Lakritze f. wie Standardspr., 2: Hausfr-Altm 1927,49, 3: verbr. elbostf., 4: Wb-Be – L. bestand nach Meinung der Kinder ut Ossenblaut (Sprw-Harzvorlg 252) oder Prblaut (Mda-Weg 105).
Lautf.: Lakritze, Lakritsche verstr. elbostf.; [lakrítsn], [lakrítsl] Wb-Be; Nbff.: Leckeritz Hausfr-Altm 1927,49; Karlitzen Wb-We 62; Kalitschen HA-Oh; Klaklitsche Sprw-Harzvorlg 252. – Gram.: n. belegt Wb-Be.
Laktwarge f. 1. ‘breiiges, meist aus Fruchtmus bestehendes Medikament’, dient als Abführmittel, 3: verstr. elbostf. – frät ji man ju’e Lakwarje sülwest ein Kranker weist damit ein Medikament zurück, Sprw-Harzvorlg 263. – 2. ‘missratenes Gericht’ 3: WA-Un.
Lautf.: Lakwarje; außerdem: Laquarje HA-Bee, OSCH-Grö, WA-Un. – Etym.: mnd. lacwerie, lacwerge, lactwarige < lat. lect(u)rium ‘Heilsaft’ < gr. ekleíkton ‘(flüssige) Arznei’, vgl. Kluge 231995,505.
1lgen Vb. ‘wissentlich und absichtsvoll die Unwahrheit sagen’, allg. – hei hat e’ ln HA-Oh; lk doch nich! Wb-Ak 106; Rda.: De Hucke vull lei’en Sprw-Harzvorlg 264; de Jacke full lein HA-Oh; hei lücht, wenn’e ‘t Ml opdeiht HA-Oh; leucht wie jedrucktVk-Harz 3,46; licht, dat ‘e schwimelich (schwindelig) worst Sprw-Börde; lein, dat sek de Balken böet Sprw-Eils 39; he kann leeg’n as en Pärd in’n Sprung löppt Spr-Altm 77; hei lücht, un wenn ‘ne de Speck t de Ficke (Tasche) kket HA-Oh; wer kann, dee lai’e besser Wb-Holzl 133; wr licht, d sal de karche in’n darpe lten Wb-Nharz 116; wr licht, d sal de hakke n’n schtle lten a.a.O. 116; Sprw.: wat anfängt mit Leigen, mot ennen mit Bedreigen Chr-Em 429; wr lüggt, dei drügt, wr drügt, dei stlt, wr stlt kummt an den Galgen Wb-We 82.  TZ: klen 1kunkeln lgnen lurren.
Lautf.: leg(e)n verstr. Altm.; [lg] verstr. ö/sö SA ö GA; [l] SA-Ev Zie, OST-Bi; lej(e)n, [lj()n] verstr. sö OST n STE, WO-Col Zie, Dialekt-Ma 7 (verstr. sw JE1), Mda-Sti 53; [ln] verstr. mittleres OST, STE-Bad; [l()n] Mda-Ze (ZE-Reu Stre); leen, [ln] JE2-Ni, verstr. JE1, ZE-Göd; [ln] ZE-Kö; [l] Mda-Ze (ZE-Gro); leig(e)n SA-Scha, vereinz. n elbostf.; [laig] SA-Dä; [läig] verstr. nwaltm.; [läi] verstr. nwaltm., SA-GrGe; leijen vereinz. n elbostf.; [lain], leien, lei’en Wb-Holzl 133, verstr. mittleres/s elbostf.; [lehen] Dialekt-Nd 16; [lain], lein verstr. mittleres/sw elbostf.; [ln] QUE-Di; lög(e) n OST-Schr, STE-Go; [lg] SA-Lüg Sa, STE-Buch; läögn Bewohner-Altm 1,355, GA-Ber; löjn STE-Sa, WO-Zi; loigen SA-Dä; loiggen Wb-We 82; [li] SA-Ch Hi; löen JE2-Me; leuen STE-Gro; [löin] STE-Bö Steg; [ljn] ZE-Roß; len, [ln] Mda-Ze (ZE-Roß), verbr. anhalt. – Gram.: 1. Sg. Präs.: lg Wb-Altm 125; [l] verstr. ZE; [ln] Mda-Ze (ZE-Gro); lei(e), lai(e) verbr. elbostf.; laa QUE-Di; [l] Mda-Ze (ZE-Roß); 3. Sg. Präs.: leeget JE1-Mö; [lt] verbr. ZE; [lnt] Mda-Ze (ZE-Gro), ZE-Kö; lüggt Wb-Altm 125, OST-Thie, GA-Ack Wa, Wb-We 82; lücht GA-Klö, STE-Stei, HA-Oh, Wb-Holzl 133; leuchtVk-Harz 3,46; lijt WA-Alt; licht verstr. s elbostf.; [l()t] Mda-Ze (ZE-Roß); Part. Prät.: Stammvokal [--] Dialekt-Ma 9 (sw JE1, ZE-Dor), Mda-Ze (ZE-Roß), verbr. elbostf. omd.; [--] verbr. brdb.; [ --] verstr. Altm., Dialekt-Ma 11 (verbr. s JE1); [--] Dialekt-Ma 11 (w JE1); [--] verstr. ZE.
