denn I. Adv. – 1. zeitlich, vgl. dann (bei 1b.), dn(e) (bei 1a.), dunn(e), 1: vereinz. nwaltm., 2: vereinz. Altm. (außer sö) JE2, verstr. ZE, 3: verbr. elbostf., 4: verbr. omd. – a. ‘danach, nachher, daraufhin’, häufig auf und folgend – denn junk hei wech Wb-Nharz 40; erst dütt un denn datt Wb-Altm 34; un denn jehmer noch n Stickchen na de Bahne lenkhenn ZE-Roß; Un ging denn noa de houhe Schol ... Matthies 1903,5; Ich kahmb denn bei en Harrn Rat in Dienst ... Richter o.J. 11; Verbdg.: dännnochend ‘dann danach’ STE-GrMö; Rda.: kriegt män irst’n Näs’ un dänn n Brill Zurechtweisung naseweiser Jugendlicher, OST-Möl. – b. ‘zu dem betreffenden (späteren) Zeitpunkt’ – We denn hme km, harre’s Jeld vorlr’n. Wb-Ak 46; Et dure ok nich saulange, denn lä hei sick henn tum Utrauhn, wur’t kein Opstahn wer von gifft. Rauch 1929,12;Se kann et Winters kommen, denn
Is nist de daun op’t Feld!
Gorges 1938,13.
– 2. bedingend ‘unter diesen Umständen, in diesem Falle’, häufig in Verbdg. mit wenn, z.T. enge Berührung mit 1b., vgl. dann 3., verbr. – Wenn düt de ohle Kausche süht, denn frit hei mick heilbeinig op. Lindaua o.J. 73; ... un wenn nich gliks Spritzen doa sind, dänn brennen de olle Strohgebäuden reihlang af. Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); ... wärn Rei’m ehackt. Denn sind de Hacken nochml so breit, weil de Rei’mrejen breider sind wi de Koornrejen. Lautdenkmal 1937 (HA-Neu); Rda.: ... wenn schon, denn schon ... Richter o.J. 67; ... wenn dat mien Vader de wetten krigt, denn gift et de Jacke vull (Prü- gel) ... Wedde 1938,21; Se bruken bloß de Näs nach gahn, denn i’st blot noch’n Hunnblaff (eine kurze Strecke) wiet! Bewohner-Altm 2,123; Sprw.: Wenn’t Kind in’n Pütt’n (Brunnen) fallen is, denn ward’r todeckt. Spr-Altm 14. – 3. ‘außerdem, ferner’ 2: vereinz. Altm. – Unn denn de kroasig (munteren) Kinner ... Kredel 1927,41. – II. Pt. verstärkend, bes. in Fragesätzen, verbr. – drinkste denn Melk? WO-Dru; ... was ist denn da los? Wäschke 61915,98; wat hat’e denne secht? HA-Oh; “Wat jiwwet et denn?”, frade se neischierig. ZE-Hu; ... öwer weetst du denn ook, ob mei d’ Deern lien mag?“ Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.); no denn kum man Wb-Nharz 40; enklitisch: wszan? ‘was denn?’ Mda-Sti 124; wurummen? ‘warum denn?’ Wb-Holzl 75; witten wech ‘willst du denn weg’ Wb-Nharz 40. – III. Konj. kausal zur Angabe einer Begründung, vereinz. – un word doch natt, denn’t Dack wass twei. Wb-Altm 276; ... denn et waarten doch tau schlechte Tieten. Wille 1927,XV (BLA-Be); ... wur hei’n dicken Fusthandschen ower harre, denn’t war grade Winterstiet, ... Rauch 1929,34; Awwer forr Musike da mißt Ihr sorjen, denn die jeheert zus Tanzen dorrzu ... Heese 21919,11.
Lautf.: denn, [den]; außerdem: deänn OST-Go; dänn verstr. ö Altm. JE2, ZE-Kö Roß, vereinz. WO; denne bes. am Satzende Mda-Ze (ZE-Roß), vereinz. elbostf. anhalt.; enklitisch verkürzt zu ’(e)n verstr.
