen Dingen hervorhebend, im Satz vorw. in unbetonter Stellung und mit Art. oder als Apposition zu einem Pron. – subst.: ..., wi willn dät bei’ gans genau unnersöken ... Firmenich 1854,124 (OST-Hav); d hemm sick bäide jrne JE2-Scho; ..., wei beiden kennt unsch all länger! Klaus 1936,1; Wie se beide noch lüttge Krabben waren, ... Lindaua o.J. 10; d beiden nmen sek nischt in der grte Wb-Nharz 133; dat blifft daob, dat hemm wai bai emmao afmoakt SA-Dä; Rätsel:Klimpermann un Klappermann
leipn beide ’n Barg heran,
Klappermann leip noch sau sehr,
Klimpermann kamm doch noch ehr? –
Pferd und Wagen, Chr-
Em 438;
attr.: ... damit junkse naus un jochte de beeden Mächens heem. Wäschke 61915,109; Wat hüte de baien Riddergter ... sünd, ... Tiedge 1954,39 (HA-Ost); ... de Bure spanne siene beiden Päre an ... Rauch 1929,8. – 1b. für zwei als zusammengehörig betrachtete Personen oder Dinge hervorhebend, dass etw. für sie gleichermaßen gilt, im Satz in betonter Stellung und ohne Art. – subst.: alle bde Kommando, je einen  Schrick zu beiden Seiten des Kahns zu setzen, Schifferspr., Elbschifferspr. 389 (STE-Bit); Hüte sünd se alle beide wech! Hbl-Ohre 1935 Nr. 6/ Becker (HA-Bee); attr.: An leewsten mücht’ ick bei’ Deel. Pohlmann 1905,50; Mit alle bd Hen’ne hat’e ninjejriffen Wb-Ak 33; ..., daß da schtarke Narvn dorzu jeheern. Uff beede Seitn! Krause 1964,30; Un weil nu beede Nappersch (Nachbarn) miede woarn ... Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa); Rda.: n’ Balken op beide Schuldern drn ‘es jedem recht machen wollen’ HA-Oh; ls tich apmln uff Leschpapr, tenn sste tich fon pt Saitn Wb-Be; Sprw.: injestahnes Unrecht ehrt beie Deile Sprw-Börde. – 2. n. Sg., zwei verschiedene Dinge, Eigenschaften oder Tätigkeiten zusammenfassend – “Jung, du snackst as’n Affkaten, öwer et giwt ook Deerns, wo man beides find’t.” Heimatkalender-Ma 1931,86 (Altm.).
Lautf., Gram.: st. und sw. (-(n)) Dekl. sind nach Möglichkeit zusammengefasst, weitere gram. Kategorien innerhalb dieser Gruppen bleiben unberücksichtigt: beide(n), baide(n), [baid(n)], [baed] SA-Im, vereinz. s Altm., Elbschifferspr. 389 (JE2-Mi), JE2-Scho, Dialekt-Ma 12/Mda-nwJe1a 40 und 48 (verstr. JE1, ZE-Dor), verstr. elbostf.; beid vereinz. w Altm.; paide Mda-Sti 30; beides n. Sg. Heimatkalender-Ma 1931,86 (Altm.), Wb-Nharz 24; beie(n), bai(’)e(n), [bai(n)], [bay], [bae] CALV-Zo, vereinz. JE2, Mda-nwJe1a 40 und 48 (JE1-Rie), vereinz. n elbostf., Sprw-Börde, WA-Schw; bai(n), bei(n), bei’(n), [bai(n)], [baen] verstr. nwaltm. n/w Altm., Wb-Holzl 59 (Allertal, HA-Ost); [be] OST-Krum, vereinz. STE; [bäid] JE2-Scho; [bäi], [bi], [bi] verstr. sö SA s OST STE, GA-Wen; [b] Mda-nwJe1a 40 und 48 (JE1-Pa); [be] vereinz. nwaltm., OST-Kru, GA-Le; [bi(n)] SA-Ah, vereinz. w Altm.; [...bnt] Mda-nwJe1a 48 (JE1-Ih); beede(n), bde(n), [bd(n)] Elbschifferspr. 389 (STE-Bit), WO-Zi, Dialekt-Ma 12 (vereinz. JE1), vereinz. ZE, JE1-Pre, vereinz. anhalt.; [pde] Wb-Be; bd Wb-Ak 33; [bl] ZE-Roß, Mda-Fuhne 119 (DE-Ca); bse Wb-Ak 33; [b] vereinz. ö SA; bade, bde, [bd] Spr-Asch 35, Vk-Ask 374, QUE-Di; [bj] Elbschifferspr. 389 (WO-Ro), WO-Zie.
