Dkdamm m. ‘(künstlich errichteter) Damm an einem Gewässer (auch an Teichen)’ 3: vereinz. n elbostf., Vk-Harz 3,78 (BLA-Be) – Aber wie ’t nu um’n Diekdamm rum jung ... Lindauc o.J. 90.
dn Possessivpron. 2. Pers. Sg., verbr. – dan Schwajer kann bale widder loofen QUE-GrSchie; ... das is deine Ewwerraschung ... Wäschke 61915,46; dnen Fder sn Hs Umschreibung des Gen., HA-Oh; ... un bie dienen ollen Fründ in d’ Wisch häbb ick mei nich lang uphollen ... Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.); ... un denn kann Di Dien ganzer Isenkroam verrost’n. Matthies 1903,2; din Kleed Sprw-Börde; dn le hs Wb-Nharz 41; ... jif meek man emal dien Dauk hä! Wille 1927,XV (BLA-Be); hang man dn Jack an Hengs an SA-Dä; da haste dine Arbeit, et wedder in Gang tau bringen CA-Fö; kehre dick man um diene Sachen HA-Bee; Wat hast du denn in dine Rocktaschen? Lindauc o.J. 12; d musd m daine orn waschen DE-Ca; det is deine ZE-Roß; dat hrt (gehört) dne Wb-Nharz 41; Rda.: du krist dine Naht Androhung von Prügel, OSCH-Schl; Dor lat dien Näs von! ‘Mische dich dort nicht ein.’ Bewohner-Altm 2,123; make de Ogen tau – un watte denn siehst, dat is dins Bemerkung zu einem Großsprecher, Sprw-Börde.
Lautf., Gram.: attr. m./n. Nom. Sg. und n. Akk. Sg.: dien, dn verbr. nd., Vk-Anhaltb 69 (BA-Schie); dein verbr. anhalt.; dan QUE-GrSchie; attr. m. Dat./Akk. Sg.: dienen Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.), Pohlmann 1905 ff., 119, Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie), verstr. elbostf.; dien’n, [d] verstr. n elbostf., Id-Eilsa 57; [dn] SA-Dä; dein(e)n vereinz. anhalt.; dein ZE-Roß, Wb-Ak 3; attr. f. Nom./Akk. Sg. und attr. Nom./Akk. Pl.: diene, dne STE-Bin, JE2-Pap, Heimatkalender-Je 1923,95 (JE2-Vie), JE1-The, verstr. elbostf., vereinz. nthür.; dien, [dn] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; deine, [dain] ZE-Roß, verstr. anhalt.; dane Spr-Asch 17; attr. f. Dat. Sg. und attr. Dat. Pl.: wie f. Nom./Akk. Sg./Pl.; mit Satzgliedfunktion in Verbdg. mit den Verben (ge)hren ‘gehören’ oder sn ‘sein‘: dn HA-Oh; dne Wb-Nharz 41; dnd(e)r Wb-Nharz 41, Mda-Sti 45; deine ZE-Roß; dins Gen. Sprw-Börde.
df Adj. 1. verstr. – a. ‘gehörlos’ – dor is db DE-Ca; Hei is op einen Ohre dof! Lindauc o.J. 28; Dowe Lü sind dumm! Vorurteil gegenüber gehörlosen Menschen, Klaus 1936,50; Rda.: hei is df, wenne wat geben sall von einem geizigen Menschen, Wb-We 29; is op beie Ohrn dof ‘ist einer Sache unzugänglich’ Sprw-Börde; dat is, als op me’n dben hunne wat secht dass., Wb-Nharz 42; Sprw.: dumm is besser als doof Wb-Holzl 76. – b. ‘ohne Gefühl, betäubt’ – de Ft sünd mi ganz df Wb-Altm 258; de Fingern sind dof Sprw-Börde. – 2a. ‘stumpf, angelaufen’, von Zähnen nach dem Genuss saurer Speisen,  stump, 2: verstr. Altm., JE2-Wa, JE1-Ist, 3: OSCH-GrQue, WA-Schw, 4: BE-KlSchie – mine Tähne sind janz doof WO-Wo. – 2b. ‘stumpf’, von Geräten – dowe Hacke 3: Wb-Holzl 76. – 3. ‘unfruchtbar, ohne Frucht, Inhalt’ verstr. – anne twe Nuß Wb-Ak 170; dat is’n dwen Klkopp ‘das ist Kohl, der keinen festen Kopf gebildet hat’ JE2-Scho; veel doove Ahre düt Jahr HA-Bee; Rda.: et li’t forr dowe Nöte ‘es ist unnütz’ Wb-Holzl 76 (WO-Dru); op’n dewen Dunst ‘auf gut Glück’ HA-Oh. – 4. ‘dumm, einfältig’,  dusselig, 2: STE-Wa, JE2-Ma, JE1-Grü, 3: WO-Ma, vereinz. s elbostf.