Dme(n) f., m. 1a. ‘großer geschichteter Haufen’, bes. ‘geschichteter großer Stroh- ( Strdme(n)), Getreide- oder z.T. auch Heuhaufen ( Heuhocke(n), n.Z.)’ 1: verbr. nwaltm., 2: verstr. n/mittlere/w Altm., STE-Buch Kö, vereinz. n WO, verstr. mbrdb., 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – n’ Dimmen bansen HA-Oh; ... ick äwer verkroop mi för ne Wiele hinder ’n Diemen ... Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie). – 1b. ‘geschichteter großer Holzhaufen’,  Holtdme(n), 1: vereinz. s nwaltm., 2: vereinz. w Altm., OST-Beh, STE-Schl, vereinz. n WO JE1 ZE, 3: vereinz. n/mittleres/ö elbostf., verstr. sw elbostf., 4: vereinz. omd. – 2. ‘mit Stroh und Erde (dachförmig) abgedeckte Erdgrube zum Überwintern von Hackfrüchten’ 1: vereinz. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-Nkli, JE1-Ist Schw, 3: Wb-Nharz 41, 4: BLA-All.
Lautf., Gram.: m.: Diem(e)n SA-Bee Win, vereinz. n/mittlere Altm. n WO, JE2-Nkli, Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie), verstr. JE1 (außer w, dort nur JE1-Ra) ZE, vereinz. mittleres elbostf., BLA-Ta Tr, verstr. sö elbostf., BA-Sil, verstr. KÖ DE; Die’m, D’m, [d], [dmm] GA-Po, STE-Buch Kö, Mda-nwJe1b 69 (JE1-HZi), Dialekt-Ma 11/Mda-sJe1 28 (verstr. mittleres/s JE1 - außer w, dort nur JE1-Ran - ZE-Göd), ZE-Roß, Dialekt-Ma 11 (vereinz. nö CA), BE-Gü He, verstr. anhalt.; [t] Wb-Be; Diem, Dm (wohl = Die’m, bei nwaltm. und altm. Belegen auch f. mit e-Apokope möglich) SA-Bee, Wb-Altm 35, SA-Vie, vereinz. OST GA, JE1-Ist Schw, HA-NHa, WA-We, WE-Ath, BLA-All, CA-Gra; [die] ZE-Kö; Dümen JE1-Wer; Dü’m HA-Eil; Dimm(e)n vereinz. s SA nw GA, OST-Beh, verstr. n/mittleres elbostf., vereinz. nw WE, QUE-Co Fr; Dimm’m, Dimm’, [di], [dimm] verbr. nwaltm., vereinz. n Altm., verstr. s Altm. (außer STE), Mda-nwJe1b 69 (verstr. n/w JE1), Dialekt-Ma 11/MdasJe1 28 (vereinz. mittleres JE1, verstr. w JE1), verstr. n/mittleres elbostf.; [d] Siedler-Je Kt. X (s JE2 JE1); Dimm (wohl = Dimm’m, bei nwaltm. und altm. Belegen auch f. mit e-Apokope möglich) vereinz. nwaltm. w Altm., WO-Bu, Sprw-Börde, OSCH-Wu, CA-Bo; Dimme HA-Oh, OSCH-Di; Dümm(e)n GA-Bö, WO-Drei; Dümm’, [dümm] WO-Dru, Mda-nwJe1b 69 (JE1-Dre); f.: Dieme HA-NHa, BA-Ali; Dimme (vereinz. auch m. möglich) verstr. sw elbostf.; Timme BLA-So.
dn Possessivpron. 2. Pers. Sg., verbr. – dan Schwajer kann bale widder loofen QUE-GrSchie; ... das is deine Ewwerraschung ... Wäschke 61915,46; dnen Fder sn Hs Umschreibung des Gen., HA-Oh; ... un bie dienen ollen Fründ in d’ Wisch häbb ick mei nich lang uphollen ... Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.); ... un denn kann Di Dien ganzer Isenkroam verrost’n. Matthies 1903,2; din Kleed Sprw-Börde; dn le hs Wb-Nharz 41; ... jif meek man emal dien Dauk hä! Wille 1927,XV (BLA-Be); hang man dn Jack an Hengs an SA-Dä; da haste dine Arbeit, et wedder in Gang tau bringen CA-Fö; kehre dick man um diene Sachen HA-Bee; Wat hast du denn in dine Rocktaschen? Lindauc o.J. 12; d musd m daine orn waschen DE-Ca; det is deine ZE-Roß; dat hrt (gehört) dne Wb-Nharz 41; Rda.: du krist dine Naht Androhung von Prügel, OSCH-Schl; Dor lat dien Näs von! ‘Mische dich dort nicht ein.’ Bewohner-Altm 2,123; make de Ogen tau – un watte denn siehst, dat is dins Bemerkung zu einem Großsprecher, Sprw-Börde.