bekken Vb. (refl.) ‘(sich) jmdn., etw. ansehen, anschauen’, vgl. bekucken, 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. n/mittleres elbostf. – npe bekken ‘genau ansehen’ HA-Oh; ... un bekiekst dei ’n ollen Fritzen sienen Lustgaarn. Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.); Rda.: sick en bettjen fonn innewennich bekiken ‘ein wenig schlafen’ Wb-Holzl 62; He bekiekt de Welt as de Koh dat nie Doar. ‘Er ist verwundert.’ Spr-Altm 45. – Volksgl.: Hänne bekikken jift Arjer Sprw-Börde.
Lautf., Gram.: bekik(e)n, -kk(e)n vereinz. n elbostf.; -kiekst 2. Sg. Präs. Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.); -kiekt 3. Sg. Präs. Spr-Altm 45; -kieke 3. Sg. Prät. Lindauc o.J. 11; -keek’n 3. Pl. Präs. Matthies 1903,45; -kikken Sprw-Börde.
bwern Vb. ‘beben, zittern’, auch ‘schaudern’, bes. vor Angst ( schuddern) oder Kälte ( 1frsen), vgl. bwen, bibbern, 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm., Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie), 3: vereinz. elbostf. – mai bewert voa Schreck GA-Kak; Rda.: hei bäwert wi ’n Loefblat Id-Eilsa 51.
Lautf., Gram.: bew(e)rn GA-Wern, vereinz. elbostf.; bewert 3. Sg. Präs. GA-Kak; bebere 1. Sg. Präs. CALV-Calv; bäw(e)rn, -ae- vereinz. Altm., Spr-Mab 383 (JE1-Gü), Id-Eilsa 51; [bwt] 3. Sg. Präs. verstr. nwaltm., verbr. n/mittlere Altm.; [bwt] 3. Sg. Präs. vereinz. s Altm.; bäwerten 3. Pl. Prät. Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie); [baiw] 1. Sg. Präs. SA-Dä; [bäiwt] 3. Sg. Präs. verstr. n/w nwaltm.
Bodden m. 1. ‘obere Schicht der Erdoberfläche, Erdboden’ verbr. – en harden Bodden SA-Pa; hungriger Bodden ‘unfruchtbarer Acker’ HA-Oh; Unse Brchacker hat j’n Bon’n. Wb-Ak 38; In den lichten Bodden an’e Bramborsche Grenze werd dät Koerne guet’n 17 Da (Tage) eher riepe ... Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie); De Grund un Bodd’n ... Matthies 1903,54. – 2a. ‘unterste Fläche’, bes. bei Gefäßen, auch beim Kahn, verbr. – d is k Bon’n mr drinne DE-Ca; Rda.: da is der Bonn all raus ‘das Mädchen ist keine Jungfrau mehr’ ZE-Roß; dr hat keinen bodn in lwe von einem Trinker, Mda-Weg 88; ... so schluhk die Schlechtigkeet ... den Bodden aus das Faß. Richter o.J. 111. – 2b. ‘Fußboden’ vereinz. – En Teppich, dee en Bodden deckt ... Gorges 1938,52. – 2c. ‘Hosenboden’ 3: Spr-Asch 17, 4: Vk-Anhaltc 106, Wb-Be – Rda.: et jift wat uff’n Boddn Androhung von Prügel, Spr-Asch 17. – 3. ‘Dachboden, Raum bzw. Räume unter dem Dach’, vgl. Bn(e) 2., 2: Pohlmann 1905,8, verstr. s Altm., Heimatkalender-Ma 1930,84 (JE2-Vie), Vk-Anhalta 83 (ZE-Klie), 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. – Ungern Dache lät der Boddn mit de Hahnebalken ... Serimunt 1929 Nr. 46; Äem is e na den Bodden rupegoahn ... Heimatkalender-Ma 1930,84 (JE2-Vie); Rda.: D kimmest uffen Bon’n beis Frd! Drohung an unartige Kinder, Wb-Ak 38.