Lkendrger m. ‘Sargträger’ 3: Sprw-Harzvorlg 254, 4: Wb-Ak 104.
Lautf.: Liekendrä’er Sprw-Harzvorlg 254; Leichentrer Wb-Ak 104.
lkt Adv. ‘geradezu, direkt, ohne viel Umstände’ 2: Wb-Altm 127, Albrecht 21822 2,65, 3: HA-Oh, Sprw-Harzvorlg 252 – hei is sau lketau HA-Oh; subst.: Lkto ‘sehr direkter Mensch’ Wb-Altm 127.
Lautf.: lk to Wb-Altm 127, liek to Albrecht 21822 2,65; lketau HA-Oh, lieketau Sprw-Harzvorlg 252.
Löfte f. ‘Verlobung’, auch die Verlobungsfeier, veralt., 1: verbr. nwaltm., 2: verstr. Altm., 3: Mda-Ohre (GA-Rä), Sprw-Harzvorlg 254 –Ok ick mütt gratoleern
To düs Löft un fro Fest:
Mücht’ noch ju Glück vömehrn,
Düt wer dät Allerbest.
Kredel 1929,167.
– Brauch: Zur L. kamen die beiden Familien zusammen, um zunächst Mitgift und Besitzverhältnisse zu regeln. Anschließend wurde der Termin für die Hochzeit festgelegt. Einigte man sich nicht, kam die Verlobung nicht zustande. Durch ein deutliches Jawort und einen Kuss der Verlobten, nur slt. auch durch das Wechseln von Verlobungsringen, wurde der Bund besiegelt. Eine gemeinsame Mahlzeit beschloss die L. Hochzeit-Altm 12f., Hochzeitsbrauch-Altm 349.
Lautf.: Löfte Mda-Ohre (GA-Rä), Sprw-Harzvorlg 254; Löf(f)t verbr. nwaltm., verstr. Altm., Lövt Hochzeitsbrauch-Altm 349; [lft] Mda-Ar 30. Zus.: Hand-.
Löfteantog m. ‘Anzug, der bei der  Löftevom Verlobten getragen wurde’ 3: Sprw-Harzvorlg 254.
Lautf.: Löfteanzug.
Löftekld n. ‘Kleid, das bei der  Löftevon der Verlobten getragen wurde’ 3: Sprw-Harzvorlg 254.
lsblackern Vb. ‘plötzlich zu lachen beginnen’ 3: Lindaua o.J. 50, HA-Oh, Sprw-Harzvorlg 264.
Lautf.: losblackern; außerdem: les- HA-Oh.