Lautf.: doof, [df]; außerdem: def, dof vereinz. w elbostf.; [dp] Mda-Ze (ZE-Roß); toob, tb, [tp], doob, [db] verstr. anhalt.; [douf] GA-Wen; dauf, -w vereinz. nw Altm.; taup Mda-Sti 31; [deof] SA-Dä; duof OSCH-Di; def Mda-Ro.
1dn Vb. verbr. 1. Vollverb. – a. ‘tätig sein, etw. unternehmen, sich mit etw. beschäftigen’, auch ‘etw. Bestimmtes verrichten, erledigen’ – das gannsde je dn DE-Ca; duch dat nich Wb-We* 205; Wilt’n dat ma daun, ja? BA-Op; ... dät kann ik woll doon ... Ehlies 1960a 79; ik mütt dat h noch daun SA-Dä; Wat dust’n noch in Bedde? Spr-Asch 18; wat dait hai denn in de Stadt? HA-Eil; Tuk, was de nich lßen kannst. Wb-Ak 174; Verbdg.: dertau dauen ‘etw. erledigen, unternehmen’ Wb-Holzl 74; Rda.: daun un lten kennen ‘alles frei entscheiden können’ Wb-Nharz 38; dr hat mit sek enauch de daun(e) Mda-Weg 90; Mien Fru un ik sünd uns enig, see de Snider; ik do, wat ik schall, un se deit, wat se will. Berufe-Altm 252; Sprw.: kinder daun w se klauk sint Wb-Nharz 38; dau, wat te wutt, de L schilt doch HA-Oh. – b. ‘arbeiten, etw. leisten’ – ... wat her as Nachtwächter tue duehne harre. Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); Reich wollen se wären unn nischt thun ... Richter o.J. 130; Rda.: en janzen Dach nich’n Handschlach edahn Sprw-Börde; Sprw.: wer wat äten will, mot ok watt daun OSCH-Eils. – c. ‘geben, darreichen’, auch ‘hinzugeben’ – Mengels up’t Swnfudder dn Wb-Altm 136; dau en betten Kümmel an den witten Kohl WE-Heu; Verbdg.: te wetten daun ‘wissen lassen’ Wb-Nharz 38. – d. ‘leihen,  borgen’ – d mi doch ’n Dr’r Wb-Altm 36. – e. ‘jmdm. etw. (Böses) antun, zufügen’ – d junge wil mek wat daun Wb-Nharz 38; De Hund dut deck nischt. Spr-Asch 18; ... ich hawwe dich doch nischt jetn! Wb-Ak 174. – f. ‘den Anschein, Eindruck erwecken’ – w will man sau daun, als off w keimen (kämen) HA-Oh; Seine Frau lak schon ins Bette un that, wie wennse schluf. Wäschke61915,45. – g. ‘sich in bestimmter Weise verhalten, sich geben’, vgl. auch 2.Na, dauh man nich sau öte (affektiert) ... Rauch 1925,37; Wetterregel: April deit, wat hei will WE-Be. – h. ‘es mit jmdm., etw. zu tun haben’ – Ddermit will ich nischt ze tne han. Wb-Ak 174; ik hewwe nich jrn mit ne te daun HA-Oh; se harre en betchen veel mit Remetismus te dauhne. Rauch 1929,166; Das hadde awwer nischt mit de Heezung zu tune. Krause 1964,13. – i. ‘es um etw. zu tun, gelegen sein’ – et is mik drumme te daun HA-Oh. – j. subst. ‘Beschäftigung, Arbeit’ – hei hat sn Daun HA-Oh; Rda.: ’t is n Dn ‘das lässt sich zusammen erledigen’ Wb-Altm* 52. – 2. in fester Verbdg. als Funktionsverb – mit Subst.: fbidde daun Wb-Nharz 2; n’ Jefalln daun HA-Oh; bescheit