Lautf., Gram.: attr. m./n. Nom. Sg. und n. Akk. Sg.: dien, dn verbr. nd., Vk-Anhaltb 69 (BA-Schie); dein verbr. anhalt.; dan QUE-GrSchie; attr. m. Dat./Akk. Sg.: dienen Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.), Pohlmann 1905 ff., 119, Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie), verstr. elbostf.; dien’n, [d] verstr. n elbostf., Id-Eilsa 57; [dn] SA-Dä; dein(e)n vereinz. anhalt.; dein ZE-Roß, Wb-Ak 3; attr. f. Nom./Akk. Sg. und attr. Nom./Akk. Pl.: diene, dne STE-Bin, JE2-Pap, Heimatkalender-Je 1923,95 (JE2-Vie), JE1-The, verstr. elbostf., vereinz. nthür.; dien, [dn] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; deine, [dain] ZE-Roß, verstr. anhalt.; dane Spr-Asch 17; attr. f. Dat. Sg. und attr. Dat. Pl.: wie f. Nom./Akk. Sg./Pl.; mit Satzgliedfunktion in Verbdg. mit den Verben (ge)hren ‘gehören’ oder sn ‘sein‘: dn HA-Oh; dne Wb-Nharz 41; dnd(e)r Wb-Nharz 41, Mda-Sti 45; deine ZE-Roß; dins Gen. Sprw-Börde.
Dolk m. 1. ‘Nebel’,  Nwel, 2: vereinz. ö ZE. – 2. ‘Rauch, Qualm’ – Ut ville Ritzen in’t Lehmfachwerk kam der dicke Dolk man immer so rut ’equalmt. 2: Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie).
Etym.: die Verbreitung des Wortes setzt sich nach O hin fort, es findet sich als Dulk ‘qualmender, schwarzer Rauch, Dunst’ auch im Wb-Rhein 1,1548, ein direkter Bezug zum Ndl. liegt wohl nicht vor, vgl. Teuchert 1964,100 f.
Dr f. 1. ‘Tür’, bes. ‘Haustür’ verbr. – rjel de Dre t JE2-Scho; ... von de ane Dier zu de andere Dier ... Spr-Asch 32; forr de Der speln ‘vor dem Haus spielen’, vgl. 2., QUE-Di; ... Knecht un Möllergesell seeten vor d’ Dör up d’ Bank ... Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.); Nu ritt se glieks Fenster un Dör op ... Wedde 1938,14; ... da pumperte mit alle beede Feiste jejen de Tiere ... Heese 21919,43; Rda.: de hat Holt vor de Döre ‘sie hat einen üppigen Busen’ Sprw-Börde; väör däör gaon ‘zur Toilette gehen’ Wb-Altm 33; n’ Staul for de Der setten ‘jmdn. hinauswerfen’ HA-Oh; Un as he nu groad dun nog weer, Sett’t Kröger Wan eam vöer de Döär. Matthies 1903,33; einen de dr for der nse tauschln Wb-Nharz 40; med der Dr int Hs fallen ‘ein Anliegen ohne Umschweife zur Sprache bringen’ Wb-We 29; fr andrer lde dr sn brt seuken ‘betteln’ Wb-Nharz 40; Hunn’ un Eddellüd’ laot’n de Däör aopen. Bemerkung, wenn jmd. die D. nicht schließt, Wb-Altm 33; ji hemm woll Säcke vor de Döhren dass., WO-Gu; Sprw.: jeler kähre vor seine Dähre ‘anstatt über andere Menschen zu lästern, sollte man sich um sich selbst kümmern’ ZE-Steu; wär nich nah uns kümmt, de klappt nich mit de Dör HA-No; wer einmal hinder de Dör eseten hat, söcht ok da den andern ‘man traut anderen dann etw. Schlechtes zu, wenn man selbst dazu in der Lage wäre’ WA-Re. – Waagerecht zweigeteilte Haustüren sind bereits in der 1. Hälfte des 20. Jh. weitgehend durch einteilige ersetzt worden. Wb-Ak 170, Vk-Anhalta 10. – 2. ‘das vor dem Haus liegende Stück Straße’ 4: Wb-Ak 170, Wäschke 41919,15 – ’n Sunn’md word de Tre jekrt Wb-Ak 170.