mken Vb. 1. ‘tätig sein, etw. tun, unternehmen’ verbr. – det maken alle Liere ännersch ZE-Gri; Eck kan et nich machn Spr-Asch 19; dat warrt glks e’mket HA-Oh; ick wett nich, watt’er t mken sall HA-Oh; d is nischt b te mken Wb-Nharz 122; S was macht mor nich! Wb-Ak 108; No, wat makeste denn awer ok! Ausruf, wenn jmd. gestolpert ist oder einen Schaden angerichtet hat, Sprw-Harzvorlg 264; Rda.: mket anderst! secht Beksmann ‘es ist nun einmal so’ Mda-Weg 106. – 2a. ‘etw. herstellen, verfertigen’ verbr. – Körw moaken STE-Hü; … ik moake mei ne Piepe … ZE-Nu; Kannste mich m anne Scharze (Schürze) machen? Wb-Ak 108. – 2b. ‘etw. hervorbringen, erzeugen’ verbr. – Feier machen Wb-Ak 108; Rda.: Make kan’n Summs nich ‘lass dein Gerede’ Spr-Asch 19. – 2c. ‘seine große Notdurft verrichten’,  schten, verstr. – dat Kind hat eben wat e’ mket HA-Oh. – 2d. ‘ein Kind zeugen’ vereinz. – hei hat’t ‘n Kind e’mket HA-Oh. – 2e. ‘sprechen, erzählen’ – platt moakn 2: Mda-Ze (verstr. ZE). – 3a. ‘etw. bearbeiten, für einen bestimmten Verwendungszweck herrichten’ verbr. – Jrs machen Wb-Ak 109; Sejl moken ‘Strohseile zum Garbenbinden vorbereiten’ WA-Neu; s Bedde machen CA-Ak; Haß (heiß) Wasser maken Spr-Asch 19; sich de Hre machen CA-Ak; de Holthauersch kunten sich nah’n Feierahnd noch ne Karre full Holt vör sich moken JE2-Gü; Unsen Acker machte Kselr. Wb-Ak 108. – 3b. ‘Speisen und Getränke zubereiten’ vereinz. – was machemor denn haide ds Midd? CA-Ak. – 3c. ‘hinzugeben’ verbr. – moag en bißchen Kümmel an Wittkohl OST-Na; Mir machen kne Semmel’l inne Lewwerworscht. Wb-Ak 108. – 3d. in der Rda.: Make deck nischt opn Schlips ‘bekleckere dich nicht’ 3: Spr-Asch 19. – 3e. ‘anziehen’ – Herr Lehre, kann mr uns in’n Tornanzuch machn 3: Spr-Asch 19. – 4a. ‘bewirken, verursachen, hervorrufen’ verbr. – Drsch (Mühe, Arbeit), Spß machen Wb-Ak 109; Ummestenne mken HA-Oh; Stank maken Spr-Asch 19; Sprw.: ten mket Spss, Frten noch mer HA-Oh. – 4b. ‘in einen bestimmten Zustand versetzen’ verbr. – wach, warm machen Wb-Ak 108; sich schmuck machen ‘sich herausputzen’ CA-Ak; w hem’m Molthp’m (Maulwurfshügel) jlatt emokt JE2-Scho; du kannst einen vorrückt mken HA-Oh; diu hat uns doch raen kateosk (ärgerlich, wü- tend) maokt SA-Dä. – 5. ‘sich in bestimmter Weise verhalten, gebärden’ verstr. – Rda.: an Jesichte machen ‘das Gesicht in besonderer Weise verziehen’ CA-Ak; de mokt n pa Ogn ‘er staunt sehr’ STE-GrMö. – 6. ‘sich in einer Entwicklung, einem bestimmten Zustand befinden’ – a. ‘sich in positiver Weise entwickeln’ verbr. – et mkt sek Wb-Nharz 122; t macht sich Wb-Be. – b. ‘ein bestimmtes Befinden haben’ verbr. – wat mkste ‘wie geht es dir’ Wb-Nharz 122; … wat moakt Dien Wief? Albrecht 21822 2,3; was machsde denn immer noch? CA-Ak; mahkt gut Abschiedsgruß, QUE-Di. – c. in Rda. euphem. vom Sterben,  starwen, verstr. – alle machen ‘sterben’ Serimunt 1930 Nr. 82; de moakt nich mehr lang ‘er stirbt bald’ GA-Vo. – d. ‘eine bestimmte Eigenschaft, Beschaffenheit besitzen’ verstr. – de Weg moket an Berje ne Böje (Kurve) WE-Heu. – 7. in der Verbdg.: sik t nichts wat mken – a. nur mit variabler Angabe der Pers. im Nom. ‘gleichgültig bleiben, sich nicht beeinflussen lassen’ verstr. – b. mit variabler Angabe der Person im Nom. sowie des betreffenden Objekts im Dat. ‘etw., jmdn. nicht schätzen, nicht mögen’ verstr. – t rsbr make ek mek nischt Wb-Nharz 122. – 8. ‘gehen, fahren, reisen, sich irgendwohin begeben’ verbr. – mir machn hr langk Wb-Be; du moksd tem Ploien(Pflügen) SA-Die; morjen machmer na Zarwest ZE-Roß; Mr machen mit de Bne n Machdeborch. Wb-Ak 108; Wir machen uns jleich ibern Marcht weck zu Hause. Spr-Asch 19; upn Kn mken ‘sich von Land wieder auf den Kahn begeben’, Schifferspr., Elbschifferspr. 347 (WO-Ro); Rda.: op de Sock’n maken ‘sich auf den Weg machen’ Spr-Asch 19. – 9. ‘eilen, sich beeilen’ verbr. – mke doche Id-Eilsa 77; swinne mken HA-Oh; fiks mkng STE-Buch; Ich muß machen, daß ich n de Ellewe komme, der Damper hat all jetutt. Wb-Ak 108; Rda.: Trab machen ‘sich beeilen’ a.a.O. 108; Vers: Makt, makt, et wörd kolt! Ausdeutung des Krächzens der Krähe, WO-Schn. – 10. in der Verbdg.: (sik) wat mken ‘etw. heimlich entnehmen, beiseite schaffen’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 351 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 351 (CA-Ak), Wb-Ak 108. – 11. in der Verbdg.: Mach sachte ‘vorderer, ungefalteter Teil des Frauenrocks’, wird von der Schürze bedeckt, 2: Wb-Altm 130. – 12. in der Verbdg.: Maok di lustig, frölich upp un trurig daol ‘Mittel zur Erregung der Brunst bei Tieren’ 2: Wb-Altm 134. – 13. Part. Prät. – a. ‘wohlhabend, angesehen’ 3: vereinz. elbostf. – dat is’n jemachter Mann HA-Oh. – b. ‘verloren’ – kr ek dek, denn biste jemacht 3: Wb-Nharz 58.