daun Erwiderung des Zutrinkens, Wb-Nharz 25; sick Anung daun ‘Kenntnis zeigen’ Wb-Holzl 74 (HA-Um); oder se wollten en’n mol’n Schabernack dohn JE2-Gü; sek en dt daun ‘zu Tode kommen’ Wb-Nharz 38; s tt awwer  Nt Wb-Be; mit Adv. (semantisch vorw. zu 1g.): höhnschen don ‘heimlich und schadenfroh lächeln’ SA-Lie; glk daun ‘gleichgültig sein’ Wb-Nharz 38; nu wille kleineken daun ‘nun will er freundlich tun’ Sprw-Börde; tk toch man nich so hmlinge Wb-Be; det dut mich awwer leed ZE-Roß; ... to goi (zugute) dohn. Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi). – 3. Hilfsverb. – a. zur Hervorhebung des Vollverbs und zur Verlängerung des Satzes – Brennen deit et! Lindauc o.J. 28; d dn all wärra kkeln JE2-Scho; Angel’l tn se . Wb-Ak 174; sejjen daat se nist Wb-Holzl 74; hai dait ’n Hengor in’n Hoff schtelln QUE-Hau; das tu ich mich marken CA-Sta; ... als mir zwee beede noch zusammen uff de Schule jehn taden. Heese21919,6; ick fraog of du mi nich seggen können dn deist Wb-Altm 36; Sprw.: de Katte lert erst musen, wenn se jungen deit CALV-Zo. – b. zur Umschreibung des Konjunk. – ik doie dat nich maken ‘ich würde das nicht machen’ Wb-Holzl 74; ek de ne nischt jben Wb-Nharz 38; Ich tt  jarne m n Dessau machen. Wb-Ak 174.
Lautf., Gram.: Inf.: do(h)n, dn verbr. nbrdb.; tun Mda-Sti 33; dau(h)n verbr. nwaltm. elbostf. (außer w JE1); dau(h)en Nd-Börde § 75 (WO-Schn), WE-Velt; [dun] Wb-We* 205; [dn] verbr. mbrdb.; thuen Wäschke 61915,126; du(h)n, [dn] ZE-Roß, Heimatkalender-Ze 1964,97 (ZE-Ze), Spr-Asch 18, DE-Ca; t(h)un CA-Ca, verstr. anhalt.; in Verbdg. mit t: -e Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie), verstr. elbostf., vereinz. anhalt.; davon abweichend [dau] Id-Eilsa 56; 1. Sg. Präs.: do verstr. Altm.; dau SA-Hen, verstr. elbostf.; [dau] SA-Dä; daue vereinz. w elbostf.; [du] Mda-Ze (verstr. ZE); tue Heese 21919,99; tu CA-Sta; 2. Sg. Präs.: deist, daist verbr. nd. (außer s mbrdb.); deust Wb-Nharz 38, QUE-Di; dust, [dst] Dialekt-Ma 9 (verstr. mittleres/s JE1), Spr-Asch 18; [dust] Mda-Ze (verstr. ZE); tust ZE-Roß; 3. Sg. Präs.: dei(h)t, [daet], [dait] verbr. nd. (außer s mbrdb.); [däit] vereinz. n/mittlere Altm.; doit, deut vereinz. sw elbostf., Gesch-Un 43; dät, [dt] vereinz. nwaltm.; [dut] Mda-Ze (verstr. ZE); dut ZE-Roß, Spr-Asch 18; t(h)ut, [tt] CA-Sta, verstr. anhalt.; Imp. Sg.: do(h) verbr. nbrdb., verstr. w JE1; do(h)e WO-Sa, JE2-Ste; [dx] JE2-Schön; tou OST-Pe; dau(h) verbr. nwaltm. n/mittleres/sw elbostf., vereinz. sö elbostf.; tau(h) WE-Weh, vereinz. sö elbostf.; daue, [dau] WE-Ost, vereinz. ö elbostf.; dauch, [dau] Wb-Holzl 74, verstr. OSCH s WA, vereinz. sw elbostf., verstr. QUE, BA-Ba; duch