Lautf., Gram.: Dö(ö)r verbr. n/w elbostf.; Döre, [dr] vereinz. WO; Dö(ä)r, [d], [dä] vereinz. ö nwaltm., verbr. n/mittlere Altm., WO-Ucht Zi, Siedler-Je § 119 (nw JE2); [d] SA-Rist, vereinz. sö Altm. (n der e-Apokope-Linie); Döäre, [dr] verbr. s Altm., Siedler-Je § 119 (nö JE2), Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie), Mda-nwJe1a 50 (vereinz. nw JE1); Der HA-Oh; [dr] Mda-nwJe1a 50 (JE2-HSe, verstr. n JE1); [där] Siedler-Je § 119 (s JE2 n JE1); Deer verstr. mittleres/ö/s elbostf.; Teer Vk-Unterharzb 35; Deere, [dr] vereinz. ö elbostf., BA-Ha, BE-Fr; der Mda-Weg 87, QUE-Di; Däre, [dr] verbr. w JE1 ZE, DE-Kle; [dr] (sehr offen) Siedler-Je § 119 (mittleres JE2), JE2-Scho; Täre Dat. Sg. Alt-Cöthen 21; däare, [dar] Siedler-Je § 119/Dialekt-Ma 4 (verbr. mittleres/s JE1), verstr. ZE, Mda-Ro; [doi] verbr. nwaltm.; [doi] SA-Dä; [däi] SA-Ch; düör OSCH-Di; Düre QUE-GrSchie; Dier Spr-Asch 32; Diere, [dr] Mda-Ze (ZE-Roß), DE-Or; Diere, [dr] Dat. Sg. Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze), Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa), DE-Ca; Tiere, Tre verbr. anhalt.
dorchnander Adv. ‘durcheinander, wirr, völlig ungeordnet’, auch ‘gleichzeitig und ungeordnet’, in Verbdg. mit Vb. des Sprechens, 1: SA-Rist, 2: vereinz. brdb., 3: verstr. elbostf., 4: Heese 21919,5, Krause 1964,131 – Jink dor Vorhank runner, lief alles wie Ameisn dorchn’anner. a.a.O. 131; Up Siegels Hoff rönnde un schreeg nu alles döchenänder: ... Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie).
Lautf.: dorchenander vereinz. elbostf.; -enanner ZE-Roß; dorchnander HA-Oh; dorchn’annner Krause 1964,131; dorjchenannner QUE-Di; dörch(e)nander Hbl-Ohre 1930 Nr. 2/ Wöhlbier (HA-Eim), Wedde 1938,74; dörch’n anner Wb-Altm 121; döchenänder Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie); dercheinänner SA-Rist; durch’nander Heese 21919,5.
dorchhauen Vb. 1. ‘zerhauen, in zwei Teile hauen’ – n’ Ast dorchhaun 3: HA-Oh. – 2. ‘schlagen, verprügeln’,  verhauen, 2: STE-GrMö, Heimatkalender-Ma 1930,82 (JE2-Vie), 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 49.
Lautf.: dorchhau(e)n verstr. elbostf.; dörch- STE-GrMö, Heimatkalender-Ma 1930,82 (JE2-Vie); du(ri)chhauen Wb-Ak 49.
dorchsetten Vb. ‘etw. trotz starker Widerstände verwirklichen’, auch refl. ‘sich behaupten’ 2: Wb-Altm* 52, Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.), 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be, Krause 1964,85 – ... du wutt doch immer dinen Willen dorchsetten! Lindauc o.J. 57.
