anmlen Vb. 1. ‘anstreichen, mit Farbe versehen’, auch ‘etw. an eine Fläche zeichnen, anzeichnen’ 3: HA-Oh, 4: Mda-Sti 24, Wb-Be – hei well snen Nmen wer de Der anmlen lten HA-Oh. – 2. refl. ‘sich schminken’ 3: Lindauc o.J. 36, 4: Heimathefte-Be 1956,259 (BE-GrWi) – ... de harr’ sick sine Neese füerrot anemalt. Lindauc o.J. 36.
Lautf., Gram.: anmlen HA-Oh; anemalt Part. Prät. Lindauc o.J. 36; [nmln] Wb-Be; aonjemaolt Part. Prät. Heimathefte-Be 1956,259 (BE-GrWi); nmln Mda-Sti 24.
anmten Vb. 1. ‘nach Maß anfertigen, anmessen’ 2: Spr-Maa 438 (JE1-Ziep), 3: vereinz. n/w elbostf., 4: Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa) – ... un leit mick en paar Stewweln anmeten. Lindauc o.J. 34; Rda.: sick stewwl’n ammtn von Kindern gesagt, die barfuß durch tiefen Schmutz laufen, Spr-Maa 438; dat höltene Kamsool ( Kamsl) anmeten ‘jmds. Sarg machen’ Wb-Holz 115 (HA-Um). – 2. ‘schlagen, prügeln’,  verhauen, 4: KÖ-Ge.
Lautf., Gram.: anmeten, -mten vereinz. HA; ammtn, -mt’n Spr-Maa 438 (WO-HWa Ol); anmäten Klaus 1936,5; -mäat’n Spr-Maa 438 (JE1-Ziep); nmëten Wb-Nharz 10; anmessen KÖ-Ge; meßte an 3. Sg. Prät. Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa).
annmen Vb. 1. 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. n/w elbostf., 4: vereinz. anhalt. – a. ‘etw. in Empfang nehmen, nicht zurückweisen’ – n’ Breif annem’n HA-Oh; ... denn mügte hei doch als Geschenke von öhm dat grote Vöggelhus ... annehm’n ... Rauch 1929,88; Rda.: Das kannich doch jr nich nn’m bescheidene Abwehr bei der Annahme eines Geschenkes, Wb-Ak 22. – b. ‘ein Angebot akzeptieren’ – ... ick sall wer na öhm als Kutscher komm’n un dei Stidde will ik ok annehm’n. Rauch 1929,31; nimm an! Aufforderung zum Essen und Trinken, Wb-Altm 5; subst.: w kom’m b’mt vont annm’m Ablehnung, etw. zu essen oder zu trinken, Spr-Maa 438 (WO-Ol). – c. ‘etw. billigen, seine Zustimmung geben’ – Brauch: In Rohrsheim fand jeweils Anfang Januar das A. statt. Am ersten Tag wurde die Gemeinderechnung verlesen und besprochen. Am zweiten Tag wurden mögliche Neuverpachtungen, z.B. des Gemeindekruges, sowie Nachtwächter, Kuhhirten u.a. angenommen. Wesentlicher Teil des A. waren gemeinsame Mahlzeiten der Dorfbewohner. Gesch-Ro 110. – 2. (refl.) – a. ‘sich etw. zu eigen machen, beherzigen’ 3: Lindauc o.J. 45, HA-Oh, 4: Wäschke 61915,138 – “Wenn meine Frau nu noch Vernunft annähm,” ... a.a.O. 138; dat Ge mott’n sik annemen HA-Oh. – b. ‘etw. (durch Zusehen von jmdm.) erlernen, sich aneignen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 14, 4: Wb-Ak 22 – D bist n all jrß un kannst noch jr nischt, d mußt dich n m an bißchen was nn’m! a.a.O. 22. – 3. 3: vereinz. n/w elbostf. – a. ‘adoptieren’ – n’ Kint annemen HA-Oh. – b. ‘jmdn. einstellen’, auch ‘jmdn. mit der Erledigung einer Angelegenheit beauftragen’ – L (Leute) annemen HA-Oh; en afkten (Advokat) nnmen Wb-Nharz 14. – c. in der Verbdg.: sik annmen lten ‘freiwillig und vor der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit Soldat werden’. – 4. ‘etw. in sich aufnehmen, eindringen lassen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 14, 4: Wb-Ak 21 – Das Ei nimmt kne Farrewe n. a.a.O. 14; de mge (Magen) nimmt nischt n (das Essen nicht bei sich behalten können) Wb-Nharz 14. – 5. ‘anfangen, etw. zu verbrauchen’ – Mr missen an neien Topp Ms nn’m. 4: Wb-Ak 22. – 6a. ‘glauben, vermuten’ – dat will’k nich annemen 3: HA-Oh. – 6b. ‘voraussetzen, unterstellen’ – angenem’n, dat is wer (wahr)? 3: a.a.O. – 7. refl. ‘sich eines Menschen oder einer Sache annehmen’ 3: Wb-Nharz 14. – 8. dass. wie  anniesen, 4: KÖ-KlPa.