Lautf.: mak(e)n, [mk()n] SA-Max, JE2-NeuWa, vereinz. mbrdb., verbr. elbostf.; maok(e)n, [mk()n] verstr. nbrdb., vereinz. mbrdb., CA-Atz Bru Gli, [mkn] CALV-Uth Zo, WO-HWa, WA-Neu; [mk] JE2-Schö, [mk] verstr. s nwaltm., verbr. Altm., Siedler-Je § 137a; [maok] verstr. n nwaltm.; moken STE-Schl, JE2-Gü; [makn] verstr. ZE; [mak] ZE-Kö; macken HA-Iv; mach(e)n, [ma()n] ZE-Roß, Spr-Asch 19, Mda-Ro, verbr. anhalt.; mchen Mda-Sti 2. – Gram.: 3. Sg. Präs.: maakt, [mkt] verstr. HA, OSCH-Grö, WA-Sche West, vereinz. s elbostf.; makt (bes. bei Belegen aus JE2 JE1 ist Kürze zu vermuten) SA-Darn GrGe, OST-KlBeu, GA-Le, CALV-Calv, JE2-Cab, JE1-Ziep, verstr. elbostf.; magkt BLA-Hü, BA-Ra; magt OSCH-Dee; magd WA-Do; maket GA-Oeb, HA-Oh, OSCH-Ad, Sprw-Harzvorlf 22, verstr. WE, BLA-Rü; mak WE-Schie; mäkt WO-Zie; moakt, [mkt] verstr. nwaltm. Altm., JE2-Fi Tu, verstr. w JE1, WO-Je, vereinz. HA, OSCH-Pa, vereinz. WA, QUE-Di Ga Hau, verstr. nö CA; moakt SA-Ah, vereinz. Altm.; maogt OST-Na, OSCH-Crot; moaket WE-Ost; mk OST-De; mookt SA-Han Lie, OST-Hi Ost, HA-NHa, moockt WO-Gli; mokt (bes. bei Belegen aus JE2 JE1 ZE ist Kürze zu vermuten) SA-Le, verstr. Altm. JE2, JE1-Mö We, verstr. ZE, OSCH-Nie, QUE-Schn, CA-Sta; mogt (bes. bei Belegen aus JE2 JE1 ist Kürze zu vermuten) vereinz. SA GA, JE2-De, JE1-Wa, HA-Bar, WA-Schl; moket WE-Heu; mackt GA-Schw, JE2-Neu Schön; [mkt] JE2-KlWu Par Schön; mockt, [mokt] OST-Sto Ze, verstr. JE2, verbr. JE1, verstr. ZE; mock JE2-Ba; möckt STE-Ost Ta, WO-Ro, JE2-Kam Schön; mökt STE-Bir, WO-We, JE2-Bö; macht, [maxt] vereinz. brdb. elbostf., verstr. omd.; [maxd] vereinz. anhalt.; mcht BA-Sip. Zuss.: zu 1.: hen-, mit-, n-; zu 2c.: hen-, in-; zu 2e.: heruntermachen; zu 3.: in-; zu 4b.: heranmachen, ls-, nedder-; zu 8.: hen-, hinaufmachen, hineinmachen, ls-, mit-; zu 9.: hen-; sonstiges: lucker-.