Lautf., Gram.: dorchsetten vereinz. elbostf.; -jesetzt Part. Prät. Krause 1964,85; [torisetsn] Wb-Be; dörchsetten Wb-Altm* 52; sett’t dörch 3. Sg. Präs. Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.).
Dorp n. allg. 1. ‘kleine ländliche Siedlung (mit bäuerlichem Charakter)’ – uppm Döäpm ‘auf dem Dorf’ SA-Sal; Hei make siene Rundgänge in Dörpe ... Wedde 1938,16; hei wohnt in Dörpe ‘er wohnt in der Ortsmitte’ Id-Eilsa 57; ... ut’n Dörp von d’ hannöbersch Grenz. Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.); h tochte fan n Drp nt änna JE2-Scho; Vant lütt Dörp kann ik nich loatn ... Kredel 1927,14; Ich muß m wedder z Dorrefe jn un an pr Eier h’l. Wb-Ak 47; im Gegensatz zur Stadt: ... in Dörp un Stadt ... Pohlmann 1905,VI; Ich bin Dich nemlich eejentlich vons Dorf ... Richter o.J. 5; Rda.: de Kirche mot’n in’n Dorpe lten ‘man muss etw. im vernünftigen Rahmen lassen, sollte nicht übertreiben’ HA-Oh; In dat Dörp, da jifft et kaine Spitzbuben – da steelt se alle sülms. Wb-Holzl 37; upp dat Dörp hat h nich to kaom’ ‘davon hat er keine Ahnung, da soll er sich nicht einmischen’ Wb-Altm 37; Sprw.: liewer der grote Hund in Dörpe wie der kleine in de Stadt Sprw-Börde. – 2. ‘Gemeinschaft der Dorfbewohner’ – ... titt’leert eam ... ’t ganze Dörb: de lüttge Köster. Matthies 1903,5.
Lautf.: aus den Belegen mit Laienschreibung ist eine sichere Zuordnung der Vokalquantität nicht möglich, wohl vorw. Kurzvokal: Dorp vereinz. s JE2, verbr. JE1 ZE, vereinz. nw elbostf., verbr. mittleres/s HA OSCH, vereinz. n WE, WE-Kö, vereinz. BLA, verbr. ö elbostf.; [drp] Siedler-Je § 76b (s JE2 JE1), Brugge 1944,75 (CALV-Uth, vereinz. HA); Dorrep, [dorp] Mda-Ze (vereinz. ZE), HA-Oh (veralt.); torf Mda-Sti 41, Wb-Be; Dorref, [dorf] Wb-Ak 47, vereinz. w BE; Durf Alt-Cöthen 1; Dörp verbr. n mbrdb., vereinz. w JE1, verbr. w elbostf. (außer äußerster sw Rand), vereinz. sw WO, QUE-Que Su; [drp] Siedler-Je § 76b (JE2); Dörrep OSCH-Di Schl, WE-Wa; Därp WA-Un, WE-Lan; Derp OSCH-Har, vereinz. w WE, BLA-Brau; Derrep Wb-We* 205; Darp vereinz. ö OSCH, verstr. WA, vereinz. WE, verstr. ö/s BLA, verbr. QUE BA, BE-He; Dar(r)ep vereinz. s elbostf. (außer sö); Darref, [darf] vereinz. sö anhalt.; wohl vorw. Langvokal: Do(a)rp, [drp] OST-Na, STE-Sto, GA-Ziep, verstr. sö Altm.; Dorf, [drf] WA-Ble, vereinz. s nd., verbr. omd. (daneben wohl auch Kurzvokal); Dörp, [drp], [dp] verbr. nwaltm. nbrdb.; [döp] SA-Dä; [dp] GA-Le; Därp, -b, [drp] vereinz. n/mittleres nwaltm., GA-Wen; [dp] SA-Rist; Derp, -b vereinz. s nwaltm. sw Altm.