Wb-We* 205; tauch WA-Ha; dauk, daug WA-ABra Et, BLA-Bö, QUE-PrBör; due, [d()] JE1-Pa, Dialektgeogr-Elbe/Saale 81 (nw/mittleres/s ZE); tue KÖ-Wu; tu ZE-Steu, CA-Sta, BA-Gü, BE-La, DE-Grie; [dk], [dg] verstr. anhalt.; [tk] Wb-Be; duch, [dux] JE2-Par Tu, Dialekt-Ma 8 (verbr. mittleres/s JE1, vereinz. nö CA), Dialektgeogr-Elbe/Saale 81 (s JE1 nö ZE); tu(c)k QUE-GrSchie, BLA-Sti, vereinz. mittleres/ö anhalt.; 1./3. Sg. Prät.: da(a)t, dt Heimatkalender-Ze 1962,94 (ZE-Ze), verstr. elbostf.; tat, thad vereinz. anhalt.; doat, [dt] OSCH-Har, QUE-Di; tt Wb-Ak 174; Hausfr-Altm 1930,4 (SA-Die), verstr. Altm.; dei, dai vereinz. nw HA; 1./3. Pl. Prät.: daaten verstr. w elbostf.; doaten, [dtn] OSCH-Har, QUE-Di; taden Heese 21919,6; däaden ZE-Hu; dähn Firmenich 1854,125 (STE-Ste); dei(h)n HA-Bee, Heimat-Ohre 1922/ Wöhlbier (HA-Eim); doin Id-Eilsa 56; Part. Prät.: edaan, edan verstr. elbostf.; [dn] WE-Wa; edaon, [dn] Lieder-Ma Nr. 769 (WO-Ol), OSCH-Har, QUE-Di; daohn, [dn] verstr.Altm.; jet(h)an Wäschke 41910,111, Krause 1964,51; -tn Wb-Ak 174; -tn Mda-Sti 24; 1./3. Sg. Konjunk.: doie, deue Wb-Holzl 74, Wb-Nharz 38; deu Id-Eilsa 56; dai, dei Wb-Holzl 74, HA-Oh; däede Heimatkalender-Je 1924,61 (JE2-Vie); däte Gesch-Un 45; [dd] Mda-Fuhne 19 (DE-Ca); tt Wb-Ak 174; dehe, de Rauch 1929,68, vereinz. w elbostf.; dee, d Wb-Holzl 74, Wb-Nharz 38; 1./3. Pl. Konjunk.: doien, deuen Wb-Holzl 74, Wb-Nharz 38; den OSCH-Har; deen, dehn vereinz. n/mittleres elbostf.
Donnerlatter Interj. dass. wie  Donnerhgel, 2: OST-Sta, 3: verstr. n elbostf. – Tau’n Dunderlatter nich nochemal! Lindauc o.J. 8.
Lautf.: Dunnerlatter OST-Sta; sonst: Dunder-, [dundrlatr].
dorch I. Präp. verbr. – 1. räumlich – a. zur Bezeichnung einer Bewegung mitten durch etw. hindurch – Hein kiekt dörcht Dack STE-Go; ... bullerten dei Tüffeln dörch ’n Tüffeltrechter in ’n Keller ... Ehlies 1960b 298; dat Mek (Milch) wt drgng Saidauk (Seihtuch) saiet SA-Dä; glieks de Lehmstücken langdoal hinnen dörchn Goarn noa Hus JE2-Fi; Rda.: Dörch de Lappen gahn ‘sich entgehen lassen, verlieren’ Sprw-Harzvorld 399; mit’n Kop dorch de Wand gahen ‘eigensinnig, starrköpfig sein’ Sprw-Börde; De Maon schient äm dörch de Been. ‘Er ist krummbeinig.’ Bewohner-Altm 1,350. – b. zur Bezeichnung einer Bewegung kreuz und quer über die gesamte Ausdehnung hin – .... un durthin junks durchs janze Dorf ... Wäschke61915,65; De olle Ackermann Gauert gung dorch dat Feld. Rauch 1929,59; ... un dorch den ganzen Saal jung en Blackern un Krieschen un Prusten un Hänneklappen ... Lindauc o.J. 40; un da machtes Kalleb immer kattewitt durchn Schnee in de Feldmarke rin DE-Lau. – 2. kausal zur