Lautf., Gram.: annehmen, -nehm’n Rauch 1929,31 und 88, KÖ-KlPa; ahnnehmen Wedde 1938,11; nnm’n Wb-We* 199; annm’m Spr-Maa 438 (WO-Ol); -nehm’ Pohlmann 1905 ff.,119; -nem(e)n HA-Oh; nahm an 3. Sg. Prät. Lindauc o.J. 45; annoahm Part. Prät. Francke 1904,82; -jenommn Part. Prät. Krause 1964,82; -nëm’n Wb-Altm 5; nnëmen Wb-Nharz 14; annähm 3. Sg. Konjunk. Prät. Wäschke 61915,138; [nn] Wb-Be; (n)n’m Wb-Ak 21; annömen Wb-We* 199.
anrennen Vb. 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Be. 1. Part. Prät. in der Verbdg. mit kmen: ‘rennend, laufend näher kommen, herankommen’ – ... kam Fritze Schaper mit’n Zeitungsblaat angerennt. Lindauc o.J. 60. – 2. ‘an etw. laufen, beim Rennen an etw. anstoßen’ – hei is ggen ’n Pl anerennt HA-Oh.
Lautf., Gram.: anrennen HA-Oh; -gerennt Part. Prät. Lindauc o.J. 60; nrennen Wb-Nharz 10; [nre] Wb-Be.
anschaffen Vb. (refl.) ‘(käuflich) erwerben, sich zulegen’, auch ‘heranschaffen’ 1: Hausfr-Altm 1930,8 (SA-Die), 2: Heimatkalender-Je 1937,77 (JE2-Fi), JE2-Gü, 3: vereinz. n elbostf., Sprw-Börde, 4: Wb-Be, Krause 1964,41 – sick ’n plauch (Pflug) anschaffen Spr-Maa 438 (WO-Ol); sick wat Lüttjet (ein Kind) anschaffen HA-Oh; hei harre sick ok balle ’n Meeken anneschafft Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim); “Hinnerk, du mußt Woter anschaffen, ...” Hausfr-Altm 1930,8 (SA-Die); Da sat grade de Gemeinderat tesamme un tüftele hen un her, ob woll ’ne nie’e Spritze aneschafft wer’n solle oder nich. Lindauc o.J. 20.
Lautf., Gram.: anschaffen Inf., schafften an 3. Pl. Prät.; außerdem: an(n)eschafft Part. Prät. Lindauc o.J. 20, Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim); an- Part. Prät. Heimatkalender-Je 1937,77 (JE2-Fi); [nafn] Wb-Be.
anschrwen Vb. 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. w/mittleres anhalt. 1. ‘an eine sichtbare Stelle schreiben’ – ... kukte de Portionstasse an, wie wenns da drane anjeschremn schtänt ... Wäschke 61915,89. – 2. ‘Schulden notieren, anschreiben’ – lt’t man anschrben HA-Oh. – 3. in der Rda.: gt an(ge)schrwen sn ‘bei jmdm. in gutem Ansehen stehen’ – Bi Kanter Hagedornen war ick gut aneschreben! Lindauc o.J. 34.
Lautf., Gram.: anschrben HA-Oh; n- Wb-Nharz 10; aneschreben Part. Prät. Lindauc o.J. 34; -schrebb’n Part. Prät. WO-Dru; anschrebb 3. Sg. Prät. Wäschke 61915,68; -jeschremn Part. Prät. a.a.O. 89; nschrei’m Wb-Ak 23; [nrai] Wb-Be.
antrden Vb. 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Be, Wäschke 61915,3 und 74. 1a. ‘sich in einer bestimmten Ordnung aufstellen’ – “Also numa antreten,” – roffe – “zur Quadderilje!” Vier Paare schtellten sich uff, ... a.a.O. 74. – 1b. ‘zum Dienst erscheinen’ – umme eine mött se antrn HA-Oh. – 2. ‘etw. anfangen, beginnen’ – ne Stellunge antrn ‘eine Arbeit aufnehmen’ a.a.O.; ..., dat Karl gerade sinen Urlaub antree’n dei. Lindauc o.J. 63. – 3. ‘ergreifen, überkommen’ – mek trt de macht n Wb-Nharz 16.
Lautf., Gram.: antree’n, -trn Lindauc o.J. 63, HA-Oh; -treten Wäschke 61915,74; -jetretn Part. Prät. a.a.O. 3; anneträn Part. Prät. HA-Dö; ntrën Wb-Nharz 16; [ntrtn] Wb-Be.
Aprilscher m., n. ‘häufig im April auftretender Schnee- oder Graupelschauer’ 3: Lindauc o.J. 72, Wb-Nharz 17.
Lautf., Gram.: Aprilschuer m. Lindauc o.J. 72; aprilschr n. Wb-Nharz 17.
Arbeitslde Plt. ‘Arbeiter’, auch ‘ Gesinde’ 2: Heimatkalender-Je 1924,61 (JE2-Vie), 3: verstr. elbostf. (außer sö), 4: Wäschke 61915,61 – ... un de Arbeitslü’e in’t Feld ter Arbeit gungen, ... Rauch 1929,86; ... da brumme de Döschmaschine, un de Arbeitslü krabbeln wie Immen dorchenander. Lindauc o.J. 45.
Lautf.: Arbeitslüede Heimatkalender-Je 1924,61 (JE2-Vie); -lüüe, -lü’e verstr. elbostf. (außer sö); -lü vereinz. w elbostf.; rbeitslde Wb-Nharz 17; Arweetsleite Wäschke 61915,61.
attrapren Vb. dass. wie  attjen 2a., 3: Lindauc o.J. 69, Vk-Harz 3,49, Wb-Nharz 19 – ... den hat vorrgistern use Pannemann (Feldhüter) bi’t Beddeln attrapiert ... Lindauc o.J. 69.
Etym.: zu frz. attraper ‘fangen, ertappen, erwischen’, vgl. HWb-Frz 60.