Lautf.: Bodd(e)n, [bod()n] vereinz. nwaltm., verstr. n/mittlere Altm., WO-Me, Heimatkalender-Ma 1930,84 (JE2-Vie), Vk-Anhalta 83 (ZE-Klie), verbr. elbostf., Wäschke 41910,113, Richter o.J. 111; Bodde, [bod] Mda-War 26, Wb-We* 203; [bd] Mda-Ar 29; pod’m Mda-Sti 44; Bonn, Bon’n, [bo] SA-Rist, verstr. s Altm. JE2 ZE, HA-NHa, Sprw-Börde, Wb-Nharz 30, verbr. anhalt.; [po] Wb-Be; [b] Siedler-Je § 137i (JE2 JE1); Bod‘n Vk-Anhaltc 106; Böäd’n (Kontamination mit  Bn(e)) Pohlmann 1905,8.
Bodden m. 1. ‘obere Schicht der Erdoberfläche, Erdboden’ verbr. – en harden Bodden SA-Pa; hungriger Bodden ‘unfruchtbarer Acker’ HA-Oh; Unse Brchacker hat j’n Bon’n. Wb-Ak 38; In den lichten Bodden an’e Bramborsche Grenze werd dät Koerne guet’n 17 Da (Tage) eher riepe ... Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie); De Grund un Bodd’n ... Matthies 1903,54. – 2a. ‘unterste Fläche’, bes. bei Gefäßen, auch beim Kahn, verbr. – d is k Bon’n mr drinne DE-Ca; Rda.: da is der Bonn all raus ‘das Mädchen ist keine Jungfrau mehr’ ZE-Roß; dr hat keinen bodn in lwe von einem Trinker, Mda-Weg 88; ... so schluhk die Schlechtigkeet ... den Bodden aus das Faß. Richter o.J. 111. – 2b. ‘Fußboden’ vereinz. – En Teppich, dee en Bodden deckt ... Gorges 1938,52. – 2c. ‘Hosenboden’ 3: Spr-Asch 17, 4: Vk-Anhaltc 106, Wb-Be – Rda.: et jift wat uff’n Boddn Androhung von Prügel, Spr-Asch 17. – 3. ‘Dachboden, Raum bzw. Räume unter dem Dach’, vgl. Bn(e) 2., 2: Pohlmann 1905,8, verstr. s Altm., Heimatkalender-Ma 1930,84 (JE2-Vie), Vk-Anhalta 83 (ZE-Klie), 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. – Ungern Dache lät der Boddn mit de Hahnebalken ... Serimunt 1929 Nr. 46; Äem is e na den Bodden rupegoahn ... Heimatkalender-Ma 1930,84 (JE2-Vie); Rda.: D kimmest uffen Bon’n beis Frd! Drohung an unartige Kinder, Wb-Ak 38.
Lautf.: Bodd(e)n, [bod()n] vereinz. nwaltm., verstr. n/mittlere Altm., WO-Me, Heimatkalender-Ma 1930,84 (JE2-Vie), Vk-Anhalta 83 (ZE-Klie), verbr. elbostf., Wäschke 41910,113, Richter o.J. 111; Bodde, [bod] Mda-War 26, Wb-We* 203; [bd] Mda-Ar 29; pod’m Mda-Sti 44; Bonn, Bon’n, [bo] SA-Rist, verstr. s Altm. JE2 ZE, HA-NHa, Sprw-Börde, Wb-Nharz 30, verbr. anhalt.; [po] Wb-Be; [b] Siedler-Je § 137i (JE2 JE1); Bod‘n Vk-Anhaltc 106; Böäd’n (Kontamination mit  Bn(e)) Pohlmann 1905,8.
bölksen Vb. 1. dass. wie  bölken 1., 2: Mda-nwJe1b 66 (JE2-HSe), Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie), verstr. JE1, Mda-sJe1 26 (ZE-Göd), 3: verstr. w JE1. – 2. dass. wie  bölken 2., 4: Wb-Ak 34. – 3. dass. wie  bölken 3., 2: JE1-GrLü. – 4. ‘heftig, laut husten’ 2: ZE-Roß. – 5. ‘aufstoßen’ 3: Wb-Holzl 68.
Lautf., Gram.: bölksen, [bölksn] Mda-nwJe1b 66 (JE2-HSe, verstr. n JE1), JE1-GrLü, Wb-Holzl 68; bölksten 3. Pl. Prät. Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie); belksen, [belksn] verstr. mittleres/s JE1, Mda-sJe1 26 (ZE-Göd), ZE-Roß; bel(e)ksen Wb-Ak 34.