Bezeichnung der Ursache, des Grundes, auch modal zur Bezeichnung des Mittels – Erst dörch recht Den’(Dienen) werd de Minsch vöstännig ... Hausfr-Altm 1928,94 (Kredel); Dee (Schafställe) sünd dorch Buchten, Horrten un Stietze forr Bö- cke, Muddern und Lämmer affedeilt. Held 1963,101; Sprw.: Dorch Schaden ward’n klauk, awer nie rieker. WO-Gu. – 3. in der Verbdg.: dorch de Bank ‘durchweg, alle’. – II. Adv. verstr. – 1. räumlich ‘hindurch’ – ek kan nich dorch Wb-Nharz 43; hei is drunder dorch Wb-We 29; du most woll ümmer dorch den deipsten Drecke dorch? HA-Bee; Rda.: hei is dicke dorch ‘er hat sein Ziel vollständig erreicht’ Id-Quea 148. – 2a. räumlich ‘durchgekommen’ – Unse Schiffer sin durch ... Wb-Ak 49. – 2b. zeitlich ‘vorbei’ – ’s ist achte durrich a.a.O. 49. – 3. zeitlich ‘über einen bestimmten Zeitraum hinweg’, einer Zeitangabe nachgestellt – ... un Hinnerk möhlte de Nachd dörch ... Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die); datt ganze Freuhjahr dörrch ... HA-Eim. – 4a. in der Verbdg.: dorch und dorch ‘völlig, gänzlich, bis ins Innerste’ – hei is dorch un dorch nt Wb-Nharz 43; Dä ole Amtsrat opp der Borg War minschenkunnig, dorch un dorch ... Klaus 1936,54; Rda.: et geit mik dorch un dorch ‘es erschüttert mich sehr’ HA-Oh. – 4b. auch adj. ‘durchgezogen, reif’ –de Kese is dorch HA-Oh; dorchenen Kese Wb-Holzl 76 (HA-Ost). – 4c. ‘völlig durchnässt’,  pitschenattick war dorch HA-Bee. – 4d. ‘durchgescheuert, abgenutzt’, auch ‘entzwei, in Teile zerlegt’ – de schtrump is dorch Wb-Nharz 43; Ich kre’s Brt nich durrich. Wb-Ak 49. – 4e. ‘fertig’ – Rda.: ek ben medne dorch ‘ich will nichts mehr von ihm wissen’ Wb-We 29.
Lautf.: dorch, [dor] verbr. ZE elbostf., Krause 1964,12, DE-Ho; dor(r)ech HA-Oh, OSCH-Di; [tori] Wb-Be; drch Vk-Ask 374; [dr] Siedler-Je § 118 (s JE2 JE1); dörch (wohl Langvokal), [dr], [dr], [d] verbr. nwaltm. nbrdb.; dörch vereinz. HA OSCH; [dr()] Siedler-Je § 76b und 118 (n/mittleres JE2); derch SA-Rist, Matthies 1903,24; dearch Matthies 1912,26 (STE-Hü); [dr] Siedler-Je § 76b (JE1); durch verstr. anhalt.; durrich, durrech Wb-Ak 49; [dr] Mda-Fuhne 65 (verbr. anhalt.).
dorchsetten Vb. ‘etw. trotz starker Widerstände verwirklichen’, auch refl. ‘sich behaupten’ 2: Wb-Altm* 52, Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.), 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be, Krause 1964,85 – ... du wutt doch immer dinen Willen dorchsetten! Lindauc o.J. 57.
Lautf., Gram.: dorchsetten vereinz. elbostf.; -jesetzt Part. Prät. Krause 1964,85; [torisetsn] Wb-Be; dörchsetten Wb-Altm* 52; sett’t dörch 3. Sg. Präs. Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.).