dörschen Vb. 1. ‘aus trockenem Getreide oder Flachs die Körner bzw. Samen herausschlagen’ verbr. – mit den Fleel dreschen BE-We; w wilt morjen mit de Döschmaschne döschen HA-Oh; Alsau Hei is grade op de Däle bit Döschen ... Rauch 1929,34; ... äwer wenn de Wische mäht oder der Rogge dröscht wurre, dänn müßte tu et Frühstück för de Lüde en Schnaps raneschafft wer’n. Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie); Sprw.: wer dumm is, mott döschen ‘... muss Drescher werden’ HA-Bee; et scal nement by lichte laten derschen. Halberstädter Statuten 1370–1400, UB Halberstadt 1,573. – Das. D. erfolgte erst, wenn alle Feldarbeiten erledigt waren. Dazu wurden die Getreidebunde in 2 Lagen in der Mitte der Tenne so geschichtet, dass sich jeweils die Ähren gegenüberlagen. Gedroschen wurde von den Ähren zu den Enden und wieder zurück. Nach einer Runde rings um die Lage drehte man die Bunde, um sie danach erneut mit dem Dreschflegel zu bearbeiten. Anschlie- ßend wurden sie aufgebunden und erst nach weiteren zwei Runden konnte das D. dieser Lage beendet, das ausgedroschene Korn zusammengeschippt und das Stroh weggeräumt und gebunden werden. Daran schloss sich das Reinigen des gedroschenen Getreides an ( wörpeln). Meist arbeiteten 2 Drescher zusammen, aber auch zu dritt oder zu viert wurde gedroschen. Der Rhythmus des Schlagens musste gut aufeinander abgestimmt sein, zu diesem Zweck gab es versch. Dreschersprüche, z.B.: bei 2 Personen: klipp, klapp, klipp, klapp SA-Rist; bei 3 Personen: schlao du to, ick kann nich GA-KloNeu; bei 4 Personen: dat gift veel Geld, dat gift veel Geld BA-Re. Im 1. Viertel des 20. Jh. hatte das D. mit der Dreschmaschine das mit Dreschflegeln schon weitgehend abgelöst. verstr., ausf. vgl. Vk-Unterharza 69 ff.  afkloppen kloppen 1knüppeln tdörschen tkloppen; mit der durch Dampf angetriebenen Maschine: dampen maschnen; mit einer durch Göpel angetriebenen Maschine: gpeln. – 2. ‘schlagen, prügeln’,  verhauen, auch refl. ‘sich  balgen’ 2: Wb-Altm 37 und 243, vereinz. ZE, 3: WO-Eich, vereinz. sw elbostf., 4: verstr. anhalt. – Rda.: de Jack vull dösch’n Wb-Altm 243. – 3. ‘Skat spielen’ 2: ZE-Ze, 3: BLA-Bla, CA-Ba.
Lautf.: döaschen SA-Mel; dösch(e)n, [dö()n] verbr. nwaltm. Altm. n JE2 n/w elbostf. (außer s WE BLA), WA-Sche, Id-Quea 148; [dön] SA-Dä; [dö] SA-Rist; döskn SA-Ho; [dn] veralt. Siedler-Je § 71 (JE2 n JE1); desch(e)n SA-Darn Le, vereinz. nö SA, OST-Pe, GA-Jä, vereinz. ö STE, WO-Me Sa, GA-Oeb, verstr. nö elbostf., OSCH-Har, vereinz. WA WE; däsch(e)n SA-Zier; drösch(e)n OST-Gla, STE-Do, verbr. mittleres/s JE2, JE1-Stei, CALV-Calv, OSCH-Crot; [drn] Siedler-Je § 71 (JE2 n JE1); dresch(e)n, [dre()n] SA-Pü, GA-Ber, vereinz. ö Altm., verstr. JE2, vereinz. nö JE1, verstr. w JE1, ZE-Dor Roß Steu, HA-KlSa NHa, verbr. ö OSCH WA s elbostf. omd.; [tren] Wb-Be; dräschen, [drn] Siedler-Je § 71 (mittleres/s JE1), ZE-Kö (2.), CA-Sta; drischen OST-See; draschen vereinz. s BLA; traschen Mda-Sti 12; droschen, [dro()n] WO-Je Ro, verbr. mittleres/s JE1 ZE, Mda-War 15, CA-Gli. – Gram.: Part. Prät.: wird weitgehend sw. gebildet, Stammvokal dann wie Inf.; bei dreschen neben sw. Part. Prät. -drescht bes. im s Nd. Omd. auch st. -droschen.