1Born m. 1a. ‘Brunnen’ verbr. (außer n JE2) – Die Benennung erfolgt zunächst unabhängig von der Brunnenart, in erster Linie aber wird Bezug auf den Ziehbrunnen genommen (außer ö Altm. JE2, dort  Püttborn bzw.  Pütten). Nach der Art und Weise, wie das Wasser aus dem gemauerten B. geschöpft wird, unterscheidet man Dreh-, Zieh- und Wippbrunnen. Beim Drehbrunnen wird der an einer Kette hängende Eimer durch eine zwischen zwei Balken befestigte Winde, die mit einer Kurbel betä- tigt wird, emporgewunden: Born mit de Winne. GA-Hö. Bei nicht so tiefen Brunnen genügt es, eine Stange, an der ein Eimer eingehakt ist, herunterzulassen (Ziehbrunnen): De Emmer werd an eene Stange runterlaaten un hochtreckt. JE2-Vie. Bei tieferen Brunnen erfolgt das Ziehen hingegen mit Hilfe eines sich nach oben verjüngenden langen Balkens ( Wippe), der in einem Holzpfosten ruht. An dessen oberem Ende ist die den Eimer tragende Stange eingehängt (Wippbrunnen). Diese vom gesamten Dorf genutzten B. sind durch kleinere B. abgelöst worden, bei denen das Wasser mit einer Pumpe nach oben befördert wird (vgl. Born 1b.). – oapen Borm ‘Brunnen ohne Abdeckung’ SA-Scha; Erst, wenn in’n Winter de Novemberstürm Regen brocht’n, sammelt sick allmählich wedder Woter in den Born ... Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die); De leidig Döst an’ Borm werd löscht ... Kredel 1929,15; dor Emmor is in’n Born jefal’l DE-Ca; Tue mine Jungenstied sach man bloß noch dät Lock, wo der Borne west is. Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie); Rda.: in’n born schiln (schütten) ‘etw. mit Verschwiegenheit behandeln’ Wb-Nharz 31; Sprw.: Wenn’t Kind verdrunken is, wärd de Borm toschüppt. ‘Vorsichtsmaß- nahmen werden oft erst ergriffen, wenn bereits ein Unglück geschehen ist.’ Bewohner-Altm 1,343; man kann ook en Born leddig schucken (pumpen) ‘man kann auch umfangreichen Besitz durch Verschwendung aufbrauchen’ HA-No; Rätsel: Fällt in’n Borm un’ plumpt nich. – Sonnenstrahl, Bewohner-Altm 2,172; ... in Kerstan Peders hoff von dem borne to wenthe an de strathe. 1415, WeteB-Calbea 251. – Volksgl.: Die kleinen Kinder kommen aus dem B. vereinz. nd. Schwangere Frauen sollen kein Wasser vom B. holen, da sonst das Wasser des B. mit Maden verunreinigt wird. Brauch-Anhalt 19.  allg.: Wterborn; Brunnenarten (bei einigen Benennungen ist die Zuordnung nicht zweifelsfrei): Ziehbrunnen: Fülleborn Hkenborn Hkpütten Hweborn Püttborn Pütte(n) Schöppstelle Spring Stangenborn Tborn Treck(e)born Treckerborn Uptreckeborn Wterpütten; Drehbrunnen: Dreiborn Dreipütten Haspelborn Kdenborn Krickelborn Lerborn Püttborn Rasselborn Slingerborn Trselborn Wickelborn Winde Windeborn Windelborn; Wippbrunnen: Bockborn Hweborn Püttborn Pütte(n) Schöppborn Swengelborn Swengelpüttborn Treck(e)born Treckpütten Wippborn Wippe Wipppütten; weitere: Gemeineborn Hoffborn Slinkborn. – 1b. ‘kleiner Brunnen (auf dem Hof) einschl. der  Pumpe’ 1: SA-Jü, 2: verstr. w/mittlere Altm., 3: vereinz. w/s elbostf., 4: CA-Kü, Wb-Be. – 2. ‘Quelle’,  Spring, 2: SA-Sta, WO-Uetz, JE1-Mö, ZE-Ned, 3: verstr. elbostf., 4: DE-Bo Els.  Friedrichsbrunn.