dörwen Vb. verbr. 1. Vollverb ‘die Erlaubnis zu etw. haben, zu etw. berechtigt sein’ – hei dert dat nich HA-Oh; ick döre man nah’n Marchte HA-Bee; Zus.: mrjen dr’m mor nich raus BE-Me. – 2. modales Hilfsverb – a. ‘die Erlaubnis zu etw. haben, zu etw. berechtigt sein’ – ik deaf dik nich inkkng laod’n SA-Dä; ... mucksen hat ä sich nich dirfen ... Richter o.J. 18; Op’n Diek dörst du gahn ... Lindauc o.J. 55; ... wenn de Ees’ls ausjefiehrt wurr’n, denn dorft’n se druff reit’n. Heimatkalender-Ze 1962,94 (ZE-Ze); ek hewwe dat nich darben daun Wb-Nharz 37; Rätsel: Wecker steiht in’t Holt un’ lärmt all’ Lü an, un’ keener därft äm Antwuhrt gäwen? – der Pfarrer von der Kanzel, Bewohner-Altm 2,168. – b. drückt einen Wunsch, eine Bitte, eine Aufforderung aus – Dänn därscht’e di goar nich rührn ... Heimatkalender-Je 1927,121 (JE2-Vie); baba, dat dorfste nich eten! Sprw-Börde; ... ahl to lang derft nich mehr duern ... Matthies 1903,2. – c. ‘sollen, geboten sein’ – ... wurumme dörrt ’n Bure sauwat ... nich ok mal äten? Rauch 1929,42 f.; Sylvesternacht dört’n kein Tüg (Wäsche) opp de Linig hängen laten, süss sterwet wer ut de Familij. OSCH-Schw; Awwer seine Muttersprache darf mor nich vorrachten ... Heese21919,3. – d. ‘müssen’ – ick dorrste maken, dat ick ... Wb-Holzl 77 (HA-Wef).
Lautf., Gram.: aus den Belegen mit Laienschreibung ist eine sichere Zuordnung der Vokalquantität nicht möglich, für das Nwaltm., Nbrdb. und z.T. für das Anhalt. ist wohl vorw. von Langvokalen auszugehen: Inf.: dörw’n Wb-Altm 37; dörb(e)n vereinz. nwaltm., SA-KlGa Sa, OSCH-Nei; dörfen SA-Se, GA-Ge; dör’m, dörm, [dm] SA-Da Ho, verstr. ö/s nwaltm., sonst verbr. SA, OST-Flee, GA-Est Ku, WO-Zi; [dö] SA-Dä; dör(e)n GA-Oeb, verbr. HA OSCH n WE; dern, [dern] HA-Oh, Id-Eilsa 57; dörr(e)n, [dörn] CALV-Uth Zo, HA-Bü, Wb-Holzl 77 (HA-Eil); dorb(e)n WO-We, vereinz. nö elbostf., WE-Da; dorfen CA-Ca, Wb-Ak 44; [drfn] BE-Ad Al; drfm ZE-Roß; dorm’n WO-NiDo; dor’m Wb-Ak 44; dorr(e)n verstr. n elbostf.; derw(e)n vereinz. s OST n/mittleres STE, GA-Dee, OSCH-Dee KlQue; derb(e)n vereinz. ö SA w OST, GA-Wern, STE-Ta, JE2-Alt HSe, JE1-Bü, BA-Ge, vereinz. sö elbostf.; derrebm Wb-We* 205; derf(e)n vereinz. sw OST nw STE, OST-Kru, STE-Osth, vereinz. JE2, JE1-Zie Ziep, vereinz. omd.; dermen QUE-Frie; der’m, derm SA-Lag Mel, verstr. w Altm., OST-Ze, STE-Ste, JE2-Tu; der(e)n OSCH-Crot, vereinz. n WA; derr(e)n WO-Me, JE2-GrWu; derrun STE-Da, JE2-Kam Schö; dearwen STE-Kö; dearfen SA-Kal; deärfen JE1-Pa; därw(e)n, [drv()n] SA-Meh, verbr. OST, STE-Bad Peu Ro; därrwen STE-GrMö; därb(e)n vereinz. w Altm., OST-Werb, JE2-Fi; därf(e)n SA-GrGe Pa, vereinz. sw OST n/mittleres JE2, CA-Sta, BA-Gü; därm(e)n vereinz. s SA n GA, OST-GrBeu; där’m, dä(r)m, [drm], [dm] vereinz. nwaltm., verbr. w/mittlere Altm., vereinz. nö Altm., JE2-Red Schön, JE1-Grä; där(e)n vereinz. n/mittleres JE2; däern JE2-Tu; därron STE-GrMö, JE2-GrWud Reh; därrun vereinz. w JE2; darw(e)n vereinz. s nd.; darb(e)n, darbm WO-Sa, verstr. ö/s elbostf.; darf(e)n JE2-Jer, JE1-Mö Plö, ZE-Na Ze, WA-Do, CA-Sta, verstr. omd. (dort wohl vorw. --); darmen vereinz. sö Altm., JE1-Ca, vereinz. s elbostf.; dar’m, darm, [dar] JE1-Pre, verstr. ZE, WO-Gli, HA-Va, OSCH-Grö, BLA-Hü, verstr. sö elbostf., Wb-Ak 44; [dr] SA-Vi, verstr. s Altm., vereinz. w BE; [daron] STE-Bö; [darun] STE-Je; dürfen JE1-Zie, HA-Neu; düren WE-Sta; düören OSCH-Di; durfen KÖ-KlPa; [tur] Wb-Be; dirfen ZE-Dor Steu, vereinz. anhalt.; diern WE-Ost; 2. Sg. Präs.: derfst vereinz. n Altm., JE1-Bü; därfst STE-Ri Schi, CALV-Calv; dorfst vereinz. WA, WE-Weh; darfst JE1-Scha, HA-Va, verstr. mittleres/s elbostf., DE-Que; döörst Wb-Holzl 77; dörst (wohl vorw. Länge) vereinz. HA, Wedde 1938,71, WE-Rho; derst, [derst] HA-Oh, Id-Eilsa 57; dorst HA-Hu Oh; därscht Heimatkalender-Je 1927,121 (JE2-Vie); darst JE2-Ba; dürst WA-Et; 3. Sg. Präs.: dörf SA-Zier; dörft vereinz. w SA; derf verstr. nö Altm., vereinz. ö JE2 nö JE1; derft mit Enklise des Personalpron. n. Matthies 1903,2; derft SA-La, Hausfr-Altm 1924,34 (Kredel), JE2-Schön; därf vereinz. sw OST, GA-Klö, JE2-Cab; därft, [drft] SA-Dä, Bewohner-Altm 2,168, OST-Hei Wo, STE-KlMö; darf STE-Bir, JE2-Mü, JE1-Wa, verstr. s nd. omd.; darft OST-Pe; darp BLA-Rü, QUE-Su; döört Wb-Holzl 77, Bode 1908,55, WA-Sche; dört (wohl vorw. Länge) verstr. HA OSCH; dert, [dert] HA-Oh, Id-Eilsa 57; dörrt Rauch 1929,42; deert OSCH-Crot; 1./3. Sg. Prät.: dorfte Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze), Wb-Nharz 37; dorrefte Vk-Harz 8,30; dorrste, [dorst] HA-Bee Eim, Id-Eilsa 57; durste Rauch 1929,168, Gorges 1938,33; Part. Prät.: edorft Wb-Nharz 37; [jdorft] Mda-Ze (ZE-Roß); [-durft] a.a.O. (vereinz. ZE); [dorst] Id-Eilsa 57; edert HA-Oh; edörrt Wb-Holzl 77.
Dskopp m. 1. ‘träumerischer, unaufmerksamer, geistesabwesender, gedankenloser Mensch’, dann auch ‘dummer, einfältiger Mensch’, Schimpfwort,  Dussel, 2: verstr. Altm., JE2-Scho, 3: vereinz. elbostf., 4: Vk-Anhaltc 104, Wb-Be – Heww’ ick Döskopp doch de leddige Schachtel under’n Arm klemmt! Lindauc o.J. 84. – 2. dass. wie  Dsbartel, 3: Id-Quea 147. – 3. dass. wie  Dsel 1., 3: Spr-Asch 17.
Lautf.: Döskopp vereinz. elbostf., Vk-Anhaltc 104; Dö(ä)s-, [dskop] verstr. Altm., JE2-Scho; Des- Spr-Asch 17; [tskop] Wb-Be; Daesekop Id-Quea 147.
dtargern Vb. refl. ‘sich sehr ärgern’ 3: vereinz. n/w elbostf. – subst.: ... et is taun Dotärgern! Lindauc o.J. 7.
Lautf..: dot argern, dt arjern vereinz. n/w elbostf.; Dotärgern subst. Lindauc o.J. 7; detärjern HA-Oh.