Lautf.: Born, [born] vereinz. nwaltm., SA-Sta, verstr. mittlere Altm., verbr. s Altm. (außer sw), verstr. s JE2, verbr. JE1 (außer ö Rand), verstr. w ZE, Mda-Ze (ZE-Roß), verbr. n/ö elbostf., verstr. n/ö OSCH, vereinz. mittleres OSCH, WE-Velt, verbr. s WE BLA QUE n BA omd.; porn Mda-Sti 45, Wb-Be; Borne verstr. sö JE2 ö JE1, verbr. mittleres/ö ZE; [brn()] Siedler-Je § 251 (s JE2 JE1); Boarn SA-Dö, OST-De, GA-Kö; Borm verstr. nwaltm., verbr. w/n/mittlere Altm., GA-Ev, verbr. w/mittleres OSCH n/mittleres WE, BLA-Ben; Bor(r)em OSCH-Di, WE-Wa, Wb-We* 203; Boarm, [bm] verbr. nwaltm., verstr. w/mittlere Altm., vereinz. s OST n STE; [bom] SA-Dä; [bm] Mda-Ar 29; Barm GA-Brei; Brunnen, Brunn’n STE-Je Grie, vereinz. nö WO, JE1-Ca Stei, vereinz. mittleres/sö elbostf., BE-Al, Krause 1964,79; [pru] Wb-Be.
brammeln Vb. 1. ‘leise, unverständlich, undeutlich sprechen’,  1nusseln, dabei z.T. auch mürrisch sein, verdrießlich reden,  gnattern, 2: OST-GrBa, Heimatkalender-Ma 1932,47 (JE2-Vie), 3: vereinz. s elbostf., 4: Mda-Sti 89 – er ... bremmelte so wat vorr sich hen Spr-Asch 33. – 2. ‘unablässig um etw. bitten’,  beddeln, 4: Wb-Ak 40.
Lautf., Gram.: brammeln OST-GrBa; brammelde 3. Sg. Prät. Heimatkalender-Ma 1932,47 (JE2-Vie); prameln Mda-Sti 89; brem(m)eln Wb-Nharz 33, Id-Quea 146; bremmel’l Wb-Ak 40; bremmelte 3. Sg. Prät. Spr-Asch 33.
Brtworst f. 1. ‘Wurst aus rohem gehacktem Schweine- und Rindfleisch, die in einen rund gebogenen, an den Enden zusammengebundenen Rinderdarm gefüllt wird’, vorw. geräuchert, 2: vereinz. s Altm. sö JE2 ö JE1, ZE-Mü Ra, 3: verbr. elbostf. (außer CA), 4: vereinz. anhalt. – Op’n Dische stunnen lauter schöne Sachen: Pottsusen, frische Bratwost, Sülte un Lewwerwost. Wedde 1938,15; Rda. (auch 2. einschließend): Der kann ane Bratworscht in Finstern essen. von einem klugen Menschen, Vk-Anhaltc 104; Is gerad so, as wenn man’n Hund na Bratwost schickt. wird gesagt, wenn eine Aufgabe von einer dafür ungeeigneten Person erledigt werden soll, Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.). – 2. ‘zu bratende Wurst’ 1: vereinz. nwaltm., 2: verstr. Altm., 3: vereinz. elbostf., 4: CA-Ak, Wb-Be. – 3. in der Verbdg.: Brtworst smten ‘flache Steine so auf eine Wasserfläche werfen, dass sie mehrmals springen’,  Botterstulle, 2: ZE-Brä Reu.  Dankerode.
Lautf.: Bratworst WA-Egg; -wost verbr. n/w elbostf., WA-KlWa Un; -worscht, [brtvort] verstr. s elbostf., Vk-Anhaltc 104; -wurscht WO-Ke, BA-GrAls; Bra(o)twost, [brtvost], [brt-] SA-Jü Pe, verstr. Altm., JE2-Go, vereinz. n elbostf., OSCH-Nei, BLA-Brau; Braotworscht, Brt- WO-Zie, Wb-Ak 40; -waoscht JE2-GrWu; [prtwort] Wb-Be; [brdword] Mda-Fuhne 18 (DE-Ca); Braotwurscht JE2-Nkli; Broatworscht vereinz. JE1, ZE-Brä; -wurscht JE1-Dö Grü, vereinz. ZE; [braotvost] vereinz. n nwaltm. – Etym.: (1.): 1. Glied zu as. brdo ‘Schinken, Wade’, mhd. brte ‘(schieres) Fleisch, Weichteile am Körper’, vgl. nhd. Wildbret, erst sekundär Anschluss an das nicht verwandte Verb  brden, zu dem (2.) in direktem Bezug steht, vgl. Pfeifer 1989,208, Kluge 242002,145 und 146.